LCD Soundsystem – i used to (dixon retouch – Official Audio)

Macht Spaß zum Mixen und zum Hören. Ich liebe LCD Soundsystem

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Das Obstwiesenfestival (umsonst und draußen) 2018 in Ulm – Festivalkritik

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Immer weiter, immer voran, niemals stehenbleiben in der musikalischen Entwicklung, Orientierung, bis hin zur Neubewertung von längst (zu Unrecht?) Vergessenem oder noch gar nie nicht Gehörtem. So entscheidet man sich schließlich gegen die allumwerfenden, in ihren Live-Shows alles mit Licht und Sound platt machenden „Chemical Brothers“, mit ihren Welt- und Undergroundhits, die ich liebe wie kaum eine andere Band, die am gleichen Tag auftraten, als das Obstwiesenfestival stattfand. Gut. Chemical Brothers habe ich halt auch schon ein paar Mal gehört. Dann auch noch extra zu denen nach München; vlt doch lieber nicht. Eher doch mal ne Nummer kleiner, schöner, draußiger. Also eben doch zum umsonst & draußen Festival nach Ulm.
Hier war ich auch schon mal gewesen. Nett war es. Nur viel, viel zu verregnet, während dieses Mal viel, viel zu viel Menschenmasse am Start war. Bestimmt 4 Mal so viel Leute, als einstmals bei Antilopengang. Im Jahr des Herren: „Irgendwann“.

Es ist auch krass wie sehr viele, viele Menschen, gleich den Sound (in Schwaben: Das Geschmäckle) so eines Festivals prägen. Was ich bisher als chillig und angenehm empfand („Familiär“ hab ich es das letzte Mal noch gelobt), wurde dieses Mal plattgewalzt von so viel Umsonstness. Der Schwabe mag es halt nicht nur Klischee mäßig billig. Und Tocotronic als Headliner ist natürlich ne Sach.

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Mein Drang nach neuer Musik hatte mich in den letzten Monaten (Jahren?) irgendwie zu „Granada“ getrieben, die ich mit ihrer österreichischen Art megasympatisch fand. Viel sympathischer als die totalst abstoßenden Wanda (die ich nach und bei „Bologna“ noch so geliebt hatte) mit ihrer grauenhaft aufgesetzten Boheme-Attitüde; dabei sind Granada nicht mal halb so cool wie Bilderbuch; desweiteren weit ab vom Schlag eines crazy sympatischen Voodoo Jürgens, der so geil ist, dass die Musik schon wieder fast egal ist… Vielleicht sollte man auch nicht alle Ösi-Bands miteinander vergleichen. Granada auf jeden Fall: Sympathisch.

Das offensichtliche Problem wenn man sich für Granada und gegen Chemical Brothers entscheidet, ist halt nun mal trotzdem, dass man sich für ein Akkordeon mit Mundart entscheidet – und gegen den coolsten Sound der Neunziger und Nuller Jahre. Da muss man schon nicht Fahrer sein (was ich aber war) um die Band tüchtig abzufeiern. Es klang dann halt auch all zu provinziell. Und ein paar mehr „Hits“ hätten dem Set auch gestanden. Da stellten wir uns doch lieber ne halbe Stunde beim Falaffel an. Da wurde man zumindest nicht enttäuscht. Denn dass überall wo es Essen gab viel zu viele Leute anstanden, war wenigstens obvious.

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Im eher schlecht besuchten Zeltchen spielten dann „Pale Grey“ aus… Kurz gespickt… Belgien. Und die Band war überraschend gar nicht scheiße. Die waren sogar ziemlich gut. Sie klang ein wenig nach „Sohn“ oder „the acid“, mit kleiner Pink Floyd Einlage, Hip-Hop-Einflüssen und auch einer guten Prise Pop. Das war überraschend gut. Wenn auch weniger innovativ als es vlt klingen mag. Denn. Solche Musik machen zur Zeit viele. Aber. Nicht alle besser. Doch. Pale Grey kann man mal auf den Zettel behalten.

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Und schon hatte ich keinen Bock mehr. Schon war ich müde. Und das Blödsinns Gekreische von „the hinds“ auf der Hauptbühne half jetzt auch nicht um bis zu den Tocos durchzuhalten. Ich würde ja gerne weibliche Bands unterstüzen. Metoo, Riot Grrrl und so… Aber das Gekreische ging wirklich gar nicht. Dann doch lieber wieder heim. Und sich nach Festivals umgesehen, die vlt ein wenig kosten, aber man doch nicht in der Masse untergeht, wie ein Flüchtling im Meer.

 

 

 

Launchpad MK2 von Novation – und der Frust

„Ableton live“ soll die einfachste Software sein um damit Musik zu machen. Ich habe mir dazu ein Launchpad MK2 von Novation gekauft (was dafür nicht erforderlich ist, das Launchpad ist nur dazu da, um Töne/Loops darauf zu laden um sie dann wieder zu geben; wofür es die Software braucht ist es Musik auf das Pad zu bekommen), die größere Version von dem hier aus dem Video. Und ich finde. Als absoluter Computer-Steinzeit-Mensch, dass es gar nicht so einfach ist, die Software zu bedienen. Besonders wenn man eher der unruhige Typ ist und schnell gefrustet ist. Das Problem ist ironischerweise, dass man ZU VIEL damit machen kann…

Ohne solche Videos wie folgende wäre ich komplett aufgeschmissen. Zum Glück sind die Meisten auf Englisch…

Aber jeden Tag lerne ich was Neues 😉 Nur nicht aufgeben.

Greenfields Open-Air-Festival in München. Es war der 08.07.2018

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Das Problem bei einem Sonntagsfestival sind die Tage danach: Absolute Zerstörtheit. Schließlich ist man keine 17 mehr. „Siebzehn“ ist in diesem Fall keine willkürliche Zahl, denn schließlich bin ich einer der Wenigen, der 2001 auf dem ersten „Greenfields“ auf der Pferderennbahn in München/Riem dabei war. Schwer zu sagen ob man darauf stolz sein soll oder sich schämen müsste. Zur Zeit um die Jahrtausendwende waren diese „Sven Väth“-Sonntagsfestivals gerade in Mode. Sven legte auf ner Burg auf, Sven legt in ner Kiesgrube auf, Sven legt an nem See auf; natürlich auch auf dem „Love Family Park“ oder eben bei uns in München. Wo wir. 21 Jahre alt und ordentlich durch geraved, das Prinzip von solchen Tagesveranstaltungen noch gar nicht ganz verstand. Okay. Da war der Sven. Kennt man. Wegen dem ist man da. Guter Typ. Und er war der einzige der seine Platte drehen lies, bis auf einen oder ein paar Münchner Locals im Vorprogramm. Doch was sollte das mit dieser Sonne? Mit diesem freien Himmel? An einem Sonntag? Warum nicht einfach Techno-Keller oder altes Heizkraftwerk, wie sonst auch immer? Daran war doch nichts falsch gewesen…

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2018 gibt es das „Heizkraftwerk“ auch schon seit 15 Jahren nicht mehr – und das „Greenfields“ hat statt einem Floor gleich drei. Der Sven kommt aber immer noch. Wie in jedem Jahr. Auch wenn seine Sets für meinen Geschmack immer unspektakulärer geworden sind. Er hat noch diesen Spirit die Massen zu begeistern, leider fehlt es ihm aber an der gewissen Verve, dem unbedingten Willen. Er scheint etwas zu sehr in sich zu ruhen, ein wenig zu satt zu sein. Zwar sind da noch immer die famosen Einzelaktionen, das Begeisternde, dass er mit sich bringt. Am Ende aber ist er ein Schatten seiner selbst, wenn man ihn früher kannte.

2018 ist DJ-Altmeister Väth gut vergleichbar mit der deutschen Nationalmannschaft.

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Es hat ja auch seine Vorteile, dass der Sven nicht mehr alles alleine machen muss. Gerade eben richtig zur letzten halben Stunde von Kollege „Kölsch“ schlugen wir an der Mainstage auf. Der dänischer Kompakter hat mir schon auf dem „Contact Festival“ gut gefallen. Nicht zu langweilig. Nicht zu knüppelig. Schöne Töne. Verknarzte Flächen. Macht er richtig gut, der Mann mit dem furchtbaren Hut.

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Allzu viel mehr bekamen wir dann auch nicht mit. Ich fand mich zum Set von „Maceo Plex“ in der Sonne wieder. Im Liegestuhl. Die Frauen schwenkten ihren Aperol im bauchigen Echtglas. Wir chippten uns den Jägermeister rein. Große Gesten. Viel zu lautes Lachen. Peinliche Fotos. Und die Frage, wann Techno denn nun wirklich starb. Damals, als es zum ersten Mal was ZU ESSEN auf nem Techno-Festival gab. Oder jetzt, als die AOK original einen Stand auf dem Greenfields hatte. Verkehrte Welt – gekreuzte Gläser. Schön mit den Freunden in der Sonne.

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Und dann geht es weiter im Selfie-Wahn, rüber zur nächsten, schattigen Bühne, wo der Blick trotz überteuerter Getränke immer trüber wird und die Frage, ob das schon Matthias Tanzmann ist, mit „Maya Jane Coles“ beantwortet wird. Getanzt haben wir eh nicht wirklich, den ganzen Tag über nicht. Es war mehr so ein Hin-und-Her-Schmofen, wo man bei der halb abgerauchten Kippen schon an das nächste volle Glas dachte, und umgekehrt. Schlagartig, ohne wirklich zu wissen wie man dorthin gekommen ist, lagen wir dann auf DER DECKE auf dem grünen Hügel und quatschten die Leute zu. Der Torsten aus Niedersachsen war da. Später das Pärchen aus Tirol drüben beim dritten Floor. Und noch einer von sonstwo, bei dem ich mich bei aller Liebe wirklich nicht mehr daran erinnern konnte, was für einen Schwachsinn ich an den armen Kerl hin gelabert habe – egal. Lauter nette Leute von sonst wo her, wo ich mir gar nicht erklären konnte, warum die an einem fuckin Sonntag in München sind. Und alle sagten: Weil die Leute hier so nett und chillig sein. Baffheit von meiner Seite aus. Das ist zum Glück nicht mehr das München meiner Jugend, als die musikalische Qualität mir viel wichtiger war als die dort kennen gelernten Leute, da diese sich tatsächlich oft für was besseres hielten. Wir aus Nähe Augsburg waren für die immer der eigentliche Techno-Strich gewesen. 2018 hatten sich alle lieb.

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Rodhad“ bolzte mir ein wenig zu sehr. Bis wir uns alle dann doch natürlich wieder drüber beim Sven trafen. Sven Väth wie immer; Kleiner Mann ganz groß. Und dann war der Tag auch schon wieder vorbei. Hat wie immer sehr viel Spaß gemacht. Vermutlich nächstes Jahr wieder. Warum auch nicht?

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Erst am nächsten Tag, als ich die Fotos auf dem Handy durch flippte, wurde mir klar wie viele Bilder ich von uns geschossen hatte. Zahlreiche Lichtbilddokumentationen davon, wie wir immer mehr in den Suff abglitten und dabei sichtlich Spaß hatten. Gewagte These: Selfies und Gruppenbilder mit Freunden sind die eigentlichen Umarmungen in den ersten zwanzig Jahren des neuen Jahrtausends. Festgefroren auf des Displays unserer digitalen Rechtecke. Und bei aller Kritik: Irgendwie ist das doch auch was Tolles.