Frauen sind wie Autos – Text-Versuch

Der andere war ein kleiner Mann mit kurzen blondierten Haaren. Ein Undercut-Typ, dessen Frau in seinem linken Arm (in seiner Rechten die Zigarette) eine Südländische Färbung auf der Haut trug.  Sie lachte viel und zeigte dabei sehr weiße Zähne mit Innenlippen-Piercing-Ring. Der andere kleine Mann sprach mit einem eher größeren und machte Scherze, die die anderen um sie herum ihre Zigaretten vergessen ließen. „Weißt du“, sprach er zu seiner Südländerin. „Du bist wie ein Ferrari. Wie ein geiler Porsche. Mit dem man in der Gegend herumfährt, um von anderen gesehen, um bewundert zu werden. Du bist der Sportwagen, mit dem man in die Berge oder ans Meer fährt um dort Selfies mit dem geilen Gerät zu machen. Dass die Insta-Bitches vor Neid erblassen lässt. Du bist der Megaschlitten, mit dem jeder Mann auf sein Klassentreffen fahren würde, um von den anderen bewundert zu werden.“

Ihr Lachen ließ das Piercing über den Zähnen im Wiederschein der nächtlichen Neonreklamen der Nachtclubs aufblitzen. Sie als Sportwagen: Das konnte sie sich gut vorstellen.

„Meine anderen Frauen“, dabei zwinkerte er seinen Freunden zu, die verstohlen und geil auf den Sportwagen blickten. „Die sind eher so was wie VW-Käfer. Wie Twingos. Oder so´n Opel-Adam. Die sind nichts Besonderes. So Autos, mit denen man Erledigungen macht. Also zum Einkaufen fährt. So Supermarkt-Gefährte.  Gut genug für Arztbesucht. Friseur-Besuche… Passabel als Zweitwagen. Obwohl Mache von ihnen sind zugegeben wie modische Geschäftswagen. Neue Modelle. Jahreswagen. Junge Dinger. Okay. Aber mit Geschäftswagen geben nur Idioten an. Das sind Nutzfahrzeuge, die man gerne wieder hergibt und gegen den nächsten eintauscht. Die gehören einem nicht.“

Auf diesen Text hin lachte seine Kleine noch mehr, wenn auch böser. Sie versuchte ihn in die Seite zu boxen, was der Undercut verscheuchte wie den Angriff einer Stubenfliege.

„Manchmal BRAUCHT man halt einen Mini-Van. Einen Sprinter. Sie sind praktisch und haben ihre Vorteile. Alle Weiber haben ETWAS zu bieten. Wie jeder Gebrauchsgegenstand einen SINN erfüllt.  Aber das ist nichts (und dabei zog er sie wieder fester an sich heran) im Gegensatz zu einem Bugatti wie dir. Dich zeigt man seinen besten und ältesten Freunden. Seiner Familie. Mit dir gebe ich an. Durch dich werde ich gefeiert. Ich wüsste also nicht worüber du dich beschweren könntest. Schließlich behandele ich dich wie etwas ganz Außergewöhnliches. Dich pflege ich wie meinen Augenapfel. Du bist das Deluxe-Modell.“

Seine Freunde johlten begeistert. Ihr Freund traute sich etwas. Und sie. Kannte ihren Platz.

Kopfschüttelnd drehte Paul sich weg.

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Smartphones im Hallenbad

„Hilflos“ ist man dann recht schnell. Dazu reicht schon ein Smartphone, wohin keines gehört. Schon fühlt man sich überrumpel, übervorteilt, entblößt. Daran habe ich gar nicht gedacht, an diese Möglichkeit ob, und dass… Nicht einmal als wir vorhin das Schwimmbad betraten und da dieser Comic hing, der von der Frau, in dem sie einmal in einer Burka, einmal im Bikini und einmal in Straßenkleidung abgebildet ist, mit dem Zusatz auf Englisch, Arabisch und Deutsch, dass Frauen in jedem Aufzug zu respektieren seien. Und da ist dann dennoch auf einmal dieses Handy in der wechselnden Hand dieser 4 Typen, Jungs für mich, so Typen um 20, die sich selbst als super cool und sympathisch empfinden, im Wasser herum tollend, hinein hechtend, lachend, „angekommene Flüchtlinge“, die mit ihren Blicken, Gesten und Bewegungen die Räumlichkeit so sehr dominieren, das die restliche Hallenbad-Besucher sich dazu bewegt fühlen, einen großen Bogen um sie zu schwimmen, obwohl es nur ein standardisiertes Schwimmbecken ist, 5 Schwimmbahnen breit.

Als Mann denke ich mir anfangs nicht viel dabei, außer dass, was ein Mann immer schnell und oft denkt, nämlich das es mir lieber wäre wenn diese „Jungs“ nicht da wären, besonders auch deshalb, weil ich selbst einmal in dem pubertären Alter war, in dem sie mir erscheinen, auch wenn ich nie Flüchtling war, nie, nicht einmal ansatzweise, und wie stark ich mich ebenfalls in ihrem Alter fühlte, und wie blöd mir das heute vorkommt, wie pubertär, wie unausgewachsen. Das Smartphone nehme ich nicht wahr, meine Freundin macht mich darauf aufmerksam.

 

Es ist ziemlich brutal wie so ein Smartphone am falschen Ort das Gleichgewicht zwischen der Menschen verschieben kann, besonders, da diese Telefone heute WASSERDICHT sind und man auch noch unter Wasser damit Fotos machen kann, was sich hier im künstlichen gechlorten Indoor-Wasser anbietet. Mir ist unwohl in der Situation. Fühle mich schwach und unmännlich, da ich nichts unternehme, auch wenn im Prinzip nichts passiert, gegen das ich aktiv eingreifen könnte. Ich lasse meine Freundin neben mir schwimmen, ich zwischen ihr und den Typen, damit da ein gewisser Abstand zu den Kerlen und dem Ding ist, dass Fotos macht.

Die Kerle kauern sich immer wieder als halbrundes Grüppchen am Beckenrand zusammen, wie eine Wasserballmannschaft ohne die lächerlichen Badekappen, sehen sich Fotos an, die sie scheinbar voneinander gemacht haben, als sie in der Wasser sprangen; die vielleicht aber auch unter Wasser aufgenommen wurden, und Frauenkörper zeigen, wer weiß das schon?

Vom Herz her bin ich kurz davor einfach rüber zu schwimmen und mich hinter sie zu stellen, damit ich auch in das Wasserdichte Display, des Multifunktionsgeräts sehen könnte. Wären dann da ein Foto von meiner Freundin, über oder unter Wasser: Aber dann!

Tatsächlich ist es aber so, dass ich keinen von ihnen dabei ertappt hätte, wie sie das Handy als Spanner-Werkzeug eingesetzt haben. Der Rest ist Kopfkino.

 

Meine Freundin sagt, es mache ihr nichts aus. In der Großstadt im Hallenbad war ihr das, wenn sie mit ihrer Mutter unterwegs war, auch schon untergekommen, viel extremer und penetranter. Diese Erklärung. Macht es für mich natürlich nicht besser. Wie jeder Mann in dieser Situation denke ich mir nur, dass  es die Situation nur irgendwie schlimmer macht, wenn sie sagen muss: Es macht mir nichts aus. Da will Mann gleich zuschlagen. Dazwischen gehen. Wie man es früher gemacht hätte. Als man so alt war wie diese Typis.

Sie sagt zu mir: „Du regst dich mehr darüber auf, als ich.“

Das mag stimmen. Und wer kennt schon die Wahrheit? Und hätte ich nicht als Jugendlicher (nicht mehr in dem Alter dieser Kerle, eher ein halbes Dutzend Jahre vorher) auch mit dem Gedanken gespielt, was Ähnliches zu machen? Aber das waren nur Gedanken.

 

Als die Jungs weg sind schwimmen alle Besucher wieder schön ihre Bahnen. Es ist nichts passiert. Und es ist irgendwie doch sehr viel passiert. Entspannung sieht man in den Gesichtern der Frauen, von denen mir nur die vom Schwimmen roten Köpfe sichtbar sind, die an mir vorbeitreiben.

 

Am Hallenbad-Eingang sehe ich mir die „Benimm-Regeln“ an, suche nach einem Absatz, in dem etwas über „Smartphones“ steht. Da ist nichts. Von „Respekt“ gegenüber Frauen kann ich lesen. Ich finde dabei, dass es der Respekt gebiert, kein Handy mit ins Schwimmbecken zu nehmen. Und fühle mich dadurch auf der richtigen Seite der Medaille. Beim Hinausgehen sehe ich in den Glaskasten des Bademeisters, der auch nur in sein Smartphone starrt.

Das Gegenteil von Sexismus ist Feminimus

„Dich haben sie schon voll erwischt mit ihren Feminismus-Scheiß, oder?“

Das Kokain tropfte ihm bei Sprechen aus dem Glatzkopf, bis sich kleine Bäche bildeten, die an ihm herabliefen und niedertropften. Ebenso wie vorhin in der Dunkelheit des Kinos.

Wir hatten uns am Kino-Dienstag den „Independence Day 2“ angesehen, einer der schlimmsten Filme die man sich als menschliches Wesen überhaupt geben kann, so Rand voll Dummheit angefüllt fühlte sich die maximale Blödheit an, die wir uns da im Provinzlichtspielhaus reinzogen.

Schon da maulte und krakelte der Hartz-4-Prolet ein paar Sitze neben uns in dem fast leeren Kino, über die Entwicklung der Gesellschaft ab. Lauthals. Als im neuen Trailer zum Star Wars Spin-Of wieder eine Frau die Hauptrolle spielt, was für den Typen gar nicht ginge. „In was für einer abgefuckte Welt leben wir überhaupt? Frauen können doch nichts!“ Sein debiles Gerede feuerte er aber in einer angenehmen Dosis ab, so dass man sich gut dazwischen erholen konnte, wohl auch sein von mir aus in etwa 6 Jahre alter Sohn, der nebendran die Welt von Papa Prolo erklärt bekam. Und ganz sicher nicht zum ersten Mal. Im Film war eine Frau Präsidentin, und von so „einer dummen Sau konnten ja nur so bescheuerte Entscheidungen getroffen werden“, und „was ein Blödsinn! Als könnten Frauen so Flugzeug fliegen!“ Komischerweise kommentierte der Möchtegern-Macho das schwule Pärchen im Film nur mit einem: „Der aus dem ersten Teil soll jetzt plötzlich SCHWUL sein? Na… Auch egal…“

Dabei war der Film wirklich, wirklich grausam schlecht. Sogar die Projektoren flimmerten nur ein extrem schlechtes dreidimensionales Bild an die Leinwand und wieder zurück auf unsere Brillen. Hier im Kino fühlte man sich mehr „Unter Haltung“, als unterhalten.

 

Im Auto auf dem Rückweg setzte mein stark schwitzender Freund nach: „Der Gegenteil von Feminismus ist doch Sexismus.“ Da musste ich dann wirklich lachen: „Wasn Blödsinn… Was wäre denn wenn Frauen sexistisch sind?“

Er fuhr einfach fort, wild mit dem ganzen Körper polternd, während ich am Fahren war: „Jetzt sag mir mal EINE Sache die Frauen BESSER machen als Männer! Nur EINE!“

„Also meiner Ansicht nach machen Männer die Dinge auch nur schneller, aber falsch. Frauen brauchen länger und bis dahin sind die Männer mit ihrem Murks auch schon fertig. Das relativiert sich.“

„Höhö.“

„Keine Ahnung wer Sachen besser macht. Macht überhaupt wer Sachen besser? Die Unis sind auf jeden Fall voll mit Frauen. Und das spricht doch Bände. Und warum nicht? Und weshalb sollte ich mir nicht Frauen ansehen, die die Welt retten? Ich meine. Ich habe mir 34 Jahre lang angesehen wie irgendwelche durchtrainierten Honks im Lendenschurz die Welt gerettet haben – und mit denen kann ich mich auch nicht mehr identifizieren seitdem ich 12 bin. Weshalb sollen jetzt nicht Frauen die Welt retten, solche, die keine Titten aber dafür Abitur haben könnten. Ich meine, wir werden ja nicht von vollbusigen Klischee Katzenbergers gerettet.“

„Da ist was dran. Aber der Film kommt sicherlich auch noch.“

„Welcher?“
„Dieser Katzenberger-Film.“

„Na und? Schlimmer als der Film gerade wäre der auch nicht… Ich finde intelligente Frauen sexy. Verdammt noch mal, ich finde sogar intelligente Typen sexy, wenn sie nicht den Klugscheißer geben. Fühlst DU dich etwa von Idioten angezogen?“

„Der Film war wirklich scheiße.“ Themenwechsel.

„Oh ja.“

„Der war wirklich der letzte Dreck. Ich war erst auf der Party von der ich dir erzählt habe. Promi-Party.“

„Ach ja, da wollte ich eh noch wissen was da herauskam.“

„Auf jeden Fall waren da Weiber. HAMMER-Weiber! Und ich bin da mit einer ins Gespräch gekommen. Und die: Super erfolgreich, unglaublich geil anzusehen und auch noch knapp größer als wir zwei.“

„Und wir sind ja nun wirklich eher die Spitze der Evolution.“

„Genau. Und wir haben dann da rumgequatscht und ich hab ihr erzählt, WARUM sie keinen Mann ab bekommt.“

„Die wollte das hören?“

„Brennend.

Und dabei ist es doch so offensichtlich. „Hör mal“, hab ich ihr gesagt, „Du siehst aus wie ein Model, verdienst mehr als die Kerle und bis noch einen Kopf größer als sie – was denkst du denn was die Kerle glauben, dass sie dir bieten können? Die haben ANGST vor DIR!“ Und da hat sie dann so geguckt. Ich glaube. Der hat noch nie jemand so die Wahrheit gesagt.“

„Aber du hast verdammt Recht Mann.“
„Klar habe ich Recht.“

„Aber muss ein Mann einer Frau immer was zu bieten haben?“

„Ja logisch! Mann!“

„Wieso? Frauen haben vielen Männer doch auch nicht viel zu bieten als gut auszusehen, und die Typen mit dem vielen Geld und den Gehirnmuskeln hängen mit denen rum.“

„Du meinst dass ein Mann sich prostituieren soll wie eine Frau?“

„Ich würde es jetzt nicht gleich PROSTITUIEREN nennen…“

„Mann, das ist doch sexistisch wenn ein Mann sich SO aufführen muss um ne Alte klar zu machen!“

„Ne mein Großer“, da muss ich lachen und klatsche ihm auf sein Knie, „Da ist Feminismus dann wirklich mal Sexismus. Wegen Gegenteil und so.“

Damisch

Ich bin mehr ein Sexist als ich von mir selbst annahm. Auf die Frage wie ich mich heute in der Arbeit  fühle mit meiner Gehirnerschütterung, kam mir nur das Wort „damisch“ treffend vor.

Damisch wird von „Dame“ abgeleitet und  bedeutet  (herzlich gemeint nur dennoch: ) „leicht doof“,  jedoch auch „schwindelig“.

Irgendwie  ist das Wort furchtbar dumm u zum Glück antiquiert. Einen gewissen Charme hat es leider doch… So weit bin ich also noch nicht in meiner Aufklärung wie ich dachte…

Brüderle und die Sexismus-Debatte

Gerade habe ich im SPIEGEL den Kommentar von Christiane Hoffmann zur Causa „Brüderle“ gelesen. Vorweggenommen: Den Artikel empfinde ich als ziemlich fair.
Brüderle wird nicht als Sexmonster dargestellt, sondern einfach nur als Mensch mit Fehlern und Stärken, natürlich Unsicherheiten; im Prinzip aber geht es um den Politikbetrieb an sich, um das Verhältnis von Journalisten und Politikern, die sich gegenseitig brauchen und deswegen ihre Spielchen und manchmal auch ihre persönlichen Trumpfkarten ausspielen – wir wollen mal festhalten das der Mann niemand vergewaltigt hat sondern – wenn überhaupt – eine Journalistin furchtbar plump angegraben hat, und zwischen einem Kompliment und sexueller Belästigung entscheidet oft nur ein Detail: Die Sympathie. Von manchen Menschen lässt man sich eben umgarnen, während man bei anderen abgestoßen wird oder gleich zu Lachen anfängt (und der Brüderle sieht nun mal aus wie ein Prototyp eines Klischees).
Sexuelle Belästigung an sich ist ein schweres Thema. Denn wo beginnt sie, wo wird nur provoziert (egal von welcher Partei) und was ist ein Härtefall?

Das ist für mich aber gar nicht das Thema. Was mir jetzt aber auffiel ist (obwohl ich mich mit dem Thema nicht wirklich auseinandergesetzt habe, sondern immer wieder darauf stoße), wer die Debatte in den Feuilletons führt, wer die Kommentare schreibt: Frauen.
Sexuelle Belästigung ist ein Frauenthema, wenigstens wird uns das von den Medien suggeriert. Ich finde, das stimmt nicht.

Also ich bin mir sicher (auch wenn ich nicht die letzte Tage einige Statistiken gelesen und gehört hätte), dass Frauen in den meisten Fällen die Opfer von sexueller Belästigung sind, da Männer nun einmal eher zu Dominanz neigen und viele (das ist jetzt keine Entschuldigung) sich gar nicht bewusst sind eine Frau sexuell zu belästigen, sondern ihr vorsintflutliches Gehabe von wegen „Balzverfahren“ abspulen. Wie gesagt, das ist keine Entschuldigung. In einer Gesellschaft muss man sich zügeln und anpassen. Wir leben ja im 21ten Jahrhundert – ganz egal ob wir die Vergangenheit noch in uns tragen.

Warum aber urteilen und debattieren immer nur Frauen über solche Fälle (zumindest in Deutschland)? Denn Männer haben ebenso eine Meinung zu dem Thema. Und Männer sind nicht per se schuldig und Frauen unschuldig – und damit meine ich NICHT Brüderle und Himmelreich um die es im Kern der Debatte geht, sondern diejenigen, die über sie reden. Ich höre immer nur von Frauen die über die Rolle der Frau beim Thema Sexismus sprechen und ebenso über die Rolle der Männer. Ein Mann tritt dann meistens nur als „Experte“ (haha) oder Wissenschaftler auf – die emotionale Debatte führen aber immer nur Frauen wie Alice Schwarzer, Claudia Roth, Ursula Kossler, Ina Pohl, Katja Suding, Angela Merkel (sogar die Merkel erlaubt sich eine Meinung, uija) Christina Hoffmann, Silvana Koch-Mehrin, Manuela Schwesig, Andrea Nahles und wie sie alle heißen und sich an der Debatte mehr oder weniger sinnvoll beteiligen (ich hab kurz gegoogelt). Weil. Sie sind ja alle Profis, weil sie alle Frauen sind.
Ganz ehrlich: Das ist doch auch nur Sexismus, wenn in der Debatte die Männer vollkommen ausgeschlossen werden.

Das die verschiedenen Print- und Online-Medien Frauen vorschicken ist nicht verwunderlich, denn ihnen wird die Meinungshoheit bei dem Thema zugesprochen – warum eigentlich? Zur sexuellen Belästigung gehören immer zwei – Opfer und Täter – und zu sagen das jede Frau immer nachfühlen kann ein Opfer zu sein und jeder Mann immer ein Täter, dann ist das doch der pure Sexismus. Als hätten wir in all den Jahren des Feminismus es nicht weiter gebracht als zum puren Rollendenken. Wie kann so eine Debatte überhaupt vernünftig geführt werden, wenn nicht alle Parteien an einem Tisch sitzen?

Das ist wie mit der Frauenquote, bei der meistens auch nur Frauen zu Wort kommen. NATÜRLICH ist es so das eine Mehrheit von Männern in Führungsposition sitzen und natürlich geht von ihnen auch eine Mehrzahl der sexuellen Belästigung aus, aber ist nicht gerade dieser Überhang nicht der beste Grund um sie an der Debatte zu beteiligen als sie außen vorzulassen? Was soll das? Hier wird mit Emotionen und mit Klischees eine Debatte geführt und damit verteidigen sich die Frauen nicht nur, sondern sie stecken sich damit gleich selbst wieder mit in eine Schublade, so als würden Frauen nur bei Frauen-Themen („Herdprämie“, „Kitas“, Kinder überhaupt und im Speziellen usw. usf) mitreden können – und bei Frauenopfer-Themen. Das ist ebenso durchsichtig und primitiv wie Brüderles Anmache.

Ja. Mir ist durchaus klar dass es hier um ein Problem der Gesellschaft an sich geht, aber Sex wird immer ein Reizthema sein. Immer. Aber es liegt an uns selbst in welche Klischees wir verfallen und welche wir ablegen. Und das pure Rollendenken wird uns da nicht weiterbringen, sondern das Schlachtfeld nur verlagern und damit andere Opfer finden als bisher. „Na endlich“, mag die eine Partei sagen, „jetzt sind wir dran“, aber das ist doch nicht das worauf die Gesellschaft aus ist. So wird es immer ein Geschlechterkampf bleiben und wenn sich eine Seite dabei ausschließlich zum Richter und Anwalt aufspielt, werden die Gräben nie überwunden.
Das ist keine Debatte, das ist eine Farce.
Hauptsache die „Blätter“ haben etwas zu drucken.
Und wie immer entdecken die Journalisten das größte Drama da, wo sie selbst betroffen sind – nur um daraus eine große Story zu machen. Ich mag den Brüderle nicht, aber ein Dominique Strauß-Kahn ist er nicht. Auch wenn manche Menschen das gern hätten: Frauen wie Männer. Denn der „Aufschrei“ kommt nicht vom Volk, sondern ist nur Blätter-Rauschen.