Zu wem ich tanze – Update

Zeit die Angeber-Liste mal wieder zu aktualisieren…

DJs

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Bands/Live-Akts:
Böhse Onkelz (3,5), Radiohead, Einstürzende Neubauten (2,5), Der W (7), Chemical Brothers (3) Nick Cave and the Bad Seeds, Grinderman (Nick Cave), LCD Soundsystem (2), Soulwax, Justice, KoRn, The Prodigy (4), Alter Ego (2), Richard Bartz (5), Funk d Void (2), Green Velvet, Thomas P. Heckmann (5), Technasia (3), DJ Rush, Terrence Fixmer, Acid Junkies (2), Mijk Van Dijk, Paul Brtschitsch, Chris Zander, Brothers Yard, Stewart Walker (2), Johannes Heil (6), Der dritte Raum (2), Speedy J (5), Zombie Nation (2), Luke Slater, Anthony Rother (3), Subhead, Plastique de reve, The Horrorist, Justin Berkovi (2), Tok Tok (2), Hardfloor, Vitalic vs the Hacker, Chicks on Speed, Alexander Kowalski (4), 2Raumwohnung, Basic Implant, Conflict (2), the Advent (2), Kosheen, Junkie XL, Hanson und Schrempf (2), Gus Gus (2), Moloko, Moonbootica (2), Bill Youngman, Lexy und K-Paul (4), Mister X and Mister Y, Northern Lite (8), T.Raumschmiere und Band (2), Heiko Laux, Mia, Kim Peers, Röyksopp, Mathew Johnson (3), die Fantastischen Vier, Sono, Stereo Total, Deichkind (4), EOX, Tin Man, Depeche Mode, Robocop Kraus (2), Die Sterne (3), Metallica, Pearl Jam, Robbie Williams, Santana, Live, the Verve, Xavier Naidoo, die Söhne Mannheims, Travis (2), Audio Bullys, Kraftwerk, Basement Jaxx, Domenik Eulberg, the Infadels, Dapayk, Pan/Tone, Codec und Flexor (3), Legowelt, Laurent Garnier und Band (3), Ada, Console, Robert Babicz aka Rob Acid, Erobique, Flogging Molly (2), Sigur Rós (2), Kettcar, Tocotronic (3), Monster Magnet, NOFX, Beatsteaks (2), REM, Ebony Bones, Henrik Schwarz, My Robot Friend, Motor, Sputnik Booster, World Domination, Autokratz (2), Skew Siskin, Pro Pain, Kat Frankie, Unicova, The Proxy (2), Hans Söllner, Delphic, Zoot Woman, French Horn Rebellion, Frittenbude, the Strokes, the Bloody Beetroots (3), Phoenix, Deftones, Marina and the Diamonds, Skunk Anansie (2), Bonaparte (4), the Shout Out Louds, Two Door Cinema Club, Groove Armada, Modeselektor (2), Blood Red Shoes, Get Well Soon (2), Fred Falke, Goldfrapp, Massiv Attack, Zucchero, Alanis Morissette, Helge Schneider and the fire fuckers, Cypress Hill, Oasis, Liquido, Faithless, Aka Aka feat Thalstroem (3), Adam Green, Fever Ray , Boemklatsch, Gabriel Ananda, Jamaica, WhoMadeWho (4), D-A-D, Eschenbach (3), The Hives, The Arctic Monkeys, the Foo Fighters, Gogol Bordello, Kasabian, Sick of it all, Digitalism, Alkbottle, die toten Crackhuren im Kofferraum, Mr Oizo – live, Breakfastklub, Jacek Sienkiwicz, Chanson, Krazy Baldhead, Mediengruppe Telekommander, Extrawelt, Marsimoto, R.A.F. 3.0, F.R., Cro, Arkangel, In Blood we trust, Surge of fury, Ya-Ha, the computers, M 83, Switchfood, New Oder, Jennifer Rostock, The do, Casper, La Brass Banda, Wolfmother, Oliver Koletzki und Fran, Tim Fite, Little Dragon, Frittenbude (3), Killers, Metronomy, Kraftklub (2), SBTRKT, Calexiko, Kaizers Orchestra, Members of Mayday, Oliver Schories, Chase & Status, Knife Party, Blixa Bargeld (Solo-Vocal), the dorf, Matthew E White, Cäthe, Fayzen, Brian Sanhaji, Scooter, Maximo Park, Booka Shade, We are scientists, Olli Schulz, Sido, König Leopold, Howling, Moderat, Schlachthof Bronx, OK Kid,

„Klassik und Jazz“
Dmitri Hvorostovsky, Junge Münchner Symphoniker (2), Brein´s Cafe, Orchestra di Padova e del Veneto,

Wenn Künstler sowohl bei „Live“ als auch bei „Djs“ vorkommen, dann handelt es sich einfach nur um einen Live-Akt eines Djs – für Außenstehende als Erklärung 😉
Die Zahl nach dem Künstler/der Band gibt die Häufikgeit an wie oft ich den Act gehört habe.

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We Are Scientists – Im Flex, Wien, es war der 26.3.2014

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Am zweiten Abend waren wir im Flex. Das Flex liegt am Donaukanal, direkt am Donaukanal, was bedeutet, dass es unter den Brücken liegt, in so einer Art Bunker, wo das Hochwasser als erstes einsickert. Cooler Ort für nen Club und im Sommer bestimmt sehr ansprechend.

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Innendrinnen war es dann weniger ansprechend. Nicht dass die Location peinlich wäre oder so, das zu sagen wäre Unsinn. Solche Läden habe ich nur schon zu Dutzenden gesehen. Es ist diese Sorte Rock-Location, die etwas asslig aussieht und somit eine gewissen ranzigen Charme versprühen will, was dem Flex jedoch nur teilweise gelang, zu nichtssagend ist die Raumaufteilung und von einer Einrichtung wollen wir mal gar nicht sprechen. Sah irgendwie aus wie ein Nebenraum vom „Backstage“ in München.
Das war jetzt keine Enttäuschung für mich und nach dem ganzen Pomp der Stadt vielleicht sogar eine willkommene Abwechslung für die Augen (man musste schon ein Weilchen aus der Innenstadt heraus um nicht an jeder Ecke von einem Protzbau erschreckt zu werden), nichtsdestotrotz rein optisch eine langweilige Location. Gut. Die Toilette mit den Bonbons hinter der Plastikwand war ganz nett.

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Dabei blieb es auch: Ein netter Abend.
Ich hatte schon tagsüber den Eindruck, dass in Wien weniger Hipster herumlaufen als bei uns in großen Städten. Das kann zwar daran liegen, dass ich zu Uhrzeiten unterwegs war, an denen ich einfach nicht solche Menschen getroffen habe; auffällig war es aber schon. Das ist das Sympathische für mich an Wien, dieses Unaufgedrängte, Entspannte der Menschen, wo es kaum Deppen mit Mittelpunktsneurosen zu geben scheint. Sich verrückt anzuziehen und sich dann toll vorzukommen, scheint der Wiener als deppert zu empfinden, und das ist doch schon einmal wirklich klasse. Man kann ja auch Haltung haben, ohne sie ständig wie ein Preisschild herumzuzeigen. So was mag ich.
Nur. Wenn man so gar nicht ausgeflippt ist, sind natürlich auch die Konzerte nicht besonders verrückt. Es war alles sehr ruhig und geordnet da im Flex. Keiner drehte durch, auch wenn irgendwann dann doch so etwas wie Stimmung aufkam.
Dieses „Understatement“ ist für mich jedoch auch eine gewisse Form von Haltung; Normal ist auch Haltung. Manche sagen sogar, es sei die Schlimmste – was ich nicht unterschreiben würde… Es war einfach auffällig wie dermaßen ruhig das Publikum war, fast schon zu cool, wobei, „cool“ nicht das richtige Wort ist. Es fehlte einfach am Engagement, doch man muss auch zugeben, dass die „We Are Scientists“ jetzt auch nicht das Konzept Rockkonzert neu erfunden hätten.

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Ihre Vorband hieß „Paws“ (oder?) und passten mit ihrem (Ausdruck: Freundin) „Geschranze“ nicht zu dem sanften Indie, was bisher in dem Laden gespielt wurde. Es war scheppernder Rocksound (ich will nicht immer „Indie“ sagen, alles ist „Indie) und war etwas deplatziert, zudem kam die Band auch noch eine halbe Stunde zu spät auf die Bühne, da freut sich jedes Publikum darüber, kurz:
„Paws“ waren scheiße.

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„We Are Scientists“ kenne ich (wie Soulwax, LCD Soundsystem, Billy Talent und einige andere Bands) von dem Soundtrack eines Videospiels: Burnout (drei oder vier). Ich hätte wahrscheinlich nie wieder an sie gedacht, doch mittwochs ist nicht so viel los in Wien, also sind wir da hin. Die „Scientists“ machten dann wirklich eher soften Indie-Rock, was die Menge – wenn sie denn irgendwann mal wach war – auch nicht aufweckte. Schade eigentlich. Das Flex als auch die Bühne sind sehr klein und da sollte es im Prinzip leichter sein, dass der Funke von Band zu Publikum überspringt, es geschah nur nicht. Schade. Da half es auch nichts später den Swag aufzudrehen und die alten Kracher zu spielen.
Ich hielt mich an meine Freunde Jägermeister, Bier und Jack Daniels mit Cola (in Österreich bekommt man dazu sehr stilecht ein Cola von Red Bull – das schmeckt nicht) und es war eine okayene Abwechslung nach dem ganzen Touri-Programm. Nett. Doch nett ist nun mal auch der kleine Bruder von Scheiße.

Und entschuldigt mein Statement am Ende des Videos 😉

Nick Cave and the Bad Seeds "Push the sky away"-Tour-2013 im Zenith in München, es war der 21.11.2013

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Nick Cave live ist eine Naturgewalt. Was der Mann mit inzwischen 56 Jahren auf der Bühne rockt, können viele „Rockstars“ nicht einmal mit 26. Er ist ein Derwisch auf der Bühne, der totale Frontmann, ne Rampensau – und ich schicke hiermit jeden der Ohren und Augen hat auf ein „Bad Seeds“-Konzert, möglichst weit vorne am besten, denn dort hat man fast nicht die Möglichkeit dem Entertainer zu entkommen, was bedeutet von ihm angeschrien oder angefasst zu werden; für ihn sind seine Fans wortwörtlich eine „Stütze“.
Es war mein zweites Mal mit Nick Cave nach seinem „Grinderman“-Auftritt vor ein paar Jahren (ebenfalls hier wie damals mit dem fantastisch verrückten Warren Ellis) und ich hatte eigentlich eher gehofft, dass es weniger rockt, da der Mann auch wunderbar die leisen Töne anschlagen kann, zudem war es ganz egal ob er mit „Grinderman“ oder den „Bad Seeds“ auf der Bühne stand: Nick Cave ist immer eine ziemliche One-Man-Show – das ist auch etwas schade, denn die Musiker haben einiges drauf was im Windschatten dieses Energiebündels etwas untergeht.

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Los ging das Set (wenig überraschend) mit „We no how U R“, gefolgt von „Jubilee Street“ und schon hier merkte man, dass die Band die Songs etwas auf „rau“ gebürstet hatte und bei „Red Right Hand“ war dann eh alles klar. Überhaupt wurden die meisten Lieder etwas anders gespielt als es sie auf Platte gibt, was teilweise etwas traurig war („Into your arms“) oder auf der anderen Seite fantastisch herüberkam wie bei „Mermaids“, oder noch geiler bei „Stagger Lee“ (mein Lieblingslied dieser Nacht), dem Cave nicht nur eine andere musikalische Note, sondern auch ein neues Ende mit verpasste, in der der Motherfucker Stagger Lee auch gleich noch Luzifer 4 Kugeln in der Kopf verpasste. Aus dem „Weeping Song“ wurde eine Solo-Nummer gemacht, aber auch das störte nicht weiter, kurz: Die erste Stunde haute mich das Konzert wirklich um, auch wenn das Publikum eher betagt war (hey, endlich mal einer von den Jüngsten :)) ) und es nicht wirklich abgegangen ist. Dann. Fehlte für mein Gefühl etwas der Switch in dem Auftritt.
Zwar gab die Band, und besonders der Nick alles, doch es war dann halt doch die immer gleiche Nummer vom Schreien und „in die Menge gehen“.

Nick Cave München 2013

Außer zu den Beiden erwähnten ruhigen Liedern, kamen nur noch „God is in the house“ und „Push the sky away“ hinzu, weswegen man bei einer Band mit so vielen schönen Balladen sich schön etwas mehr erwartet hätte, gerade was die Zugaben angeht, die mit drei Lieder (u.a. „We real cool“, „Deanna“) nicht nur kurz sondern komplett überflüssig war. Natürlich, Geschmäcker sind verschieden, aber von den Liedern die bei mir zuhause rauf und runter laufen („Are you the one?“, „Fifteen feet of pure white snow“, „As I sat sadly by your side“ – die Liste könnte ich lange fortsetzen), kam leider so gut wie nichts, doch das ist halt einfach Pech; vlt liegt die Songauswahl an der „Grinderman“-Erfahrung, seitdem Nick Cave wieder die Liebe zur Wut und Wucht entdeckt hat.
So oder so ist das aktuelle Album eines seiner Besten und man konnte selbstverständlich in vielen Liedern daraus schwelgen.

Hier mal zwei aktuelle Youtube-Videos aus München um den Spirit aufzufangen.

Konzertbeginn sollte um 19.30 sein und so um den Dreh kamen wir auch an, doch diese Info stellte sich als falsch raus (auch wenn es auf den Karten stand). Jedoch kamen wir früh genug, um ganz vorgelassen zu werden, vor den Wellenbrecher, wo man nur mit Stempelchen wieder hineinkonnte. Das Konzert war restlos ausverkauft und wollte man irgendwohin, war es ein heilloses Gedrücke. Die Menschen wollten was sehen (auf die Ohren gab es ja ohnehin) und so hatten wir da vorne richtig, richtig Glück gehabt.

Shilpa Ray München 2013

Weniger Glück hatten wir mit der Vorband, die aus der Solo-Künstlerin Shilpa Ray bestand. Dabei würde ich nicht einmal behaupten, dass die gute Frau schlecht singen würde und sich keine Mühe gegeben hätte, doch der Umstand dass sie mit ihrer Akkordeonhaften Quetschkommode ganz allein auf der Bühne stand und sang, machte ihren Auftritt dann doch nach 3 Liedern schwer erträglich – es klang alles ziemlich gleich und dazu noch sehr nach Anna Calvi.
War eine gute Nacht, aber es hat mich weniger umgeblasen als bei meinem ersten Nick Cave Konzert. Doch da gehe ich gern mal wieder hin 🙂

Southside 2012 Der Rückblick

Was macht man wenn auf ein Festival fährt, bei dem man vom Line-Up nicht wirklich überzeugt ist? Genau: Nudelsalat. Wobei ich damit eigentlich sagen will, wie dekadent (also erwachsen…) unser Campingverhalten geworden ist. Früher reiste man mit einem 20 Mark Iglu-Zelt an, stöhnte im Regen, fluchte in der Sonne. Zog seine Ernährung durch die Nase.
Heute: Ach, das Essen können wir wieder mitnehmen, im Kühlschrank wird ja nichts schlecht. Das ist natürlich schon geil, doch es ist auch eine Metapher dafür, dass man mit 31 Jahren nicht mehr GANZganzGANZ vorne steht, sondern sich ein Konzert nicht einmal hinter dem ersten Wellenbrecher ansieht (was in der Jugend der Gipfel der Konzessionen war), also schon einmal ganzGANZganz hinten steht, bei der zweiten Boxenwand. Dafür sieht man jetzt ja alles. Irgendwie.
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Auch. Wenn man dann doch wieder mittendrin im Wahnsinn war ;D

Wetter (machen wir diesmal ganz kurz – ich versuche auch den Text kürzer als die letzen Jahre zu halten, beschränke mich auf die Bands) war am Donnerstag stürmisch, Freitag/Samstag heiß und schwül, Sonntag wurde uns ein Wolkenbruch angekündigt, der zum Glück ausfiel.
Kleiner Tipp am Rande: Vergesst die Wetter-Apps von euren Smart-Phones zum Thema Wetter – oder – gleich die ganze Wettervorhersagen überhaupt. Da hat ja gar nichts gestimmt…

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Die erste Band war irgendwie wie THE COMPUTERS doch von denen kann ich überhaupt gar nichts mehr in meinem Bergwerk der Erinnerung ausmachen – so geil können sie also nicht gewesen sein.

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Später folgten dann die irgendwie unauslöschlich GUS GUS (ebenfalls auf der White Stage, der Stage mit dem wirklich eigentlichen und einzigen Dance-Floor), dem mich ziemlich kalt ließen. Das war wie zu erwarten flächiger, tranciger Sound, zu dem man sich schon gut treiben lassen konnte, doch für ein Festival, das als „Rock-Festival“ bezeichnet wird, war mir das in diesem Moment meines Lebens einfach zu wenig – an allem.

Nun stellte sich die Frage aller Fragen: Fußball oder Konzert? Das war natürlich schon eine harte Nuss. Denn. Viertelfinale. Deutschland gegen Griechenland. Oder. Busy P. Bonaparte. Oder Ärzte. Ich entschied mich dann für ein bisschen was von Allem, doch das war natürlich irgendwie auch ne blöde Entscheidung. Ich mag auch kein Publi-Viewing. Ja, ja, ich weiß, andere feiern das total ab, dieses in der Menge stehen und grölen, mich aber nervt das, denn man bekommt einfach zu wenig mit vom Spiel. Beim Stand von 3 zu 1 spurtete ich dann zur Red Stage um mir dort Bonaparte anzuhören. Vorher aber spielten dort M83. Die kannte ich gar nicht, doch wie die wüst und brutal Soulwax mäßig in ihre Instrumente prügelten, das war schon sehr sympathisch. Die Menge warf sich direkt in ihren Sound.

Nach der Umbaupause und der typischen Frage: „Weißt du wie das Spiel ausgegangen ist?“ Und der noch typischeren Nachfrage: „Du verarscht mich doch nicht, oder?“ rockten BONAPARTE das Zelt. Bonaparte stehen für exzessive Partys, sowohl auf der Bühne, als auch unten (Nacktheit garantiert), doch wie ich da so in der Mitte in meinem und fremden Schweiß dann doch herum pogte und schrie, kamen mir die guten hedonistischen Bonaparte schon eher wie ne Zirkusnummer vor: Das ist Bonaparte, wir drehen also alle am Rad, auch wenn es gerade nicht so wahnsinnig ist. Weiter. Zudem störte es mich da schon gewaltig dieses Auseinanderdrücken um einen Kessel zu schaffen, um dort herumzuspringen. Zirkel. Klar. Aber muss man das bei JEDEM Lied machen? Das nervt. Man kann auch so herumspringen, ohne eine halbe Minute herumstehen zu müssen. Bonaparte waren meiner Meinung nach schon gut, aber halt doch…

Ich war dann kurz bei den ÄRZTEN drüben und hier war mir das Nummernding noch viel extremer aufgefallen. Musikalisch und Fun mäßig kann man da bestimmt auch gut durchdrehen, haben mich dabei aber gar nicht angemacht. Typisches Superstar-Deutschrock-Ding. Austauschbar mit den Toten Hosen. Ne…. Lass mal.
Dann doch lieber rüber zu Justice. Die fand ich auf ihrer Tour in München nicht gerade legendär, aber Herrgottverdammt: Es ist Justice. Da meine Erwartungen niedrig waren, blieb ich am Ende vollkommen begeistert zurück. Ich suchte mir einen Platz in der Mitte, von wo ich einen guten Blick auf die Bühne hatte, aber (viel wichtiger) genug Platz zum Tanzen hatte. Anfangs tanzte und sprang da nur ich herum, während am Ende die ganze Blue Stage in Euphorie gebadet johlte. Das hat natürlich auch etwas, wenn eine Band mit ihrem Sound ein Publikum erst einmal überzeugen muss – und es auch schafft. Extrem geil fand ich auch, dass dort von der Bühne kein großes Anheizen kommt, sondern cool die geile Scheiße rausgehauen wird, nach dem Take-it-or-leave-it-Prinzip, somit kein Animationsprogramm ala Ballermann.
Das Set ist natürlich (leider?) von vorne bis hinten durch designt, so dass ich jeden Ton schon kannte und wirklich jede Tanzbewegung saß. Also. Ein drittes Mal gebe ich sie mir bei dem Set nicht mehr. Aber. Richtig fett war es schon.

Samstags steuerten wir schon mittags in der Sommersonne umher. Sahen uns SWITCHFOOT an, die in ihrer halben Stunden Spielzeit wirklich eine gute Show ablieferten. Klar. Um 13 Uhr ist da noch nicht viel los, doch die Amerikaner (oder?) hätten auch 10 Tausend Leute gut unterhalten. Gute Musik, die Spaß gemacht hat. Etwas Mitklatschen. Etwas Eis essen. Knien und hochspringen. Warum auch nicht?

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Am Nachmittag (in einer Bullenhitze) rein in das Maßlos überfüllte Zelt zu KRAFTKLUB. Was will man zu Kraftklub noch groß sagen? Sie sind das große Ding der deutschen Indie/Rockszene. Ein Selbstläufer und Publikumsmagnet, der eigentlich viel besser auf eine große Bühne gepasst hätte, doch, gerade weil das Zelt so überrannt war, war es geil und „familiär“. Eigentlich wollte ich ja in der Mitte stehen bleiben, doch schon beim ersten Lied wurde ich bis ganz vorne vor gedrückt, bis mich nur noch ein paar Meter bis zur Band trennten – das habe ich in all den Jahren auch nicht erlebt. Das Kraftklub-Konzert war das Beste am ganzen Wochenende. Zwar gab es auch hier das typische Animationsprogramm, ABER: Die Leute feierten die Band so ab, dass sie schon hüpften, sangen und schrien, BEVOR das überhaupt verlangt wurde. Kraftklub sind eine sehr junge Band, und man sah es ihnen sichtlich an, dass sie ebenso geflasht waren, wie die Crowd; wobei ich nicht immer weiß was man davon halten soll, wenn eine Band sagt, dies sei eines der besten Festivals gewesen, auf dem sie je auftraten. Lustig: Kraftklub verwechselten das Southside mit dem Zwillingsfestival Hurricane und ließen sie lautstark belehren. Auch. Wenn erst eine halbe Stunde später Pfennig gefallen ist. Das war spaßig, die Texte ideal zum Mitsingen – und so ne Wall of Death am Schluss hatte auch was für sich. Auch dem Sänger beim Stage-Diven zu helfen. Das war einfach nur stark.
Als ich dann nach dem Konzert rauskam, war ich so durchschwitzt, das ich draußen bei 30 Grad zu frieren anfingen: Wie heiß zum Teufel war es in dem Zelt gewesen?

Erschlagen hörten wir uns noch das vom Sound her schlechte Gerappe von K.I.Z. an, dann wankten wir zurück zum Camping (wobei wir da den idealen Platz hatten, yeah ;D ).
Wie es oft so ist liegen wir abends einen Haufen Bands liegen. Also nichts mit „The XX“ oder „The shins“. Camping macht ja auch Spaß. That´s Festival.
Zu THE CURE waren wir dann schon wieder am Start, doch die waren auch nichts für mich. The Cure ist so ein typischer Fall, wo man die Band mögen muss, um Spaß zu haben. Mir gefallen sie nicht. Und so stand man da. Nippte. Scherzte. Und maulte lachend. Die Dixxie-Klo-Situation war inzwischen auf dem Festival selbst schwer erträglich, so dass man an bestimmten Stellen im Gras lieber keine offenen Schuhe anhatte, weil… Nach „Lullaby“ gingen wir essen.
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Ich war schon ziemlich kaputt, doch zu STEVE AOKI wollte ich auf jeden Fall. Aoki ist eine Ikone des Electro(clash), allen voran wegen seinem Hit mit den Bloody Beetroots. Dennoch. Hatten wir vorher mal ein paar Live-Sets von ihm angehört – und die waren unterirdisch. Komplett anders als das, was wir erhofft hatten. Doch der Mann der der Legende nach jeden Samstag einem Fan eine Torte ins Gesicht klatscht, enttäuschte uns nicht. Vom ersten Ton bis zum letzten: Ausnahmezustand.

Auch hier wurde ich bis ganz nach vorne gedrückt, bekam eine Champagner-Dusche ab und sprang natürlich herum wie besessen. Eigentlich wollte ich (weil ich ne schwere Lederjacke anhatte) nur noch kurz filmen, nahm aber das berühmte Schlauchboot dann auch noch mit:

Was soll ich noch sagen? Das ist Aokis Foto vom Southside
steve aoki southside

Draußen wollte ich mir unbedingt noch NEW ORDER anhören, denn wo wäre jemand wie Aoki (und ich heute), ohne New Order. Leider kam mir das Ganze dann ziemlich schal und abgeflacht vor. Natürlich. Nachdem es Ultrabrutal wurde, ist drei Gänge langsamer (aber nicht schlechter) oft wenig berauschend.

Sonntag. Der letzte Tag. Wo war die Zeit mal wieder geblieben? Wir gingen am frühen Nachmittag runter zu JENNIFER ROSTOCK. Auch nicht so meins. Erinnerte mich etwas an dieses Marienhof-Lied. Und auf Bitch zu machen und Schnäpse auf der Bühne zu trinken. Na ja… Wenn das ein Mann machen würde, wäre es auch nicht spektakulär. Doch. Wenigstens hatte Mann ein paar Titten gesehen. Immerhin.
Auch THE DO im White Tent rockten uns nicht gerade, so kehrten wir erst zu CASPER wieder zurück zum Festival-Gelände
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Casper ist so ne Sache für mich. Ich mag die Musik nicht besonders, wollte ihn mir aber schon anhören. Seine Texte sind gut und die Musik sicherlich okay, aber insgesamt finde ich das Ganze schon sehr austauschbar. Ein wenig Onkelz-like Revolution als Geste, dazu unaufhörliches Arme-Hoch-Animationsprogramm, nun ja. Ganz nett uns auch spaßig. Doch nur weil etwas Spaß macht, muss es nicht gut sein – was in unserer Zeit der Spaß-Regentschaft gern verwechselt wird. Es war sicherlich okay, aber nun ja. Immerhin ist mein Handy bei der Aktion nicht kaputt gegangen. Das ist doch auch schon was 😉

Uns wurde dann eine Sturmwarnung souffliert, die dann zwar ausblieb, aber später ist man immer klüger als vorher. Wir entschieden dann nachts heimzufahren, doch da es dem Fahrer nicht gut ging, brachen wir dann schon sehr, sehr früh ab. Verpassten sogar SebastiAn, was mich sehr ärgerte, doch das ist nicht schlimm. Es kann ja auch mal genug sein.

Vorher aber hörten wir noch LABRASSBANDA, die sicherlich eine riesige Show abzogen und auch zu den perfekten Unterhaltern zählen. Ihre Mischung aus Publikumsarbeit und Blasmusik ist auf jeden Fall einen Besuch wert (ich würde auch noch mal hingehen, dann aber weiter vor), wobei das für mich nicht unter den Begriff Spaß-Qualität fällt, sondern Unterhaltung; es macht Spaß, aber auch nicht mehr. Nun ja. Jeder wie er – die Meisten aber nur… 😉

WOLFMOTHER drüben auf der anderen großen Stage sind bestimmt sehr klasse Musiker, doch mit der Stimme des Sängers kann ich nicht viel anfangen.

Hier aber lag unsere Camping-Gesellschaft noch und schon in den ersten Wehen und man machten noch ein paar gute und schlechte Scherze, freute sich seines Lebens und des Zusammenseins. Klar sind wir keine Best-Friends und habe unterschiedliche Geschmäcker, doch wenn alle (wirklich Alle 😉 Ich kenne mich ja) auch mal gut sein lassen, dann ist gerade dieser Unterschied das, was den meisten Spaß ausmacht. Ich will jetzt gar nicht wieder (wie ich es sonst an dieser Stelle mache) ins Pathetische abdriften, sondern einfach sagen, dass wir ne Menge Spaß an dem Wochenende hatte. Und lege das Southside jedem (mal wieder) ans Herzen.

Stephan Weidner (der W) Live-Tour Daten 2012

7. Juli 2012 Pfeffelbach Open Air

LIVE 2012

09.11.12 – Secret Show
10.11.12 – Stuttgart / LKA Longhorn
11.11.12 – Wien / Gasometer
13.11.12 – Würzburg / Posthalle
14.11.12 – Nürnberg / Löwensaal
16.11.12 – München / Tonhalle
17.11.12 – Pratteln / Z7
19.11.12 – Frankfurt, Neu-Isenburg / Hugenottenhalle
20.11.12 – Köln / E-Werk
21.11.12 – Göttingen / Stadthalle
23.11.12 – Gütersloh / Stadthalle
24.11.12 – Mannheim / Maimarktclub
25.11.12 – Saarbrücken / Congress Centrum
28.11.12 – Leipzig / Haus Auensee
30.11.12 – Berlin / Astra
01.12.12 – Berlin / Astra
02.12.12 – Hannover / Capitol
04.12.12 – Hamburg / Große Freiheit
05.12.12 – Hamburg / Große Freiheit
07.12.12 – Bremen / Pier 2
08.12.12 – Oberhausen / Turbinenhalle

Wohl nur München für mich. Eventuell Stuttgart…