Booka Shade – In White Rooms

Auch einer der Titel die mir früher in meiner wilden Zeit  zu kommerziell waren, die ich heute aber (wie man im Jahr 2015 sagte) „abfeiere“. Wir waren ja auch mal bei denen. 

Passt vom Titel her auch gut zum Aufräumen, was ich jetzt in Angriff nehme 😉

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Auto.Matic.Open. Festival 2016 in Augsburg, Party Rückblick

Das wird jetzt mal wieder einer dieser ganz furchtbar grauenhaften Gute-Laune Einträge. Jeder hat tausend Leute getroffen, die er von irgendwo her kennt, sehr viel Spaß dabei, riesiges Juhu! Jeder Handschlag musste aufs Glücklichste begossen werden, jeder Scherz um einen weiteren verlängert werden. Ein sagenhaft nerviger Eintrag also, der sich genauso anfühlt wie diese Festival-Zusammenschnitte, die nur ein einziges Bild transportieren wollen, in dem alles geilGEILgeil ist, in dem jeder glücklich und aufs Beste drauf zu sein scheint. Schöne Menschen, die schöne Gefühle zueinander haben.

Als Außenstehender, der vielleicht gar nicht auf der Party war, aber viel zu viele Aftermovies über das Techno/Elektro/EDM(ja leider zählt das heute irgendwie genauso dazu, so wie Scooter früher dazu gezählt wurde)-Genre gesehen hat und gar nicht glauben mag dass all diese gezeigten Menschen ach so fröhlich und unter ihres Gleichens ständig gemeinsam was Schönes erlebt haben – scheiße, so war es aber. Diesmal schon. Die Erinnerung ist ein verdammter Happy-Nation-Best-Of-Zusammenschnitt. Tut mir leid wenn unsere gute Laune nervt. Und dass, obwohl die meisten Aftermovies nur eines machen: Lügen wie gedruckt, in dem sie mit ihrer gefakten guten Laune einen schlechten Event schön künsteln. Seehe das hier. Zum Beispiel. Da war es so „TOLL“, wir sind damals früher gefahren. Den Regen hat man schön herausmontiert aus der „Erinnerung“. 

Neben den Leuten die man ohnehin die ganze Zeit trifft (und das macht man ja gerne, sonst würde man es nicht machen) sind dann alte Geister von früher dabei. Gestern sogar der Extremfall: Wie war es denn so in den letzten 15 Jahren?

„Boah… Ja also…“ Dann lachen alle: „Ja war gut.“

Die Plastikbecher klonken im Anstoß gegeneinander und man tanzt da irgendwie so rum, während man versucht der verlorenen Zeit hinterher zu erzählen, wobei es jetzt gar nicht so übermäßig wichtig ist WAS man all die Jahre im Leben des anderen verpasst hat, sondern dass man hier und jetzt, live und in der Sonne, zusammen erlebt. Die Jetzigkeit der elektronischen Musik. Dieses Zeitvergessene, in dem es immer nur auf den Moment ankommt. Schön.

Man wippt und tanzt weiter. Hier ein „Servus“, da ein „Hallo“. Und in der übermäßig guten Laune wird man schnell als (Achtung Englisch) „Woo-Girl“ abgestempelt. Wieso auch nicht?

Die Freundin an der Seite, bei der meine Freunde auch schon zu den ihren wurden. Wie ist denn das passiert? Schwein gehabt.

 

(Irgendwo dahinten sind „Kollektiv Turmstraße“ zu sehen, ich mache keine blöden DJ-Fotos von ganz vorne mehr)

Drüben an der Bar werden dann die 15 Jahres-Jubiläums-Gespräche geführt: „Na, wer ist eigentlich im Laufe der Zeit untergangen? Wer ist schüttet worden? Wer hat es nicht geschafft?“
Da kuckt man dann als Angesprochener ziemlich blöd. Selbst überrascht über die Tatsache was man gleich sagen wird: „Ja alle haben es geschafft. Irgendwie. Keiner ist auf der Strecke geblieben. Niemand ist kaputt gegangen. Na ja gut. Niemand jetzt von denen die du kennst und kanntest. Und das waren dann doch ne Menge. Die Medien haben uns da einen Haufen Lügen eingetrichter mit ihrer Drogenpanikmache. Ja ne du. Allen geht es gut.“ „Toll!“

Und das ist es auch.

Wobei ich es vom Herzen her ganz toll finde, wenn Eltern im richtigen Alter, wenn die Kinder gut erzogen sind, die größten Schrecken ausgeräumt, auch mal wieder ein Tablettchen teilen. Wieso auch nicht?

(Irgendwo da vorne: Mann mit Bart = Robag)

Auto.Matic.Open an sich steht für mich jetzt nicht gerade für den geilsten Sound im Süden, obwohl „Gerd Janson“ nen guten Sound vorgelegt hat, am  Nachmittag, in der Sonne. Nicht zu viel, nicht zu wenig Bums. Leicht ankickend ohne auf die Nerven zu brettern. Da kann ich nur lobend in die Richtung des DJs nicken.

Kollektiv Turmstraße“ dagegen spielten genau den Sound für den sie bekannt sind, dieses Minimallastige, das an Stehfußball erinnert. Urlangweilig und nur mit viel Wille zum Wahnsinn zu ertragen. Wobei. Darf man sich denn darüber ärgern dass die Turmstraßenjungs genau das gemacht haben wofür sie bekannt sind? Eigentlich nicht. Der Tänzer in einem hätte es nur gerne anders gehabt, leider.

Dann der typische Auto.Matic.Open-Headliner, der Robag Wruhme, früherer Wighnomy Brother, der eigentlich „Gabor Schablitzki“ getauft wurde. Der Wruhme, unser Robag, machte das da oben sehr ordentlich tanzbar. Die Sonne ging unter und (Achtung Kitsch) unsere Herzen auf. Endlich konnte man gut und schön etwas wegtanzen von all der Realitätslast, die jeden Tag an einem ständig so herum und nach unten zieht; auch wenn ich vor lauter „Hallo, du auch hier?“ nicht wirklich zum Tanzen kam (klingt jetzt besonders wichtig, so war es aber nun einmal, ganz ohne Wichtigness).

Sehr schön ist es zu sehen, wenn die unterschiedlichen Freundesgruppen langsam miteinander können und das zu harmonieren beginnt. Boah… Furchtbar. Ich weiß. Was für ein HAPPYhappyHAPPY-Text. Aber freut euch doch auch mal, dass das noch immer so gut sein kann, elektronische Musik jetzt auch schon seit einigen Jahrzehnten.

„Wir fahren jetzt.“

„Wie? Jetzt?“

„Ja jetzt, jetzt.“

Irgendwer der jetzt lacht, hat vorhin gekotzt. Der da drüben liegt eh schon ziemlich lange ganz zerschossen da und erzählt allen, wie lieb er uns hat. Da kann man gehen, wenns gerade am Schönsten ist. Und das haben wir dann auch gemacht. Alte Leute für die einen, junggebliebene Idioten für die anderen.

Die Rest, die Majorität, ist dann noch ins Kesselhaus selbst eingezogen, um dort weiter zu feiern und zu tanzen. Ich hoffe man musste dort auch nicht lange an der Bar anstehen, sowie es draußen war. Die Damen und Herren am Zapfhahn waren sehr fix, und der große schwere Bösor, der Securitymann dem ich beim Warten an der Theke sagte, dass sie einen guten Job machen würden, schön ruhig hier, lachte mich herzlich an und war gar kein Bösor mehr, sondern ein Liebor 😉 Ein netter Kerl, der dem Betrunkenen noch einen schönen Abend wünschte.

Ja. Was für ein penetrant glücklicher Tag. Nun. Es wird auch wieder andere geben.

Aera – Running Hot

Da haben wir mal wieder einen Track, der ein nerviges kommerzielles Element enthält und den ich mir trotzdem gekauft habe. Hm. Macht ihr das auch? Musik kaufen/hören die nicht exakt eurem Geschmack entspricht, nur um euren Horizont ein wenig zu erweitern?

Empfohlen hat die EP Mastermind Dixon. Und so in ner großen Halle, mitten im Set kommt das Ding bestimmt genial rüber…

Der Text zur Nacht (219) Welche Droge wirkt gerade?

Dann wirkt etwas. Irgendwelche Neuronen in meinem Hirn feuern… Ein Schaltkreis wird geschlossen oder geöffnet. So genau kann ich es nicht sagen… Von außen… Ohne mein Gehirn sehen zu können…

Die Stimmung wird irgendwie anders. Nicht schlechter. Trüber. Ich weiß nicht… Mein Blickwinkel auf die Welt ändert sich und der Raum der Menschheit um mich herum verliert seine matschige, singularisierte Ecstasy-Einteilung, wie er gerade durch meine  Augen heraus zu dechiffrieren war.  Meine Optik wird klarer, nur das Verständnis für das Gesehene wird weniger…

Das Subjektive, das in den letzten Minuten (Stunden?) durch unsere Gruppendynamik verdrängt wurde, tritt wieder in den Vordergrund. Stumm und sehr konkav. Bin ich wieder in mir. Blicke ein wenig hilflos auf meine linke Hand. Und ich verstehe nicht… Und ich kann nicht sagen was ich nicht verstehe – was es überhaupt zu verstehen GEBE…

Dann  macht es wieder „Schub“. Und „Boah“. Die Gutness erfrischt meine Aura wie der Fetzen eines Orgasmus. Einen kurzen, hellen, sonnigen Peitschenhieb lang ist wieder Alles wie gerade eben. Dann flaut das Gefühl erschreckend schnell ab… Was stimmt denn jetzt nicht? Muss ich mir SORGEN machen? Und bei dem Gedanken an den Begriff „Sorge“ kommt sie selbstverständlich auf, die große, schwere, böse Sorge um die Gesundheit des Geistes und ob much, much, much, too much, much, dann doch nicht, jetzt, also wirklich… Jetzt im Ernst und ohne Scheiß… Too much war…

Welche Droge wirklich eigentlich gerade? Das Pep? Die Teile? Das komische Zeug das Koji…? Ist ja fast schon psychedelisch… Hier… So… Jetzt. Puh… Aber mach dir mal keine Sorgen, du hast schon schlimmere Abstürze überstanden… Okay… Mhm… Da hast du Recht…  Zum Glück das du bist. Mich nicht alleine lässt…

Nur…

Wer spricht da eigentlich?

Ähm… Du selbst du Idiot… Das sind nur Gedanken! Lass dich doch nicht von deinen eigenen Gedanken stressen…

Okay. Da hast du jetzt wieder Recht. Ist ja albern…

Sag ich doch.

„Hey du Andi…. Andi?“ Kein Andi mehr da. Andi ist weg. Und auch… Kein Koji. Wo sind die denn..? Wie können die nur? Also… Hm…

Sven Väth spielt „Drone Logic“ von… Na… Ist egal… Das mag ich. Das ist ne Technoparty. Also tanz doch einfach. TANZEN HILFT. Dir geht es bestimmt gleich besser.

Also tanze ich einfach. Und meine vorher so schweren Arme. Die ich gerade einmal so hochbekommen habe um zu Rauchen… Sind auf einmal ganz leicht. Höllisch leicht. Superangenehm. Aber auch. Sehr gespenstisch. Leicht… Fliegt, zappelt und hüpft mein tanzender Körper auf der Wiese der Pferderennbahn.

Irgendwie.

Kann ich mir dabei mehr zusehen, wie ich tanze, als dass ich wirklich tanze…

Machts denn Spaß? Die Tanzerei?

Keine Ahnung… Nicht wirklich. Irgendwas stimmt ja nicht? Wie kann man da bloß Tanzen? Ist das nicht lächerlich? Wenn man…

Und ich tanze einfach weiter.

Bestimmt kommen gleich Koji und Andi von irgendwoher. Wahrscheinlich mit neuem Bier bewaffnet. Und helfen mir. Aus dieser blöden Situation heraus. Und ich gucke mich so um beim Tanzen. Verliere den  Rhythmus. Lache über mich selbst. Und tanze weiter.

Sven Väth spielt „Drone Logic“, von…

Moment mal… Spielt der das schon wieder, oder immer noch? Ist das jetzt? Wie…? Ich weiß nicht… Irgendwas stimmt nicht…

Mischkonsum macht so lange einen Heidenspaß, bis man es übertrieben hat. Das ist mit jeder Droge so: Der ideale Zustand liegt beschissen nahe an der Überdosierung…

Ich bleibe stehen. Sehe mir die Leute um mich herum an. Wie sie ihr Ding machen. Das heißt Quatschen. Trinken. Laufen. Essen. Lachen. Der Eine macht wieder den Arm nach oben… Einige schauen in ihr Handy… Alles wie immer. Und trotzdem…

„Servus“, sagt Alex zu mir. „Was ist denn mit dir los? Du siehst ja verdammt scheiße aus.“

Alex. Der/Die Alex. Der mir die falsche Telefonnummer von sich geben hat. Und obwohl ich ihn am liebsten zusammenscheißen würde sage ich nur: „Schön dich zu sehen… Mir geht´s auch irgendwie…“

Minimal Techno anyone?

Das ist Musik zum Tanzen, nicht zum „Auf-den-Break-warten-und-dann-dem-DJ-winken“. Und ja verdammt: Minimal ist Techno ihr Klappstühle!

Und wenn es meine letzte Mission auf Blog.de ist: Die jungen Leute müssen wieder richtig Tanzen und aufhören wie aufgepumpte Schwule aus den 90gern an ihrer Bionade mit einem Schuss Wodka zu nuckeln. Ihr Flaschen!