Eine Vergewaltigung – zwei Perspektiven

A.

Endlich ist es soweit. Der Moment auf den er sein ganzes erinnerungsfähiges Leben gewartet hat, ist da. Sein Leben begann für ihn damit, dass sein Körper die Sexualität entdeckte. Davor war einfach nur ein wirres Irgendetwas, was ohne Sinn wie ein Blinder mit Bonbons und Spielzeug unter dem Arm durch eine dunkle Abwasserröhre stolperte, ein Fleckenteppich der Erinnerungen, der im Fluchtpunkt, der längst zur Vergangenheit geworden ist, einen perfekten weiblichen Körper zeigte, und er streckte als Junge, als Bub, die Arme nach dieser perfekten Weiblichkeit aus, wie Adam, nachdem er gerade von Gott berührt und von ihm zum Leben erweckt wurde – doch Gott hat ihn schon wieder verlassen. Gott ist fort. Unerreichbar. Unauffindbar. Während manche sagen, dass Gott nicht da draußen ist, sondern in uns selbst…

Genauso.

Ist es mit der Sexualität.

Es ist nicht so, dass er niemals Sex gehabt hätte. Aber da ist Sex – und es gibt Sex. Wahrscheinlich hat er zu viele Pornos in seinem Leben gesehen. Vielleicht war er aber auch schon immer pervers gewesen. Möglicherweise lag es auch daran, dass in seiner Kindheit nie eine Mutter da war und wenn dann doch, dann nie ihre Liebe, sondern ihre flache, spröde, trockene Hand die ihm immer erst ins Gesicht und dann (10 Sekunden später) auf den Arsch klatschte.

Aber.

Er könnte nicht sagen woran es wirklich lag. Was der Grund dafür ist, warum ihm „Blümchen-Sex“ zu wenig ist, wobei es meistens eher ein „Still-Halte-Sex“ war, den ihm seine wenigen Freundinnen anboten. Liebe spürte er nach einiger Zeit nicht mehr zu diesen Mädchen, obwohl immer ALLES mit der Liebe zu beginnen schien. Und die einzige Erotik die diese Mädchen und Frauen ausstrahlten, war in seinem Kopf, lag einzig und alleine darin, ihren Körper endlich entblößt zu sehen und in maßloser Gier über ihn herzufallen.

Er war kein perfekter Liebhaber. Er war aber auch kein Tier. Auch wenn er wusste, dass das Monster in ihm ruhte. Das Monster wollte in der gleichen Weise herrschen, wie er über die Frauen herrschen wollte. In Wahrheit suchte er keine Liebe. Er wollte Dominanz. Kein Bittsteller sein. Kein Charmeur. Keiner. Der Mal „ran durfte“. Er wollte derjenige sein, der bestimmte.

Von überall her schien er mit „Sex“ zu gefeuert zu werden. In jeder TV-Serie ging es um Sex. In jedem Lied. In jeder verdammten Werbeanzeige. Überall dieses Mann/Frau-Ding, diese Welt voller perfekten Menschen…

Manchmal saß er im Mc Donalds und ballte seine Hände auf den Oberschenkeln, den Stoff dabei zusammenziehend, zu harten, verkrampften Fäusten, wenn Heidi Klum – die geile Sau – im Flat Screen in einen Burger bis und danach lachte. Er wollte nichts vorgespielt bekommen. Er wollte herrschen. Er wollte diese ganzen grinsenden Scheiß-Fotzen unterwerfen. Er wollte sie wieder in die Zeit vor dem Feminismus zurückficken.  Er wollte Gott sein…

Er wusste auch, dass man in dieser Welt nicht ungestraft ein Gott sein darf. Das lassen die anderen Idioten nicht zu. Sie fühlen sich angegriffen in ihrer pseudo-perfekten kleinen Welt. Und als Reaktion auf dieses Ausscheren von der Norm, sperren sie dich ein.

Natürlich sperren sie dich ein. Was sollte man sonst mit einem Kerl wie ihn machen? Dass es an IHNEN lag und nicht an ihm, konnten sie nicht verstehen. Frauen sind zum Ficken da. Frauen sind da, um zu gehorchen. So hat das die Natur vorgesehen. Alles andere ist nur christlicher Puritanerblödsinn. SO ETWAS ist gegen die Natur. Ficken ist nie gegen die Natur. Das ist das Natürlichste der Welt. Deswegen ficken die Weiber doch mit JEDEM herum…

Und eines Tages war es soweit. Er ging los und fickte die junge Frau, an die er in seinen einsamen Träumen dachte, während seine Hand die Verlängerung seiner Seele wurde. Nein. Er fickte sie nicht nur: Er vergewaltigte sie wirklich.  Er beherrschte. Schlug und prügelte sie zusammen. Zeigte ihr, wer der Mann war. Wohlwissend. Dass er mit der Nummer nicht davon kommen würde. Aber er wusste auch, dass er sich sein Leben lang daran erinnern würde:

Dieser Fick würde der Mittelpunkt seines Lebens sein. Alles hatte sich daraufhin entwickelt. Und immer wieder würde er sich daran zurückerinnern, und darin leben.

Sie konnten ihn einsperren. Ihm Alles nehmen: Seine Freiheit. Seinen Stolz. Die Arbeit. Sie konnten ihn bespucken und sogar kastrieren: Doch immer würde er sich an den einen Tag zurückerinnern, als ER der Mann war. Als er das gemacht hatte was sie jeder Mann wünscht, und nur er sich getraut hat.

Dies war der wichtigste und schönste Moment in seinem Leben. Er würde Alles überschatten.

B.

Sie kannte den Typen vom Sehen. Ein unscheinbarer Kerl, halb groß, halb breit, halb hübsch sogar. Im Vorbeigehen kein Schönling, aber auch keine miese Type. Ein Irgendwer. Ein Kerl halt. Der gern neue Frisuren ausprobiert. Mehr konnte sie zu ihm nicht sagen. Sie interessierte sich nicht für ihn. Wieso auch?

Sie war unterwegs gewesen, zu einer Freundin. Dort wollten sie vorglühen. Ein, vielleicht zwei Flaschen Hugo trinken. Danach in die Disco. Nichts Großartiges.

Sie wusste, dass sie gutaussah. Und sie gerne gut aus. Das ist doch natürlich… Sie hatte davor vor dem Spiegel die Zeit vergessen, hatte sich geschminkt und nebenher eine Vorlesung auf ihrem I-Pad angehört, die sie in der Uni heimlich mitgeschnitten hatte. Das Studium machte ihr Spaß. Sie nahm es ernst und freute sich auf ein geregeltes Leben. Auf eine gute Arbeit. Mit einem netten Typen.

Im Moment „ging“ sie so halb mit einem Typen, der ganz süß und ebenso nett war. Sie hatte eh nicht viele Kerle, wenigstens sah sie das selbst so. Es stimmte ja auch, dass viele Frauen zur Studienzeit einiges ausprobieren, ständig auf der Suche nach Mister Right und einer gehörigen Menge Spaß sind.

Spaß war für sie auch eine Sache, nur wollte sie lieber die ernsthaften Typen. Schließlich wollte sie nicht als Schlampe gelten, nicht vor den anderen und erst recht nicht vor sich selbst. Sie war keine dieser Frauen, die zu jedem Familienfest einen anderen mitbringen; sie verstand auch gar nicht, wie manche ihrer Freundinnen so etwas machen konnte.

In Wahrheit konzentrierte sie sich in diesem Moment  weder auf die Schminkerrei, die schon mechanisch ablief, noch auf die Vorlesung, sondern war in Gedanken bei ihrem kleinem Traum, dem Austauschsemester in Lateinamerika, auf welches sie brennend auf eine Antwort wartete.

Schon als Kind liebte sie die Pyramiden, die sie in einem dieser großen schweren Fotoalben ihres Vaters gesehen hatte, in der die Wirklichkeit unglaublich nah und doch sehr fern zu seien schien. Es war fast schon wie ein Blick in eine andere, doch vertraute Welt. Und jetzt gab es die Möglichkeit dort bald wirklich zu stehen. Irgendwie spürte sie in diesem Moment vor dem Spiegel, dass sich ihr Leben genau auf diesen Moment zu entwickelt hatte, dort die Lateinamerikanischen Pyramiden zu sehen.

Was für ein Unsinn. Sie lachte kurz auf. Und doch ging das Gefühl nicht aus ihrem Herzen.

Eine Stunde später schlug der Typ sie nieder und zog sie in einen kalten leeren Schrebergarten. Sie war spät dran gewesen und hatte die Abkürzung nehmen wollen, hier, wo das Licht ein wenig dunkler doch die Meter einfach weniger sind, als bei dem anderen Weg.

Das Blut lief ihr ziemlich schnell und stark aus dem Hinterkopf. Eine Platzwunde, die ihr lockiges blondes Haar sehr schnell sehr rot färbte.

Zuerst bekam sie gar nicht wirklich mit was geschah. Wie das Monster ihre Kleidung von ihrem Körper riss und schnitt. Wie er mit seiner ekligen Zunge an ihr herum leckte und komische Dinge sagte.

Dann schlug er auf sie ein. Sie hatte gar keine Ahnung warum. Sie hatte nichts getan. Nichts gesagt. Nichts gewollt. Sie hatte sich nicht einmal gewehrt. Und doch waren überall nur Schmerzen. Er vergewaltigte sie wie ein Vieh. Spuckte auf sie. Schlug sie. Beschimpfte sie. Und zwischen all diesen Schmerzen war da die Angst, nein, eine fast schon reale Gewissheit, aus dieser Geschichte nicht mehr lebend herauszukommen. Ja. Sie wollte dass er aufhörte sie zu schänden (mit dem was einem ein Mensch über die Liebe erzählt, hatte das hier nichts zu tun), aber sie hatte auch Angst was er ihr antun würde, wenn er fertig war…

Er lies sie zurück.

Sie hatte keine Ahnung wie lange das Ganze gedauert hatte. Es könnte Minuten oder Stunden gewesen sein.

Sie lag einfach da. Alles tat weh. Ihr Körper. Ihr Geist. Ihre Seele. Sie wollte Weinen. Aber sie konnte nicht. Und dabei hätte sie so unendlich gern, so unendlich gerne geweint…

Es war kalt. Der Boden nass. Ihr Kopf verkrustet von dem ganzen Blut, das irgendwann einmal aufgehört hatte zu fließen. Und doch stand sie nicht auf. Sie blieb liegen. Sie blieb liegen, aus Angst.

Was sollte sie tun?

Denn sie wusste, dieser Moment, diese Vergewaltigung, würde Alles verändern. Egal was danach kommen würde: Die Menschen würden sie anders ansehen. Sie war nicht mehr die junge, kluge und unbedarfte Studentin, die sie zuvor gewesen war. Ihr Leben war zerstört. Ihr Leben würde zerstört sein, wenn das herauskam… Ganz gleich was jemals sein würde: Sie würde immer das Vergewaltigungsopfer sein. Die Männer würden sie ansehen und an die Frau denken, die sich ficken lies. Und die Frauen würden ihr Mitleid vorheucheln, während sie tuschelten, dass sie doch schon immer SO EINE gewesen sei. Da war es doch kein Wunder.

Von jetzt an, war sie beschädigte Ware… Niemals zuvor hatte sie an sich als Mensch, oder an einen Menschen überhaupt, als Gegenstand gedacht…

Ja. Nein. Diese Vergewaltigung war der Mittelpunkt ihres Lebens. Alles vorher schien auf diesen Punkt zugelaufen zu sein – und alles danach würde sich an diesem Punkt orientieren. Das war der Dreh- und Angelpunkt ihrer Existenz. Von jetzt auf sofort.

Dies war der schlimmste und schlechteste Moment in ihrem Leben. Er würde Alles überschatten.

Sie schleppte sich nachhause. Zog sich dort um. Und ging dann ins Krankenhaus. Zeigte dort nur auf ihren Kopf.

Als sie den Typen eine Woche später noch einmal in der S-Bahn sah, lief sie schnell davon.

Werbeanzeigen

Der sexuelle Romantiker – von der Ablehnung der Sexuellen Revolution

Ich bin kein Purist – ich bin ein Mann. Manchmal könnte man das aber beim Studium meiner Texte annehmen, dass ich mich auf weiter Ebene gegen die meisten „Errungenschaften“ der sexuellen Revolution ausspreche, nicht mit dem damit verbundenen Freiheitsbegriff – auch bei mir greift der typische Allgemeinplatz: „Jeder wie er will“ – sondern eben diesem ZWANG, der aus diesem Freiheitsbegriff resultiert, diesem Jugendwahn und der Verehrung des Körperlichen als dem einzig Normalen und Natürlichen; das Feld ist schwierig.

Die sexuelle Revolution hat auch heute noch nicht vollständig gewonnen und hier und da sind noch kleine Widerstandsnester der religiösen Puristen, die es der Allherrschaft des Sex schwer machen weil sie die Moralkeule schwingen – zu diesen Puristen zähle ich mich NICHT. Auch. Wenn ich gewisse Ansichten mit ihnen Teile, doch mein Denken ist aus einer vollkommen anderen Triebfeder gesteuert, denn während z.B. Altrevolutionäre wie Alice Schwarzer Pornografie wegen dem Bild der Frau und der damit verbundenen Sklaverei darin verdammen, gehe ich als Spät- und Spätergeborener weiter, denn für mich ist richtet das Diktat der Sexualität viel mehr Verheerungen an, als nur bei der Frau – sondern beim Menschen an sich. Für mich bedeutet dies aber keineswegs ein ZURÜCK zu Biedermayerei und Enthaltsamkeit, sondern – siehe oben: „Jeder wie er will“ – zu einer gesunden Sexualität: Was immer das auch bedeutet.

Natürlich ist Sex der Lebensinhalt. Wir wären nicht auf diesem Planeten ohne Sex und von daher ist es kein Wunder dass jeder (JEDER) mit einigermaßen Vernunft im Leib ein Triebgesteuertes Wesen ist und diese Vernunft liegt nicht nur dem Menschen, sondern auch allen Tieren inne – siehe gestern: Wer seinen Trieb verleugnet, der verleugnet sich selbst. Das stimmt meiner Meinung nach. Das Groß der Menschen denkt aber: Wer seinen Trieb nicht auslebt, der verleugnet sich selbst. Es geht nicht mehr darum einen Wunsch oder eine Phantasie zu haben oder diese Voyeuristisch im Internet als Spanner (oder im eigenen Kopf) auszuleben, sondern um die Umsetzung. Denn Sexuelle Wünsche und Abarten gab es und wird es immer geben. So weit, so normal.
Nun aber, befeuert durch die sexuelle Revolution und ihre Audiovisuelle Umsetzung durch die Entwicklung der Technik in den letzten Jahrzehnten, werden Wünsche erschaffen, die man dank der Globalisierung irgendwo auf dem Planeten ausleben kann, doch der Sextourismus ist nur eine (wenn auch nicht gerade marginale) Spielart davon, sondern auch ganz konkret was in den Köpfen der Menschen in jedem einzelnen Land auf diesem Planeten vorgeht.

Wisst ihr (versteht ihr?) ich bin nicht für ein Zurück zu langen Röcken und Hin zu Ganzkörperverschleierung. Nein. Aber ich bin auch nicht für ein totales „Es ist erlaubt was Spaß macht“, denn diese Credo bleibt eben nicht nur beim Schlafzimmer stehen, sondern verbreitet sich über die ganze Welt und erschafft Sklaverei und Dienstleistungszwang – nicht nur bei den real durch Prostitution ausgebeuteten Menschen, sondern auch bei den normalen Leuten auf der Straße, die, wenn sie eben in keiner Beziehung sind und nicht ins Bordell gehen, ein Gefühl der Last und Wertlosigkeit erzeugt, da sie am Sexuellen Kreislauf – an dessen Wesen doch die Welt genesen soll – teilhaben können; kein Wunder das so viele Ehen zu Bruch gehen, wenn ständig neue Wünsche produziert werden bis der Ehepartner an seine Sexuelle Belastbarkeit stößt und es a) kein Sexuelles Verlangen mehr gibt oder b) ganz im Gegenteil ein Übersteigertes Sexuelles Verlangen produziert wird.

Sex hat nichts mit Respekt zu tun. LIEBE hat etwas mit Respekt zu tun. Und dumm ist wer bloßen Sex als körperliche Liebe missversteht. Natürlich gibt es da einen Zusammenhang aber diese Zusammenhang wird wie überall durch ein Medium ausgehebelt, dass jede Vernunft und jeden gesunden Instinkt aushebelt: Geld. Und der Umsatz von Geld im Zusammenhang mit sexuellen Dienstleistungen und Phantasien (ganz egal welcher Art) ist der negative Hauptaspekt der sexuellen Revolution – die immer noch andauert. Es ist eben NICHT nur die Freiheit der Liebe, der Frau und der Verhütung, die diese Revolution gebracht hat, sondern auch eine ganz besondere Form von Terror, die sich in der Popwelt, den Medien, dem Schulhof und schließlich und endlich der Psychologie des Menschen widerspiegelt – Wissenschaft wird von Menschen gemacht, nicht von Gott, das vergisst man ganz gern und „Wissenschaft“ folgt Menschlichen und Kommerziellen Interessen, so wie dem Zeitgeist, ganz egal wie sehr sich (egal welche Menschenansammlung) auf Ethik beruft.

Die sexuelle Revolution ist noch nicht vorbei. Wir sind Mittendrin. Und es ist natürlich auf der einen Hand sehr spannend wohin sie uns führen wird. Auf der anderen Hand aber finde ich es heute in Deutschland, in unserer westlichen Konsensgesellschaft wo die Heilsamkeit der Sexualität bald schon über allem steht, revolutionärer GEGEN die Fortschreitung des Sexuellen Revolution zu sein, als dafür.
Noch einmal: Ich bin kein Irrer der gegen Sex an sich ist. Ich hab gern Sex und lebe auch gern meine Phantasien aus. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass Sex wie eine Droge ist – und keine Droge hat nur positive Auswirkungen auf a) den Konsumenten und b) der Gesellschaft in der konsumiert wird – besonders wenn überschwänglich konsumiert wird.

Sex wird es geben so lange es normale Menschen gibt. Das ist selbstverständlich. Auch Sexuelle Wünsche und dadurch ausgelöste Depressionen. Denn das ist Menschsein. Wir schweben deswegen auf den höchsten Wolken und fallen dadurch in die tiefsten Abgründe. Es macht uns aus, ja. Aber sollten wir wirklich vom dem viehischen Trieb kapitulieren und seien wie die Tiere? Dass es nur auf Ficken und Fressen und Arbeiten hinausläuft? Ist dass das Leben?
Tut mir leid wenn ich in meinem Blog IMMER WIEDER auf dieses Thema zurückkomme, aber für mich ist das ein zentrales Thema unserer Zeit. Ein Thema, bei dem es scheinbar nur noch eine Meinung zu geben scheint: FICKEN! Umso mehr desto besser.
Nennt mich Purist, nennt mich Idealist, nennt mich reaktionär oder bieder – das ist mir vollkommen gleich. Denn das trifft mich nicht. Das ist gar nicht mein Thema. So urteilt nur der, der einen flüchtigen Blick auf meinen Monolog wirft. Am Ende bin ich wohl ein Romantiker was die Sexualität angeht – doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir das im Grunde unseres Herzens fast Alle sind. Auch wenn wir gern Menschen zu Objekten machen. Selbst das ist gesund. Es wird nur dann ungesund, wenn wir in den Objekten keine Menschen mehr sehen. Denn damit erobern und erlangen wir nichts mehr, sondern wir zerstörten. Und bei einem gesunden Menschen sollte dann die Eroberung nichts mehr wert sein. Es geht nicht nur um mich. Auch nicht nur um dich. Es geht um uns. Als Art. Als Lebewesen. Und wenn schon alles erlaubt sein muss was Spaß macht, dann sollte man dabei ein Gewissen haben. Denn gewissenloser Spaß ist nur Eines:
Ausbeutung.