Heute

Katrin Bauerfeind in Ulm

Ich hätte auch noch ne Kurzgeschichte über meinen anstehenden Italien-Urlaub in der Pipeline, kommt irgendwann 🙂
Habt nen schönen Abend!

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Audiogate 2013 Festival Rückblick

Vor weg: Vom Gefühl her war der Wettergott uns etwas schuldig. Immerhin hatte es uns das ganze letzte Wochenende auf dem „Utopia Island“, wie soll man es sagen?…. Schlicht und einfach versaut. Dieses Mal aber war perfektes Wetter angesagt. Super 🙂

Allerdings war beim „Audiogate“ das Wetter im Vorfeld meine kleinste Sorge. Mein Problem war diesmal, dass vorher der Time-Table nur schleppend auf Facebook veröffentlich wurde (was macht man eigentlich, wenn man kein FB hat?) und mir einen Tag zuvor klar wurde, dass nicht alle DJs auf dem Festival spielen würden, sondern gerade die tolle Gayle San in das Afterhour-Programm verschoben wurde; mit dem Audiogate-Ticket konnte man nach dem Programm noch in zwei Clubs gehen. Das ist auf der einen Seite natürlich für den Festival-Gänger eine Win-Win-Situation, da man nicht nur bis um 12 Uhr nachts (auf dem Festival), sondern sogar bis in die Morgenstunden feiern konnte, wenn man denn wollte – wollte ich aber nicht. Immer noch mit starken Rückenproblemen geplagt wollte ich eh nicht länger als bis um 12 bleiben. Bevor ich jetzt aber vom „großen Betrug“ spreche, will ich in dem Fall einmal ein Auge zudrücken. Dennoch hätte der Veranstalter das eindeutige auf dem Flyer oder der Eintrittskarte ausschreiben können, oder frühzeitig den Time-Table veröffentlichen, also: „Buh!“
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Ein zweites „Buh!“ gibt es für die Toiletten-Situation. 4 Dixies für ALLE Frauen? Sagen wir mal (wenn wir gnädig sind) es war 1500 Leute da – und dafür 4 Toiletten für die Frauen? Also das geht ja gar nicht.
„Buh!“ Nummer 3 geht auch an die Leute von der Orga: Kein Ein- und Auslass? (d.h. wer mal drinnen war, konnte nicht kurz von draußen noch was holen). Klar wäre das ein höherer organisatorischer Aufwand, aber gerade bei einem Tagesfestival macht dass doch Sinn, besonders wenn man die Headliner (ein halbes „Buh!“) schon am frühen Nachmittag „arbeiten“ lässt. „Aka Aka“ wie „Felix Kröcher“ legten am selben Tag ja noch irgendwo anders auf, was aber weniger dramatisch war, da dadurch das Line-Up beim Audiogate gut bestückt war. Und sowohl der Kröcher als auch „Aka Aka“ machten dennoch sehr professionell gute Laune.
Mein letztes und viertes „Buh!“ geht an die Bar-Orga. Davon abgesehen dass das mit den extra zu kaufenden Getränkekarten ein einziges Durcheinander war (besonders mit der Pfandrückgabe), gab es bei den sommerlichen Temperaturen zu wenige Bars mit zu wenig Leuten – und um etwa 18 Uhr ging zeitweise das Wasser aus. Also Leute… Das darf nun wirklich nicht passieren.

Aber.
Wir hatten sehr viel Spaß auf dem Audiogate. Wirklich. Wir alle zogen ein positives Resümee. Es gibt im Prinzip nur eine große Bühne

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denn die kleine Bühne daneben war ein ziemlicher Witz (man beachte die Ein-Mann-Tanz-Party vor dem Zelt) und man konnte nur Mitgefühl für den armen, einsamen Caruno haben, der sich dort bestimmt alle Mühe gab.

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Das Festival liegt an der „Jakobsruhe“ in Neu-Ulm. Das Gemäuer dort hatte irgendwas mit einem Rüstungsumbau zu tun, doch für uns war das einfach nur so eine Art Kessel, die von einer Mauer durchtrennt war. Oben konnte man schön chillen und sich unter die Bäume legen, während unten das Zelt mit dem Sound an war. Das war wirklich super entspannt. Überhaupt und sowieso war der ganze Tag brutal entspannt.

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Da „Aka Aka“ wie erwähnt bald weg mussten, waren sie bereits um drei Uhr nachmittags mit ihrer Musik am Start. Da passte gut zum Sommerlichen Wetter und chillen, zog aber die ersten Tänzer freudig an die „Bühne“ (die nebenbei nur für die DJs „Hundertprozent Regensicher“ gewesen wäre – stand so im Flyer). „Aka Aka“ sind auch ohne „Thalstroem“ ein „Gute-Laune“-Garant und gehören zu den wenig wirklich unterhaltsamen und prägenden Berliner, die die Musikszene (bisher) nachhaltig nach vorne gebracht haben.
Wir lagen da noch auf der Decke herum und sahen hin und wie den Kröcher Felix vorbei laufen, der ganz relaxt und teilweise unerkannt wie „Du und Ich“ herumlief und – sonst was tat. Da fühlte sich der ganze Techno-Zirkus plötzlich sehr entspannt an, so wie es sein sollte. So ganz also „Stars“ also, auch wenn man die Leute „erkennt“.

Eigentlich bin ich kein großer Fan vom Kröcher, weder als er noch gebolzt hat, noch als er begann sich in die absolut andere Richtung zu „entwickeln“, aber gestern ging sein Sound gut nach vorne und animiert uns sogar zum Tanzen. Felix, dat hast du janz ordentlich je macht.

Meine Crew sicherte sich den besten Platz (direkt am Hang, mit geilem Blick nach unten) und wir pendelten da so hin und her; wenn es zur Bar ging war es weniger ein Pendeln, sondern eher ein dröges Warten. Da. War immer zu viel los. Wir hatten manchmal sogar das Gefühl, dass dort immer und die ganze Zeit die gleichen Leute stehen würden…

Audiogate

„Kaiserdisco“ war der nächste Act, aber da wurde mal wieder etwas abgezockt, denn es war nur einer der beiden Hamburger am Start („Buh!“). Dennoch war der Sound genau richtig. Nicht ganz so housig, sommerlicher verspielt wie Aka Aka, auch nicht so ein straighter Techno wie beim Felix, sondern einfach nur ordentlich tanzbarer Techno, der aber kleine Schlenker in alle Richtungen machte. Damit. Konnten wir viel anfangen und passt ebenfalls ideal zu unserer Stimmung.
Das Festival war überhaupt nicht überrannt (das ist Ironie-frei gemeint) und wir hatten genügen Platz um uns auszuleben und das zu tun, weswegen wir hier waren: Tanzen und Spaß haben.

Audiogate 2013

Oh… Ich habe vor Kaiserdisco „Oliver Schories“ mit seinem Live-Act vergessen, doch der fiel nun wirklich nicht weiter auf. Sein deeper und etwas smoother Sound hätte früher am Tag viel besser gepasst, als nach dem Kröcher und so war hier nur chillen angesagt; muss manchmal auch sein, aber zu dieser Uhrzeit war sein Set etwas blöd platziert.

Zurück zur normalen Chronologie.
Nach Kaiserdisco war der gute, alte Johannes Heil dran. Ja, ja. Den gibt’s noch. Der baute fast eine Stunde vorher schon sein Zeug aus – und es hat sich gelohnt. Seine Definition von Techno kam bei mir an dem Tag am besten an. Sehr strukturiert das Ganze, aber eben auch sehr geil. So wie früher halt. Leider hat er aber auf Hits wie „Freaks R us“ oder „Paranoid Dancer“ verzichtet – warum eigentlich?
Dabei wunderte ich mich nachhaltig darüber, dass so viele junge Leute auch noch heute zu diesen immer älter werdenden Herren abfeiern. Dass das doch seltsam ist, denn wer würde (z.B.) zu Rock-Opas gehen? Na sei es drum.
Heil war zwar nicht als Headliner gebucht, erfüllte jedoch mit seinem Gig von 20.30 bis 22 Uhr diese Aufgabe perfekt. Hier tanzte ich aber etwas zu viel, weswegen ich Gesundheitsbedingt aufhören musste – und ich bald darauf auch meine Leute einsammelte und heimfuhr (heute Morgen kam dann das richtig böse Erwachen).
Zwar hörten wir noch in das Set von „Sis“ hinein, aber mehr war es auch nicht mehr.
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Mit seiner außerordentlich chilligen Atmo ist das „Audiogate“ eine Veranstaltung, zu der man auch als „Älterer“ noch gut hingehen kann. Im Gegensatz zu z.B. dem „Love Family Park“ oder „Greenfields“ gibt es hier genug Schatten und wenig genug Leute, um wirklich einen entspannten Tag mit Techno zu haben – und eben KEIN Massenspektakel, das als relaxte Veranstaltung beworben wird. Und jaja, ganz Klischeehaft wurde hier viel gekifft – wen interessiert es?
Es hat mich nicht gestört selbst mit dem Auto gefahren zu sein (Parkplätze sind genügend vorhanden) und das ist wohl das größte Lob, was man einer Techno-Veranstaltung aussprechen kann.
Hat Spaß gemacht und uns für das Utopia-Island Debakel gut entschädigt. Da gehe ich vlt wirklich noch mal hin, mal sehen.

After-Afterhour

Heute: Sonntag
1: Wie? Goa-Party?
2: Ja Goa-Party!
1: Pf. Es ist jetzt 14 Uhr und die feiern bestimmt nicht mehr.
2: Ja klar feiern die noch! Letztes Jahr ging es auch bis in den Abend!
1: Hm… (Spielt weiter Playstation). Okay. Wo ist das?
2: Hinter Ulm.
1: Hm… Das heißt ich muss fahren, kann nichts trinken und die Musik ist scheiße.
2: Aber die Leute sind cool!
1: Das bedeutet in meiner Welt, sie sind scheiße…
2: Pf….
1: Aber scheiß drauf. Wir fahren.

BrummBrumm: Eine Stunde und 13 Minuten.
Dann.
After-Afterhour
1: Hm.
2: Tja.
Eine hübsche, dürre aber wirklich ansehnliche Frau schiebt eine Schubkarre mit Müll vorbei. Die Männer sitzen in der Sonne oder hängen klitzekleine Deko-Tücher ab. Während die junge Frau so aussieht, als würde sie gleich zusammenbrechen.
1: Und nu?
2: Tja, die Eine da drüben kenne ich.
Wir sagen: „Hallo.“
3: Die Party geht ja auch schon seit Freitag.
1: Hm.
2: Tja.
3: Ihr hättet einfach früher kommen sollen.
2: Oder ihr länger feiern.
3: Jede Party ist mal vorbei.

Ein Typ kommt vorbei (sieht aus wie Jim Morrison) und sagt: „Wenn du Musik vorbei ist, machs Licht aus.“
1: Ich glaube, ich fahre wieder.
2: Wir bleiben noch da.
3: Mhm…
1: Gut. Dann hatte die Aktion wenigstens einen Sinn 🙂