Rückblick auf die erste „Comic Con“ in Stuttgart

 

COMIC CON!

Das wird nun den einen oder anderen hier wundern, dass ich auf die erste Comic Con in Stuttgart gegangen bin.

Zur Einführung: Ja, ich bin Manga und Anime begeistert. Nein, mit dem Kinderkram von heute hat meine Initialisierung wenig zu tun.

Vor ungefähr 20 Jahren habe ich mit 15 Jahren zum ersten Mal „Akira“ gesehen und mir dann japanischen Filme für ERWACHSENE auf Englisch aus der UK bestellt (ja, Papa hat sie bestellt). Da war natürlich ein Haufen Gewalt- und Sex-Kram dabei, auch aber sehr legendäre Filme, Mangas kamen erst später dazu (es gab einfach noch keine) und die lese ich heute noch gerne, während meine original VHD-Sammlung im Keller vermodert.

Ich mag Werke im Stil von „Ghost in the Shell“, „Eden“, „I am a hero“, oder „Battle Angel Alita“ „Neon Genesis Evangelion“ auch „Blame“. Klügere Unterhaltung würde ich sagen. Auch wenn ich „Attack on Titan“, „Death note“ und so Kram auch lese. Mit normalen westlichen Fantasy-Dreck wie „Herr der Ringe“ und „Star Wars“ kann ich wenig bis nichts anfangen.

 

So viel zur Einführung.

Die Comic Con kostet 20 Euro am Tag und das ist eigentlich ein ganz passabler Preis, schließlich gibt es nicht nur Verkaufsstände und Auftritte von Serien- und Film-Promis (eher C-Promis), nur… Man muss wissen dass das schon wieder großteilig extra kostet.

Es kostete Extra zu den Panels zu gehen, wo „Stars“ ihre Filme und Serien promoten (wie „Spartacus“, „Suicide Squade“ oder „Castle“ ), es kostet mindestens das Dreifache ein Autogramm und eben so viel ein Foto mit ihnen zu machen… Während man also auf normalen Messen eher gar nichts kaufen kann außer beim Catering, zahlt man hier für fast alles, auch wenn es einige Umsonst-Auftritt von Schauspielern im Foyer zu sehen gab.

Leider (und das habe ich schon oft aus andere Gründen angeprangert) leben wir in einer Zeit in denen Superhelden-Verfilmungen ganz groß sind – bei hoher Special-Effekt-Qualität und bei sehr niedriger Qualität was die Handlung angeht. Schauder… – und deshalb war es auch kein Wunder dass die ganze Messe unproportional stark mit „Marvel“, „DC“ und „Star Wars“ verseucht waren. Schade. Wer darauf steht, dem lachte aber das Herz und er konnte sich gut mit Merchandise zu decken, Mangas und Anime dagegen musste man schon schwer suchen um irgendwo einen passenden (und vor allem guten) Band oder Film zu kaufen. Auch wenn es unzählige Poster, Mouse-Pads und so ein Kram zu der Kultur aus Japan gab.

Die Messe war ausverkauft und das Gedränge groß. Mittags rum ging in der Halle fast gar nichts mehr, die körperliche Belastung war hoch, was auch dem schwülen Wetter anzukreiden war. Draußen, da war es angenehmer. Die jugendlichen und junggebliebenen Menschen tummelten sich im Grün – oder standen wie so oft gefühlt ewig an den Grundversorgungsständen an. Notiz für das nächste Jahr: Da am Eingang nicht kontrolliert wird kann man sich auch selbst etwas zu essen mitbringen.

 

Der normale Comic- und Fantasy-Fan geht auf solche Conventions um unter seinesgleichen zu sein, weshalb natürlich die Cosplayer am Start waren; Cosplay bedeutet, dass man sich anzieht wie seine Lieblingsfigur. Sei es gezeichnet oder aus einem Film: Wurscht. Und auch ob man nun top schlank ist oder nicht, auch das sollte egal sein. Denn Hautsache du fühlst dich wohl ; einen Körper wie ein Filmstar kann ein Normalo nur mit idealen Genen haben.  Schließlich leben Stars von ihrem Body. Wir von unserer Hände Arbeit sowie auch das Sitzen in Schulbänken  da nicht hilfreich ist.

(Kurzer Einschub: Nicht hilfreich war auch der Lageplan im Comic Con Handout, viel zu unübersichtlich…)

Bei den Damen waren außerordentlich oft die sexy „Harley Quinn“ vertreten. Bei den Jungs war es „Deadpool“. Die Frauen zeigten somit sehr viel von sich her (oder verpackten sich aufreizenden), während die Männer Ganzkörper-Kondome  trugen – auch eine Aussage über unsere Zeit.

Klar sieht der Mann gerne weibliche Cosplayer. Und die wollen hier auch gerne angesehen werden. Weil. Es steht der Respekt im Raum. Ja, ich laufe gerne so rum weil ich das toll finde, und ich darf dich fotografieren, wenn ich vorher brav um Erlaubnis gefragt habe. Da haben wir dann auch noch die Emanzipation, die Selbstbestimmung im knappen Outfit. Und das ist doch toll.

 

Wir überlegten uns ebenso wie viele andere ein Foto mit einem „Star“ zu machen (schließlich war auch DER crying Freeman da), wegen der langen Anstehschlangen haben wir es dann gelassen.

Die Messe an sich war nicht riesig, wenn auch weitläufig mit genügend Platz zum Chillen (was wir versehentlich in der Reporter-Lounge machten, die sind auch nur Menschen). Hier konnte man das neue „Final Fantasy“ anzocken, dort drüben ein Brettspiel. Auch ein paar Zeichner waren gekommen.

 

 

Im Foyer konnte man sich dann die Darsteller-Show ansehen, wir schauten vormittags zu „Robert Maschio“ von „Scrubs“ rein, später relaxten wir bei „Naomi Grossman“ (American Horror Story) und „Robert Picardo“ (Star Trek).

Am Unterhaltsamsten  war C-Promi und B-Highlander „Adrian Paul“, genau, das ist der aus der Serie, der Zuschauer auf die Bühne holte und ein „Quickening“ mit ihnen veranstaltete, d.h. sie spielten die Szene aus Highlander nach in der der Held nach der Enthauptung IMMER vom Blitz getroffen wird, ein fast schon sexuelles Ereignis, was natürlich für gute Stimmung Lacher sorgte.

Wir hatten zwar einen Sitzplatz, die Halle aber war sehr voll und das hat sicherlich für Unmut gesorgt. Blöd natürlich.

 

 

Zu guter letzte wollen wir uns noch das Q&A mit Jessica Nigri anhören. Die kam nur im  Alltagsfummel auf die Bühne und das war dann irgendwie eher… Abstoßend.

Das ist jetzt ganz schön lieblos runter gerattert, so war sie nun mal, unsere Comic Con. Schön das einmal gesehen zu haben, umwerfend war es nicht. Und wenn man im Blog so viele Bilder einfügen muss, hat man keine Lust auf große und hohle Phrasen.

Spiderman hätten wir aber gerne mal so auf den Arsch geklatscht, just for fun 😉

 

 

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Silvester 2013 im Lehmann Stuttgart, CLR-Silvester

Lehmann Stuttgart
Die Luft ist schlecht. Da wird geraucht. Gestoßen. Dieser billige Nebel den sie in die Menge pusten (billigen künstlichen Nebel erkennt man an seinem schlechten Geschmack Schrägstrich Geruch). Die Anlage ist bis zum Anschlag aufgedreht, dadurch ist dieses Dröhnen in dir, dass sich durch deinen Brustkorb zieht und dir noch mehr den Atem nimmt. Alle sind betrunken oder auf Drogen oder zumindest „am Suchen“. Dazu dieses verdammte Stroboskop, welches die einzige, epileptische Lichtquelle ist und ganz wichtig (hier: Ganz schlimm) : Dieser furchtbare, unkommerzielle Technosound. Dieses (Sorry) Geschranze. Es ist mehr ein Knüppeln oder Prügeln als wirklich Musik. Die Leute hier zahlen Eintritt dafür. Sie lieben das. Schreien, johlen und tanzen maschinell dazu. So ist das, und ich habe das bis zum Erbrechen hier im Blog beschrieben. Dennoch wunderte ich mich gestern im Lehmann in Stuttgart ganz neu darüber. Denn. Für mich war das mit den Jahren geile Gewohnheit geworden. Ich liebe ja dieses asoziale, nicht Massenkompatible ohne es noch wirklich zu hinterfragen, weil es in meine DNA übergegangen ist. Als es meiner Freundin durch die Umstände der Zustände körperlich richtig schlecht ging, sah ich es von einer anderen Seite. Nicht dieses „GEILgeilGEIL“ welches ich mir auf die Fahne geschrieben hatte, als ich mir den Kopf rasierte, Drogen nahm und dazu solange tanzte, bis ich fast dehydriert umfiel.
Vor der Nacht dachte ich, dass es ihr entweder gefallen würde oder nicht – Thema erledigt; Irrtum. Denn diese Szene kann einen körperlich attackieren: Keine Luft, das Strobo, der Alkohol und dieser furchtbare, unmenschliche Sound der sich durch alles hindurch schiebt. Das ist eben nicht sozial, nicht kommerziell – und deswegen lieben wir das ja auch so. Doch es ist halt auch körperlich anstrengend. Darauf muss man vorbereitet sein. Das ist Männermusik in meinen Augen. Proletarier Sound – Ärzte findet man dort wohl eher selten. Außer. Sie sind zum Arbeiten da. Ich finde das geil, versteht mich richtig. Wenigstens war das so. Im berühmten „Früher“. Heute sieht man, wie lebensfeindlich diese Situation ist (fast wie aus nem Horrorfilm: Denen geht´s noch nicht schlecht genug? Pump noch mehr Nebel rein!) und dass es für eine Party-Situation absolut ungewöhnlich ist, sich eben nicht in ein angenehmes, sondern zerstörtes Ambiente zu begeben, richtig menschenfeindlich. Und wir finden und fanden das toll – schon krass eigentlich. Dieses umso zerstörter desto besser.
Lehmann Stuttgart
Mir hat es auch nicht gefallen. Obwohl. Das „Lehmann“ ist das alte M1 und das war früher schon ein geiler Club. Jetzt ist der total auf progressiven Techno gesetzt worden (früher waren da auch mal Lexy und K-Paul oder so, jetzt wurde das „Prag“-Zeichen dort gehisst, wem das was sagt), was nichts Schlimmes ist. Das ist der Sound, der mein Leben veränderte. Was aber (DJ-Namen unter Vorbehalt, hab nicht hochgeguckt) DJ Emerson oder Raphael Dincsoy nach 12 da vom Stapel ließ, war einfach nur saudoofes Gebolze, ultrabrutal, okay. Aber sonst? Wirklich unglaublich austauschbar und uninspiriert. Mensch. Wir haben doch Silvester 2013. Wie kann man da nur so klingen wie 2003? Gut. Ja. Die Leute wollen das. Ich aber nicht mehr. Mich stieß das ab. In seiner monotonen Redundanz. Und der Live-Act danach von Brian Sanhaji war mit das Schlechteste was ich seit Jahren gehört habe… Wirklich grauenhaft.
Vielleicht wäre ich wieder mit in den Groove gekommen. So wie früher. Aber ich wollte auch nicht mehr. Im zweiten Floor unten war der Sound noch schlechter. Nur ein blöder Beat, der variiert wurde. Klar. Ich wusste ja ungefähr was kommt, aber so was… Das ist ein Sound für „Angry young men“ und die paar Girls die da herumlaufen. Auch nicht wild.
Dass aber der Sound so beklemmend und schmerzhaft sein kann, dass einem schlecht davon wird, das musste ich erst verstehen, ich Simpel. Denn für mich ist Dubstep einfach nur eine andere Art von Techno – was Wahrheit und Quatsch in einem ist, denn die Szene verhält sich nun einmal total unterschiedlich. Davon kann man schon mal überrascht werden.
Der Club kann bestimmt ein legendärer Old-School-Techno-Laden werden, aber ich brauche das nicht mehr. Viel Spaß euch, ihr jungen, mit den beschissenen Frisuren.

Ach, beklaut haben sie uns auch. Ne. 2014 ist bisher eher nicht so geil. Macht aber auch nichts. Schluss mit Retro.
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Zu wem ich tanze – Update

DJs

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Bands/Live-Akts:
Böhse Onkelz (3,5), Radiohead, Einstürzende Neubauten (2,5), Der W (6), Chemical Brothers (3), Grinderman (Nick Cave), LCD Soundsystem (2), Soulwax, Justice, KoRn, The Prodigy (4), Alter Ego (2), Richard Bartz (5), Funk d Void, Green Velvet, Thomas P. Heckmann (5), Technasia (3), DJ Rush, Terrence Fixmer, Acid Junkies (2), Mijk Van Dijk, Paul Brtschitsch, Chris Zander, Brothers Yard, Stewart Walker (2), Johannes Heil (5), Der dritte Raum (2), Speedy J (5), Zombie Nation (2), Luke Slater, Anthony Rother (3), Subhead, Plastique de reve, The Horrorist, Justin Berkovi (2), Tok Tok (2), Hardfloor, Vitalic vs the Hacker, Chicks on Speed, Alexander Kowalski (4), 2Raumwohnung, Basic Implant, Conflict (2), the Advent (2), Kosheen, Junkie XL, Hanson & Schrempf (2), Gus Gus, Moloko, Moonbootica (2), Bill Youngman, Lexy & K-Paul, Mister X and Mister Y, Northern Lite (8), T.Raumschmiere & Band (2), Heiko Laux, Mia, Kim Peers, Röyksopp, Mathew Johnson (3), die Fantastischen Vier, Sono, Stereo Total, Deichkind (4), EOX, Tin Man, Depeche Mode, Robocop Kraus (2), Die Sterne (3), Metallica, Pearl Jam, Robbie Williams, Santana, Live, the Verve, Xavier Naidoo, die Söhne Mannheims, Travis (2), Audio Bullys, Kraftwerk, Basement Jaxx, Domenik Eulberg, the Infadels, Dapayk, Pan/Tone, Codec und Flexor (3), Legowelt, Laurent Garnier und Band (3); Band, Ada, Console, Robert Babicz aka Rob Acid, Erobique, Flogging Molly (2), Sigur Rós, Kettcar, Tocotronic (2), Monster Magnet, NOFX, Beatsteaks (2), REM, Ebony Bones, Henrik Schwarz, My Robot Friend, Motor, Sputnik Booster, World Domination, Autokratz (2), Skew Siskin, Pro Pain, Kat Frankie, Unicova, The Proxy, Hans Söllner, Delphic, Zoot Woman, French Horn Rebellion, Frittenbude, the Strokes, the Bloody Beetroots (2), Phoenix, Deftones, Marina & the Diamonds, Skunk Anansie (2), Bonaparte, the Shout Out Louds, Two Door Cinema Club, Groove Armada, Modeselektor, Blood Red Shoes, Get Well Soon, Fred Falke, Goldfrapp, Massiv Attack, Zucchero, Alanis Morissette, Helge Schneider and the fire fuckers, Cypress Hill, Oasis, Liquido, Faithless, Aka Aka, Adam Green, Fever Ray , Boemklatsch, Gabriel Ananda, Jamaica, WhoMadeWho (2), D-A-D, Eschenbach (3), The Hives, The Arctic Monkeys, the Foo Fighters, Gogol Bordello, Kasabian, Sick of it all, Digitalism, Alkbottle, die toten Crackhuren im Kofferraum, Mr Oizo – live, Breakfastklub, Jacek Sienkiwicz, Chanson, Krazy Baldhead, Mediengruppe Telekommander, Extrawelt,

„Klassik und Jazz“
Junge Münchner Symphoniker (2), Brein´s Cafe, Orchestra di Padova e del Veneto,

Wenn Künstler sowohl bei „Live“ als auch bei „Djs“ vorkommen, dann handelt es sich einfach nur um einen Live-Akt eines Djs – für Außenstehende als Erklärung 😉
Die Zahl nach dem Künstler/der Band gibt die Häufikgeit an wie oft ich den Act gehört habe.

Busy P und Krazy Baldhead im Rocker33, Stuttgart, der 2.10.2011

Ich bin verärgert, und zwar auf die einzige Person, auf die es sich lohnen sollte sauer zu sein, weil es bei ihr etwas ändert: Mich selbst.
Mein Ärger besteht darin einen Bekannten die ganze Tour nach Stuttgart hin und zurück blöd angemacht zu haben. Das war so eine Art Selbstläufer und erst in der Reflektion über die Nacht wurde mir, was ich da für einen Müll von mir gegeben habe. Wer mich kennt sagt jetzt: Na ja, so bist du halt. Und es stimmt irgendwo schon zur Form, nicht aber zum Inhalt. Einen Spruch bekommt man schnell von mir ab, und der kann schon fies und gemein sein, so lange ich ihn irgendwie witzig finde – für die Allgemeinheit. Ich habe schon viel schlimmere Dinge gesagt (viel, viel schlimmere). Doch es war diesmal einfach nur urteilender, selbstgerechter Blödsinn, den ich bei Anderen verurteile. Und. Man verurteilt oft das, was man selbst ist – und so war ich mal, doch ich dachte, ich hätte das abgelegt. Zudem mag ich den Kerl und es gab keinen Grund ihm überhaupt blöd zu kommen, das ist auch mein Problem: Warum habe ich das gemacht? Wirklich… Ich zerbreche mir schon den ganzen Tag den Kopf darüber. Klar war ich nicht nüchtern, doch dass ist keine Ausrede. Du bist immer du, egal ob voll oder nicht. Es muss einen Grund geben, doch ich habe ihn noch nicht in mir gefunden…
Dieses Grübeln überschattet meine Reflektion.
Auch.
War ich ziemlich betrunken. Das ist aber keine Ausrede. Das war nämlich nicht billig. Insgesamt: Die Party war passabel.

Die letzten paar Mal als ich das Rocker33 besuchte, war dort die Hölle los. Man musste ewig Anstehen um hineinzukommen, es gab Gedränge bei der Jackenabgabe, an den Tresen usw. usf. Am Sonntag dagegen war wirklich verdammt wenig los. Also nichts gewesen mit Anstehen – nicht das ich das gewollt hätte, doch ich wollte meinen Leuten natürlich den In-Club zeigen (für den sie eine kleine Odyssee hinlegen mussten), der das Rocker33 eigentlich ist. Warum so wenig los war: Keine Ahnung.
Auf jeden Fall stank es nach Pisse auf den Männertoiletten. Ein wirklich bestialischer Gestank, gegen den das Puerto Giesing Kreisklasse ist. Ich habe schon einiges erlebt, doch das war wirklich eine üble Schiene. Und ich komme vom Land 😉

Das Auftaktauflegen machte irgendein lokales DJ-Team (warum reicht da eigentlich einer nicht mehr allein? Hm…) und schon passabel. Wir waren eh draußen im Grünanlagenbereich, wo die Gesichter meiner Mitstreiter immer länger wurden, da der Laden einfach nicht voll werden wollte. Wir machten was man so macht. Rauchen und Trinken, doch selbst das Rauchen sollte noch zum Problem werden, da es weder im Club noch einen gefüllten Zigarettenautomat gab, noch im Umkreis von Kilometern um das Rocker herum; wir wissen es. Wir waren da und auf der Suche.

Das Publikum war erwartungsgemäß jung (bin ja auch nicht mehr der Jüngste in dem Zusammenhang 😉 ) und im Prinzip gut drauf. Sie erfanden das Feiern nicht neu, aber es schien okay, und auch wir hüpften und sprangen im Laufe der Nacht noch gut herum, auch wenn sich einiges Jungvolk schnell bedrängt fühlte.
Der Erste vom Ed Banger Label an den Reglern war Krazy Baldhead, der eine für mich schwer tanzbare Nachhilfestunde in Sache Broken Beats präsentierte. Sollte ein Live-Act gewesen sein, doch das vermute ich nur anhand der Länge des Sets von 45 Minuten. Doll war das nicht und es war auch nicht dass, was das Publikum erwartet hatte. „Ed Banger“ steht nun mal für ein bestimmtes Klischee von Musik (auch wenn dieses Klischee ironischerweise darin besteht, Musikstile zu vermengen), und mit der Einstellung waren die Meisten wohl angereist, denn bei Label-Chef Busy P ging es dann schon ordentlich zu auf der Tanzfläche.

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Es war dann auch genug los im Club um die Anderen zu verlieren, und wieder zu finden, alles etwas Alkohol verschleiert, doch kein Regelrechter Absturz; auf jeden Fall nicht für mich. Doch einige Enden von Geschichten fehlen… Wir haben gelacht. Das weiß ich noch genau. Und wir hatten auch Spaß am Tanzen. Am Trinken. Trug einander herum. Warf uns gegenseitig um. Und verteidigten einander vor jenen, die der Andere von uns umwarf.

Insgesamt habe ich jedoch nicht allzu viel getanzt und viel zu viel geredet, auch mächtigen Blödsinn – selbst das Gespräch das richtig gut war ärgerte mich später ein klein wenig, nicht wegen dem aus dem Mund gesprochenen, sondern wie sich die Sätze zusammenfügten, der Zusammenhang von Wort und Wahrheit, siehe erster Absatz diese Eintrags: Irgendwie war der Wurm drin. Die Worte kamen wie ein unendlicher Schwall Erbrochenes aus meinem Mund, und es würde Niemals aufhören, da unsere Hirne immer wieder und weiter mit neuen Infos gefüttert werden. Als lebendige Person vor Ort in meinem Kopf konnte ich das beobachten, beeinflussen und verstehen aber nur wenig.
Doch: Hey!
Es war keine schlechte Nacht.
Ich würde es wieder tun – gern sogar (und ein paar Sachen anders machen 😉 ).
Die Musik war in Ordnung, die Leute waren okay, und die Menschen in meinem Team habe ich wirklich gern. Doch das gewisse Etwas hat gefehlt, zur außergewöhnlichen Nacht, die man nie ganz vergisst.
Ach.
Und außerdem war es eine Frechheit mit welcher Aggression und (ja) Boshaftigkeit man in der Früh um 6 aus dem Laden geworfen wurde. Da sitzt man draußen (schon in der Jacke) und dann kommt Jemand daher gestürmt und raunt Einen an, dass man verdammt noch mal gehen soll, als wäre man der letzte Penner, und hätte keine 15 Euro Eintritt bezahlt. Höflichkeit kann man wohl nicht kaufen; auf jeden Fall nicht im Rocker33. So ein blöder Hund…