Zu wem ich tanze – Update

Zeit die Angeber-Liste mal wieder zu aktualisieren…

DJs

Sven Väth (43), 2manyDJs (2), Chris Liebing (17), Paul Van dyk (4), Monika Kruse (5), Si Begg, Jeff Mills (2), Richie Hawtin (7), Adam Beyer (8), DJ Rush (12) Valentino Kanzyani (2), Luke Solomon, Justin Harris, Savas Pascalidis, Dominik Schuster (4), Carl Cox (7), W.J. Henze (4), Heiko Laux (2), Jay Denham (3), Mijk Van Djk, Mark Spoon, Marusha (2), Blank and Jones (Hihi), Westbam (7), DJ Hell (5), Miss Yetti (2), Cari Lekebusch (3), Supa Dj Dmitry, Marco Carola (4), Steve Rachmad (2), Umek (4), Joel Mull (2), Marco Cannata, Frank Lorber (9), Sebbo (3), Oliver Bondzio, Massimo (3), Marco Bailey (8), Josh Wink (4), Pascal Feos (2), Cristian Vogel (2), Tom Wax, Ellen Alien (5), Luke Slater (2), Tom Novy, Pounding Grooves, Toni Rios (4), Gayle San (7), Ben Sims (2), Funk d´Void (3), Gaetano Parisio, Michael Mayer, Ricardo Villalobos (3), Acid Maria (2), Miss Kittin (2), Mauro Picotto (2), Roberto Q Ingram, Takkyu Ishino (3), Thomas Schumacher (4), Daniel Bennavente, Andreas Kraemer (2), Claude Young, Dj Felipe, Kazu Kimura, Tune Brothers, Haito, Hardy Hard, Afrika Islam, Marco Remus, Petar Dundov, Dave Tarrida (2), Ben Long, Joey Beltram, Moguai (2), Ewan Pearson (3), Leeroy Thornhill (2), Dj Koze, Dave Clarke, Tiefschwarz (6), Cora S., Turntablerocker (3), James Holden, DJ Karotte, Pierre, Marky, Bine, Marc Miroir, Chris Tietjen, DJane Bux, Tiga, Mathias Kaden, Oliver Koletzki (4), Carl Craig (2), Meat, Phil Fuldner, Guy Gerber (2), Domenik Eulberg, Wighnomy Brothers, Etienne de Crezy, Laurent Garnier (2), Moonbootica (6), Amé (3), Ida Engberg, Mr. Oizo (3), D.I.M. (3), Les Petits Pilous (2), Strip Steve, Joris Voorn (2), Luciano, Busy P (4), Kavinsky, So Me, Onur Özer, Fat Boy Slim, Jennifer Cardini, Boys Noize (7)/Kid Alex (2), Djedjotronic (2), Mr. Flash, DSL, Vicarious Bliss, Roman Flügel, Felix Kröcher (5), Breakbot, Len Faki (2), SebastiAn, Jackson, Erol Alkan (2), Ben Klock, Fake Blood, Crookers (3), Acid Pauli, Simian Mobile Disco, Jesper Dahlback, Boris Dlugosch (2), Fukkk Offf, A-Trak, Christian Burkhardt, Einzelkind, Kaiserdisco (2), Shantel (2), Reche und Recall, Format B (2), Disco Boys, Nu, Noze, Gregor Tresher (2), Oliver Huntemann, Tommy Four Seven, Steve Aoki (2), Marek Hemann, Return of the amazons, Paul Kalkbrenner, Trentemoller, Kerstin Eden, Gesaffelstein, Armin van Buren, ATB, Boston Bon, Sascha Braemer, Gary Beck, Autoerotique, DJ Emerson, Raphael Dincsoy, Monkey Safari, Baal, Fritz Kalkbrenner, Bunte Bummler (2), Arca & Dexxis, Lützenkirchen (3), Nico Pusch, Klaudia Gawlas, M.A.N.D.Y., Daniel Bortz (3), Super Flu, Gui Boratto, Mano Le Tough, Drunken Masters (3), Crystal Fighters, Kid Simius, Flux Pavilion, N´TO, Worakls, Matthias Tanzmann, A.N.A.L., Tool 8, Marika Rossa, Alma Gold (2), Digitalism, Housemeister B2B Pilo, Tobi Neumann,

Bands/Live-Akts:
Böhse Onkelz (3,5), Radiohead, Einstürzende Neubauten (3,5), Der W (7), Chemical Brothers (3) Nick Cave and the Bad Seeds, Grinderman (Nick Cave), LCD Soundsystem (2), Soulwax, Justice, KoRn, The Prodigy (4), Alter Ego (2), Richard Bartz (5), Funk d Void (2), Green Velvet, Thomas P. Heckmann (5), Technasia (3), DJ Rush, Terrence Fixmer, Acid Junkies (2), Mijk Van Dijk, Paul Brtschitsch, Chris Zander, Brothers Yard, Stewart Walker (2), Johannes Heil (6), Der dritte Raum (2), Speedy J (5), Zombie Nation (2), Luke Slater, Anthony Rother (3), Subhead, Plastique de reve, The Horrorist, Justin Berkovi (3), Tok Tok (2), Hardfloor, Vitalic vs the Hacker, Chicks on Speed, Alexander Kowalski (4), 2Raumwohnung, Basic Implant, Conflict (2), the Advent (2), Kosheen, Junkie XL, Hanson und Schrempf (2), Gus Gus (2), Moloko, Moonbootica (2), Bill Youngman, Lexy und K-Paul (4), Mister X and Mister Y, Northern Lite (8), T.Raumschmiere und Band (2), Heiko Laux, Mia, Kim Peers, Röyksopp, Mathew Johnson (3), die Fantastischen Vier, Sono, Stereo Total, Deichkind (4), EOX, Tin Man, Depeche Mode, Robocop Kraus (2), Die Sterne (3), Metallica, Pearl Jam, Robbie Williams, Santana, Live, the Verve, Xavier Naidoo, die Söhne Mannheims, Travis (2), Audio Bullys, Kraftwerk, Basement Jaxx, Domenik Eulberg, the Infadels, Dapayk, Pan/Tone, Codec und Flexor (3), Legowelt, Laurent Garnier und Band (3), Ada, Console, Robert Babicz aka Rob Acid, Erobique, Flogging Molly (2), Sigur Rós (2), Kettcar, Tocotronic (3), Monster Magnet, NOFX, Beatsteaks (2), REM, Ebony Bones, Henrik Schwarz, My Robot Friend, Motor, Sputnik Booster, World Domination, Autokratz (2), Skew Siskin, Pro Pain, Kat Frankie, Unicova, The Proxy (2), Hans Söllner, Delphic, Zoot Woman (2), French Horn Rebellion, Frittenbude, the Strokes, the Bloody Beetroots (3), Phoenix, Deftones, Marina and the Diamonds, Skunk Anansie (2), Bonaparte (4), the Shout Out Louds, Two Door Cinema Club, Groove Armada, Modeselektor (2), Blood Red Shoes, Get Well Soon (2), Fred Falke, Goldfrapp, Massiv Attack, Zucchero, Alanis Morissette, Helge Schneider and the fire fuckers, Cypress Hill, Oasis, Liquido, Faithless, Aka Aka feat Thalstroem (3), Adam Green, Fever Ray , Boemklatsch, Gabriel Ananda, Jamaica, WhoMadeWho (4), D-A-D, Eschenbach (3), The Hives, The Arctic Monkeys, the Foo Fighters, Gogol Bordello, Kasabian, Sick of it all, Digitalism, Alkbottle, die toten Crackhuren im Kofferraum, Mr Oizo – live, Breakfastklub, Jacek Sienkiwicz, Chanson, Krazy Baldhead, Mediengruppe Telekommander, Extrawelt, Marsimoto, R.A.F. 3.0, F.R., Cro, Arkangel, In Blood we trust, Surge of fury, Ya-Ha, the computers, M 83, Switchfood, New Oder, Jennifer Rostock, The do, Casper, La Brass Banda, Wolfmother, Oliver Koletzki und Fran, Tim Fite, Little Dragon, Frittenbude (3), Killers, Metronomy, Kraftklub (2), SBTRKT, Calexiko, Kaizers Orchestra, Members of Mayday, Oliver Schories, Chase & Status, Knife Party, Blixa Bargeld (Solo-Vocal), the dorf, Matthew E White, Cäthe, Fayzen, Brian Sanhaji, Scooter, Maximo Park, Booka Shade, We are scientists, Olli Schulz, Sido, König Leopold, Howling, Moderat, Schlachthof Bronx, OK Kid, The/Das, Chili Gonzales feat Kaiser Quartet und Jarvis Cocker, Die Antwoord, Tito und Tarantula, eRRdeKa, the whiskey foundation, Haftbefehl,

„Klassik und Jazz“
Dmitri Hvorostovsky, Junge Münchner Symphoniker (2), Brein´s Cafe, Orchestra di Padova e del Veneto,

Wenn Künstler sowohl bei „Live“ als auch bei „Djs“ vorkommen, dann handelt es sich einfach nur um einen Live-Akt eines Djs – für Außenstehende als Erklärung 😉
Die Zahl nach dem Künstler/der Band gibt die Häufikgeit an wie oft ich den Act gehört habe.

Wobei ich bei der Aktualisierung schon merke, dass man doch weniger weggeht als früher, es sich aber dennoch so anfühlt, als wäre ich in letzter Zeit viel mehr weggegangen; da spielt die Wahrnehmung durch das Alter eine große Rolle, denn der Erschöpfungsgrad ist heute viel niedriger als vor 5 oder (unvorstellbar) 10 Jahren 😉

Digitalism in der BMW-Welt München, es war der 8.5.2015

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Die BMW-Welt als Location an sich ist natürlich megacool, wäre ja auch peinlich wenn der Autobauer als Repräsentationsobjekt eine billige Klitsche hingestellt hätte. Sie hat nur ein Problem, auf dass ich bei jedem Blog-Eintrag zu den Partys in der BMW-Welt eingehe, ganz gleich sie stylisch und „Boah“ der Rest der Inszenierung von Jugendkultur hier sein soll, dass ich aber sehr erfolgreich verdränge und deswegen einmal im Jahr doch dorthin fahre: Es ist diese verfickt kleine Tanzfläche.

Ich war dort in einem Jahr bei Trentemoller und einmal bei Westbam – und es war eng. Dieses Mal jedoch war nicht einmal das klassischere, ein wenig gesetztere BMW-Welt-Publikum gekommen, sondern wegen des wenn auch gerade nicht mehr ganz so ultrahippen Headliners „Digitalism“ auch viele jüngere Leute, und die hatten dann doch einen größeren Zug zur Tanzfläche – wenn auch nur zum Gaffen – als Beispielsweise bei Westbam, der sich selbst schon vor mehr als einem Jahrzehnt als Oldschool geoutet hat.

Tanzen war bei dem DJ-Set der als ansonsten als Live-Band tourenden Hamburger in der ersten halben Stunde fast unmöglich. Da wurde geschoben und gedrückt bis zum geht nicht mehr. Und es ist NICHT mehr so wie vor 10 Jahren bei einem Electro/Techno-Set, dass so was in eine Gepoge oder Eskalieren der Tanzfläche, also einem kollektiven Erweckungsmoments kulminiert, nein: Die Leute sind einfach nur ziemlich pissed. Und das wird natürlich umso schlimmer, desto besser die Musik ist. (Nach der Logik könnte sich Digitalism ironischer weise damit brüsten, dass durch ihre geilen Platten die Laune schlechter wurde :)) – na, ihr versteht schon was ich meine…)

Bei der Problematik vermissen ich schwer dass der Sage nach durch Sven Väth entstandene Phänomen, wodurch bei elektronischer Musik in die Richtung des DJ-Pults getanzt wird, und nicht wirr in jede Richtung wie in einer Disco. Gestern drehten sich die Leute leider scheinabr im Kreisel oder hauten einem die Schultern in den Rücken, weil sie einfach nur Planlos herumstanden, mit ihren Freundinnen quatschten (und Null Aufmerksamkeit an sich für die Musik aufbrachten) oder ansonsten irgendwie „aus der Reihe tanzten“. Ich weiß, das klingt jetzt furchtbar deutsch. Nur. Wenn man eh schon keinen Platz zum Tanzen und fast schon nicht zum Stehen hat, dann muss man doch nicht wie ne Panzersperre mitten in der Menge stehen und die Leute umtreten oder mit dem Rücken wegschieben: Neben der Tanzfläche im BMW-Kegel ist massig Platz und der Sound ist gut, stellt euch also da hin mit euren Trullas und beschwert euch nicht, wenn andere Menschen Spaß mit der Musik haben wollen. Geht ihr mal in die GROßRAUMDISCOS, denn da gehört ihr hin.
Hier mal ein Foto von so typischen Figuren:

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Lust zum Tanzen hat das Set durchaus gemacht, mehr sogar als eine der zwei Live-Shows die ich von den Beiden schon gehört und gesehen habe, da diese Live-Shows für meinen Geschmack neben dem eindeutigen Abgeh-Faktor auch ziemlich kitschige Passagen haben können, und wenn man sich im Vorfeld die DJ-Sets von Digitalism angehört hat (oder eh schon kennt), wusste man, dass ein relativ hoher Hit-Faktor aufgefahren werden würde, der auch vor Klassikern nicht halt macht. Hat mir als alter Hase natürlich sehr gefallen.
Und in der zweiten Hälfte des gerade einmal 2 Stündigen Sets (von 0.45 Uhr bis 2.45 – die Set-Länge ist für die BMW-Welt eher ziemlich normal) hatte man ENDLICH Platz zum Tanzen, und Feiern. Und das machte man dann natürlich umso ausgelassener. Hat mal wieder richtig Spaß gemacht – und ich sage das als PKW-Fahrer.

Durch das ständige Geschiebe und Gedrücke war ich, der Mann Mitte 30, müde geworden. Und es ging nach dem Set bald nachhause. Ein wohlüberlegter Partyabbruch war das. Denn. Am Mittwoch kommen die 2manyDJs nach München. Und vor allem Boys Noize.
Trotz des ganzen Gemeckers hat sich unser Ausflug nach München sehr gelohnt. Und ja: Einmal im Jahr kann man immer zur Mini-Club-Serie ins BMW-Museum fahren.

Die neue Registratur in München

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Nach „Tito & Tarantula“ im Strom, war es mir eine Herzensangelegenheit auch noch in die neue Registratur-Bar zu gehen, wenn man denn schon mal in München ist.
Die Registratur war nie DER Club in München für mich, dass war dann doch eher das Ultraschall oder KW und sicherlich nicht zuletzt das Nachtwerk, nur machten diese auf Techno getrimmten Clubs irgendwann mal zu und mit der Regi bekam die Electro-Bewegung der Nullerjahre in München eine Heimat, siehe Digitalism, Boys Noize, Mr Oizo, aber ich denke auch gern an die Gigolo Nächte mit DJ Hell zurück…
Hier ging es einfach ab und ich habe in der Nacht bei Kavinsky und Busy P eine der fettesten Partys an meinem mit Partys sicherlich nicht armen Leben haben dürfen. Das war schon auch so ein besonderer Laden mit guten Leuten, der von seiner Entspanntness her eher nach Stuttgart als nach München gepasst hätte, dabei dennoch so unglaublich münchnerig war.

Die neue Registratur, die anfangs mit dem Zusatz „Bar“ geführt wurde, ist im Glockenbachviertel in den alten Gemäuern „der Bank“. Lustig eigentlich, denn eine Stunde vorher war ich im „Strom“, dass ich noch als „Garden“ kannte und hatte mich über die nicht vorhandene Umgestaltung der Location geärgert: Die neue Regi ist das absolute Gegenteil, hier erinnert nichts mehr an die Bank, da wurde so was von „entkernt“, ja, sogar von außen kann man über-haupt-gar-nicht erkennen oder hören was da drinnen gespielt wird. Cool.
Die früher einladend erhellten Fenster der Bank sind komplett schwarz gemacht worden, und auch drinnen ist es wirklich tiefschwarz und ultrastilisch geworden: So sah die alte Registratur nicht aus. Die war zwar auch nicht abgefuckt, doch abgefuckt genug. Dass hier sieht aus wie ein Schuhkarton aus der Zukunft. Sehr gedämpft das Ganze, fast schon geheimbündlerisch und geheimnisvoll. Sehr schick, und sogar vor der Bar steht ein Türsteher.
Ganz ehrlich: Vielen Leuten wird das allzu schick und übertrieben sein.

Es gibt auch einen kleinen Bereich zum Tanzen – aber eben NICHT zum Durchdrehen und Feiern, leider nur so gemacht, dass jeder der vorbeiwill (Jacken abgeben, Toilette) sich über den Tanzbereich drängt: Nervig.
Dort legen auch namhafte DJs auf, auch wenn es keine Globalplayer mehr sind. Das Konzept ist eher das einer Bar wo man plaudern kann – mit DJ und Tanzfläche. Hier geht man her bevor man durchdreht oder wenn man sich zwischendrin mal kurz wo trifft, ein Club als Chill-Out-Zone, und ich finde das super schön und fantastisch, gerade richtig für Leute wie mich Mitte 30: Das Problem ist nur, dass es dort so ein Publikum wie mich nicht gibt. Wir. Kommen da nicht vor. Und das ist ein Fehler. Würde ich in München wohnen würde ich öfters dorthin gehen. Einfach weil ich hier das Feeling von Nachtleben und Club bekomme, ohne mich jetzt mit der Entgrenzung der Wochenendmentalität anderer auseinander setzen zu müssen.
Aber: Im Prinzip ist es mir dort auch zu super stilisch und einen Tick zu teuer. Das Konzept an sich finde ich gut.

Oben ist dann noch eine sehr kleine Galerie untergebracht, von der Idee her ähnlich wie bei der Bank, die ja auch mehr war als nur eine Bar. Das hat uns zusätzlich noch besonders gut gefallen, auch wenn das Thema „Krieg“ jetzt nicht gerade ein Stimmungsaufheller ist, aber toll: Das kann man doch auch mal ins Nachtleben integrieren, das ist doch ganz richtig so!

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Lange sind wir nicht geblieben, ein wenig auf dem Sofa. Shirley Temple im Glas. Unsere Köpfe waren die einzigen, die im Takt mit nickten. Dann langsam ab nachhause, so um halb 1. Noch bevor Alma Gold aufgelegt hat. Oder die hat die Haare jetzt anders. Lustig. Die habe ich das letzte Mal im „Garden“ gehört… Lange ist es her…

Tito & Tarantula live in München, es war der 17.04.2015

Auf dem Papier klingt das geil: Tito & Tarantula. Mexikanische Kultband. Kennt jeder der DESPERADO und FROM DUSK TILL DAWN gesehen hat – also so gut wie jeder: Über 20. Dazu stellt man sich viel Geschrienes „Ai, yai, yai!“ vor, Leute die Durchdrehen, Abgehen, Weiber… Na ein wenig so halt wie in der Bar in From Dusk Till Dawn. Die Wahrheit war zu aller Anfang: Im Regen in der Schlagen stehen.
„In der Schlange stehen“ war fast das Motto des Abends, denn ich hab noch niemals nirgends erlebt, dass die Leute sich nicht nur für den Einlass und die Garderobe anstellten, sondern danach auch noch bei der Bar eine perfekte, ewig lange Schlange bildeten…

Ach so. Das Konzert fand im „Strom“ im München statt und als wir an der Haltestelle „Poccistraße“ den Regenhimmel erblickten, war mir schnell klar, dass ich hier schon einmal war. Da hieß der Schuppen noch „The garden“ und war eine Technoklitsche (auf Münchner Niveau, also nicht ganz so klitschig), Thomas Schumacher und Carl Craig haben wir hier mal getroffen und zugequatscht. War mir dennoch nie so besonders sympathisch der Laden – was das „Strom“ jetzt auch nicht war. Der Veranstaltungsort wurde allen Anschein vollkommen „entkernt“ wie man so schön sagt – nur leider hat man danach auch nicht wirklich was Neues eingebaut. Kurz: Das Strom ist ein hässlicher, verrotzter Rock/Indie-Laden geworden, was ganz cool wäre, hätte man nur ein paar Cent in die Erschaffung irgendeiner Form von Atmosphäre gesteckt.

Wir kamen jetzt nicht besonders spät daher – im Prinzip waren wir es dennoch. Die 30 bis 40 jährigen Besucher eines „Tito“-Konzerts in der heimlichen Hauptstadt Deutschlands waren schon vollkommen versammelt und wichen keinen Millimeter, damit sie einwandfrei auf die Bühnen starren konnten. So was kenne ich ja nicht erst seit den Neubauten, wäre auch gar kein Problem gewesen, leider wurden nur zu viele Karten an zu viele Menschen verkauft, so dass man ehrlich gesagt den ganzen Abend lang eh nicht tanzen konnte, geschweige denn sich schnell mal ein Bier holen oder auf die Toilette gehen. Das war die Atmosphäre: Ellenbogengesellschaft wo mehr der Platz verteidigt, als der Moment gefeiert wurde.

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Vorband waren die eher grausamen „the legendary“, die mir vom Sound her überhaupt gar nicht zusagten, dafür aber eine so infantile Freude von der Bühne runter grinsten vor „Tito &…“ spielen zu dürfen, dass es schon wieder ziemlich goldig war.

Wir hatten uns im Vorfeld nicht damit beschäftigt welchen Sound Tito Larriva denn seit 1996 so produziert hat – was ein Fehler war. Nicht dass die Band schlechte Musik gemacht hätte, das nicht, nur leider ist die Band mehr der Ruf aus einer fast 20 Jahren vergangener Zeit, als wirklich zwingend hörbar.
Titos Gesicht und Sound kennt halt fast jeder aus den Rodriguez-Filmen, ihn umgibt dadurch eine spezielle Aura, ein angenehm verruchtes Gefühl, für manche sicherlich sogar eine Art Lifestyle, den sie selbst gerne leben würden, wenn nicht die Wahrheiten des Lebens dem entgegensteht. Tito ist dabei leider kein musikalisches Genie, was seinem Image eher zugutekommt. Nur. Steht man da 2 Stunden lang und STARRT auf die Bühne, nun ja, dann hätte man sich da halt mehr erhofft. Die Interaktion zwischen Band und Publikum war über weite Strecken auch nicht vorhanden; erst am Ende zu beim einen und einzigen Hit „After dark“, der mit ausgiebiger Begeisterung zelebriert wurde. Tito holte Leute auf die Bühne, da wurde getanzt, einer durfte sogar auf seiner Gitarre spielen – was irgendwie viel zu gut klang um spontan zu sein… Auf jeden Fall war da ein großes „Juhu!“ in vielen Gesichtern zu sehen, auch der Band schien das jetzt nicht so unangenehm zu sein, wie das wohl so bei deutschen Perfektionisten der Fall wäre, und als Zuschauer konnte man sich nur wundern, weshalb zum Geier nicht schon vorher so ein Show-Effekt ins Programm eingebaut wurde, anstatt schmallippig Songs herunterzuspielen, die nur den Moment bis „After dark“ überbrückt haben?…

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Die Band selbst besteht von unten betrachtet aus einer Mischung von Leuten, die der Prototyp einer Casting-Show sein könnten: Da ist das alternde Genie Tito, der Keith Richards-Verschnitt, der alte adipöse Schlagzeuger, die Dorfschönheit im roten Kleid mit dem Ausschnitt bis zum Bauchnabel am Bass, die nicht ganz so Schöne im Schatten der anderen mit ebenfalls tiefen Ausschnitt an der Geige und noch so ein Typ mit grauen Haaren der Allesmögliche gemacht hat – von dem nur keiner wusste, was eigentlich; ein Superhelden-Team an merkwürdigen Charakteren die durch ihre bloße Präsenz interessant wirkten, nur aber auch allen Anschein nach vom Jetlag auch halb erschlagen. Schade.

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Genau. Da war auch noch die bescheuerte Rollstuhlfahrerin, die sich eingebildet hat sich Mitten in die Menge zu stellen und uns die ganze Zeit mit ihrem Stuhl in die Knöchel und Fersen zu rammen: Sehr sympathisch, BITCH! Ich bin zwar generell dafür das behinderte Menschen an allem am Leben teilnehmen können wie ich auch (das sollte nichts Besonderes, sondern etwas Natürliches sein), nur hat diese auch scheinbar geistig vom Leben Benachteiligte (das wurde nur noch nicht diagnostiziert…) es sich in den Kopf gesetzt ihren Wut über ihre Behinderung an uns auszulassen und eben nicht die Bremse an ihrem Rollstuhl anzuziehen und uns so lange Zeit zu malträtieren, was ganz schön unfair ist, denn wer hat schon Bock einen Behinderten zusammenzuscheißen?
Man kann ja verstehen als Krüppel frustriert zu sein, trotzdem muss man das nicht an uns auslassen. Für Besucher wie sie muss der Veranstalter auch einen extra Platz bereitstellen und den sollte man auch nutzen.

Also ich war froh als das Konzert vorbei war, einfach weil ich mir musikalisch mehr erwartet hätte und die Atomsphäre echt anstrengend war. Hätte ich das Konzert aber perfekt abgefilmt von daheim auf dem Sofa gesehen, hätte es mir sicherlich sehr gut gefallen… Man lernt nie aus.