„the xx“ live in München, es war der 24.02.2017

„The xx“ ist eine der wichtigsten Bands einer ganzen Generation. Nicht meiner Generation. Für die bin ich im Prinzip ein wenig zu alt und ich habe vor ein paar Jahren nur einmal bei ihnen hineingehört, weil sie so ultra angesagt waren. Das Konzept war damals ganz klar: Minimalistische Rock/Indie-Musik über die Liebe, die sich auf den Wechselgesang zwischen Mann und Frau stützt. Er (Simon) mit einer coolen, kalten Stimme (rauchig ohne rauchig zu sein) und sie (Romy), mit einer  reduzierten und doch umwerfend Stadion füllenden Stimme. Das erste Album: Welterfolg. Nach dem zweiten, dass fast schon zu sehr nach dem ersten klang, hätte man sie auch schon wieder in ihrer Schublade vergessen können. Wäre dann nicht das Solo-Album ihres Drummers/Keyboarders erschienen (Jamie), auf dem er mehr als geschickt, richtig bahnbrechend Musik sampelte und loopte, obwohl die gesamte elektronische Musik der letzten Jahren aus nichts anderem bestand: Jamie machte das auf seine Art einfach besser als andere, machte es zu einem ungewohnten und doch catchy Musikerlebnis. Nun also, beim dritten Album und bei der Tour dazu, haben sich diese musikalischen Ebenen vermischt und aus dem melancholischen, hingehauchten Indie-Trio ist eine Indie-Pop-Band geworden. Mit ganz viel Soul.

Da stand ich dann also, noch übelst erkältet, vollgestopft mit chemischen Hilfsmitteln. Hätte meine Freundin nicht Geburtstag gehabt, wäre ich vernünftigerweise lieber im Bett geblieben. Dann hätte ich aber auch was verpasst.

ERWARTET hatten wir eine Bühnen-Show, so wie „the xx“ auf Platte klingen. Lethargische Performance ohne große Gesten, ein Dahinblubbern der Melancholie. Und obwohl die Band natürlich ihre zu erwartenden Lieder spielte, klangen sie ganz anders.

Das hat zum einen mit dem Schall zu tun. Musik beschleunigt immer ein paar Umdrehungen, wenn man ihr live ausgesetzt wird. Die Boxen sind so etwas wie Brandbeschleuniger. Zum anderen will und wollte die Band auch poppiger klingen, weswegen die Beats sehr geschickt eingesetzt wurden und die Samples zu Überleitungen wurden; das war wirklich sehr geschickt gemacht; den „Jamie xx“, den muss man sich auch mal solo anhören. Und ganz wichtig: Romys Stimme klingt live einfach nur phantastisch. Ich würde jetzt gerne ein Video hier anhängen, doch der Live-Effekt geht in der Konserve leider absolut verloren. Am besten finde ich noch den Vergleich, wenn man seine eigene Stimme auf Tonband aufnimmt und sich sie dann anhört:  Es klingt ungewohnt, ein wenig metallisch. Und so ist es auch mit Romys Stimme auf Band, denn live und in echt ist sie einfach nur: Hammer. Und dass im Münchner Zenith, dass nicht gerade für seine besonders gute Klang-Akustik bekannt ist.

 

„The xx“ gelten als sehr schüchterne, introvertierte Band. Doch ich weiß nicht was dabei alles Show ist.  Schließlich treten sie bei ihrer Tour jeden Abend vor 6000 Leuten auf. Und kommen trotzdem noch total süß und eingeschüchtert rüber, richtig zum Knuddeln. Wobei es schon ein wenig seltsam ist wenn ein Mensch mit einer Hammerstimme die Menge umhaut und dann kaum ein Wort herausbringt, wenn es darum geht drei Sätze zu sagen… Sei es darum. Es war irgendwie ein sehr intimer Abend bei welchem man der Band ihr Image voll abkaufte.

 

Bühnenshow technisch war ich beeindruckt. Zwar war es jetzt kein absolutes Big-Player-Aufgebot was die Lichtfraktion dort oben bot, doch der geschickte Einsatz der Spiegel und der Disco-mäßig drehenden Säulen machte schon ein angenehm geiles Top-of-the-pops-Erlebnis daraus, ohne kitschig oder zu gewollt zu erscheinen. Und gerade als der große Deckenspiegel herunterfuhr und man mal sehen konnte was Jamie oben alles für Maschinen und Drums stehen hatte, aus denen er seinen Sound heraus arbeitete – anders konnte man das konzentrierte Treiben dort oben nicht deuten – machte das einiges her.

Los ging es mit „Say something loving“ und danach kam sofort ihr größter Hit und Durchbruch: „Crystalised“. Bei der 90 Minütigen Show wurde fast das komplette neue Album gespielt, auch viele alte Sachen, wobei von denen einige unter den Tisch fielen (z.B. „heart skipped a beat“), was mich überhaupt nicht störte. Das Set war einfach so dermaßen rund und gut, das mir nichts fehlte… Damit hatte ich nicht gerechnet. Und dass die Band so mega nett und familiär auftrat… Da die verletzliche Romy, oben der Handwerker Jamie. Und auf der anderen Seite der Bühne Simon, der Ruderer, der mit seinem Bass versuchte das Selbstbewusstsein der Band aufzurühren.

Natürlich wurde auch das bekannteste Intro aller Zeiten gespielt:

Schluss war dann mit „Angels“, dass gerade eben nicht perfekt auf die Bühne gebracht wurde; ein kurzer, überhaupt gar nicht peinlicher, doch intimer Moment  des Verspielens, der zu einer kurzen Unterbrechung und einer lächelnden Improvisation führte, brachte Band und Publikum endgültig zusammen. Schön.

Gar nicht schön war dagegen die Vorband. Irgendein Frickler der elektronischen Musik, der da oben sehr gekonnt an seinen Geräten herum schraubte aber nur urlangweilige „Musik“ seinen Geräten entlockte, die vom Langeweilefaktor zu einigen SPEX-CDs gepasst hätte. Das vergessen wir ganz schnell…

 

Nicht so schnell vergessen werden wir den Auftritt der Band „the xx“. Am bezeichnenden ist wohl, dass wir uns am Tag danach Musik von der Band anhörten, was nach den meisten Konzerten für mich nicht möglich ist. Normal ist man zu gesättigt mit Musik. „the xx“ haben Hunger gemacht.

„The kills“ live in München, es war der 26.10.2016

Jedes Jahr um meinen Geburtstag herum gehen meine Freundin und ich zum Konzert einer Band, die wir entweder kaum oder gar nicht kennen. Bisher waren wir bei „Cäthe“, „The/Das“ und bei „Star Sailor“. Das waren sehr übersichtlich besuchte Konzerte, bei denen wir mehr herum blödelten als uns mit der Musik zu beschäftigen. Das macht sehr viel Vergnügen und ist einfach nicht so ernst und andächtig wie bei Konzerten von Bands, die man „verehrt“.

„The kills“ dagegen, sind eine Band aus der letzten Kategorie, die kannten und mochten wir schon vorher, was, in diesem Zusammenhang, eher problematisch ist, denn die verdammten „Kills“ sind nicht nur eine mehr oder weniger populäre Band: Die sind sogar richtig gut und werden auch so besucht.

Deswegen war auf dem Konzert schon von Beginn an viel zu viel los um in unsere Blödelkategorie zu fallen. Nun. Es gibt schlimmeres oder? Schließlich hat man eine Weltklasse Band auf der Bühne. Das ist doch auch was Tolles.

Mit dieser Motivation standen wir mitten in der Menge, eingeklemmt, und meiner eher kleineren Freundin wurde ziemlich schnell schlecht. Ärgerlich, kann aber passieren. So war das nur nicht geplant.

Wir verdrückten uns auf die Tribüne und sahen uns die Show von hinten, nicht aus der Menge heraus. Hier. Kann man aber wenigstens Tanzen. Und Atmen.

Und an alle Rollstuhlfahrenden Kollegen: Warum nutzt ihr nicht solche Tribünen um euch ein Konzert anzusehen? Mitten in der Menge stehend seid ihr einfach im Weg – klar: Ihr habt das gleiche Recht dort zu sein wie jeder andere Mensch auch, nur ist eine Konzertmenge fast wie ein eigenständiges Lebewesen, denn die Körper bewegen sich, wie Wasserpflanzen, wie Algen, die sich in der Strömung des Wassers fügen; oder wie in einem Verkehrsstau: Auch der Verkehr hat eine Erinnerung… Egal 😉 Sicher ist, dass wenn in einer Menschenmenge die wenig sieht und nur in eine Richtung schaut, ein befestigter, nicht leicht zu sehender Fremdkörper in der Mitte einer Menschenansammlung verborgen ist (können ja auch Taschen auf dem Boden oder sitzende Leute sein), dass zu Unfällen führen kann; drüber stolpern und fallen ist vorprogrammiert.  Also geht doch bitte auf die Tribüne, wenn schon mal eine vorhanden ist. Ihr seht ja auch was.

(Zum Foto: Verlegt mal eure Kabel besser)

Von der Tribüne aus konnte man ein sehr gutes Konzert einer guten Band verfolgen. Das war super, machte richtig Laune. Nur. Sah man leider auch, dass das Publikum in München ganz furchtbar lethargisch war. Da ging. Gar nichts.

Schon im Vorfeld musste man einfach wahrnehmen, wie hoch die Hipster-Dichte heute Abend war, was gar nicht so schlimm ist, nur sahen viele Stilo-Männer so aus, als würden sie den Look von Jamie Hince kopieren, seines Zeichen Gitarrist der Band (die Band besteht im Prinzip nur aus zwei Leuten, ihm und der Sängerin Alison Mosshart) und baldiger Ex-Mann von  Kate Moss, der weiß also wie man sich gut anzieht. Gut dastehen ist eine Sache, die die Münchner klasse beherrschten. Gut Stimmung machen aber überhaupt nicht, deswegen verleihe ich heute den Preis für das schlechteste Publikum 2016 an diese Lahmärsche in München: Ihr habt nichts getan und gerade deshalb habt ihr ihn verdient! Das goldene… Ähm nein, der Preis für das schlechteste Publikum geht an euch!

Von oben herab  konnten wir uns über diese Leute kaputt lachen, tanzend, mit Bier und Jägermeister in der Hand (zumindest ich). Da waren wir auch wieder bei meinen furchtbaren Geburtstagskonzerten. Das Publikum riss es in diese Richtung. Diese Heringe in der Dose.

Und die „Kills“ selbst?

Die waren ehrlich gesagt richtig super. Alison Mosshart kann richtig singen, genauso wie auf Platte, und live krachte die Gitarre von Jamie Hince viel mehr rein – ein echt schweineguter Gitarrist. Am Besten gefielen mir „Future starts slow“ und „Sibirian Nights“, obwohl ich das vorher gar nicht sooo toll fand. Am Meisten freute ich mich über „U.R.A. Fever“, das erste Lied was ich von ihnen kennen lernen durfte. Da war sogar mal auf ner Spex-CD ein gutes Lied drauf 😉

 

Für uns war es – auch wenn der Start ein wenig holprig war – ein gelungener Abend. Geile Musik, viel Platz, auch wenn man dieses Mal nicht so nah an der Band war, dass man sie anfassen konnte. Na und? Ich verstehe einfach nicht wie die Leute sich zu cool dafür finden, um auf einem Konzert mehr zu machen als mit dem Kopf zu nicken und nebenher auf Facebook zu verlinken, was man gerade für eine Megacoole Band hört (was die „Kills“ sind) und wie geil man selbst ist, die zu kennen und auch noch hier zu sein…

 

Sei es drum. Tolle Band. Tolle Musik. Viel Spaß. Und wie immer bei dieser alljährlichen Konzertreihe bei mir: Zu viel Alkohol. Ich habe später noch besoffen den Roadies geholfen ihr Zeug zu verladen. Nun ja… Räusper.. 😉

Bin gespannt wo  und bei welcher Band wir nächstes Jahr aufschlagen. In Dortmund, Essen, Bochum und München waren wir jetzt ja schon an diesem komischen Jahrestag…

 

(Und: Die Vorband war „Georgia“. Die war auch gut. Was man von Vorbands selten behaupten kann. Hat ganz schön viel Power diese Frau)

Starsailor in der Zeche Bochum, es war der 24.10.2015

Wir haben nicht viele eigene Traditionen, denen wir nachgehen. Eine davon ist jedes Jahr am Tage meiner Geburt auf das Konzert einer Band zu gehen, die weder meine Freundin noch ich kennen. Vor zwei Jahren war das „Cäthe“ in Dortmund. Letztes Jahr das für mich sehr legendäre Konzert von „The/Das“ in Essen. Der diesjährige Ausflug führte uns also zu „Starsailor“ in die Zeche in Bochum.
„Star was?“ fragte ich als mir meine Freundin das Angebot unterbreitete, über Skype, getrennt von 500 harten, schweren Kilometern; es hätten gefühlt auch 2 Lichtjahre seien können.
Die würden so klingen wie „Travis“ und ein wenig wie „The Verve“, wenigstens so wie ihre Debütplatte. Die hatte ich doch auch einmal gemocht.
Youtube sagte: Furchtbar.
Wir darauf: Sehr gut, da gehen wir hin.

Es ist ein Ausbruch aus der vorroutinierten Einstellung davon, was man für „gut“ oder „spaßig“ hält. Ein Ausbrechen aus den eigenen Konventionen darüber, was einem gefällt, gefallen hat oder gefallen wird. Der eigene Coolness-Faktor wird überrumpelt und unter einer neuen Perspektive betrachtet, sogar lächerlich gemacht. Wir stellen uns einfach in einen für uns „falschen Film“ und sehen was passiert. Neue Szene. Neue Menschen. Kleine Abenteuer. Denn was ist jeder Urlaub oder Trip nichts anderes als neue Situationen mit unbekannten Menschen und Verhaltensregeln?
Im Zweifelsfall wird es der Alkohol schon richten.

Zuvor. Nach dem tollen Essen im so-naja-en Franz Ferdinand in Bochum, mit diesen furchtbar aufdringlich nervigen Leuten am viel zu nahen Nebentisch, sprachen wir darüber, dass sich die Menschen entweder durch ihre z.B. tätowierte Lässigkeit mit ihrem Weltbild nonverbal durch ihr Aussehen und Auftreten aufdrängen, oder dagegen wie gerade eben „normal“ aussehen, sich dann leider nur durch ihr aufgesetztes und selbstverliebtes Gequatsche von jeder Angenehmheit disqualifizieren.
Es gibt sie nun einmal kaum, diese „Zwischen-den-Stühlen-Leute“, da die Großzahl der Herrschaften am Liebsten in den ihren eigenen Kreisen verkehren. Langweilig auf der einen Seite, verständlich auf der anderen, da jede Szene, jede Clique über eigene Codes verfügt deren Nicht-Einhaltung dich schnell als „Sonderling“ markieren und ein wenig ausschließen. Wie schade. Gerade sogar bei den sich selbst so tolerant gebenden „Linken“. Stichwort: „Zivil-Bulle?“
Lauter Gefangene ihres eigenen Ereignishorizonts. Ich kenne das sehr gut. Schließlich war ich einmal einer der schlimmsten Stil-Wächtern von allen.

Wenn man zu einer Band wie „Starsailor“ geht, die ihre größten Erfolge (scheinbar) in den 90ger hatte, kann man sich schon einmal darauf einstellen Menschen zu treffen, die zu der Hoch-Zeit der Band Jugendliche waren; so auch hier. Wieder einmal unter den Jüngsten.

Die Stimmung war ruhig und abwartend. Wir. Ganz hinten neben der Merchandise. Sitzend. Lachend. Trinkend. Feixend, ja. Hier war es nicht schwer „aufzufallen“, wobei es natürlich auch nicht nur um den Effekt an sich geht. Es geht um eine deplatzierte Freiheit. Naivität.

Kerri Watt, Singer und Songwriterin von Beruf, lullte als Vorband das Publikum mehr ein, als es einzupeitschen. Und wir waren uns sofort darüber klar, dass das genau der richtige Plan war um danach selbst mit einer eher ruhigen, wenn auch ein wenig rockenderen Musik aufzutrumpfen: Erst das Publikum von der Vorband deprimieren lassen, um es dann mit einem rauschenden Auftritt auf seine, die gutgelaunte Seite zu ziehen.
Später gab es noch die peinliche Situation mit dem Foto, dass ich mit Kerri Watt gemacht habe, dafür schaut bitte bei Facebook bei mir vorbei 😉

Dann also „Starsailor“. Dieses Brit-Pop/Rock-Ding, funktionierte selbstredend von Beginn an sehr gut. Die Männer auf der Bühne machen den Job jetzt schon eine ganze Weile und Wissen um ihre Stärken, was sie können und was sie lieber bleiben lassen sollten. Großartige Überraschungen erwarten die Fans eh nicht. Und so war es ein anständiger Auftritt der auch uns überzeugen konnte (auch wenn er uns nicht mitriss), schließlich waren wir, die wir kein Lied von ihnen mitsingen konnten, die härtesten Kritiker.

Steht man dann unten in der „Menge“ (wieviel Leute waren das? 200? 300?) albert man dann selbstverständlich mehr herum als sich in Musik-Welten entführen zu lassen. Man hat ja die Ironie zu diesem Gefühlsbombast, die oft leider dem Publikum und auch der Band (gerade gestern bei „Starsailor“) leider abgehen. Eine Sause sieht anders aus.

Als uns dann doch ein wenig langweilig wurde, kamen wir auf die Idee den Bassisten zu hypen. Das war mir schon einmal bei einem R.E.M.-Konzert in Stuttgart aufgefallen, dass das ganze Publikum nur Michael Stipe anhimmelt und die restliche Musikermannschaft nur Statisten sind. Also jubelten und winkten wir (räusper – ich) dem Mann am Bass zu, rangen ihm Lachen und Gepose mit seiner Bass-Gitarre ab. Bis er vielleicht das Gefühl bekam, ich sei schwul und würde etwas ganz anderes von ihm wollen als seine Kunst am Bass anzuerkennen und zu würdigen, durch meine ganze Aufdringlichkeit 😀 Und als ich ihm High-5 geben wollte meinte meine Freundin nur, dass das wohl mehr wie ein Führer-Gruß aussah 😛

Solche Albernheiten sind das. Wenn einem die eigene Stimmung wichtiger ist als das Erwartungskorsett der vorgeschriebenen Handlung: Fans bestaunen „Stars“. Ein „Star“ ist nun mal nur der, den man dazu erhebt.
Wir hatten also einen Heidenspaß, auch wenn ich am Ende selbst sehr dünnhäutig und damit pampig wurde – selber schuld.
Nur übertreiben sollte man es nicht und den anderen Besuchern damit den Spaß nehmen. Das muss dann nicht wirklich sein.

Für uns war es somit ein lustiger Abend. Zwar hatte ich vorher noch Bedenken, ob die Tradition im dritten Jahr auch noch zieht. Mit dem richtigen Mensch an deiner Seite ist es aber kein Problem.
Die RICHTIGEN Starsailor-Fans bekamen ein Konzert was ihnen sicherlich gefiel, von verblassenden Rockstars, die nicht ohne Selbstironie sagten, dass die Ansage zum nächsten Lied jetzt entfallen muss, weil später in der Zeche noch „Disco“ wäre, da muss man sich ein wenig sputen 😉

Die Stimme des Sängers ist live nebenbei besser als auf Platte. Das gibt es auch selten. In Echt eiert er weniger.

Mabulu

Zum ersten Mal traf ich „Mabulu“ in einer Disco. Wir waren in der „Kantine“ in Augsburg, wo im unteren, ersten, großen Floor, den die Augschburger „Flammensaal“ nennen, eine Band spielte, die ehemals aus Hamburg kam, und auch unter dem Begriff „Hamburger Schule“ verortet wird, die hier nun ihre antikapitalistischen Songs von Liebe und Revolution in die Menge schepperten. Dort standen wir, schunkelten und hüpfen, mein Freund und ich. Indie-Rock. Da dreht keiner wirklich durch. Auch wenn alle den Sound toll fanden.

Plötzlich warf sich ein sehr schwarz aussehender Schwarzer mit der Schulter voran IN meinen Freund, pogte den richtig schmerzhaft von hinten in Richtung Niere. Mein Freund konnte den schwarzen Leib nicht kommen sehen und wurde voll umgerammt. Stürzte nach vorne, mit dem Kerl an ihm dran, der ihn umgestoßen und gleichzeitig auch noch umgerissen hatte. Großes „HEY!“ bei uns. Man zog die beiden Leiber (weiß und schwarz) auseinander und mein Freund schrie den schwarzen Lockenkopf, der ziemlich stark nach Schweiß und Alkohol roch, an, was denn der ganze Mist solle? Der Schwarze lachte nur. Und oben spielten die jetzigen Berliner und ehemaligen Hamburger ihre Songs von Liebe und Integration.

Der Schwarze stellte sich mit dem Namen „Mabulu“ vor. Ganz furchtbar gebrochenes Deutsch. Wir ließen, deutsch wie wir waren (außerdem kann man auf nem Tocotronic-Konzert keinen Neger verprügeln, wie sieht das denn aus?), den Kerl einfach ziehen, der sich daran machte beim Weggehen wie ein Geschoss in die anderen Konzertbesucher zu springen, regelrecht.

Nach dem Konzert sahen wir Mabulu wieder, draußen beim Rauchen, wo er damit beschäftig war weiße blonde Frauen an ihre weiblichen Primärmerkmale zu fassen. Ziemlich unverfroren. Böses Lachen. Richtig tierisch. Ihm war es ganz gleich ob die Freunde daneben standen. Es folgte das zu erwartende Handgemenge und ich setzte mich entschlossen für Mabulu ein, nahm ihn in Schutz, nahm ihn zur Seite, rettete ihn quasi vor der zwar in meinen Augen auch gerechtfertigten Gewalt der Teutonen, weil ich mit Mitleid mit ihm hatte. Mit diesem Asylanten. Sicherlich war der einer. In dieser kalten, bösen und vor allem fremden deutschen Welt. Und auch, weil ich ein besonders guter Mensch sein wollte.
Er solle sich doch benehmen, erklärte ich ihm, denn immerhin ist jeder Ausländer im Ausland auch ein Botschafter seiner Heimat. Er solle nicht so durchdrehen, das würde ein schlechtes Licht auf all seine Artgenossen werfen. Mabulu lachte mich nur aus. Dann riss er mir mein Bier aus der Hand und rannte einfach weg. Dass er mich nicht anspuckte war alles.

Am nächsten Dienstag ging ich mal wieder zur Uni – und zu meiner Überraschung sah ich dort Mabulu wieder. Kein Zweifel, er war es! Aber er war ganz anders angezogen. Er sah aus wie eine Werbefigur aus einem Benetton-Spot, der die neueste Kollektion vorführt. Ich ging zu ihm hin, sprach ihn an und fragte, ob er nicht „Mabulu“ sei. Und Mabulu sagte in einem feinsten schwäbischen Deutsch, natürlich sei er das. Aber nur am Wochenende. Er lachte mich wieder aus, wie vor ein paar Tagen. Sein eigentlicher Name sei Stefan Forberg. Sein Vater wäre G.I. und hier stationiert gewesen. Er selbst käme aus Ulm, sei da auch geboren.
Und was soll der Quatsch? Ist ihm denn nicht klar, dass er damit den Rassismus nur bedienen würde? Das durch sein schlechtes Vorbild… Er winkte einfach nur ab – die Leute würden ihn doch so oder so hassen. Es spiele gar keine Rolle was er in Wahrheit tun würde.
Die Leute hier sind schon mit dir fertig, bevor du auch nur ein Wort gesagt hast. Enttäuscht und verbittert ließ er mich zurück.

Helden sind vergesslich

Die schlimmste Wut ist die, die sich mit Enttäuschung misst; der größte Hass resultiert aus zurückgewiesener Liebe.

Gestern war er auf dem Konzert. Vor ein paar Jahren wäre es noch DAS Ereignis des Jahres für ihn gewesen. Ein Moment, auf den man hinlebt, der ihm Kraft gibt, Mut, in den Momenten der Unterdrückung, der Pein, des Schmerzes. Auf Konzerten werden Träume wahr, sie treten wahrhaftig auf die Bühne und geben dir das, wovon du in deinem stillen Kämmerchen all die dunkle, einsamen, bösen Nächte geträumt hast, den Traum von der Aufhebung der allumfassenden Isolation, den Traum von der Erfüllung einer Familie, die dich versteht, die dir beisteht, die dir aus der Seele spricht, denn eine Band kann viel mehr sein als nur eine Musikgruppe, sie ist ein Band zwischen Personen, zwischen der tollen Gruppe und ihren Fans und in manchen, ganz wenigen Fällen sind sie mehr als das, es ist eine Seelenverwandtschaft entstanden durch Schicksalsmelodien, Lieder wie Orkane… Und dann dieses gemeinsame Abfeiern MIT den Fans, die alle genau nur wegen dem selben Ding da sind wie du, die dir irgendwie sehr ähnlich sind, bei all den Unterschieden, da sie das Gleiche lieben wie du… Fans sind wie Freunde, die in das gleiche Mädchen verliebt sind – nur das man sich gegenseitig die Liebe nicht übel nimmt. Im Gegenteil. Man erkennt sich gegenseitig an, schaukelt sich aneinander hoch und feiert zusammen diese Liebe, obwohl man am Ende doch nur glaubt, der einzig wahre Liebhaber/Fan zu sein, und der andere eben nur ein Idiot, der das Ganze nicht voll verstanden hat.
So wäre es vor ein paar Jahren gewesen. Gestern war es anders.

Gestern war es anders. Vor gestern hatte er sogar ein klein wenig Angst. Angst, vor seinem eigenen Mut. Seine Lieblingsband, „die lieben Tanten“, hatten sich nämlich nach einer Auszeit, die sie als den „ultimative Abschied“ inszenierten, wieder zusammen gefunden, obwohl sie immer wieder und wieder und wieder und wieder und wieder wiederholten, dass sie nie wieder zusammen auf der Bühne stehen würden. Und „die Tanten“ waren doch die Band, die so ehrlich war zu ihren Fans. Er war sich sicher: „Die kommen nie wieder zusammen. Die Tanten stehen zu ihren Worte“ – Falsch gedacht, sie hatten sogar damit gelogen, warum sie damals „aufhörten“. Und für ihn, den Fan, der an seine Idole geglaubt hatte, brach eine Welt zusammen, während andere jubelten, dass ihre „Helden“ wieder da sein würden. Schließlich seien „die Tanten“ auch nur Menschen, so argumentieren die anderen. Das mag stimmen. Doch wer sich selbst zum Helden stilisiert, braucht sich nicht wundern, wenn der andere in einem den Übermenschen sieht.
Ja. Nein. Er hasste „die Tanten“ noch nicht, er liebte sie zu sehr. Doch die Wut war da. Und später würde er nicht einmal mehr sagen können, was ihn nun dazu getrieben hatte die Karte zu kaufen, den Karton zu beschriften, in die S-Bahn zu steigen, vor der Halle zu warten bis sie öffnete, um dann mit seinem Schild in die erste Reihe zu rennen und dort auszuharren, bis das Konzert endlich begann: Die Liebe, oder die Wut?

Auf jeden Fall sangen „die Tanten“ wieder ihre Songs von Stolz, Ehrlichkeit und Rückgrat welches man zeigen müsse, und als es unserem Fan schließlich zu bunt wurde – trotz der tollen Songs die er so liebte; sie klangen jetzt einfach nur falsch und verlogen, denn jetzt wusste er ja, wie es die Band mit der Wahrheit hielt – hielt er selbst sein Schild nach oben, direkt vor die Nase des Sängers, und auf ihm stand: „TANTEN – IHR LÜGNER!“ Damit sprang er herum. Wedelte vor ihren ungläubigen Köpfen umher. Und wie stark er sich in dem Moment fühlte, sie befreit und wie ehrlich…
Als das Stück endete, sprach der Sänger zu ihm, von oben herab. Übers Micro. In die Halle. 10 Tausend Menschen konnten dabei zuhören, wie der Tanten-Sänger mit ihm sprach. Aber es war kein Gespräch. Kein Dialog. Und es war auch keine Reue in seinen Worten. Das Wort „LÜGE“ griff den Lügner auf der Bühne nicht an. Der teilte lieber gegen die ganzen kleinen Arschlöcher wie IHN aus, wie er da stand mit seinem Schild, „verbohrt und dumm“, und „wenn es ihm hier nicht gefallen würde, dann könne er doch gehen!“, denn schließlich (gebrüllt), seien „SIE WIEDER DA! OB ES EUCH PASST ODER NICHT!!“ Großes Gejohle in der Halle. Und bevor sich unser verbitterter Fan recht versah, riss ihm jemand das Schild aus der Hand und wurde beschimpft und ausgebuht. Er hatte Glück. Dass er nicht verprügelt wurde. Was ihm lieber gewesen wäre. Als die Spucke, die er von sonst wem abbekam…

Er war fassungslos. Hatte er das verdient? Für seine Liebe? Von seinem Star niedergebrüllt zu werden, den er doch einstmals so verehrte hatte, ohne sich auch nur mit einem Wort erklären zu können? Was war es denn für eine Leistung von der Bühne herab mit zigtausend Watt einen kleinen Fan zusammenzubrüllen, der seine gesamte Liebe und seine damit verbundene Enttäuschung auf ein Papp-Schild geschmiert hatte in der Hoffnung, dass man ihm erklärt, warum er seine Idole nicht mehr lieben darf? Hatte er das verdient?

Das Alles war eh ein Irrtum gewesen. Er hatte sich blenden lassen, dabei aber auch blenden lassen wollen. Er wollte etwas sehen, was er in sich trug, nur, er wollte es von jemand anderen hören und sehen, denn er war nicht mutig genug gewesen sich selbst zu glauben. In Wahrheit brauchte er „die Tanten“ nicht, nicht er, nicht die anderen Trottel die in der Halle waren oder deren Alben bei jeder Gelegenheit mitsingen wie die Lemminge in den Kirchenbänken. „Die Tanten“ sind nur ein Symbol dafür, was wir uns nicht trauen, von anderen aber verwirklicht sehen wollen. Das gibt uns Kraft. Und Hoffnung. Denn es gibt mehr Mut so was von anderen zu sehen und uns davon beeinflussen zu lassen, als zu sagen: „Hey! Ich bin stark, ich krieg das gebacken. Ich brauche keine Krücke an der ich mich hochziehe.“ Denn nicht mehr als eine Krücke, eine Art von Ersatzreligion, war die Band für ihn gewesen, diese Helden mit Gitarren. Doch Helden sind in Wahrheit auch nur Menschen, keine Erlöser. Und Helden sind vergesslich, besonders was ihre eigenen Ideale angeht, denn Ruhm und Reichtum machen vergessen, wer man eigentlich ist. An KEINEM geht das spurlos vor rüber.
Das hatte er jetzt verstanden, wo er von seinem Idole von oben herab nieder geschrien wurde, als wäre er Dreck. Er hatte verstanden: Für seinen Star zählte nicht mehr der Einzelne, sondern die 9.999 anderen im Stadion. Es geht nicht mehr um den Menschen an sich, sondern um die Masse. Die Masse macht einen reich, geil und verrückt. Der Einzelne ist immer nur eine Episode. Ein Spinner. Ein Sonstwer…

Und trotzdem fühlte sich unser kleiner Mann am nächsten Tag stärker als er sich jemals in den Nächte gefühlt hatte, als er einsam und alleine in seinem Bett „die Tanten“ hörte, während seine Klassenkameraden auf Partys waren und mit Mädchen knutschten, zu denen er leider nicht eingeladen war – weder zu den Partys, noch zu den Mädchen. Er fühlte sich stark und unbesiegbar. Weil er ehrlich und aufrecht gehandelt hatte. Aus seinem Herzen heraus. Gegen alle anderen. Gegen seine Helden. Und der geworden war, von dem er immer dachte, dass es „die Tanten“ gewesen wären: Ein Mann mit Rückgrat. Doch Männer mit Rückgrat sind keine inszenierten Erlöser. Sie verdienen daran nicht. Sie sind einfach nur sie selbst.

Tito & Tarantula live in München, es war der 17.04.2015

Auf dem Papier klingt das geil: Tito & Tarantula. Mexikanische Kultband. Kennt jeder der DESPERADO und FROM DUSK TILL DAWN gesehen hat – also so gut wie jeder: Über 20. Dazu stellt man sich viel Geschrienes „Ai, yai, yai!“ vor, Leute die Durchdrehen, Abgehen, Weiber… Na ein wenig so halt wie in der Bar in From Dusk Till Dawn. Die Wahrheit war zu aller Anfang: Im Regen in der Schlagen stehen.
„In der Schlange stehen“ war fast das Motto des Abends, denn ich hab noch niemals nirgends erlebt, dass die Leute sich nicht nur für den Einlass und die Garderobe anstellten, sondern danach auch noch bei der Bar eine perfekte, ewig lange Schlange bildeten…

Ach so. Das Konzert fand im „Strom“ im München statt und als wir an der Haltestelle „Poccistraße“ den Regenhimmel erblickten, war mir schnell klar, dass ich hier schon einmal war. Da hieß der Schuppen noch „The garden“ und war eine Technoklitsche (auf Münchner Niveau, also nicht ganz so klitschig), Thomas Schumacher und Carl Craig haben wir hier mal getroffen und zugequatscht. War mir dennoch nie so besonders sympathisch der Laden – was das „Strom“ jetzt auch nicht war. Der Veranstaltungsort wurde allen Anschein vollkommen „entkernt“ wie man so schön sagt – nur leider hat man danach auch nicht wirklich was Neues eingebaut. Kurz: Das Strom ist ein hässlicher, verrotzter Rock/Indie-Laden geworden, was ganz cool wäre, hätte man nur ein paar Cent in die Erschaffung irgendeiner Form von Atmosphäre gesteckt.

Wir kamen jetzt nicht besonders spät daher – im Prinzip waren wir es dennoch. Die 30 bis 40 jährigen Besucher eines „Tito“-Konzerts in der heimlichen Hauptstadt Deutschlands waren schon vollkommen versammelt und wichen keinen Millimeter, damit sie einwandfrei auf die Bühnen starren konnten. So was kenne ich ja nicht erst seit den Neubauten, wäre auch gar kein Problem gewesen, leider wurden nur zu viele Karten an zu viele Menschen verkauft, so dass man ehrlich gesagt den ganzen Abend lang eh nicht tanzen konnte, geschweige denn sich schnell mal ein Bier holen oder auf die Toilette gehen. Das war die Atmosphäre: Ellenbogengesellschaft wo mehr der Platz verteidigt, als der Moment gefeiert wurde.

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Vorband waren die eher grausamen „the legendary“, die mir vom Sound her überhaupt gar nicht zusagten, dafür aber eine so infantile Freude von der Bühne runter grinsten vor „Tito &…“ spielen zu dürfen, dass es schon wieder ziemlich goldig war.

Wir hatten uns im Vorfeld nicht damit beschäftigt welchen Sound Tito Larriva denn seit 1996 so produziert hat – was ein Fehler war. Nicht dass die Band schlechte Musik gemacht hätte, das nicht, nur leider ist die Band mehr der Ruf aus einer fast 20 Jahren vergangener Zeit, als wirklich zwingend hörbar.
Titos Gesicht und Sound kennt halt fast jeder aus den Rodriguez-Filmen, ihn umgibt dadurch eine spezielle Aura, ein angenehm verruchtes Gefühl, für manche sicherlich sogar eine Art Lifestyle, den sie selbst gerne leben würden, wenn nicht die Wahrheiten des Lebens dem entgegensteht. Tito ist dabei leider kein musikalisches Genie, was seinem Image eher zugutekommt. Nur. Steht man da 2 Stunden lang und STARRT auf die Bühne, nun ja, dann hätte man sich da halt mehr erhofft. Die Interaktion zwischen Band und Publikum war über weite Strecken auch nicht vorhanden; erst am Ende zu beim einen und einzigen Hit „After dark“, der mit ausgiebiger Begeisterung zelebriert wurde. Tito holte Leute auf die Bühne, da wurde getanzt, einer durfte sogar auf seiner Gitarre spielen – was irgendwie viel zu gut klang um spontan zu sein… Auf jeden Fall war da ein großes „Juhu!“ in vielen Gesichtern zu sehen, auch der Band schien das jetzt nicht so unangenehm zu sein, wie das wohl so bei deutschen Perfektionisten der Fall wäre, und als Zuschauer konnte man sich nur wundern, weshalb zum Geier nicht schon vorher so ein Show-Effekt ins Programm eingebaut wurde, anstatt schmallippig Songs herunterzuspielen, die nur den Moment bis „After dark“ überbrückt haben?…

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Die Band selbst besteht von unten betrachtet aus einer Mischung von Leuten, die der Prototyp einer Casting-Show sein könnten: Da ist das alternde Genie Tito, der Keith Richards-Verschnitt, der alte adipöse Schlagzeuger, die Dorfschönheit im roten Kleid mit dem Ausschnitt bis zum Bauchnabel am Bass, die nicht ganz so Schöne im Schatten der anderen mit ebenfalls tiefen Ausschnitt an der Geige und noch so ein Typ mit grauen Haaren der Allesmögliche gemacht hat – von dem nur keiner wusste, was eigentlich; ein Superhelden-Team an merkwürdigen Charakteren die durch ihre bloße Präsenz interessant wirkten, nur aber auch allen Anschein nach vom Jetlag auch halb erschlagen. Schade.

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Genau. Da war auch noch die bescheuerte Rollstuhlfahrerin, die sich eingebildet hat sich Mitten in die Menge zu stellen und uns die ganze Zeit mit ihrem Stuhl in die Knöchel und Fersen zu rammen: Sehr sympathisch, BITCH! Ich bin zwar generell dafür das behinderte Menschen an allem am Leben teilnehmen können wie ich auch (das sollte nichts Besonderes, sondern etwas Natürliches sein), nur hat diese auch scheinbar geistig vom Leben Benachteiligte (das wurde nur noch nicht diagnostiziert…) es sich in den Kopf gesetzt ihren Wut über ihre Behinderung an uns auszulassen und eben nicht die Bremse an ihrem Rollstuhl anzuziehen und uns so lange Zeit zu malträtieren, was ganz schön unfair ist, denn wer hat schon Bock einen Behinderten zusammenzuscheißen?
Man kann ja verstehen als Krüppel frustriert zu sein, trotzdem muss man das nicht an uns auslassen. Für Besucher wie sie muss der Veranstalter auch einen extra Platz bereitstellen und den sollte man auch nutzen.

Also ich war froh als das Konzert vorbei war, einfach weil ich mir musikalisch mehr erwartet hätte und die Atomsphäre echt anstrengend war. Hätte ich das Konzert aber perfekt abgefilmt von daheim auf dem Sofa gesehen, hätte es mir sicherlich sehr gut gefallen… Man lernt nie aus.