Kokain beendet zuverlässig jeden LSD-Trip

1: Du magst wirklich keinen der Marvel Filme? Da gibt´s aber echt Qualitätsunterschiede.

2: Am Anfang fand ich das auch ganz nett. Aber es ist halt Unterhaltung für Teenager.

1: Hm. Na ja. Ich fühl mich mit 44 auch durchaus noch angesprochen.

Was will man darauf antworten? Bei solchen Themen nagt so viel an mir. Wieso mögen wir es wie Teenager abgespeist und behandelt zu werden? Weshalb werden das „Erwachsenwerden“ und die damit verbundene Zeit so überschätzt? Ich will mich selbst nicht wie einen Teenager behandeln.

Jetzt aber mal langsam Fleming. Gerade du. Der große Manga-Leser und Keine-Kinder-Haber. Der ehemalige Drogen-Typ mit dem Peter-Pan-Roman. Was weißt du schon über das Erwachsen sein? Das ist ein Punkt. Aber ich will mich halt auch nicht füllen als sei ich für dumm verkauft worden. Und Marvel-Filme sind für mich genau das. Das sind nur Achterbahnfahrten. Zirkus-Attraktionen. Kleinste gemeinsame Nenner. Bei denen jeder ohne große Mühe „mit kann“. Waren die nicht immer das Schlimmste gewesen? Diese Dinge, auf die sich alle einigen konnten? Das ist wie „Deichkind“. „Die Ärzte“. Oder „Herr der Ringe“. Niederste Instinkte werden befriedigt. Banalste Triebabfuhr. Degeneration der Ansprüche. Von 9 bis 99. Die nie versiegende Lust auf Nutella auf dem Brot…

Irgendwo habe ich in den letzten Wochen einen Text darüber gelesen, dass es ein Irrtum sei dass es Routine geworden ist das jede Generation von Jugendlichen gegen ihre Eltern rebelliert. Die einzig wirkliche Generation der Revolution war die der 68ger gegen ihre Eltern. Das muss man ihnen zugestehen. Auch wenn diese Revolution grandios scheiterte. Was danach kam waren nur kleine rebellische Phase: Punk. Metal. Techno. Das waren nur Pop-Zitate des Urgedankens. Und wenn der Jugendliche dann doch nicht mit dem Leben klar kam, hat man lieber schnell Mama und Papa um Rat gefragt, was man am besten tun soll um diese und jene Situation zu meistern. Die Eltern als Vermögensberater der eigenen Möglichkeiten. Nur die Träume werden immer weiter geträumt. Der Traum von der ewigen Jugend. Den Papa, Mama und Tochter/Sohn kollektiv und Händchenhaltend bis an ihr Lebensende träumen und glorifizieren: Ja, wir sind die Macht, wir sind die Jugend… Wir sind das Beste aus beiden Welten: Jung und alt in einem Körper vereint…

Und glauben weiter an die Supermänner. Und glauben dass es schon eine Form von Fortschritt ist, wenn wir nun auch Superfrauen glauben dürfen. Die uns Alle retten… Während die Überbevölkerung und der Klimawindel uns langsam ausrotten. Wie eine Lawine. Die sich verzagt und müßig in Bewegung setzt. Um am Ende alles unter sich zu be….

Letzte Woche war ich bei meinem Freund. Wir nahmen LSD. Lagen total breit auf seinem Kanapee herum und sahen uns Filme an. Irgendwann dachte ich, ich müsse nachhause. Ich begann Cola zu Trinken. Zuckerhaltige Getränke helfen es einem den LSD-Film zu beenden. Der Grund dafür war, dass ich keine Lust darauf hatte alleine daheim verplant in der Gegend herum zu denken. Mein Freund bot mit eine Line Kokain an. „Koks beendet zuverlässig jeden LSD-Trip“, erklärte er mir. Und er hatte Recht. Ich war sofort runter von der psychedelischen Droge. Koks schlägt LSD. Was sagt das über die Hippies aus? Über die Träume? Über Mama. Papa. Über deine Tochter. Über uns?

Wenn euch mein Beitrag  gefallen hat, empfehle ich euch meinen Roman „Verlorene Jungs“. In dem erzähle ich am Beispiel eines verrückt/normalen Wochenendes von meinem durchgeknallten Techno- und Drogenleben. Klickt entweder hier bei Amazon oder hier Bookrix rein, von wo aus ihr auf weitere eBook-Shops Zugriff bekommt.

Viel Spaß damit!

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Legalisierungsdebatte: Saufen macht blöd? Kiffen auch

Ich verstehe überhaupt nicht warum man Cannabis mit Alkohol vergleichen muss, um dann die Nebeneffekte von Kiffen klein zu reden: Dumm mach schließlich Beides. Wieso soll noch eine Droge im Umlauf gebracht werden, ganz egal ob sie minder- und stärker schädlich ist als Alkohol? Wo ist da die Logik?

Hier ein Artikel aus der FAZ dazu.

Normal komme ich jetzt immer mit dem LSD-Argument, so auch jetzt :)) LSD ist auch weniger schädlich als Alkohol – und meiner Meinung nach auch weniger schädlich als diese stetige Kifferei: Dann doch lieber LSD legalisieren? Leider nein. Denn es geht nicht darum wie gut dir eine Droge hin und wieder tun kann (auch Cannabis). Es geht darum wie häufig man sie frisst, säuft oder reinraucht. Und wenn nur Verbote helfen die Menschen vor sich selbst zu schützen, dann muss es eben Verbote geben. Und ja, das sagt jemand er über ein Dutzend Jahre Drogen gefressen hat wie die Wenigsten.

Heute ist Albert Hofmanns Todestag

2008 ist der ruhige Schweizer gestorben, der durch Zufall die Wunderdroge LSD entdeckte und bei seinem Selbstexperiment die wohl legendärste Fahrradfahrt aller Zeiten hinter sich brachte, gegen die selbst die Radtouren von Jan Ulrich und Lance Armstrong wie ein unschuldiger Schulbubenstreich aussehen.

Mich hat LSD im Leben sehr viel weiter gebracht und ich wage es noch einmal zu betonen, dass jeder Mensch im Leben einmal LSD genommen haben sollte, am Idealsten in der Zeit wo aus einem Kind ein Erwachsener wird. Ja. Es bleibt dabei. Für mich gehören alle andere Drogen (besonders Alkohol und Kiffen) verboten, da sie dein Weltbild über kurz oder lang verdummen – dafür sollte man sich für einen vernünftigen Umgang mit LSD einsetzen, eine Droge, die dich im Leben menschlich/philosophisch weiterbringen kann, während der andere Mist nur Sucht und Zeitvertreib ist, auf denen man sich zwar besonders klug vorkommt, es aber tatsächlich NICHT ist.
Tiefere Erkenntnisse sind nur durch krasse Erfahrungen möglich. Und wer das verstanden hat, der hat auf LSD einen der besten Tage seines Lebens…

Helter Skelter – Der Mordrausch des Charles Manson

Ja, das ist jetzt auch ne Weile her als ich das Buch gelesen habe. Anfangs habe ich es voll in mich rein gefressen, superspannend das Ganze, und am Ende hat es dann eindeutig gereicht mit dem Thema.
Mein eigentliches Interesse war nicht Charles Manson und seine Family (das Thema des Buches über das ich jetzt ein wenig Plaudern werde), sondern die Frage, ob man auf LSD Morde begehen kann, und, ob die Super-Droge LSD die mein Leben so sehr bereichert und verändert hat, auch eine dunkle Seite hat, fern von Klischeehaften und medial überhöhten Horror-Trip-Storys, die ich selbst nie erlebt habe. Für mich war LSD immer eine gute und reinigende Sache, die mich im Leben vorangebracht hat. Wobei man natürlich dazu sagen muss, dass ich die Droge zwar in der Jugend oft konsumiert habe, doch ihr nie so verfallen war wie später den Amphetaminen.
Charles Manson gilt seit jeher als „der böse Hippie“. Interessant, dachte ich.

Geschrieben wurde das Buch von Staatsanwalt Vincent Bugliosi; Bugliosi ist auch jener Staatsanwalt, der Charles Manson und seine Family in den Knast brachte. Schon von daher ist es natürlich unmöglich, dass er absolut unbefangen an das Thema heran geht, denkt man, doch Bugliosis Aufbau des Buches ist so fesselnd gemacht, das es einem schwerfällt sich seiner Meinung zu entziehen.
Anfangs werden die beiden Mordnächte geschildert, dann die Ermittlungen, dann der längste Prozess, welcher bis dato in Amerika zu einem Mordfall geführt wurde, um sich schließlich noch etwas mit der Figur Mansons auseinander zu setzen. Der Wälzer hat 750 Seiten und es wird mir jetzt unmöglich sein die ganzen Details wieder zu geben, die mich interessiert haben; meine „Kritik“ kann nur eine lächerliche Zusammenfassung sein.

Die Morde sind alleine deswegen in die Geschichte (nicht nur Amerikas) eingegangen, da sie a) bestialisch waren (es waren richtige Schlachtfeste bei denen mehrere Dutzende Male auf die Opfer eingestochen wurde) und b) es sich bei den Opfern um Prominente handelte, reiche Wohlstandstypen und unter anderem auch um die schwangere Frau von Roman Polanski, der nur wegen seiner Arbeit nicht anwesend war. Charles Manson, der schon vor den Morden die meiste Zeit im Gefängnis lebte, war bei den Morden nicht anwesend – wurde später dennoch dafür zum Tode verurteilt (er hatte nur Glück, dass vor der Vollstreckung des Urteils die Todesstrafe in Kalifornien aufgehoben wurde, weswegen er heute noch lebendig im Gefängnis sitzt), wie ist das möglich?

Charles Manson war zu dieser Zeit so etwas wie der Guru seiner eigenen Hippie-Kommune. Er hatte eine Gruppe von Jüngern (meistens Frauen) um sich geschart, die ihm blind ergeben waren. Den Schilderungen zu folge war das so ein richtiges Sekten-Ding, bei dem er Sex mit allen Frauen hatte und den Frauen sagen konnte, wann sie mit wem schliefen. Er konnte sie sogar anschaffen schicken, und sie taten es nicht nur aus Angst: Sie verehrten Charles Manson. Es geht mir jetzt nicht darum postpubertäre Phantasien aufkommen zu lassen, sondern darum zu zeigen, wie verfallen diese Menschen Manson war.
Dabei ist Charles Manson nicht einmal sein richtiger Name. Er heißt Charles Sonstwie (sorry, habe das Buch schon ewig ausgelesen) und er nannte sich dann: Charles Man´s son – also Menschensohn. Die Jünger hielten ihn für eine Art Jesus Christus. Ganz gleich dass er Waffen sammelte und den Menschen drohte und sie beherrschte – und scheinbar auch welche verschwinden ließ.

Wie gesagt, um jetzt ins Detail zu gehen fehlt mir die Zeit (und die Lust), am Ende aber glaubte die Jury der Geschworenen den Auslegungen des Staatsanwalts und Autors Bugliosi, nachdem Charles Manson seinen Jüngern den Mordauftrag gegeben hatte, um „Helter Skelter“ auszulösen. Und jetzt kommts:
„Helter Skelter“ ist ein Lied von den Beatles. Manson glaubte, dass die Beatles in dem Lied voraussagen (als versteckte Botschaft an ihn), dass sich eines Tages die Schwarzen in Amerika gegen die reiche, weiße Oberschicht erheben würden, die sie seit Hunderten von Jahren unterdrückt. Es würde zu einem Krieg Schwarz gegen Weiß kommen, den die Schwarzen gewinnen würden. Doch da die Schwarzen von Natur aus nicht die Hellsten sind und alleine gar nicht überleben könnten (sie brauchen jemand der sie beherrscht), würde Charles Manson mit seiner Family über sie verfügen, nachdem er aus seiner unterirdischen Stadt aus der Wüste zurückgekehrt wäre, in der er sich während des Krieges geflüchtet hätte. Mit den Morden wollte Manson den Schwarzen zeigen, wie leicht es ist die Reichen und Prominenten in Angst und Schrecken zu versetzen; er wollte ihnen den Weg zeigen. Er wollte „Helter Skelter“ auslösen.

Das ist jetzt alles sehr verknappt, klar, doch das war seine Intension, wenigstens wenn man Buglisoi glaubt. Und seine Leute glaubten ihm das. Mehr noch: Sie waren besessen von ihm und seiner Vision, töteten und mordeten dafür, und gaben ihr Leben und ihre Körper für ihn.
Das mag einerseits auch am LSD liegen (nun einmal der Grund, warum ich mich dafür interessiert habe), doch das LSD, das Menschen sehr beeinflussen und leiten kann, ist nicht die ganze Wahrheit. LSD kann Menschen auch zu bestimmten Handlungen und Denkweisen konditionieren, ihnen Wege zeigen und sie auf neue Gedankenebenen (oder Tiefen) bringen, die abartigen Morde aber, konnte man nicht unter direkten Einfluss von LSD begehen – wer auf einem Trip ist, kann nicht morden: Dafür ist er viel zu unkonzentriert. Dennoch – und da bin ich mir sicher – hat LSD eine wichtige Rolle gespielt. Es versetzt dich in eine ganze eigene Welt und wenn man es ständig nimmt und auch noch in einer sozialen Umgebung lebt, einer „Familie“, einem von der Außenwelt abgeschotteten Bereich, der dich die ganze Zeit beeinflusst, kann man darauf sicherlich abdrehen und ver-rückt werden, was ja auch nur bedeutet, anders zu denken und zu verstehen als der Rest der Gesellschaft. Ich habe ja einen Freund der etwas zu viel davon genommen hat, und wenn man sein Gelaber ernst nehmen würde, wäre es zwar noch ein weiter Weg bis zu Charles Manson, doch, es wäre ein gerader Weg: Es ist das gleiche Universum.

Die Hippie-Zeit gilt per se als Gewaltfreie Zeit (die Hippies demonstrierten gegen Gewalt), doch das ist ein medialer Irrtum. Nicht nur bei Manson in den USA, sondern natürlich auch hier bei uns. Die RAF und die „Revolutionären Zellen“ sind auch aus der Hippie-Bewegung geboren worden – das vergisst man nur ganz gern (ich habe mich vor Jahren intensiv mit der RAF und der Zeit auseinandergesetzt). Pazifismus ist oft nicht das Ende einer Geschichte, er kann oft zum Gegenteil führen.

Es gäbe so viel über das Buch zu erzählen, den ganze Irrsinn um Manson (der trotz alledem ein charismatischer Menschenfänger sein muss), die Mitglieder, die Fehler der Polizei, der unendliche Prozess (der ist fast einen eigenen Blog-Eintrag wert; der Manson Prozess ähnelt nicht nur ein wenig dem gegen Baader/Meinhof), die Verlogenheit der Medien, Popkulturelle Anekdoten usw. usf.
Es ist wirklich ein lesenswertes Buch, das einen oft erschreckt – und dadurch fasziniert. Solche Geschichten schreibt nur das Leben selbst.

Helter skelter