The Presets – Do What You Want

Schön Nummer, die gut nach vorne geht

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Die „Sportfreunde Stiller“ im Roxy in Ulm, es war der 29.04.2017

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Jetzt auch noch die „Sportis“? Ja. Inzwischen gehe ich überall hin. Hauptsache. Es macht Spaß. Ein (bezahlter) Besuch bei den Sportis ähnelt meinem einstmaligen Konzert-Besuch bei Scooter: Das ist so weit weg von mir selbst, dass man es einfach mal gemacht haben muss. Also kaufte ich mir im Vorfeld die 6 Lieder von ihnen die mir schon immer irgendwie (heimlich) gefallen haben und hörte sie hoch und runter. Dabei stellte ich fest, dass ich diese Lieder wirklich mag. Ja. Viel zu poppig und softrockig für meinen gängigen Geschmack, na und? Man kann ja nicht immer den gleichen Mist hören. Und bei „Geschenk“ geht mir einfach das Herz auf, egal wie kitschig das Lied auch ist.

Mit den Wochen freute ich mich richtig auf den Auftritt und ganz besonders darauf, die Texte mitsingen zu können, denn seien wir mal ehrlich, wann kann man schon noch catchy deutsche Texte aus sich heraus singen?

Wie es dann oft so ist hatte ich am Tag des Geschehens gar nicht übermäßig Bock. Schon mittags in Ulm angereist und dort viel herumgerannt, viel zu viel gut gegessen und dann auch noch vorgetrunken – ich bin ja keine 35 mehr…

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Grob geschätzt passen so 2000 Leute in das „Roxy“, was natürlich sehr kuschelig ist – und anstrengend. Ich war jetzt schon auf hunderten Konzerten und ich musste gestern feststellen, dass man bei den Sportis genauso schlecht durch die Menge von Punkt A zu Punkt B laufen kann, wie bei den Einstürzenden Neubauten; bei den Neubauten wird extrem viel gestarrt und jeder Quadratmeter verteidigt, bei den Sportis haben dass die meist weiblichen Fans ebenso gehandelt. Komischer coincidence bei gerade diesen nicht sehr ähnlichen Bands.

Der Platz muss also „verteidigt“ werden und da steht mal also Stunden vor Anpfiff  dumpf in der Menge und langweilt sich. Merkwürdig ist: Ich bin summa summarum bestimmt schon Wochenlang vor Bühnen herumgestanden und habe auf Band-Auftritte gewartet. Jedoch vergisst man diese Zeit im Nachhinein immer wieder komplett und stellt sich eine Woche später wieder total gelangweilt und doch motiviert für das nächste happening an.  Zum Glück bin ich ein Trinker.

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Die Vorband der „Sportfreunde Stiller“ waren die „Kytes“. Austauschbarer Softrock auf einem angenehmen Niveau. Eine dieser idealen Vorbands die im Prinzip alles richtig machen. Nur kam ich mit der Art des Sängers nicht ganz klar, der mir ein wenig zu selbstbesoffen und bayrisch überheblich rüberkam – auch wenn er gut singen konnte. Aber. Das war mein Problem. Die machten dass ganz gut und waren mit dem Herzen dabei, was an den wenigsten Konzertbesucher vorbei ging. Außer vielleicht an Empathielosen Monstern wie mir.

Die Sportis kamen dann um 5 nach 9 auf die Bühne. Wir standen auf der „Peter“-Seite und dann ging es mit einer der beiden neuen Singles los (die andere kam eh danach), dazu wurde noch die heute du gerade vom FC Bayern eingetütete deutsche Meisterschaft gefeiert. Wenigstens von den Sportis. Dass da nicht jeder mit ihnen „Juhu!“ rufen muss ist klar und auch okay, und daran sieht man dass die Band zwar gefallen will, hier aber auch klare Kante zeigt. Mir gefällt so etwas. Auch wenn ich den FC Bayern scheiße finde.

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Gepackt hat es mich dann erst bei „New York, Rio, Rosenheimer“, einen meiner 6 Songs die ich hören wollte und die ich auch alle 6 präsentiert bekam. Das hat richtig Spaß gemacht und für „meine“ Songs haben sich die 40 Steine schon gelohnt.

Würde mich jemand fragen ob die „Sportfreunde Stiller“ eine sehr gute Band sind, könnte ich das gar nicht beantworten; und so geschah es dann auch. Sänger Peter fragte ziemlich am Ende in die Menge, ob denn alle Spaß hätten und ich machte mit meiner Hand die „Na ja“-Bewegung. Ich bin fast 2 Meter groß und stach da wohl aus der Menge der kleinen Mädchen ziemlich heraus, ob ich wollte oder nicht. Darauf meinte Peter, nachdem er den Mann neben mir abgefeiert hatte, dass der HERR daneben wohl nicht ganz überzeugt sei – also ich. Das stimmte aus folgendem Grund: Die Sportis haben tolle Lieder, bloß nur nicht genug davon. Zwischendurch kommen halt so austauschbare Rockblasen, die auch von der Vorband hätten sein können. Wenn man Fan ist  feiert man die Stücke selbstverständlich mit ab, als „Besucher“ (wie ich mich jetzt mal bezeichne) waren diese Stücke aber nur sehr mau und ich sehnte mich währenddessen nach einem alkoholischen Kaltgetränk. Aus Spaß sagte der Peter, jetzt fühle es sich von mir unter Druck gesetzt. Dabei war es genau anders herum.

Die Sportis sprechen zwar sehr locker mit dem Publikum (was sie häufiger und sehr sympathisch machen), ich halte aber ein Gespräch mit jemanden auf einer Bühne der 15 Mal lauter ist als du selbst für absolut sinnlos, da es immer von oben herab geschieht und es keine gleichgestellten Gesprächs-Parteien sind, weswegen man als In-der-Menge-Steher eh auf die eine oder andere Art den Kürzeren zieht (sehr analytisch ausgedrückt). Deswegen machte ich eine aufpeitschende Handbewegung und er sagte irgendwas davon, dass ich es wohl „härter“ wollte. Und im Prinzip stimmt das auch. Nur wollte ich es nicht „Sportfreunde Stiller hart“, sondern einfach nur härter und vor allem besser 😉

Der Witz ist, dass sie mit „Applaus, Applaus“ und „Ich roque“ genau das brachten was ich hören wollte. Nur sind diese Songs leider nur die Kirschen auf der Sahnetorte. Also ist meine Antwort darauf ob ich das bekommen habe was ich mir von dem Konzert erhofft habe und ob ich die Band für sehr gut halte ein klares „Jein“. Es war richtig und spaßig dorthin zu gehen. Aber nein. Noch mal brauche ich das leider nicht, obwohl ich manche Songs von ihnen abfeiere, vor mich hin singe und fast schon mechanisch dazu meine Freundin küssen muss.

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Die Zugaben schenkten wir uns, denn es wurde schon alles gespielt was wir hören wollten; wozu also noch Songs anhören die einem eh nicht gefallen? Und ein „54, 74, 90…“ mit Bayern München Konfetti-Regen (siehe Facebook) brauche ich nicht. Das Lied ist eines ihres Schlechtesten und wie die Ironie oft so spielt ist es ihr erfolgreichstes.

Sollte es mich mal wieder auf ein Festival verschlagen und da stehen irgendwo die Sportfreunde auf der Bühne herum, würde ich wieder hingehen. Ein Muss ist die Band leider nicht. Nicht einmal als Fc Bayern Fan würde ich behaupten. Ihre Daseinsberechtigung und ihren Platz in der deutschen Pop-Geschichte haben die drei Jungs allemal. Und ich hoffe dass sie noch lange weiter machen und guter Lieder schreiben. Sich aber auch weiterhin Kritik gefallen lassen 😉

Tocotronic in der Kantine Augsburg, es war der 16.07.2016

Tocotronic ist die Band mit Haltung. Am Eindeutigsten ist da das berühmte Beispiel mit ihrem „Echo“-Gewinn für „die beste deutsche junge Nachwuchsband“, den die Tocos damals mit der Begründung abgelehnt haben, dass sie weder stolz darauf seien deutsch, noch darauf jung zu sein. Das sitzt natürlich in einer Welt des Ausverkaufs, in der Musik verkauft wie Waschmittel, wenn die Leute überhaupt noch bereit sind dafür Geld zu zahlen (eine Schande wie ich finde).

Diese Echo-Geschichte ist nun auch schon Jahrzehnte alt, exemplarisch bleibt sie dennoch für eine Band, die als sehr verkopft, fast schon als überintellektualisiert gilt und mit ihrem klaren Statement „pro Asyl“ zu sein, sich zwangsläufig in einer Ecke stellt, vor der andere Bands Angst haben zu laden, da sie nicht in jeden Fall verkaufsfördernd ist. Vielleicht ist Tocotronic auch die Band, die sich nie selbst verkauft hat.

Groß wurde die Kombo ohnehin mit Liedertexten und –namen, die man auch schon mal gerne als Parolen ausgeben könnte, wie das (auch immer wieder zitierte) „Ich will Teil einer Jugendbewegung sein“.

Tocotronic waren für mich immer die, die ich gerne als Lieblingsband gehabt hätte, die aber immer ein wenig zu sperrig daher kamen; gut so. Geschenkt gibt es hier gar nichts. Leider empfand ich auch ihre Festival-Shows als ein wenig zu sperrig, auf denen ich sie 3 Mal gehört habe (Southside, Berlin Festival, Melt!) und sie mich nie wirklich überzeugten. Tolle Musiker, keine Frage, aber so richtig überragend, na ja, das wäre auf diesen Massenveranstaltungen halt doch immer die anderen Bands, die ohne Haltung, dafür mit großer Fake-Attitüde. Trotzdem wollte ich zu ihrem Gig in der Kantine in Augsburg. Einfach weil ich Bock darauf hatte. Und zu meiner Überraschung wurde es ein richtig gutes Konzert.

 

Tocotronic mit ihrer verkopften Haltung plus Indie-Musik haben natürlich auch solche Fans, und gerade auf den Festivals war da nicht großes „Juhu!“, nein, da war stoisches Herumstehen angesagt und vielleicht (wenn es ganz wild wurde) noch ein dezentes Abnicken der Wahrheiten angesagt. Gestern dagegen entartete der Gig – Überraschung! – zu einem richtigen Rockkonzert, mit allem was dazugehört. Das vollen Programm mit Schweiß, Mitgrölen, Schreien und sogar einer kleinen süßen Pogo-Runde, auch wenn man als ehemaliger Onkelz-Fan mit 35 Jahren sich dabei eher wie beim „betreuten Eskalieren“ fühlte; Spaß hat es dennoch gemacht.

 

Frontmann Dirk von Lowtzow schrie, schwitzte und trieb seine  Band nach vorne, das es eine Freude war, obwohl natürlich recht abgewichste Routiniers dort oben standen. Nicht Festival-Shows muss man bei den Tocos machen, nein, kleine Club-Konzerte. Da machen sie immer noch den Laden gut platt. Überraschend wurden kaum Lieder vom neuen Album gespielt. Es war mehr eine Best-Of-Liste mit Stücken wie „Samstag ist Selbstmord“, „Freiburg“, „Let there be rock“ und von mir sehr geliebte Hammerbretter wie „Mach es nicht selbst“, „Hier leben, nein danke“, sogar mein Toco-Erweckungslied „This boy is Tocotronic“, aber auch neuere Singles wie „Auf dem Pfad der Dämmerung“.

Die Band hat auch sehr ausufernde Songs (z.B. „Gift“), die man vielleicht nicht gleich „Pink Flyod“ig nennen kennen, die mehr in den Zugaben zum Tragen kamen. Drei Mal kamen sie auf die Bühne und nach „Hey freaks“ war nun wirklich Schluss.

Ein wirklich starker, rockiger Auftritt – hätte ich nie erwartet. Das hat richtig Spaß gemacht. Was ich später natürlich dem zweiten Gitarristen Rick Mc Phail reindrücken musste – auch das sie sonst nicht so gut waren 😉

 

Dann war die Band rund um Dirk auch schon wieder weg… Habe ich eigentlich erwähnt das Dirk von Lowtzow der einzige Mann wäre, mit dem ich mir einmal ein Abenteuer hätte vorstellen könnte? 😀

 

 

 

Starsailor in der Zeche Bochum, es war der 24.10.2015

Wir haben nicht viele eigene Traditionen, denen wir nachgehen. Eine davon ist jedes Jahr am Tage meiner Geburt auf das Konzert einer Band zu gehen, die weder meine Freundin noch ich kennen. Vor zwei Jahren war das „Cäthe“ in Dortmund. Letztes Jahr das für mich sehr legendäre Konzert von „The/Das“ in Essen. Der diesjährige Ausflug führte uns also zu „Starsailor“ in die Zeche in Bochum.
„Star was?“ fragte ich als mir meine Freundin das Angebot unterbreitete, über Skype, getrennt von 500 harten, schweren Kilometern; es hätten gefühlt auch 2 Lichtjahre seien können.
Die würden so klingen wie „Travis“ und ein wenig wie „The Verve“, wenigstens so wie ihre Debütplatte. Die hatte ich doch auch einmal gemocht.
Youtube sagte: Furchtbar.
Wir darauf: Sehr gut, da gehen wir hin.

Es ist ein Ausbruch aus der vorroutinierten Einstellung davon, was man für „gut“ oder „spaßig“ hält. Ein Ausbrechen aus den eigenen Konventionen darüber, was einem gefällt, gefallen hat oder gefallen wird. Der eigene Coolness-Faktor wird überrumpelt und unter einer neuen Perspektive betrachtet, sogar lächerlich gemacht. Wir stellen uns einfach in einen für uns „falschen Film“ und sehen was passiert. Neue Szene. Neue Menschen. Kleine Abenteuer. Denn was ist jeder Urlaub oder Trip nichts anderes als neue Situationen mit unbekannten Menschen und Verhaltensregeln?
Im Zweifelsfall wird es der Alkohol schon richten.

Zuvor. Nach dem tollen Essen im so-naja-en Franz Ferdinand in Bochum, mit diesen furchtbar aufdringlich nervigen Leuten am viel zu nahen Nebentisch, sprachen wir darüber, dass sich die Menschen entweder durch ihre z.B. tätowierte Lässigkeit mit ihrem Weltbild nonverbal durch ihr Aussehen und Auftreten aufdrängen, oder dagegen wie gerade eben „normal“ aussehen, sich dann leider nur durch ihr aufgesetztes und selbstverliebtes Gequatsche von jeder Angenehmheit disqualifizieren.
Es gibt sie nun einmal kaum, diese „Zwischen-den-Stühlen-Leute“, da die Großzahl der Herrschaften am Liebsten in den ihren eigenen Kreisen verkehren. Langweilig auf der einen Seite, verständlich auf der anderen, da jede Szene, jede Clique über eigene Codes verfügt deren Nicht-Einhaltung dich schnell als „Sonderling“ markieren und ein wenig ausschließen. Wie schade. Gerade sogar bei den sich selbst so tolerant gebenden „Linken“. Stichwort: „Zivil-Bulle?“
Lauter Gefangene ihres eigenen Ereignishorizonts. Ich kenne das sehr gut. Schließlich war ich einmal einer der schlimmsten Stil-Wächtern von allen.

Wenn man zu einer Band wie „Starsailor“ geht, die ihre größten Erfolge (scheinbar) in den 90ger hatte, kann man sich schon einmal darauf einstellen Menschen zu treffen, die zu der Hoch-Zeit der Band Jugendliche waren; so auch hier. Wieder einmal unter den Jüngsten.

Die Stimmung war ruhig und abwartend. Wir. Ganz hinten neben der Merchandise. Sitzend. Lachend. Trinkend. Feixend, ja. Hier war es nicht schwer „aufzufallen“, wobei es natürlich auch nicht nur um den Effekt an sich geht. Es geht um eine deplatzierte Freiheit. Naivität.

Kerri Watt, Singer und Songwriterin von Beruf, lullte als Vorband das Publikum mehr ein, als es einzupeitschen. Und wir waren uns sofort darüber klar, dass das genau der richtige Plan war um danach selbst mit einer eher ruhigen, wenn auch ein wenig rockenderen Musik aufzutrumpfen: Erst das Publikum von der Vorband deprimieren lassen, um es dann mit einem rauschenden Auftritt auf seine, die gutgelaunte Seite zu ziehen.
Später gab es noch die peinliche Situation mit dem Foto, dass ich mit Kerri Watt gemacht habe, dafür schaut bitte bei Facebook bei mir vorbei 😉

Dann also „Starsailor“. Dieses Brit-Pop/Rock-Ding, funktionierte selbstredend von Beginn an sehr gut. Die Männer auf der Bühne machen den Job jetzt schon eine ganze Weile und Wissen um ihre Stärken, was sie können und was sie lieber bleiben lassen sollten. Großartige Überraschungen erwarten die Fans eh nicht. Und so war es ein anständiger Auftritt der auch uns überzeugen konnte (auch wenn er uns nicht mitriss), schließlich waren wir, die wir kein Lied von ihnen mitsingen konnten, die härtesten Kritiker.

Steht man dann unten in der „Menge“ (wieviel Leute waren das? 200? 300?) albert man dann selbstverständlich mehr herum als sich in Musik-Welten entführen zu lassen. Man hat ja die Ironie zu diesem Gefühlsbombast, die oft leider dem Publikum und auch der Band (gerade gestern bei „Starsailor“) leider abgehen. Eine Sause sieht anders aus.

Als uns dann doch ein wenig langweilig wurde, kamen wir auf die Idee den Bassisten zu hypen. Das war mir schon einmal bei einem R.E.M.-Konzert in Stuttgart aufgefallen, dass das ganze Publikum nur Michael Stipe anhimmelt und die restliche Musikermannschaft nur Statisten sind. Also jubelten und winkten wir (räusper – ich) dem Mann am Bass zu, rangen ihm Lachen und Gepose mit seiner Bass-Gitarre ab. Bis er vielleicht das Gefühl bekam, ich sei schwul und würde etwas ganz anderes von ihm wollen als seine Kunst am Bass anzuerkennen und zu würdigen, durch meine ganze Aufdringlichkeit 😀 Und als ich ihm High-5 geben wollte meinte meine Freundin nur, dass das wohl mehr wie ein Führer-Gruß aussah 😛

Solche Albernheiten sind das. Wenn einem die eigene Stimmung wichtiger ist als das Erwartungskorsett der vorgeschriebenen Handlung: Fans bestaunen „Stars“. Ein „Star“ ist nun mal nur der, den man dazu erhebt.
Wir hatten also einen Heidenspaß, auch wenn ich am Ende selbst sehr dünnhäutig und damit pampig wurde – selber schuld.
Nur übertreiben sollte man es nicht und den anderen Besuchern damit den Spaß nehmen. Das muss dann nicht wirklich sein.

Für uns war es somit ein lustiger Abend. Zwar hatte ich vorher noch Bedenken, ob die Tradition im dritten Jahr auch noch zieht. Mit dem richtigen Mensch an deiner Seite ist es aber kein Problem.
Die RICHTIGEN Starsailor-Fans bekamen ein Konzert was ihnen sicherlich gefiel, von verblassenden Rockstars, die nicht ohne Selbstironie sagten, dass die Ansage zum nächsten Lied jetzt entfallen muss, weil später in der Zeche noch „Disco“ wäre, da muss man sich ein wenig sputen 😉

Die Stimme des Sängers ist live nebenbei besser als auf Platte. Das gibt es auch selten. In Echt eiert er weniger.

Fiktionen sind Lügen anhand von "Almost famous"- Der Film

An diesem Film sieht man, was an Hollywood-Filmen alles falsch läuft. Diese aufgeblasenen, falschen Mythen und Träume die dort plattgebügelt verwurstet werden, die einem aber am Ende das Gefühl geben, man habe einen guten und unterhaltsamen Film gesehen, der ECHTE Gefühl transportiert oder in einem wachruft – Bull Shit.

Der ganze Film ist eine heiter, lächerliche Traumblase voller infantiler Moral, die als ganz große Coming-Of-Age-Geschichte (der Junge, das Mädchen, die Band) inszeniert wird und genau die Hollywood-Plattitüden verkauft, die unser eigenes Leben dagegen blass und farblos zurücklassen, da wir diese Hyperrealität niemals erreichen können. Das geht nur auf der Leinwand.
Dieses Versöhnliche und niemals ganz Kaputte, die kleinen Lügen, die uns glauben machen sollen, dass das Leben so ist oder so zu sein hat. Aber es wird weder das wahre Business gezeigt, noch die wahre Drogenrealitäten. Es ist eine Onaniervorlage für Alt-Hypes und jene, die „gerne in dieser Zeit gelebt hätten“. Eine grausame Verklärung, aufgeblasen auf 2 Stunden, Pop-Corn kompatibel verpackt.

Und ihr meint vielleicht: Hey, das ist ne Komödie! Ein 15 jähriger Junge der als Autor für das „Rolling Stone“ eine aufstrebende Rockband auf Tour begleitet – das kann man doch nicht ernst nehmen! Das ist doch nur das Vehikel um eine Geschichte über das Erwachsenwerden, Liebe und Freundschaft zu erzählen…
Und ich meine darauf: Hey! Man kann viele Geschichten über das Erwachsenwerden, Liebe und Freundschaften erzählen, aber ich kenne niemanden, der so erwachsen geworden ist! Das ist nicht die Realität. Erwachsenwerden ist ganz anders. Es ist brutal, hart und sicherlich auch schön: Aber leichte Erkenntnisse und Geschenke gibt es dabei keine.
Es mag Menschen geben, die die Leben der Menschen in „Komödien“ und „Tragödien“ einteilen, oder in einen Mix daraus, doch in Wahrheit ist es doch eher so, dass wir uns von Komödien keine schalen Lebensweisheiten auftischen lassen sollten – denn sie lügen. Sie verklären nicht weniger als die Wahrheiten, weil sie die Menschen nicht überfordern wollen. Im Gegenteil. Und das ist das Format.
Ihr mögt sagen: Das ist Unterhaltung.
Ich sage: Mit so was hält man die Menschen gefangen: Unter-Haltung.
Solche Utopien (denn nichts mehr ist es) wie dieser gut gemeinte Film sind schlimmer als alles andere, weil sie dumme Träume schaffen, sie sogar konservieren. „Feel-Good-Filme“ sind das Schlimmste überhaupt. Weil sie von der Philosophie vom Unkomplizierten, von der leichten Erlösung handeln. Nicht einmal der Dreck ist dort wirklich schmutzig.
Niemand wird in die falsche Zeit geboren. Das liegt nur daran, weil wir uns die Vergangenheit schöner ausmalen oder erzählen lassen, als sie jemals war. Dieses ganze Glück, diese Fülle an Wahn – das gibt es heute auch noch. Nur wir brauchen einen Melancholischen Rahmen um es zu erkennen. Das was wir brauchen sind vorgefertigte Dialoge, die uns die Überzeugungen einhämmern. Ich glaube aber: Das Erwachsenwerden kann man nicht erzählt bekommen. Das ist etwas, was hinter der Seele abläuft. Man braucht Worte ohne Worte. Und mich kotzt diese Mystifizierung von Rock, Hippies, Drogen und Sex einfach an. Und wisst ihr warum? Weil ich selbst lange genug darauf hereingefallen bin.

Wir verdrängen es ganz gern: Fiktionen sind Lügen. Nicht mehr, meistens sogar noch viel weniger. Traut ihren Lügen nicht. Erst Recht nicht. Um euch von ihnen unterhalten zu lassen.

Die falschen Onkelz-Fans

Ich glaube. Die Böhsen Onkelz. Die auf dem Hockenheim-Ring auftreten. Sind gar nicht die echten Onkelz. Dass ist irgend so eine Cover-Band. Die die diese tolle Band nachmachen. Und durch den Dreck ziehen. Denn die echten Onkelz sagten. Sie würden nie wieder auftreten. Die könnten sich gar nicht mehr feiern lassen. Nachdem was Kevin getan hat. Sie würden an ihren Worten festhalten. Nein. Die Wahrheit ist. Die Band. Die immer so ehrlich ist. Wurde von einer Bande RTL-Chefs gekapert. Um die Ecke gebracht. Und jetzt werden alle Werte verkauft und vergoldet. Für die diese Band jemals stand. Die echten Fans: Haben das verstanden. Denn die wissen. Wofür die Onkelz standen. Die falschen Fans: Sind darauf hereingefallen. Die Armen. Da sie nie verstanden haben. Wofür die Böhse Onkelz seit dem Jahr 1990 stehen: Für eine Haltung. Für Rückgrat. Nicht für den Ausverkauf. Man muss ja nur darauf achten. Was Stephan Weidner alles zu dem Thema von sich gegeben hat. Bevor er verschwunden ist. Und von diesem Typen mit Cappy ersetzt wurde.

Nein. Das sind Klone für die Massen. Die jetzt jedes Jahr auf der Bühne stehen. Und mit altem Ruhm Geld machen. Nicht mit alten Werten. Sogar. Ganz. Ohne Werte. Eine virtuelle Pop-Band wie die Gorillaz. Die ein Puppenspieler im Hintergrund leitet. Für GELDgeldGELD. Ficken sie sich durchs Leben. Und die, die es sehn.

Hiermit rufe ich auf: Boykottiert die FAHLSCHEN Onkelz! Wie die echten Fans!

Und glaubt mir. Ich bin keiner dieser Verschwörungstheoretiker. Sondern jemand. Der seinen eigenen Augen traut. Der von den Onkelz gelernt hat. Und versteht. Dass das was da jetzt auf der Bühne Opamäßig herumtrottet. Nichts mit der Wahrheit zu tun hat. Sondern nur mit Verarsche. Die alles kaputt macht. Was es jemals gab.