„The OA“ Ein Gefühl und ein Trailer zur Serie

Während meines Heimaturlaubs sehe ich mir auf Netflix die Serie „The OA“ an. Dabei fällt mir auf, wie komisch es ist, dass man die Geschichten die man dort sieht, in deren Universum sofort als „wahr“, „echt“ und „real“ anerkennt, während wir in unserem Universum überhaupt nicht an Geschichten glauben, sondern nur an Fakten… Als gäbe es keine Grauzonen der Vernunft…

Keine Angst, ich zitiere jetzt nicht Hamlet, sondern stelle nur den Trailer online.

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„Narcos“ und ich

(Ich schreibe die nächste Zeit mal auf dem PC u veröffentliche über das Handy ,  ist ein Versuch wert…)

In diesen Tagen sehe ich mir die Serie „Narcos“ an. Sie handelt von den kolumbianischen Drogenbaronen und im Speziellen von Pablo Escobar, fast könnte man von einer Biografie Escobars sprechen und zwar in der Art, in der „Der Baader-Meinhof-Komplex“ eine Biografie der RAF darstellt.

Wie meistens in solchen Geschichten – deren Drehbuch hier jedoch die Wirklichkeit schrieb – gehen nach dem Aufstieg und dem Etablieren der Machtstrukturen die Probleme erst richtig  los.Erfolgreich zu werden scheint manchmal ein Leichtes im Gegensatz zum ständigen Machterhalt zu sein. Escobars Geschichte ist aber auch DIE Blaupause für solche Karrieren, denn neben seinem explosionsartigen Erfolg und seinem  Aufstieg durch den Verkauf von Tonnen Kokain in die USA, der ihn  zum Multi-Milliardär machte und ihm die Möglichkeit gab, sich als Prophet und Gönner der „kleinen Leute“ darzustellen, ist Pablo Escobar dafür bekannt geworden, einen blutigen Bürgerkrieg gegen die kolumbische Regierung geführt zu haben, bei dem er nicht einmal davor zurückschreckte Passagierflugzeuge zu bombardieren und unzählige unschuldige Menschen zu töten um nur einen Mann zu beseitigen.

 

Escobar hatte die Macht so zu handeln, da die Amerikaner und später auch die Europäer ihm die Macht dazu gaben. Nicht die „freiheitlichen Regierungen“ der USA und der EU gaben ihm diese Macht und Legitimation, das waren Leute wie du und ich, wenigstens, wenn du gerne Drogen nimmst. Sein Erfolg war das Produkt unserer Sucht, denn unsere Sucht gaben ihm das Geld sich wie ein Diktator oder gleich wie ein Gott generieren zu können; und wie ich das so sah, auch wenn die Handlung in den 80ger Jahren angesiedelt ist, stellte sich mir die Frage, wie viel Blut an dem Kokain klebte, dass ich in meinem Leben zu mir genommen hatte. Und auch wenn ich diese Droge nicht mag und lieber andere konsumierte (konsumiere), ist doch keine Droge frei von Schuld.

Das ist schon komisch: Der Süchtige, der ich bin, war und wohl immer bleiben werde, hatte nie die Zeit oder die Muse sich mit etwas anderem auseinanderzusetzen als mit sich selbst und seiner eigenen Sucht. Was juckt mich das Leid und Elend von irgendwelchen Leuten auf einem anderen Kontinent? Oder von sonst wem? Schließlich hatte ich ja schon genug Probleme. Und man darf auch nicht vergessen, dass man im Prinzip nicht einmal Schokolade kaufen darf wegen der Auswirkungen auf die Menschheit (ob der Sklavenhaften Bedingungen beim Kakao-Anbau – und wegen der Plastikverpackung), nicht einmal Autofahren ist frei von Schuld, wenn man einmal an den Planeten denken würde. Doch wenn man so wie in „Narcos“ vor Augen geführt bekommt, wie Frauen und Kinder wegen meinem Glück sterben müssen, dann bewegt das noch was in mir – und ihr könnt jetzt darüber schmunzeln oder nicht, aber ich finde das ein Anzeichen dafür, dass ich noch ein wenig ein Mensch geblieben bin.

Komisch. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht.

Wir sind nur irgendwelche Leute

Ich bin auf eine Party eingeladen. Einige der Leute die dorthin kommen kenne ich, manche nicht. Ach. Es wird nett werden, keine Frage. Man lacht. Trinkt. Oder in der anderen Reihenfolge.

Dabei glaube ich nur nicht, dass ich dort interessante Gespräche führen werde. Es kommen normale Leute mit normalen Problemen, die darüber nicht hochphilosophisch sprechen werden.

Gerade haben wir die 6te Folge der zweiten Staffel True Detective gesehen und die ist angefüllt mit Cops und Ganstern, die höchstphilosophisch mit coolen One-Linern, ihr außergewöhnliches Leben am Abgrund fast schon zu sehr reflektieren, um glaubhaft zu sein. Aber es ist verdammt cool und unterhaltsam.

Die paar krumme Gestalten, und diejenigen, die andere vielleicht als so was wie Gangster oder Verbrecher ansehen würden, die ich kenne, sind nicht so. Das sind einfach nur normale Typen, die ein wenig krasser drauf sind. Die gerne mal Drogen nehmen, verkaufen und deswegen hin und wieder ein wenig entarten können (müssen), in dem sie X und/oder Y ihre Faust in den Körper rammen. Und trotzdem sind das wenn man mit ihnen quatscht sehr normale Kerle, mit stinknormalen Problem, wie Haus, Kinder, was weiß ich. Sie sind weder hypercool, noch hyperproletenhaft oder hypergebildet. Und erst recht nicht Alles gleichzeitig.

Das sind einfach nur irgendwelche Leute.

Überall.

Sind einfach nur irgendwelche Leute.

Und wir Alle sehen uns Figuren im Kino, Fernsehen oder im Stream an, die wir toll finden, weil sie eine Mischung darstellen, die wir toll finden, da wir so nicht sein können. Der kluge Mörder. Der feingeistige Verbrecher. Der unmoralische Polizist. Der Gentleman-Kannibale. Mit machen von denen würden wir gerne einmal sogar selber abhängen wollen. Ja. Wir wären gerne ihre Freunde oder glauben, sie würden uns besser verstehen, als es unser echtes Umfeld könnte. Wir sind uns doch so ähnlich…

Das stimmt nicht.

In Wahrheit gibt es solche Typen bestimmt gar nicht. Denn diese Figuren, mit Blut an den Händen und einem Wortschatz wie aus dem Brockhaus, das sind alles nur Erfindungen von irgendwelchen studierten Nerds, die Drehbücher schreiben, in welchen sie aus einem Gangster ein zerrissenen Irgendwas machen, einen vollendeten Prototypen, der Nietzsche zitiert während er mit einer Hand ein Whiskeyglas balanciert und mit der anderen eine Schusswaffe führt, und damit gleichzeitig tötet.

Das ist eine Illusion. Das sind nur Kopfgeburten von gebildeten Leuten, die gerne cool wären. Das sind nur Träume von einem Hybriden, der gleichzeitig Verbrecher und Philosoph in einem ist.

Philosophen sind eher selten Männer der Physis. Und Männer fürs Grobe, selten Philosophen.

Wir sind einfach  nur irgendwelche Leute. Keine gefallenen Superhelden. Oder aus der Reihe fallende, entrückte Genies, die irgendwie doch jeder verehrt. Allerhöchsten sind wir Maulhelden, die Geschichten und Figuren erfinden und sich ausmalen wie WIR gerne in einer extremen Situation wären: Selbstsicher, klug, sexy –  und ein wenig böse.

Wer will schon die Wahrheit sehen, in der wir unsichere Typen sind (wenn nicht gleich Feiglinge), die in ihrem Leben kaum auf wirklich besondere Erlebnisse und Handlungen zurückblicken können?

Wir sind keine gebrochenen Anti-Helden. Dafür ist unsere Seele gar nicht tief genug.

Serien, Filme, Schauspiele, sind nur Visionen von irgendwelchen Leuten, die von anderen Leuten  dargestellt werden: Und Alle wären gerne besser als sie sind.

Und keiner gesteht sich ein, wie das Leben wirklich ist.

True Detective Staffel 2

Wir sind gerade bei der Hälfte und ich kann nicht wirklich verstehen, warum die zweite Staffel der Serie dermaßen in Verruf geraten ist.

Zwar kann ich die Enttäuschung darüber nachfühlen, dass sie überhaupt nichts mit der ersten Staffel zu tun hat, dennoch ist sie bisher ein ganz eigenes Meisterwerk mit diesem unheimlich dunklen, fast schon miesen Charme.

Warum wollen die Leute immer genau das, was sie schon kennen? Und wieso bin ich da in vielen Dingen genauso?

Weil man unterhalten werden will und das geht am Besten mit gewohnten Figuren und Symbolen. Verstehe ich. Nur sollte man sich nicht die ganze Zeit nur unterhalten, man muss sich auch aus herausfordern lassen. Es muss ja auch nicht immer alles Spaß machen. Und erst recht nicht immer auf die gleiche Art.

Serien erzählen nämlich immer den gleichen Witz. Mal ist er länger, mal kürzer. Der Inhalt ist der Gleiche.