„Insekten auf Leichen“ Dr. Mark Benecke in der Stadthalle Gersthofen

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Weder von Deichkind, AnnenMayKantereit oder Thomas Meinecke bin ich ein großer Fan. Ebenso wenig von Mark Benecke. Eine gewisse Grundsympathie ist für alle Gruppen/Künstler vorhanden (die tatsächlich aus purem Zufalle alle DEUTSCH!!! sind). Eine „Muss-Veranstaltung“ war jedoch keine der vier Abende in diesen vergangenen zwei Wochen. Jetzt also noch Doktor Mark Benecke in der Stadthalle Gersthofen.

Der Anfang seines Vortrags war richtig Ramones mäßig: Bereits letztes Jahr ist der Point-of-No-Return überschritten worden, die Menschheit so wie wir sie kennen zu retten. Benecke sei nun immerhin seit 30 Jahren Biologe und in dieser Zeit seien dreiviertel (ich glaube es waren dreiviertel) aller Insekten-Arten ausgestorben. Davon würde sich das Bio-System des Planeten nicht mehr erholen. Hätte die Menschheit im letzten Jahr (2019) damit aufgehört zu Fliegen, mit dem Auto zu fahren und hätte dabei gänzlich auf tierische Produkte verzichtet, hätte die Menschheit so wie wir sie kennen noch eine Chance gehabt. Diese Frist sei nun abgelaufen. Inzwischen ging es nur noch darum, die Folgen für die Menschheit auf diesem Planeten durch den durch die Menschheit selbst ausgelösten Treibhaus-Effekt, zu minimieren. Blöd nur das niemand sein Verhalten ändert. Rums! Das ging ja schon einmal gut los. Er schob noch nach, dass es sich dabei um keine Vermutung oder Meinung handle, sondern um wissenschaftliche Daten. Und die Daten würden nicht lügen. Da kann Greta noch so sehr brüllen und die VW-Manager in der Bild-Zeitung noch so Lachen: Es ist rum. Wie und wann konnte Benecke als seriöser Wissenschaftler (und gleichzeitig – Ironie –  Vorsitzender der Partei „Die Partei“ in NRW) natürlich nicht sagen. Bei dieser Feststellung ging es ja nur um Tatsachen, die bereits geschehen seien. Die kann man zählen, messen und bewerten. Alles darüber hinaus sind Schätzungen.

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Das war schon einmal schön zu wissen, auch wenn wir deswegen gar nicht hergekommen waren. Der Gersthofer Stadtsaal war brechend gefüllt. Man saß gefühlt Haut an Haut mit seinem Platznachbarn und bei dem Altersschnitt in Gersthofen wäre es nicht gut für die meisten Besucher ausgegangen, würde hier Corona umgehen. Neben den älteren Besuchern gab es eine deutliche Hand an Leuten, die im Benecke-Stil herumliefen: Tätowiert. Gepierct. Und ordentlich getunnelt wie ein Torhüter beim Herauslaufen aus seinem Tor. Wie und wo da jetzt der Zusammenhang zum Benecke-Kult ist, warum man da tätowiert und bunte Haare plus Kutten-Pullover haben muss, um Benecke-Fan zu sein, kann ich nicht beantworten. So tief bin ich nicht drin im Benecke Universum.

Für mich ist Benecke eher so bekannt aus der Richtung „Roche und Böhmermann“ (oder war es „Schulz und Böhmermann“?) wo der Herr Doktor der Biologie recht schelmisch von seiner Arbeit erzählte. Kurz zusammengefasst lautete auch der Titel der Veranstaltung: „Insekten auf Leichen.“ So „Schweigen der Lämmer“ mäßig. Dh. Der Benecke ist für die Polizei tätig und ist darin geschult zu wissen und zu untersuchen, wie lange (aha) diese oder jene Made, Milbe, was weiß ich, in der Leiche lebt um weiterhin festzustellen, wann die arme Frau oder Mann denn genau verstorben ist. Das ist ein interessantes Thema. Jedoch. Glaube ich auch. Dass viele Leute auch einfach wegen dem Benecke-Kult die Veranstaltung besuchten. Ehrlich gesagt kann ich verstehen, warum dieser Mann beim Volk beliebt ist. Er hat das Auftreten eines positiv Verrückten und macht einen interessanten Job, den nun wirklich nicht jeder machen kann. Ich hatte mir ein wenig Infotainment erwartet. Ging dann trotzdem nicht ganz befriedigt aus der Vorstellung heraus. Meine Frau, die ebenfalls Doktor ist, war auch nicht ganz überzeugt. Nicht über den Inhalt des Vortrages. Sondern über die Form. Der Vortrag war ehrlich gesagt nicht besonders gut. Sorry Benecke. Es war alles ziemlich konfus und ohne Rhythmus aufgebaut. Mal sprang er hier hin bei einem Thema. Mal dorthin. Manche Zuschauer hatten ein Problem mit dem ungeheuren Tempo, mit dem Benecke sprach, welches er auch nicht minder konnte (Aufregung?) oder wollte (ich mag es ja wenn die Leute schnell sprechen. Ich kann auch schnell zuhören). Zudem wunderte es mich, dass am Anfang keine Warnung ausgesprochen wurde, wie krass die Bilder auf einige Leute wirken können. Klar. Der Vortrag war ab 16 Jahren freigegeben und da musste man sich von vorneherein bewusst sein, dass man da die eine oder andere Leiche sehen würde. Trotzdem. Wenn man was für die breite Masse macht, kann man doch sagen: „Okay, wenn es euch zu krass ist, dann geht einfach raus. Ist ja nicht jeder Tatortspezialist.“ Stattdessen reagierte Benecke geradezu überreizt auf jede Regung aus dem Publikum.

Durch das Medium „Film“ hat man (wenn man denn will) sicherlich schon die wüstesten Phantasien gesehen, die Menschen über den Tod in den Sinn kommen. Doch. Und da habe ich was gelernt. Sieht man im Kino immer eine cleane Version des Todes. Da sind selten zigtausend Maden auf einer Leiche. Das hat mich dann doch überrascht, wie madig so Leichen seien können. Ich war jetzt nicht wegen einem Voyeuristischen Trieb da. Nicht einmal aus einem Wissenschaftlichen. Der Benecke war angesagt und wir gingen einfach hin. Doch als wir dann schon wieder im Auto zurücksaßen, mussten meine Frau und ich uns schon wundern, wie schlecht und wirr der Vortrag vorbereitet war. Und schließlich kostete ein Ticket 33 Euro. Da kann man doch wenigsten mal ne vernünftige Power-Point-Präsentation erwarten, ohne läppischen Bildschirmschoner. Gerade meine Frau, die wie gesagt im wissenschaftlichen Bereich tätig ist, war von der Form enttäuscht. Der Vortrag war weder locker, noch gut strukturiert.

Gut. Das kling jetzt nach einem ziemlichen Verriss. Stimmt so auch nicht. Es war sehr interessant und über so ein Thema hört man jetzt nun wirklich nicht alle Tage etwas. Die Form und die Umsetzung waren nur ziemlich schwach (dennoch würde ich noch einmal zu einem seiner Vorträge gehen). Den Benecke-Fans wird das nicht aufgefallen seien. Denn. Und da machten die 33 Ocken wieder Sinn. Mark Benecke nahm sich sehr viel Zeit für seine Fans und machte ordentlich grinsend mit jedem von ihnen ihr Foto (zu bestaunen auf Instagram). Kleine Geschenke wie die oben eingefügte Karte inklusive. Gefühlt (nicht gemessen und gezählt) hätte der Herr Doktor einiges an seinem Vortrag optimieren können. Klar. So fühlte es sich sehr familiär und einzigartig an. Aber… Ne…

Fotos durften bei dem Vortrag keine gemacht werden, was absolut nachvollziehbar war. Schließlich wurden echte Fälle gezeigt. Ich weiß auch gar nicht, wer solche Bilder mit gutem Gewissen verbreiten will. Trotzdem war es strange wie der lächelnde Benecke dem Publikum drohte, sie im Fall der Fälle zu verklagen. Ja natürlich. Entschuldigung. RECHT hat er wenn er so etwas sagt und er MUSS es selbstverständlich auch. Wenn da nur leider nicht dieser komische Tonfall gewesen wäre. Ein guter und charismatischer Typ mag er sein. Vielleicht halt nicht vor 2000 Leuten.

Hm. Jetzt habe ich anderthalb Seiten ganz schon gelästert. Obwohl ich es insgesamt gut und lehrreich fand. Auch meine Frau Doktor. Es hätte halt nur auch so viel besser sein können. Gelernt habe ich doch so einiges. Besonders diese Point-Of-No-Return-Geschichte gibt zu denken und wird hängen bleiben. Und noch mal: Ja. Ich würde noch einmal hingehen und es auch anderen Leuten raten. Nur für die Kulisse und das Geld was da investiert wurde, kann man mehr Kundenservice, das heißt eine bessere Erzählung erwarten. Und nein. Das hat nichts mit Neid zu tun. Von mir aus hätte der nette Herr Doktor doppelt so viel Geld an diesem Abend verdienen können. Ich gönne dem Mann wie jeder anderen Person alles.

Der gläubige Student Einstein

Das habe ich von Facebook:

Professor: Du bist ein Christ, nicht wahr Junge ?

Student: Ja, Sir.

Professor: Also glaubst du an Gott?

Student: Absolut, Sir.

Professor: Ist Gott gut?

Student: Sicher.

Professor: Ist Gott allmächtig?

Student: Ja.

Professor: Mein Bruder starb an Krebs, obwohl er zu Gott gebetet hat ihn zu heilen. Die meisten von uns würden versuchen anderen die krank sind zu helfen. Aber Gott tat es nicht. Wieso ist dieser Gott dann gut? hmm?

(Student war still.)

Professor: Du kannst das nicht beantworten, nicht wahr? Lass uns erneut beginnen junger Freund. Ist Gott gut ?

Student: Ja.

Professor: Ist Satan gut?

Student: Nein.

Professor: Woher kommt Satan her?

Student: Von… Gott ….

Professor: Das ist richtig. Sag mir, Junge, gibt es in dieser Welt das Böse?

Student: Ja.

Professor: Wer hat das Böse erschaffen?

(Student antwortete nicht.)

Professor: Gibt es Krankheit? Unmoral? Hass? Hässlichkeit? All diese schrecklichen Dinge existieren in der Welt, nicht wahr?

Student: Ja, Sir.

Professor: So, wer hat sie erschaffen?

(Student hatte keine Antwort.)

Professor: Die Wissenschaft sagt, das du 5 Sinne hast um die Welt und alles herum zu identifizieren und zu beobachten. Sag mir, Junge, hast du jemals Gott gesehen?

Student: Nein, Sir.

Professor: Hast du jemals Gott gefühlt, Gott gekostet, Gott gerochen? Hattest jemals eine Sinneswahrnehmung was Gott betrifft?

Student: Nein, Sir. Ich fürchte ich habe nicht.

Professor: Aber du glaubst immer noch an ihn?

Student: Ja.

Professor: Laut empirischen, prüfbaren, nachweisbaren Protokollen sagt die Wissenschaft das Gott nicht existiert. Was sagst du dazu Junge?

Student: Nichts. Ich habe nur meinen Glauben.

Professor: Ja, der Glaube. Das Problem das die Wissenschaft hat.

Student: Professor, gibt es so etwas wie Wärme?

Professor: Ja.

Student: Und gibt es so etwas wie Kälte?

Professor: Ja.

Student: Nein, Sir. gibt es nicht.

(Im Hörsaal war auf einmal sehr ruhig)

Student: Sir, Es gibt mehrere Arten von Wärme, mehr Wärme, Überhitzung, mega Hitze, weiße Hitze, ein wenig Hitze oder gar keine Wärme. Wir können 458 Grad unter Null haben, was gar keine Wärme wäre. Aber danach gibt es nichts mehr. Es gibt keine Kälte. Kalt ist nur ein Wort das wir verwenden um die Abwesenheit der Wärme zu beschreiben. Wir können Kälte nicht messen. Wärme ist Energie. Kälte ist nicht das Gegenteil von Wärme, Sir, lediglich die Abwesenheit.

(Im Hörsaal war es still, man hätte einen Stift fallen hören können.)

Student: Was ist mit der Dunkelheit, Herr Professor? Gibt es so etwas wie eine Finsternis?

Professor: Ja. Was ist die Nacht, ist das keine Finsternis?

Student: Sie irren sich schon wieder, Sir. Die Dunkelheit ist die Abwesenheit von etwas. Sie können wenig Licht, normales Licht, helles Licht, Blinklicht haben. Wenn es aber gar kein Licht gibt, haben Sie nichts, dann ist es dunkel. Ist es nicht so? In Wirklichkeit gibt es keine Dunkelheit, sonst könnten sie die Dunkelheit dunkler machen, nicht wahr?

Professor: Also Gut, was willst du mir damit sagen junger Mann?

Student: Sir, was ich sagen möchte ist das Ihre philosophische Prämisse fehlerhaft ist.

Professor: Fehlerhaft? Kannst du mir das erklären?

Student: Sir, Sie denken mit der Voraussetzung der Dualität. Sie argumentieren, es ist das Leben und dann ist der Tod, ein guter Gott und ein böser Gott. Sie sehen die Vorstellung von Gott als etwas endliches, etwas was wir messen können. Sir, die Wissenschaft kann einen Gedanken nicht erklären. Es nutzt Elektrizität und Magnetismus, wurde aber noch nie gesehen, geschweige denn verstanden. Um den Tod als das Gegenteil von Leben zu betrachten müsste man die Tatsache, dass der Tod nicht als materielle Sachen existieren kann, ignorieren.

Der Tod ist nicht das Gegenteil vom Leben, nur die Abwesenheit davon. Nun sagen Sie mir, Professor, bringen Sie ihren Schülern bei dass sie von einem Affen abstammen?

Professor: Wenn du auf die natürliche Evolutionstheorie verweist, ja, natürlich tue ich.

Student: Haben Sie schon einmal eine Evolution mit eigenen Augen beobachtet?

(Der Professor schüttelte den Kopf mit einem Lächeln. Er begann zu erkennen wohin das führte.)

Student: Da niemand jemals den Prozess der Evolution beachtet hat, kann niemand es beweisen das dieser Prozess ein laufendes Bestreben ist. Lehren Sie nicht Ihre Meinung, Sir? Sind Sie deswegen nicht ein Wissenschaftler, sondern ein Prediger?

(Die Klasse war in Aufruhr.)

Stundet: Gibt es jemanden in der Klasse der jemals Herrn Professors Gehirn gesehen hat?

(Die Klasse brach in Gelächter aus.)

Student: Gibt es hier jemanden, der schon einmal Herrn Professors Gehirn gehört hat, gefühlt hat, es berührt oder es gerochen hat? Niemand scheint das getan zu haben. Das bedeutet nach den gängigen Regeln der empirischen, stabilen, Nachweisbaren Protokollen sagt die Wissenschaft, das sie kein Gehirn haben, Sir. Bei allem Respekt Sir, wie können wir dann auf Ihre Vorträge vertrauen, Sir?

(Der Raum war still. Der Professor starrte auf den Studenten, sein Gesichtsausdruck war unergründlich.)

Professor: Ich denke, du musst daran Glauben, Junge.

Student: Das ist es, Sir….Genau! Die Verbindung zwischen Mensch und GOTT ist der GLAUBE. Das ist alles, was Dinge lebendig und in Bewegung hält.

Darauf nickte der Professor mit dem Kopf und schwieg.

Der Name dieses jugendlichen Studenten war ALBERT EINSTEIN…

P.S.:
Ich glaube du hast das Gespräch genossen. Wenn ja, wirst du wahrscheinlich wollen das deine Freunde/Kollegen es auch tun. Nicht wahr?

Teile das für die Vertiefung ihres Wissens…. oder GLAUBEN.

Das ist natürlich absolut unlesbarer Propaganda-Quatsch, da es Dinge ausblendet, vereinfacht und somit umdeutet. Und damit ist es schönes Beispiel dafür, wie bestimmte Leute denken. BESSER: Denken wollen.
Ich will jetzt gar nicht gegen gläubige Menschen wettern, nur dieses Wissenschaft/Religion-Bashing finde ich ganz grauenhaft. Besonders weil der obere Text mehrere Fehler beinhaltet und in der heutigen Zeit nicht mehr verwendet werden sollte, der größte ist der Zeitrahmen:
Einstein hat vor grob 120 Jahren studiert und seitdem hat sich in der Wissenschaft einiges getan, Stichwort: Genetik. Würde diese Figur (die Einstein sein soll, was aber auch Quatsch ist, da Einstein kein besonders guter Student war und weswegen sollte deswegen diese Geschichte überliefert sein?) heute leben, könnte sie so nicht mehr argumentieren und macht sie doch einfach recht blauäugig. Doch die Leute lesen aus der Geschichte halt nur das raus was sie hören wollen. Ich weiß dass. Denn ich bin bei anderen Themen auch nicht besser.

Hier sind wir aber schon bei meinem Problem mit der ganzen Geschichte: Diese saublöden Vergleiche zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen dem Beweisbaren und dem, woran man glauben muss. Das regt so was von auf! Vor hundert Jahren wusste man noch nicht viel über Vererbung (siehe die Philosophie der Nazis) und in hundert Jahren von heute ab, wird man dies auch über Heute sagen. Wissenschaft ist ein wachsender Prozess, der, insofern es keine Auslöschung der Menschheit gibt, nie aufhören wird. Doch ganz egal wie weit die Wissenschaft auch wachsen und gedeihen wird, so wird es doch auch IMMER Menschen geben, die an einen Gott oder mehrere Götter glauben. Und das ist schön und gut so. Sollen sie doch.
Das Problem ist nämlich nicht die Philosophie nach der man lebt, sondern die Intoleranz wie man sie anderen gegenüber auslebt. Kurz: Glaubt doch was ihr wollt. Und lasst mich in Ruhe. Nur können das die meisten Leute nicht, da sie denken nicht nur etwas zu vertreten, sondern die anderen Menschen retten zu können, da man ihnen etwas voraus ist – schließlich wurde ja auch ihnen geholfen.

Das ist das Grundübel aller Menschen: Eigentlich meinen sie es gut und niemals böse. Sie wollen eher das Böse vertreiben und schaffen dadurch dennoch nichts anderes. Das Gegenteil von gut ist nun einmal gutgemeint. Lasst die Leute doch einfach in Ruhe. Ihr wollt toleriert werden? Okay. Dann toleriert euer Gegenüber: Und fertig. Nur leider geht das nicht.

Das ist wie mit dem Fußball. Ist doch okay wenn ich für den BVB bin und du für FC Bayern München. Sind doch Beides tolle Vereine. Und trotzdem labern mich die Leute zu was für Vorteile der FC Bayern, und was für Nachteile der BVB hat. Ständig will einen irgendwen überzeugen und wird dadurch gehässig oder herablassend. Aber es ist NUR Fußball. Und viele Leute wollen von Fußball gar nichts hören und wollen lieber das Thema wechseln und über die interessanten Dinge sprechen. Und mit den Religionen und mit der Wissenschaft ist es genauso. Ich weiß, es gehört dazu Leute bekehren zu wollen, aber lasst es, denn das grenzt nur aus: Euch und sie. Und keiner kann besser glauben als ein anderer. Es. Geht. Einfach. Nicht. Denn es ist eine persönliche Sache und wie jeder von uns damit umgeht.
Es ist ebenso bescheuert Kiffen dadurch aufzuwerten, in dem man Alkohol schlecht macht. Beides hat Vor- und Nachteile. Und ALLES kann einen zugrunde richten, wenn man es nicht in Maßen genießt oder auslebt: Religion, Wissenschaft, Alkohol, Kiffen, selbst Kindererziehung: ALLES.

Ja. Ich lache gerne über gläubige Leute, aber auch über Wissenschaftsnerds. Denn sowohl die Religion als auch die Wissenschaft wurde von Menschen gemacht. Aber das heißt nicht, dass ich keinen Respekt vor ihnen habe. Wenn sie mir den Respekt auch geben. Deswegen rockt Nietzsche für mich auch so: Nicht nur weil er der größte Kritiker des Christentums war und bis heute ist, sondern weil er durchaus an etwas glaubte, aber er musste es selbst erst einmal dekonstruieren – um es dann wieder so zusammenzusetzen, wie es wirklich ist. Denn die Bibel und sämtliche Wissenschaften haben ein gemeinsames Problem: Sie wurden von Menschen aufgeschrieben. Und alles was man aufschreibt, kann man auch faken

Die Konjunktur der Seele

Wirtschaftszyklen sind wie Jahreszeiten. Der Winter ist die Depression, der Frühling die expansive Phase, der Sommer die Hochkonjunktur und der Herbst als Rezession leitet wieder die nächste Depression ein. Diese Aufteilung ist variabel, je na subjektiven Befindlichkeiten.

Heute in der Sonne spazieren zu gehen und die kalte böse Depression abzuschütteln, die hier nicht allzu weit von den Alpen entfernt immer ein wenig länger andauert als im Rest Deutschlands, fühlte sich wirklich wie eine expansive Phase an, die Sonne baut Vitamin D im Körper auf, das Grübeln lässt nach. Und das Lächeln kehrt zurück. Wobei es immer erst einer Depression (hier als psychische Kategorie) bedarf, damit es wieder aufwärts geht. Ja. Ich finde das so sehr normal, dass ich es mir gar nicht anders vorstellen kann. Nur Sonne wie Kalifornien oder nur Winter wie in Sibirien – das kann doch nicht zu einem ausgeglichenen Gemüt führen. Und nein, das heißt jetzt nicht, dass am bayrischen Wesen die Welt genesen soll. Aber: Ich tue mir schwer mit der Imagination eines Ortes, an dem der Sommer niemals endet. Die Mischung macht es aus. Die Dosis. Ja, der alljährliche Sommertag würde meiner Seele Wunden kosten…

Aber der Mensch passt sich an, verändert sich, sich und sein Wissen und seinen Umgang damit, was heute als empirisch belegt gilt, war vor 4000 Jahren unvorstellbar und ist in 50 Jahren vlt wieder ebenso lächerlich wie vor 4000 Jahren. Ja. Selbst wenn der Mensch von seiner Physis dem Menschen zu Zeiten Christi gleicht, so ist es doch vor allem der Blick und das Wissen des Menschen auf sich selbst, die seine Psyche und seine Umgebung bestimmen. Deshalb glaube ich. Dass Zeit, Ort und Erfahrung darüber bestimmen, was für uns wahrhaftig oder natürlich ist. Empirische Untersuchungen von vor 100 Jahren betreffen zwar den äußerlich anatomisch gleichen Menschen wie heute, doch unser ganzes Lebensumfeld ist das des Jahres 2015, sind die Probleme des Jahres 2015 – und auch die LÖSUNGEN die wir versuchen anzuwenden (oder darüber debattieren) sind immer vom Jetzt bis in die tiefste Vergangenheit unserer menschlichen Erfahrungen, die auch – man nennt das BEWIESEN – zu einer Veränderung unseres Erbguts führen. Deswegen ist der Mensch heute eben nicht der vor 100 Jahren. Auch wenn er so aussieht. Ein Mensch von vor 5000 Jahren hat nicht die Möglichkeiten seine Probleme auf meine Art zu lösen – oder umgekehrt. Desweiteren habe ich ganz andere Probleme, alleine schon durch die Genetik und äußeren Einflüsse als er. Kenne andere Hochs und andere Tiefs, und deswegen treffen mich psychische Ungereimtheiten mehr als es bei unseren Vorfahren möglich war. Ja. Der Fächer der Möglichkeiten öffnet sich für die Menschheit immer weiter, mit jedem Tag, jedem Gedanken und jeder neuen oder wiederholten Erfahrung, bis die Fächer sich vlt eines Tages schlagartig schließt…

Nur dem Wirtschaftssystem der Jahreszeiten sind wir alle unterworfen, damals wie heute. Obwohl. Stimmt gar nicht. Der Klimawandel wird die nächste Eiszeit fressen – und die letzte Eiszeit hat das Gefüge der Menschen und Tiere auch ganz schön aus der Bahn geworfen (wobei es da die Theorie gibt, dass durch den modernen Ackerbau schon die letzte Eiszeit von vor ein paar tausend Jahren ausfiel, also dass es schon den Klimawandel gibt, seitdem es den modernen Menschen gibt – kann man googeln, ist interessant), vielleicht braucht der gesamte Planet selbst solche Phasen, über die Jahrtausende hinweg: Depressionen und Hochkonjunkturen des Glücks. Ying und Yang. Was weiß ich. Außer. Dass heute ein schöner Tag ist.

Es gibt kein richtiges Leben im falschen

Ich trage den schwarzen Gürtel (5ter Dan) im schlechten Schlafen, deswegen habe ich gestern Nacht das weiter unten erwähnte Antidepressivum meines Freundes ausprobiert (Trazodonhydrochlorid), um wenigstens einmal gut durchschlafen zu können (wie von ihm propagiert). Und erspart mir jetzt Kommentare von wegen „nimm keine Medikamente die dir nicht verschrieben wurden.“ Einmal kann man schließlich Alles machen.
Geschlafen habe ich zwar ganz gut, doch jetzt bin ich schon den ganzen Tag recht groggy und schlapp.

Antidepressiva wirken zwar erst nach ein paar Wochen auf den Geist (und sie Reglementieren die Gefühlsskala dann nach oben und nach unten hin ab), doch dass das Zeug schon so schnell so dermaßen schlapp macht, ist mir eine Lehre. Wollte heute eigentlich schreiben und verschiedene Sache machen, bin aber zu platt.

Da bleiben dann doch nur noch die gesunde Ernährung und der Sport. Wobei ich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde auf dem Standrad strample, am Wochenende mindestens eine Stunde. Und Sporttreiben macht – finde ich – auch ziemlich blöd im Kopf, da alle Gedanken ausgehen. Komisch dass das die Leute als erstrebenswert ansehen. Diese Doofness. Spass macht es dennoch. Dumm sein tut ja nicht weh, im Gegenteil. Das tut dem Dummen nicht weh, wenn doch auch deren Umgebung.

Transcendence – der Film

Da guckt der Freenman sehr passend als Kommentar zur Handlung, bei dem Standbild unten:

Da bewahrheitet es sich mal wieder: „Das Gegenteil von gut ist gutgemeint.“
Der Film ist einfach langweilig… Im Prinzip ist die Story eine Weiterentwicklung des Mangas „Ghost in the Shell“ nach Masamune Shirow (nicht der Film!), dessen Grundgedanke auch schon aus dem 90ger Streifen der „Rasenmähermann“ nach Stephen King (das ist ein Insiderwitz, denn in Stephen Kings Kurzgeschichte gibt es KEINE künstliche Intelligenz, was man sich kaum vorstellen kann wenn man den fertigen Film gesehen hat, der nur darum geht, was auch gut so ist…) bekannt ist:

Eine Intelligenz verbindet sich mit dem Internet und verfügt durch den Abruf ALLER möglichen Informationen über fast unendliche Fähigkeiten, da wir ohne unsere Technologie NICHTS sind und wir in jeder Sekunde auf sie angewiesen sind (man denke auch daran wie Elektrizität gewonnen und eingesetzt wird usw. usf.). Es wird also ein Überwesen geschaffen und im Film „Transcendence“ mit Johnny Depp wird dann ungefähr 2 Stunden darüber verhandelt, ob dies eine Gefahr für die Menschheit ist oder nicht. An sich: Es gibt blödere Ideen für einen Film. Leider blieb die Chance daraus einen klugen Unterhaltungsfilm zu machen ungenutzt.

Logiklöcher wohin man blickt und ziemlich lahme Erzählweise. Wenn man zudem „Ghost in the Shell Band 2“ gelesen hat (der auch mit dem knackigen Titel „Manmachine Interface“ im Regal steht und nichts mit dem Film „Ghost in the Shell 2 – Innocence“ zu tun hat) wo Shirow ebenfalls eine Künstliche Intelligenz über eine zwar noch technologisiertere Welt hetzt als sie in „Transcendence“ besteht, hat man eine Ahnung was Hollywood aus so einem Stoff hätte machen können.
Wobei der Gedanke mit der Nano-Technologie in Transcendence schon auch cool und wichtig ist; deswegen ärgert mich der Film auch. Die Message ist gut! Nur musste man das natürlich in eine (eure Überraschung wird jetzt nicht die größte sein: ) Liebesgeschichte einbetten, die viel zu viel Raum einnimmt und einfach: Langweilt. Echt schade.
Und außerdem ist es echt nervig wenn ein Film gleich mit dem Szenen vom Ende beginnt. Warum macht man das? Da weiß man doch spätestens nach einer Stunde wie der gesamte Film weitergeht, man muss doch nur überlegen was man am Anfang sah und die Sache zu Ende denken… (facepalm)

Schade also… Doch da ich heute Abend eh nichts vorhatte, ärgern mich die 10 Euro für die Blu-Ray jetzt auch nicht…
Nerd: Over and out.