Der gläubige Student Einstein

Das habe ich von Facebook:

Professor: Du bist ein Christ, nicht wahr Junge ?

Student: Ja, Sir.

Professor: Also glaubst du an Gott?

Student: Absolut, Sir.

Professor: Ist Gott gut?

Student: Sicher.

Professor: Ist Gott allmächtig?

Student: Ja.

Professor: Mein Bruder starb an Krebs, obwohl er zu Gott gebetet hat ihn zu heilen. Die meisten von uns würden versuchen anderen die krank sind zu helfen. Aber Gott tat es nicht. Wieso ist dieser Gott dann gut? hmm?

(Student war still.)

Professor: Du kannst das nicht beantworten, nicht wahr? Lass uns erneut beginnen junger Freund. Ist Gott gut ?

Student: Ja.

Professor: Ist Satan gut?

Student: Nein.

Professor: Woher kommt Satan her?

Student: Von… Gott ….

Professor: Das ist richtig. Sag mir, Junge, gibt es in dieser Welt das Böse?

Student: Ja.

Professor: Wer hat das Böse erschaffen?

(Student antwortete nicht.)

Professor: Gibt es Krankheit? Unmoral? Hass? Hässlichkeit? All diese schrecklichen Dinge existieren in der Welt, nicht wahr?

Student: Ja, Sir.

Professor: So, wer hat sie erschaffen?

(Student hatte keine Antwort.)

Professor: Die Wissenschaft sagt, das du 5 Sinne hast um die Welt und alles herum zu identifizieren und zu beobachten. Sag mir, Junge, hast du jemals Gott gesehen?

Student: Nein, Sir.

Professor: Hast du jemals Gott gefühlt, Gott gekostet, Gott gerochen? Hattest jemals eine Sinneswahrnehmung was Gott betrifft?

Student: Nein, Sir. Ich fürchte ich habe nicht.

Professor: Aber du glaubst immer noch an ihn?

Student: Ja.

Professor: Laut empirischen, prüfbaren, nachweisbaren Protokollen sagt die Wissenschaft das Gott nicht existiert. Was sagst du dazu Junge?

Student: Nichts. Ich habe nur meinen Glauben.

Professor: Ja, der Glaube. Das Problem das die Wissenschaft hat.

Student: Professor, gibt es so etwas wie Wärme?

Professor: Ja.

Student: Und gibt es so etwas wie Kälte?

Professor: Ja.

Student: Nein, Sir. gibt es nicht.

(Im Hörsaal war auf einmal sehr ruhig)

Student: Sir, Es gibt mehrere Arten von Wärme, mehr Wärme, Überhitzung, mega Hitze, weiße Hitze, ein wenig Hitze oder gar keine Wärme. Wir können 458 Grad unter Null haben, was gar keine Wärme wäre. Aber danach gibt es nichts mehr. Es gibt keine Kälte. Kalt ist nur ein Wort das wir verwenden um die Abwesenheit der Wärme zu beschreiben. Wir können Kälte nicht messen. Wärme ist Energie. Kälte ist nicht das Gegenteil von Wärme, Sir, lediglich die Abwesenheit.

(Im Hörsaal war es still, man hätte einen Stift fallen hören können.)

Student: Was ist mit der Dunkelheit, Herr Professor? Gibt es so etwas wie eine Finsternis?

Professor: Ja. Was ist die Nacht, ist das keine Finsternis?

Student: Sie irren sich schon wieder, Sir. Die Dunkelheit ist die Abwesenheit von etwas. Sie können wenig Licht, normales Licht, helles Licht, Blinklicht haben. Wenn es aber gar kein Licht gibt, haben Sie nichts, dann ist es dunkel. Ist es nicht so? In Wirklichkeit gibt es keine Dunkelheit, sonst könnten sie die Dunkelheit dunkler machen, nicht wahr?

Professor: Also Gut, was willst du mir damit sagen junger Mann?

Student: Sir, was ich sagen möchte ist das Ihre philosophische Prämisse fehlerhaft ist.

Professor: Fehlerhaft? Kannst du mir das erklären?

Student: Sir, Sie denken mit der Voraussetzung der Dualität. Sie argumentieren, es ist das Leben und dann ist der Tod, ein guter Gott und ein böser Gott. Sie sehen die Vorstellung von Gott als etwas endliches, etwas was wir messen können. Sir, die Wissenschaft kann einen Gedanken nicht erklären. Es nutzt Elektrizität und Magnetismus, wurde aber noch nie gesehen, geschweige denn verstanden. Um den Tod als das Gegenteil von Leben zu betrachten müsste man die Tatsache, dass der Tod nicht als materielle Sachen existieren kann, ignorieren.

Der Tod ist nicht das Gegenteil vom Leben, nur die Abwesenheit davon. Nun sagen Sie mir, Professor, bringen Sie ihren Schülern bei dass sie von einem Affen abstammen?

Professor: Wenn du auf die natürliche Evolutionstheorie verweist, ja, natürlich tue ich.

Student: Haben Sie schon einmal eine Evolution mit eigenen Augen beobachtet?

(Der Professor schüttelte den Kopf mit einem Lächeln. Er begann zu erkennen wohin das führte.)

Student: Da niemand jemals den Prozess der Evolution beachtet hat, kann niemand es beweisen das dieser Prozess ein laufendes Bestreben ist. Lehren Sie nicht Ihre Meinung, Sir? Sind Sie deswegen nicht ein Wissenschaftler, sondern ein Prediger?

(Die Klasse war in Aufruhr.)

Stundet: Gibt es jemanden in der Klasse der jemals Herrn Professors Gehirn gesehen hat?

(Die Klasse brach in Gelächter aus.)

Student: Gibt es hier jemanden, der schon einmal Herrn Professors Gehirn gehört hat, gefühlt hat, es berührt oder es gerochen hat? Niemand scheint das getan zu haben. Das bedeutet nach den gängigen Regeln der empirischen, stabilen, Nachweisbaren Protokollen sagt die Wissenschaft, das sie kein Gehirn haben, Sir. Bei allem Respekt Sir, wie können wir dann auf Ihre Vorträge vertrauen, Sir?

(Der Raum war still. Der Professor starrte auf den Studenten, sein Gesichtsausdruck war unergründlich.)

Professor: Ich denke, du musst daran Glauben, Junge.

Student: Das ist es, Sir….Genau! Die Verbindung zwischen Mensch und GOTT ist der GLAUBE. Das ist alles, was Dinge lebendig und in Bewegung hält.

Darauf nickte der Professor mit dem Kopf und schwieg.

Der Name dieses jugendlichen Studenten war ALBERT EINSTEIN…

P.S.:
Ich glaube du hast das Gespräch genossen. Wenn ja, wirst du wahrscheinlich wollen das deine Freunde/Kollegen es auch tun. Nicht wahr?

Teile das für die Vertiefung ihres Wissens…. oder GLAUBEN.

Das ist natürlich absolut unlesbarer Propaganda-Quatsch, da es Dinge ausblendet, vereinfacht und somit umdeutet. Und damit ist es schönes Beispiel dafür, wie bestimmte Leute denken. BESSER: Denken wollen.
Ich will jetzt gar nicht gegen gläubige Menschen wettern, nur dieses Wissenschaft/Religion-Bashing finde ich ganz grauenhaft. Besonders weil der obere Text mehrere Fehler beinhaltet und in der heutigen Zeit nicht mehr verwendet werden sollte, der größte ist der Zeitrahmen:
Einstein hat vor grob 120 Jahren studiert und seitdem hat sich in der Wissenschaft einiges getan, Stichwort: Genetik. Würde diese Figur (die Einstein sein soll, was aber auch Quatsch ist, da Einstein kein besonders guter Student war und weswegen sollte deswegen diese Geschichte überliefert sein?) heute leben, könnte sie so nicht mehr argumentieren und macht sie doch einfach recht blauäugig. Doch die Leute lesen aus der Geschichte halt nur das raus was sie hören wollen. Ich weiß dass. Denn ich bin bei anderen Themen auch nicht besser.

Hier sind wir aber schon bei meinem Problem mit der ganzen Geschichte: Diese saublöden Vergleiche zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen dem Beweisbaren und dem, woran man glauben muss. Das regt so was von auf! Vor hundert Jahren wusste man noch nicht viel über Vererbung (siehe die Philosophie der Nazis) und in hundert Jahren von heute ab, wird man dies auch über Heute sagen. Wissenschaft ist ein wachsender Prozess, der, insofern es keine Auslöschung der Menschheit gibt, nie aufhören wird. Doch ganz egal wie weit die Wissenschaft auch wachsen und gedeihen wird, so wird es doch auch IMMER Menschen geben, die an einen Gott oder mehrere Götter glauben. Und das ist schön und gut so. Sollen sie doch.
Das Problem ist nämlich nicht die Philosophie nach der man lebt, sondern die Intoleranz wie man sie anderen gegenüber auslebt. Kurz: Glaubt doch was ihr wollt. Und lasst mich in Ruhe. Nur können das die meisten Leute nicht, da sie denken nicht nur etwas zu vertreten, sondern die anderen Menschen retten zu können, da man ihnen etwas voraus ist – schließlich wurde ja auch ihnen geholfen.

Das ist das Grundübel aller Menschen: Eigentlich meinen sie es gut und niemals böse. Sie wollen eher das Böse vertreiben und schaffen dadurch dennoch nichts anderes. Das Gegenteil von gut ist nun einmal gutgemeint. Lasst die Leute doch einfach in Ruhe. Ihr wollt toleriert werden? Okay. Dann toleriert euer Gegenüber: Und fertig. Nur leider geht das nicht.

Das ist wie mit dem Fußball. Ist doch okay wenn ich für den BVB bin und du für FC Bayern München. Sind doch Beides tolle Vereine. Und trotzdem labern mich die Leute zu was für Vorteile der FC Bayern, und was für Nachteile der BVB hat. Ständig will einen irgendwen überzeugen und wird dadurch gehässig oder herablassend. Aber es ist NUR Fußball. Und viele Leute wollen von Fußball gar nichts hören und wollen lieber das Thema wechseln und über die interessanten Dinge sprechen. Und mit den Religionen und mit der Wissenschaft ist es genauso. Ich weiß, es gehört dazu Leute bekehren zu wollen, aber lasst es, denn das grenzt nur aus: Euch und sie. Und keiner kann besser glauben als ein anderer. Es. Geht. Einfach. Nicht. Denn es ist eine persönliche Sache und wie jeder von uns damit umgeht.
Es ist ebenso bescheuert Kiffen dadurch aufzuwerten, in dem man Alkohol schlecht macht. Beides hat Vor- und Nachteile. Und ALLES kann einen zugrunde richten, wenn man es nicht in Maßen genießt oder auslebt: Religion, Wissenschaft, Alkohol, Kiffen, selbst Kindererziehung: ALLES.

Ja. Ich lache gerne über gläubige Leute, aber auch über Wissenschaftsnerds. Denn sowohl die Religion als auch die Wissenschaft wurde von Menschen gemacht. Aber das heißt nicht, dass ich keinen Respekt vor ihnen habe. Wenn sie mir den Respekt auch geben. Deswegen rockt Nietzsche für mich auch so: Nicht nur weil er der größte Kritiker des Christentums war und bis heute ist, sondern weil er durchaus an etwas glaubte, aber er musste es selbst erst einmal dekonstruieren – um es dann wieder so zusammenzusetzen, wie es wirklich ist. Denn die Bibel und sämtliche Wissenschaften haben ein gemeinsames Problem: Sie wurden von Menschen aufgeschrieben. Und alles was man aufschreibt, kann man auch faken

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Die Konjunktur der Seele

Wirtschaftszyklen sind wie Jahreszeiten. Der Winter ist die Depression, der Frühling die expansive Phase, der Sommer die Hochkonjunktur und der Herbst als Rezession leitet wieder die nächste Depression ein. Diese Aufteilung ist variabel, je na subjektiven Befindlichkeiten.

Heute in der Sonne spazieren zu gehen und die kalte böse Depression abzuschütteln, die hier nicht allzu weit von den Alpen entfernt immer ein wenig länger andauert als im Rest Deutschlands, fühlte sich wirklich wie eine expansive Phase an, die Sonne baut Vitamin D im Körper auf, das Grübeln lässt nach. Und das Lächeln kehrt zurück. Wobei es immer erst einer Depression (hier als psychische Kategorie) bedarf, damit es wieder aufwärts geht. Ja. Ich finde das so sehr normal, dass ich es mir gar nicht anders vorstellen kann. Nur Sonne wie Kalifornien oder nur Winter wie in Sibirien – das kann doch nicht zu einem ausgeglichenen Gemüt führen. Und nein, das heißt jetzt nicht, dass am bayrischen Wesen die Welt genesen soll. Aber: Ich tue mir schwer mit der Imagination eines Ortes, an dem der Sommer niemals endet. Die Mischung macht es aus. Die Dosis. Ja, der alljährliche Sommertag würde meiner Seele Wunden kosten…

Aber der Mensch passt sich an, verändert sich, sich und sein Wissen und seinen Umgang damit, was heute als empirisch belegt gilt, war vor 4000 Jahren unvorstellbar und ist in 50 Jahren vlt wieder ebenso lächerlich wie vor 4000 Jahren. Ja. Selbst wenn der Mensch von seiner Physis dem Menschen zu Zeiten Christi gleicht, so ist es doch vor allem der Blick und das Wissen des Menschen auf sich selbst, die seine Psyche und seine Umgebung bestimmen. Deshalb glaube ich. Dass Zeit, Ort und Erfahrung darüber bestimmen, was für uns wahrhaftig oder natürlich ist. Empirische Untersuchungen von vor 100 Jahren betreffen zwar den äußerlich anatomisch gleichen Menschen wie heute, doch unser ganzes Lebensumfeld ist das des Jahres 2015, sind die Probleme des Jahres 2015 – und auch die LÖSUNGEN die wir versuchen anzuwenden (oder darüber debattieren) sind immer vom Jetzt bis in die tiefste Vergangenheit unserer menschlichen Erfahrungen, die auch – man nennt das BEWIESEN – zu einer Veränderung unseres Erbguts führen. Deswegen ist der Mensch heute eben nicht der vor 100 Jahren. Auch wenn er so aussieht. Ein Mensch von vor 5000 Jahren hat nicht die Möglichkeiten seine Probleme auf meine Art zu lösen – oder umgekehrt. Desweiteren habe ich ganz andere Probleme, alleine schon durch die Genetik und äußeren Einflüsse als er. Kenne andere Hochs und andere Tiefs, und deswegen treffen mich psychische Ungereimtheiten mehr als es bei unseren Vorfahren möglich war. Ja. Der Fächer der Möglichkeiten öffnet sich für die Menschheit immer weiter, mit jedem Tag, jedem Gedanken und jeder neuen oder wiederholten Erfahrung, bis die Fächer sich vlt eines Tages schlagartig schließt…

Nur dem Wirtschaftssystem der Jahreszeiten sind wir alle unterworfen, damals wie heute. Obwohl. Stimmt gar nicht. Der Klimawandel wird die nächste Eiszeit fressen – und die letzte Eiszeit hat das Gefüge der Menschen und Tiere auch ganz schön aus der Bahn geworfen (wobei es da die Theorie gibt, dass durch den modernen Ackerbau schon die letzte Eiszeit von vor ein paar tausend Jahren ausfiel, also dass es schon den Klimawandel gibt, seitdem es den modernen Menschen gibt – kann man googeln, ist interessant), vielleicht braucht der gesamte Planet selbst solche Phasen, über die Jahrtausende hinweg: Depressionen und Hochkonjunkturen des Glücks. Ying und Yang. Was weiß ich. Außer. Dass heute ein schöner Tag ist.

Es gibt kein richtiges Leben im falschen

Ich trage den schwarzen Gürtel (5ter Dan) im schlechten Schlafen, deswegen habe ich gestern Nacht das weiter unten erwähnte Antidepressivum meines Freundes ausprobiert (Trazodonhydrochlorid), um wenigstens einmal gut durchschlafen zu können (wie von ihm propagiert). Und erspart mir jetzt Kommentare von wegen „nimm keine Medikamente die dir nicht verschrieben wurden.“ Einmal kann man schließlich Alles machen.
Geschlafen habe ich zwar ganz gut, doch jetzt bin ich schon den ganzen Tag recht groggy und schlapp.

Antidepressiva wirken zwar erst nach ein paar Wochen auf den Geist (und sie Reglementieren die Gefühlsskala dann nach oben und nach unten hin ab), doch dass das Zeug schon so schnell so dermaßen schlapp macht, ist mir eine Lehre. Wollte heute eigentlich schreiben und verschiedene Sache machen, bin aber zu platt.

Da bleiben dann doch nur noch die gesunde Ernährung und der Sport. Wobei ich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde auf dem Standrad strample, am Wochenende mindestens eine Stunde. Und Sporttreiben macht – finde ich – auch ziemlich blöd im Kopf, da alle Gedanken ausgehen. Komisch dass das die Leute als erstrebenswert ansehen. Diese Doofness. Spass macht es dennoch. Dumm sein tut ja nicht weh, im Gegenteil. Das tut dem Dummen nicht weh, wenn doch auch deren Umgebung.

Transcendence – der Film

Da guckt der Freenman sehr passend als Kommentar zur Handlung, bei dem Standbild unten:

Da bewahrheitet es sich mal wieder: „Das Gegenteil von gut ist gutgemeint.“
Der Film ist einfach langweilig… Im Prinzip ist die Story eine Weiterentwicklung des Mangas „Ghost in the Shell“ nach Masamune Shirow (nicht der Film!), dessen Grundgedanke auch schon aus dem 90ger Streifen der „Rasenmähermann“ nach Stephen King (das ist ein Insiderwitz, denn in Stephen Kings Kurzgeschichte gibt es KEINE künstliche Intelligenz, was man sich kaum vorstellen kann wenn man den fertigen Film gesehen hat, der nur darum geht, was auch gut so ist…) bekannt ist:

Eine Intelligenz verbindet sich mit dem Internet und verfügt durch den Abruf ALLER möglichen Informationen über fast unendliche Fähigkeiten, da wir ohne unsere Technologie NICHTS sind und wir in jeder Sekunde auf sie angewiesen sind (man denke auch daran wie Elektrizität gewonnen und eingesetzt wird usw. usf.). Es wird also ein Überwesen geschaffen und im Film „Transcendence“ mit Johnny Depp wird dann ungefähr 2 Stunden darüber verhandelt, ob dies eine Gefahr für die Menschheit ist oder nicht. An sich: Es gibt blödere Ideen für einen Film. Leider blieb die Chance daraus einen klugen Unterhaltungsfilm zu machen ungenutzt.

Logiklöcher wohin man blickt und ziemlich lahme Erzählweise. Wenn man zudem „Ghost in the Shell Band 2“ gelesen hat (der auch mit dem knackigen Titel „Manmachine Interface“ im Regal steht und nichts mit dem Film „Ghost in the Shell 2 – Innocence“ zu tun hat) wo Shirow ebenfalls eine Künstliche Intelligenz über eine zwar noch technologisiertere Welt hetzt als sie in „Transcendence“ besteht, hat man eine Ahnung was Hollywood aus so einem Stoff hätte machen können.
Wobei der Gedanke mit der Nano-Technologie in Transcendence schon auch cool und wichtig ist; deswegen ärgert mich der Film auch. Die Message ist gut! Nur musste man das natürlich in eine (eure Überraschung wird jetzt nicht die größte sein: ) Liebesgeschichte einbetten, die viel zu viel Raum einnimmt und einfach: Langweilt. Echt schade.
Und außerdem ist es echt nervig wenn ein Film gleich mit dem Szenen vom Ende beginnt. Warum macht man das? Da weiß man doch spätestens nach einer Stunde wie der gesamte Film weitergeht, man muss doch nur überlegen was man am Anfang sah und die Sache zu Ende denken… (facepalm)

Schade also… Doch da ich heute Abend eh nichts vorhatte, ärgern mich die 10 Euro für die Blu-Ray jetzt auch nicht…
Nerd: Over and out.

Interstellar – ein Film für geistig Behinderte

Wie viele andere Menschen auch stehe ich auf die Filme von Christopher Nolan. Der Mann steht für Qualität und gerade „Memento“ und „Inception“ sind für mich echte Meisterwerke – die Batman-Serie halte ich bis auf den zweiten, furiosen, ja genialen Teil für schwer überschätzt, da sind wir aber im Bereich des Geschmacks. An „Inception“ liebe ich nicht nur die Welt und die Idee, sondern auch, dass dieser Film so wahnsinnig „rund“ ist. Trotz der Handlung, wo man auch mal die Hand ans Kinn legen muss, gibt es keine ärgerlichen Logik-Löcher und die Figuren verhalten sich in ihrer Welt natürlich, wobei ich auch hinzufügen will dass ich keiner dieser Film-Nerds bin, die sofort die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn eine Figur sich dumm und/oder unlogisch verhält: Das mache ich auch. Öfters als mir lieb ist.

„Interstellar“ war also ein Muss für mich und meine Freundin und nachdem wir die furchtbare Kinderhorde im Vorraum des Kinos (auf dem Land) überstanden hatten, freuten wir uns auf einen genialen Filmabend. Bis. Kurz vor Anpfiff ein paar junge Kerle mit zwei etwa 6-7 Jährigen Kindern hereinkamen (die anderen Kinder sahen ihren Kinder-Scheiß nebenan) – und da schwante einem schon Übles: Welcher Idiot nimmt Kinder mit in einen Nolan-Film, der auch noch über 160 Minuten dauert? Die Kinder krakelten auch lange Zeit herum und wurden erst ziemlich spät von der Omi hinter ihnen zum Schweigen gebracht. Danke Oma.

Kurz nach Filmbeginn betrat eine kleine Gruppe den Zuschauerraum, und der eine Typ macht die ganze Zeit: „Nnnnnnnnnnnna…. Nnnnnnnnnnnnnnaa!“ Im ersten Moment nahm ich an, dass seien bekiffte Jugendliche, bis ich dann – sie saßen genau hinter uns – aus ihren „Gesprächen“ heraushören konnte, dass sie aus der nahegelegenen Behinderten-Einrichtung kamen. Hm. Da kann man sich als toleranter Mensch fast nicht darüber aufregen. Behinderte können im Gegensatz zu ihren kleinen Abbildern (den Kindern) nichts für ihr Verhalten, denen kann man nicht einfach so über den Mund fahren. Jedoch. 150 Minuten ist dann schon arg zum Aushalten, wenn dir die ganze Zeit Einer von hinten: „Nnnnnnnnnnnna! Nnnnnnnnnna!“ ins Genick brüllt. Schließlich habe ich für den Film gutes Geld bezahlt den ich auch in Ruhe sehen wollte. Da könnt ihr jetzt mit dem Finger auf mich zeigen oder den Kopf schütteln: Es war einfach nicht angenehm, auch wenn die natürlich das verbriefte Recht haben ein normales Leben zu führen. Trotzdem würde ich wenn ich an Inkontinenz leiden würde, auch nicht in einen Gemeinschaftspool steigen.
Doch.
Irgendwann habe ich mich mit den Typen abgefunden und im Gegensatz zu den Scheiß-Bälgern vorne waren sie immerhin am Film interessiert. Später, so im letzten Drittel des Films, nannte ich den Kerl im Kopf nur noch „Professor Nnnnnnnnnnna!“ weil der mit die besten Kommentare zum Film lieferte, sein andauerndes Nnnnnnnnnnnnna! zu Nolans Hype-Film.

Heute nach der Vorführung habe ich mal das Internet zur öffentlichen Meinung zu „Interstellar“ durchkramt und habe folgenden Kommentar recht häufig gelesen: „Wer den Film schlecht findet, der hat ihn einfach nicht verstanden.“
Dazu sage ich Folgendes: Zwei Arten von Menschen finden den Film schlecht, diejenigen, die ihn gar nicht kapiert haben und solche ich – die ihn verstanden haben. Richtig atemberaubend kann für mein Verständnis nur derjenige Interstellar finden, der ihn eben nur zum Teil verstanden hat.

Spoiler sind mir egal. Also hört auf zu Lesen oder seid dabei:
Das Szenario von der untergehenden Welt ist zwar glaubhaft inszeniert worden, doch wie in der Realität ist das überhaupt nicht packend wenn eine Welt langsam den Geist aufgibt. Das ist im Prinzip echt gut angedacht (weil realistisch, die Menschheit geht wahrscheinlich nicht Hollywood like mit nem Knall unter, sondern mit einem Flüstern), doch wenn man 30 Jahre später auf das gleiche Feld zurückblickt und es ach so bedroht war, warum steht der Mais dann immer noch da wie eine Eins? Man hätte schon mehr vom Weltproblem zeigen müssen als die Familie, wo das Kind nen Husten hat um Atmosphäre zu erzeugen.
Wo hat die NASA, die eigentlich überhaupt gar kein Geld mehr bekommt, ihre Mittel her?
Wieso haben die NASA-Leute den besten Piloten der Erde, der nur ein paar Stunden Autofahrt entfernt lebt, nicht schon früher gefragt ob er mithilft die Menschheit zu retten?
Wie findet man einen einzelnen Mann schwebend im All vor dem Saturn? Das All ist nämlich Schweine groß.
Wie schickt man Nachrichten durch ein Wurmloch?
Und warum fliegt der Hauptdarsteller am Ende einfach mit nem Gleiter los, wo er vorher ein riesiges Raumschiff brauchte?
Weshalb ist der als so unglaublich klug beschriebene Charakter von Matt Damon so ein Honk und bringt sich deswegen selbst um?
Weshalb glaubt ein echter Wissenschaftler, man könnte Informationen aus einem schwarzen Loch heraus senden? Es ist ein schwarzes Loch! Da kommt nichts mehr raus!

Das ist es was mich am Meisten geärgert hat: Das Ding mit der Wissenschaft. Schließlich habe ich das Buch von Kip Thorne auch gelesen, dass Nolans-Drehbuch als Vorbild genommen hat.
Auf den ersten Blick ist es eine tolle Idee die Relativität der Zeit als Film-Idee umzusetzen, was bedeutet: Befindet man sich auf einem Massereichen Körper, vergeht dort die Zeit LANGSAMER als auf einem leichten Körper, da durch die Schwere des Körpers die Raumzeit gekrümmt wird. D.h. Als die Crew sich im Gegensatz zur Erde auf einem Massenreichen Körper befindet, verfliegen Jahre auf der Erde, während sie sich nur Stunden auf dem Planeten befinden – was richtig wäre (davon abgesehen dass sie eh in einem ganz anderen Universum sind wo ganz andere Kräfte wirken als in Erdnähe) – danach kehren sie auf das Schiff in der Umlaufbahn des neuen Planeten zurück und dort ist dann genau die gleiche Zeit vergangen, wie auf der Erde, in diesem Fall Jahrzehnte: Was nur teilweise richtig ist, denn der Zeitunterschied dürfte gar nicht so groß sein, da sich das Raumschiff immer noch in der Gravitation des Massenreichen Planeten befindet – und nicht in Erdnähe.

„Gravitation“ kommt in dem Film oft vor und das Drehbuch (das meines Wissens nicht einmal von Nolan stammt) wird dazu verwendet, dass der Hauptdarsteller am Ende des Films Einfluss auf den Anfang von „Interstellar“ nimmt und die Kausalität sich im Kreis dreht – das war aber leider nur so vorhersehbar, dass ich das schon eine Stunde vor dem Ende des Films meiner Freundin flüstern konnte.
Das war noch durchsichtiger, als die letzten M. Night Shyamalan Filme, vom Prinzip her es der gleiche Taschenspieler-Trick wie in dessen Filmen. Also ein Film mit „Gag“ – das kann Nolan eindeutig besser. Dass Matthew McConaughy (der Hauptdarsteller) vom ominösen, nicht durch das schwarze Loch zerstörten Computer (was nicht möglich ist, ein schwarzes Loch singularisiert Alles, es hebt ja selbst die Zeit auf) die Daten zur Rettung der Menschheit bekommt – woher hatte der die eigentlich? Erst sagte der Computer von den Aliens, nur damit McConaughy sagt: Ne, das waren wir Menschen selbst, durch eine Verkehrung der Raumzeit, wann das passiert ist oder wird: Fehlanzeige – und die dann sogar weitergeben kann: Geschenkt. Doch dass eine inzwischen erwachsen gewordene Tochter durch das Wippen des Zeigers ihrer Armband diesen komplizierten Code (der zum Glück sehr kurz ist 😉 ) ohne Anleitung herausfindet, ist einfach nur unglaublich, denn da steht eine erwachsene Frau die gerade ihrem Bruder das Mais-Feld abgefackelt hat und hat dann plötzlich DIE ERLEUCHTUNG durch einen wippenden Sekunden-Zeiger. Und jetzt kommt mir bloß nicht mit der im Film erwähnten „Liebe“… Ich habe auch schon viel geliebt – und gar nichts gecheckt :. (zudem war das Mädchen zu blöd für das Collage – und nein, das heißt nicht weil sie „hochbegabt“ war).

Ist „Interstellar“ ein schlechter Film? Nein. Wenn man den Kopf ausschaltet, dann macht er natürlich Spaß. Das Problem ist nur, dass der Film sich selbst so ernst nimmt und deswegen sind die Schwächen wie ein Schlag ins Gesicht.
„Nnnnnnnnnnnna…. Nnnnnnnnnnna…“ kann ich meinem neuen Freund nur Rechtgeben.

Und an alle Nolan-Freaks da draußen: Seid doch einfach mal ehrlich zu euch selbst, ganz gleich wie toll ihr den Mann findet: Der Film ist okay, er hat es probiert, doch am Ende ist ein unrunder, abgehakter Film daraus geworden, der weder besonders clever, noch atemberaubend ist. Er ist spannend, er ist unterhaltsam, doch nicht einmal ansatzweise eine Meisterwerk.
Und wer noch mehr Ungereimtheiten vom Plot lesen will, der sollte mal in die Film-Foren gucken: Ich habe längst nicht alles erwähnt. Und nein, mich stört nicht dass der Typ aus „Tribute von Panem“ ersäuft – der hat einfach zu langsam geschalten: Dumm, aber sowas passiert. Ist sicherlich eine häufige Todesursache, gerade im richtigen Leben.

Doch der Christopher macht bestimmt bald einen besseren Film 🙂