Wenn Angela Merkel Kinder hätte, gäbe es in Deutschland auch keine Flüchtlinge

So was bekomme ich original in der Arbeit zu hören. Einer dieser berühmten Sätze, bei denen man nicht weiß ob man Lachen oder Weinen soll. Wirklich? Glaubt ihr das tatsächlich? Hätte Angela Merkel also Kinder, hätte sie die Grenzen dicht gemacht (die nicht sie aufgemacht hat, sondern die Welt eines vereinten Europas ständig offen hielt) und alle Flüchtlinge im Winter erfrieren oder sie gleich erschießen lassen. Um ihre eigenen Kinder zu schützen. Vor Leuten, die niemanden etwas getan haben. Machen das Leute die Kinder haben? Verachten und hassen sie Fremde, weil sie eine potentielle Gefahr darstellen?

Ohne Zweifel ist jedes Verbrechen, dass hier in Deutschland begangen wird, eins zu viel. Es ist erst einmal egal von wem es begangen wird. Aber wenn es von Geflüchteten verübt wurde, dann erst Recht. Das ist auch meine Meinung. Es ist weder mir noch anderen zu erklären, wie man sich einem Land, dass sich gütig und gnädig gezeigt hat, undankbar, also strafbar gegenüber zu verhalten. Es muss konsequenter abgeschoben worden – da sind wir uns alle einig. Nur blöd das der Rechtsstaat sich da oft selbst im Weg steht; Fluch und Segen zu gleich. Vergewaltigungen und Mord können nicht geduldet oder schöngeredet werden, ganz gleich wie traumatisiert oder Gesellschaftsfremd ein Mensch auch sein mag. Es gibt keinen Grund diese Leute auch noch in Schutz zu nehmen. Erst recht nicht bei der politischen Lage. Tatsache ist aber auch, das sehr wenige Straftaten begangen werden, rein statistisch gesehen. Wenn eine Millionen Menschen in ein Land kommen und innerhalb von 3 Jahren „nur“ 30 Menschen von ihnen ermordet werden, ist und bleibt natürlich jeder Tote einer zu viel (und das wird sich auch nicht ändern, selbst wenn es ein einziger Ermordeter oder 500 wären), statistisch betrachtet ist das aber eine gar nicht mal so üble Quote. Und so hoch ist der Anteil an Frauen daran überraschenderweise nicht einmal (ich persönlich nahm an, dass das „schwache Geschlecht“ viel stärker betroffen sei).

Zurück zum Thema…

Ich habe das in meiner Umgebung häufiger gehört, dass wenn ich Kinder hätte, ich nicht so LINKS sein würde. Ehrlich gesagt bin ich gar nicht LINKS. Ich bin ein treuer Fan des Grundgesetzes. Das ist echt ein gutes Buch. Und ja, ich mag Europa, so wie den europäischen Gedanken, dass wir für unsere Rechte und Freiheiten eintreten, und die nicht gleich über Bord werfen, nur weil die „AFD“ oder „die Linke“ es gern so hätten. Vor ein paar Jahren war man da noch Mitte der Gesellschaft, heute ist man links. Aha. Auf jeden Fall beschäftige ich mich seit einiger Zeit damit „Kind“ zu haben und was für eine Welt ich ihm hinterlassen will. Entweder eine Welt in der es Gefahren gibt (die es übrigens immer geben wird), in der es auch irre oder einfach nur desillusionierte Zuwanderer gibt (die sind nicht weg zu diskutieren, auch wenn 99 Prozent dieser Leute friedlich sind und die Schnauze voll haben von Mord, Krieg und Armut) oder eine bereinigte Welt, in der alles wegkommt und niedergemacht wird was fremd ist: Eine sichere Welt, die von Angst beherrscht wird, sobald ich einem Fremden begegne, der anders ist als ich. Klar will ich nicht, dass meinem potentiellen Kind Gewalt angetan wird. Wer will das schon? Aber rein statistisch gesehen wird meinem Kind von einem Familienmitglied mehr Gewalt angetan, als von einem Kerl, der einen ganzen Kontinent und ein Meer überquert hat. So gesehen müsste ich meine Familie aussperren. Nicht den Fremden. (Okay, ein wenig albern formuliert. Der Punkt sollte aber ankommen). Nein. Ich will nicht, dass mein Kind in Angst vor der Welt leben muss. Ich will nicht, dass es Fremde hasst und erst Recht nicht, es sich für besser als andere Menschen hält. Ich halte es auch für Unsinn zu glauben, dass ich die Welt dadurch Gefahrenloser für meinen Nachkömmling machen kann, in dem ich das was fremd ist, von unserem Leben ausschließe. Denn in die Menschen, in die kann man nie hineinsehen. Egal ob er schon seit 30 Jahren der Nachbar meines Vaters ist. Oder frisch vom Boot kommt.

Und was ist, wenn ein Geflüchteter kommt und mein Kind tötet und vergewaltigt? Würde ich dann nicht diese Menschen hassen? Seien wir ehrlich: Natürlich würde ich das. Es gibt Menschen, die können in dieser Situation abstrahieren und sagen: „Nicht alle Geflüchteten sind so. Es war nur einer von Millionen.  Was wäre dann, wenn ein URDEUTSCHER mein Kind misshandelt und getötet hätte? Würde ich dann alle Deutschen hassen? Ergibt es Sinn eine Bevölkerungsgruppe zu hasse, nur weil ich sie kategorisieren kann?“ Wie gesagt, es gibt Menschen, die so logisch denken können: Ich könnte es nicht. Selbstverständlich würde ich DIE hassen. Aber. Ich wäre auch so weltfremd und würde alle mir fremden deutschen Männer hassen, wenn sie meinem Kind oder meiner Frau etwas antun. Es ist nicht logisch. Trotzdem würde es sich RICHTIG anfühlen. Auch wenn die eine Millionen Geflüchteten nichts dafürkönnen. Oder im anderen Fall 40 Millionen deutsche Männer. Wer Angehöriger von Gewaltopfern ist oder wem selbst Gewalt angetan wurde, muss sich nicht logisch verhalten. Wer das aber nicht ist, der sollte abstrahieren können. Denn er muss logisch und vernünftig denken können. Ja er MUSS. Sonst ist er einfach ein Depp.

 

Diesen Ausgangssatz: „Wir hätten keine Flüchtlinge in Deutschland, wenn Angela Merkel Kinder hätte“, habe ich in der Arbeit gehört. Von einem eigentlich vernünftigen, wenn auch nicht gerade hellen Kerl. Für mein Befinden machen die unzähligen Whatsapp-Gruppen die Leute immer dümmer. Da wird viel zu viel in der eigenen Bubble gelebt und argumentiert. Geschlossene Gruppe sind einfach bescheuert.

Meine Antwort auf den Satz war (auch, wenn es sich darum nicht einmal um eine Frage gehandelt hat): „Okay. Ich weiß, dass ist jetzt ein wilder Vergleich, aber ich kann es nicht anders formulieren. Obwohl ich sicherlich nicht finde, dass die Merkel alles richtigmacht. Aber. Glaubst du, dass Jesus Christus ein anderer gewesen wäre, wenn er Kinder gehabt hätte? Glaubst du ehrlich, dass er seinen Nächsten gehasst hätte, um seine Kinder zu schützen?“

„Willst du jetzt Angela Merkel mit Jesus Christus vergleichen?“

„Irgendwie, na ja. Klingt fast so. Die eigentliche Frage ist aber, ob du ein Christ bist, oder dich das Elternsein zum Egoisten macht. Christ sein und nur an seine eigene Familie zu denken, ist leicht. Nur ist es leider nicht das, was einen Christen ausmacht. Für welche Werte stehst du? Sonst bist du witziger weise der Scharia näher als dem Christentum.“

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Darf man vergangenen Freunden Schlechtes wünschen?

Normal mache ich das nicht. Obwohl. Wer mich nicht wirklich kennt und nur mit mir Umgang hat, muss fast denken, dass ich allen Menschen etwas Schlechtes wünsche. Denn kaum wird die Atmosphäre ein wenig familiärer, bin ich der König von „Strong Language“. Der und der soll sich dann plötzlich schnell ficken, ein anderer soll Krebs bekommen, sich mit Aids anstecken, verrecken, „dummes Arschloch“, „hässliche Fotze“; blah blah. Das meine ich natürlich in keiner Sekunde auch nur einen Hauch ernst. Die „starke Sprache“ soll nur meine Emotionen wieder geben, und darin bin ich ein sehr ehrlicher Mensch. Außerdem empfinde ich  „krass sein“ auch als lustig und unterhaltsam. Okay, mit dem Alter wird das auch immer weniger. Wie gesagt, das ist nur die Oberfläche.

 

Ich habe mich von ein paar alten Freunden getrennt, während andere sich natürlich ganz klar von mir getrennt haben, was aber auch nicht sooo oft vorkommt. Ich melde mich immer wieder gerne bei Leuten und wenn man eine Freundschaft oberflächlich pflegt und die gleichen Erwartungen hat, ist das vor lauter Entspannung auch total okay (das ist etwas, was ich lernen musste…). Man muss eben auch loslassen können und verstehen, dass Menschen sich von einem wegentwickeln, auch wenn dir viel an ihnen gelegen hat.

Bei den von mir beendeten Freundschaften gibt es ganz wenige Personen, die ich ihm nachhinein fast hasse. Das ist sehr schade, denn früher hätte und habe ich alles für diese Menschen gemacht – sie für mich nur leider nicht. Bei diesen Freundschaften stehen dann die ganze Zeit über Missverständnisse im Raum, wie kleine Felsen auf einem englischen Rasen. Er/sie und ich glauben diese kleinen Missverständnisse anders zu deuten, und im Großen und Ganzen freut man sich über den schönen englischen Rasen, im Nachhinein kann einem aber auch klar werden, dass es genau diese – egal wie großen – Felsen waren, die den Rasen komplett zerstört haben; entweder man hat einen englischen Rasen oder nicht. Punkt um.

Na gut, vielleicht nicht gerade das beste Beispiel.

 

Es ist schon seltsam wenn man so viel Liebe und Zeit in Personen investiert, um dafür weder Anerkennung noch Verständnis zu bekommen. Besonders hart ist es dann, wenn diese „Liebe“ nur ein Aneinander-Vorbei-Reden ist. Man handelt selbstlos und so wird das dann auch interpretiert. „Liebe“ (gerade die zu Freunden) sollte niemals ganz vorbehaltlos sein, sonst geht mit dem Mangel an Gegenliebe auch schnell die Würde verloren. Worauf ich also hinaus will: Darf man einem Freund, für den man viel getan hat und in dem man viel investiert hat, später hassen und ihm etwas schlechtes wünschen, weil er ein schlechter Freund war? Weil er nicht sehen wollte, wie gut man es mit ihm gemeint hat?

Man darf natürlich ALLES. Doch ist es rechtens?

Aber ist denn der Hass nicht genau die richtige Reaktion auf enttäuschte Liebe? Zeigt sich denn in der Größe der Abneigung nicht die vorherige Zuneigung?

Fakt ist:

Auf manche „beste Freunde“ würde ich nicht einmal mehr pissen wenn sie brennen würden. Das ist natürlich sehr schade. Es ist aber auch. Richtig. Wie ich finde. Manchen Hass haben sich die Leute nun einmal verdient. Besonders wenn man sie besser kennt als jeder andere.

Keine Aufmerksamkeit für Mörder

Hätte ich die Macht, würde ich die Berichterstattung über Terrorismus grundlegend ändern. Ich würde, ganz im Gegenzug zur Blöd-Zeitung

 

es verbieten Gesichter von Terroristen abzubilden. Auch nicht die konkreten Opferzahlen. Ganz einfach um potentiellen Nachahmern kein Seelen-Futter zu geben, so dass sie keinen hasserfüllten Bodycount übertreffen wollen, damit sich nicht jeder Depp denken kann „Ach ja, was für ein Milchbubi, doch der hat auch 4 Leute mit in den Tod gerissen, dann werde ich das wohl auch schaffen.“

 

Die Berichterstattung erzeugt erst Opfer und Märtyrer, je nach Blickwinkel. Denn wen keiner kennt, den fürchtet auch keiner.

 

Keine Ahnung wie es euch geht. Ich brauche keine Homestorys über Loser die andere Menschen aus der Sicherheit ihres Lebens oder gleich ganz in den Tod gerissen haben. Zwar will ich verstehen warum diese Menschen taten was sie glaubten tun zu müssen, aufgeilen am Horror des Versagertums will ich mich aber nicht. Und wann sagt die Berichterstattung denn einmal nicht, dass nicht der Einzelne schuld war, sondern wir? Das große Ganze? Es ist doch immer das Gleiche.

Keine Fotos von Mördern mehr und schon sieht der Mann neben dir, der vielleicht eine ähnliche Herkunft hat wie der Feigling, der glaubte etwas Besseres zu sein, auch gar nicht mehr so furchteinflößend aus. Keine Opferzahlen und kein Überbieten mehr an Tod. Weniger Drama Baby.

Die Norweger haben es doch mit ihrer Berichterstattung über Anders Breivik vorgemacht.

 

Ausdrücke wie „Katastrophe“ oder „Massaker“ drücken Angst aus – und Schwäche. Beides wird gegen uns ausgelegt.

Die verlassene Familie

„Tagsüber sind die Politiker in Heidenau. Nachts die Nazis.“ So ähnlich  hatte ich das gestern gelesen gehabt, irgendwo im Netz,  auf dem Smartphone, wo alle Informationen wie Fast-Food-Brei ineinander verschwinden, da ich sie dort eher in der Intensität von Werbespots wahrnehme, als wirkliche Nachrichten. Ich denke daran während ich die Gesichter der Familie meines Schwagers in einer kurzen Tisch-rund-um-Kamerafahrt abtaste. Sind diese Bauern/Proleten auch so drauf? Oder sind das meine Vorurteile?

Es ist Kindergeburtstag. Mein kleiner Neffe Timmi hat Geburtstag, er ist 7 Jahre alt geworden. Timmi hat strohblondes Haar und ein heiteres Gemüt. Natürlich trägt er ein FC Bayern-Trikot. Wir sind in Bayern.

Würde ich Timmi danach fragen, weshalb er Bayern-Fan ist, würde er das Gleiche sagen, wie Millionen Kinder auf der ganzen Welt: „Weil mein Papa das auch ist.“  Ich blicke in die Gesichter am Tisch, denke noch einmal kurz an „Heidenau“ und da ist noch einmal der Satz, verbunden und dabei doch zusammenhanglos, ohne Pathos: Weil mein Papa das auch ist…

Mein Vater ist schon vor einer Weile weg. Der Kindergeburtstag läuft schon seit 4 Stunden. Ich bin spät dran. Mein Schwager Thomas, der Vater von Timmi, hat mir ein Stück Torte hingestellt, die selbst angeschnitten noch aussieht wie ein Fußball, die ich esse und dazu brav lobe. Schwager Thomas meint darauf: „Den hat Claudia ausgesucht.“

Claudia… Meine Schwester. Seine Frau.

Die ihn vor ein paar Wochen verlassen hat – die Kinder hat sie bei ihm zurückgelassen. Seine Familie sieht ihn mitleidig an. Der Moment schwebt eine Sekunde über der Szene. Stillstand. Einige Blicke heben sich auf ihn. Andere wenden sich in Gedanken ab. Münder werden geöffnet. Doch keiner sagt etwas. Und ich nur so um die Situation zu retten: „Ich finde die Torte TROTZDEM gut.“ Erleichtertes Auflachen um mich herum; die Doppeldeutige Aussage wurde als guter Witz anerkannt.

Meine Schwester hat einen „Neuen“, und den „Alten“ mit den Kindern zurückgelassen. Harte Geschichte. Heftige Geschichte. Nicht mal jetzt am Geburtstag ihres Jüngsten ist sie da. Kein Bisschen, womit ich meine, dass sie bis auf diese kurze Episode überhaupt gar keine Erwähnung an diesem Nachmittag gefunden hat. Wenigstens nicht als ich dort war.

Die Wahrheit, ist einfach: Sie hat die Kinder nie gewollt. Und ihn nie wirklich geliebt. Vielleicht dachte sie es. Aber wer sie gut kennt, so wie ich, der weiß, dass sie in Wahrheit immer nur sich selbst geliebt hat. Davor habe ich auf eine komische Art sehr viel Respekt, bei all meiner Abgestoßenheit vor ihrem Tabu-Bruch die Kinder zu verlassen, denn ich kann leichter alle anderen lieben, als mich selbst.

Sie wollte ja nie wie unsere Mutter werden, und nun, wie ich den verlassenen Timmi mit seinem Muffin im Mund da so ansehe, hatte sie ihm genau das angetan, was unsere Mutter…

Mein kleiner Scherz hat – wenn auch nicht für mich – im Raum etwas ausgelöst. Die Stimmung ist lebhafter geworden. Wohl weil die Familie meines Schwagers meiner Antwort auf die Torte als moralische Verortung meinerseits in der Frage der zerbrochenen Ehe interpretiert. Es wird mehr Bier geöffnet, euphorischer angestoßen und herzlicher Gelacht als zuvor. Da bellt auch schon der Hund weil der Pizza-Lieferant  gleich klingt, und schon werden die Party-Pizza-Stücke überall hin verteilt (auch ich bekomme sofort eines, als „Nachspeise zur Torte“, wie mir zugezwinkert wird) und mampfend Späßchen gemacht. Die Esserei hebt noch einmal die gute Laune und schon werden die Witze derber, anzüglicher und die jungen Mädchen in der Runde werden dar ob zum Erröten gebracht. Klarer Schnaps wird eingeschenkt. „Zum Verdauen“ – als wäre der Verdauungsvorgang ohne Schnaps gar nicht vorstellbar.

Selbst mich steckt diese überraschend gute Atmosphäre an, und ich proste den Hinterwäldlern zu, während sie ihre Phrasen heraushauen. Ich vergessen momentan meine Abneigung gegen diese Menschen, die nur darauf beruht, dass wir unterschiedliche Charakter sind, und nicht weil irgendjemand besser oder schlechter wäre, und lasse mich vom Moment und vom Bier treiben, auch in den Bewusstsein, noch mit dem Auto nachhause fahren zu müssen, um dort dann (bald) meine Ruhe zu haben.

Die Kinder sind glücklich.

Auch Timmi, der vergnügt auf seinem neuen Smartphone die Bilder die er von uns geschossen hat, mittels einer App in groteske Monster verwandelt. Alles super. Heile Welt. So viel Spaß hatten wir in dieser Gemeinschaft, so zusammengewürfelt, noch nie.

Da wird mir klar, WIESO wir so gut drauf sind: Weil die Familie meines Schwagers endlich einmal befreit auftrumpfen kann. Weil. Meine Schwester. Claudia. Die Mutter von Timmi. Nicht mehr da ist. Diese Feier ist für sie eine Erleichterung. Ein Triumph über meine Schwester. Die für sie die böse Hexe ist. Die Oberhexe. Die Schlampe. Die Hure… Ja. Sie sind glücklich weil sie nicht mehr da ist. Sie sind froh über ihre Abwesenheit. Denn das ist wahre Freude in solchen Kreisen, an solchen Orten, in solchen Zeiten: Die Abwesenheit von Dingen, die uns zusetzen, die wir nicht leiden können, die uns stören. Endlich kann der ganze Hass in Form von Freude nach außen ausbrechen, den sie solange und dermaßen bitterlich zurückgehalten haben. Die böse Hexe ist tot und hat am Ende gezeigt (wie in allen gerechten Märchen), weshalb sie von allen so gehasst wurde. Wie konnte sie nur? Wie kann sie nur? Was ist sie nur für ein Mensch? Ohne sich auch nur eine Sekunde lang die Frage zu stellen, was man selbst für ein Mensch ist, und warum andere Menschen sich so verhalten, wie sie es tun.

Am Ende haben sie doch gewonnen. Die ehrenvollen, braven Einwohner aus diesem 600 Seelen-Kaff.

Jetzt wo.

Sie weg ist.

Wird Alles besser.

Es sind nur 200 Kilometer von hier bis nach Heidenau. Und es ist tiefste Nacht.

Leben zur Zeit

Viel Arbeit. Viel Schwitzen.
Viel Wut auf Bayern und die Menschen in meiner direkten Umgebung, da ist viel Unrecht mit dabei. Manchmal ist Unrecht jedoch richtig richtig.

Bewerbungen schreiben. Horror auf Web-Sides. Einfügen. Anhängen. Ändern. Abschicken.

Chemical Brothers – neues Album. Teilweise furchbar. Dann wieder richtig gut. Teilweise gekauft. Teilweise schnell vergessen. EML Ritual geht gut voran. Radiate nicht, gerade deswegen toll…

Die Hitze will nicht gehen. Sie frisst uns alle. Im Sommerkleid. Wenigstens gut anzusehen. Ändert nur auch nichts. In der Nacht im Schweiße seines Angesichts versteht jeder: Die Eulen sind nicht das was sie scheinen.
Kein Entkommen. Die Sonne kennt kein Erbarmen. Und es gibt immer noch Leute die durch die halbe Welt fliegen für schönes Wetter? What???

HASShassHASS

Auch auf Blog.de. Das kommt doch weg hier. Das ganze Ding. Da muss etwas gemacht werden. Später. Alles später, später späterspäterspäterspä….

Wir sitzen Alle in einem Boot?

Ja eben nicht!
Noch vor dem Aufstehen – ganz Mensch des 21ten Jahrhunderts – schaue ich am Morgen immer zuerst bei SPON rein, was ich die Nacht über während des Schlafprozesses verpasst haben könnte. Meistens sind es Fußballergebnisse. Dieses Mal war es der hier verlinkte SPON-Text (anklicken), in dem die Geschichte eines Dramas erzählt wird:

Notsuchende Migranten aus Afrika haben im Mittelmeer 12 andere Migranten aus religiösem Hass ins Meer geworfen um sie dort ertrinken zu lassen – was auch so geschehen ist. Genauer gesagt (wenn der Artikel die Wahrheit wiedergibt) haben muslimische Flüchtlinge aus religiösem Hass 12 Menschen getötet, während sie sich aufmachten um ein besseres Leben in einer freien Welt führen zu können… Ich war weniger fassungslos als vielmehr brutal wütend.
Was das Thema „Pro-Asyl“ und Migration angeht, bin ich einer der liberalsten Menschen in meinem Wirkungskreis, diese Nachricht jedoch hat mich von meiner Wut her auf einen Level mit Pegida-Aktivisten geschleudert. Diesen religiösen Mörder-Arschlöchern sollte man ihre Kinder wegnehmen, sie vor ihren Augen zu Tode foltern und sie dann auch selbst verbrennen. Mann bin ich sauer! Mir ist durchaus klar, dass es sich dabei (hoffentlich) um einen dramatischen Einzelfall handelt und man keinen muslimischen Flüchtling über diesen fanatischen Kamm scheren darf – der Hass auf diese speziellen Mörder bleibt dennoch bestehen, und: So was will wirklich keiner Europa haben, denn die haben das Prinzip Europa einfach nicht verstanden.

Wenn ich wütend auf andere bin, bin ich dabei immer wütend auf mich selbst, auf meine romantische Blauäugigkeit, so von wegen „der gute Flüchtling“, da es denen es ja so schlecht geht, weil sie schließlich Alles zurücklassen müssen um hier in der fremdesten nur möglichen Fremde ihr Glück zu finden – dass da auch schwarze Schafe dabei sind war mir immer klar, dies aber so vorgeführt zu bekommen macht mich und mein Selbstverständnis von Menschlichkeit ehrlich rasend. Wie irre muss ein Mensch sein, wenn man sich zusammen auf einem Boot befindet, dass vielleicht wirklich niemals das erhoffte Utopia erreichen wird, auch noch seine Mitmenschen zu töten, weil sie eine andere Art haben den GLEICHEN Gott anzubeten?! Und obwohl ich mich nie auf eine Seite bei diesem Religionsding stellen wollte, muss ich heute auch einmal hinzufügen: Christen machen das nicht, dass sind wirklich die anderen, die Leute wegen ihres Glaubens ermordern.

Ja. Ich bin wütend. Und fassungslos… Aber noch wütender.
Man könnte doch wirklich in so einer Ausnahmesituation – die es nur einmal im Leben gibt! – wenn man sich von Schleusern in die Festung Europa bringen lässt, in der Nacht, und ohne zu wissen wie das endet, wenigstens in diesem einem Moment den Hass einmal zurücknehmen und das Beste hoffen, weil man doch wirklich, WIRKLICH in einen BOOT sitzt und man das gleiche Schicksal teil, aber das ist nicht möglich…
Bei so etwas könnte ich wahrlich den Glauben an die Menschheit verlieren…

Und uns Medien-Menschen interessiert am Ende schließlich doch mehr, was der Guardiola für ein Arsch sein könnte, weil Müller-Wohlfahrt den FC Bayern verlassen hat…

Nazis?

Lustig:
Die jetzt bei Pegida usw. mit marschieren haben vor ein paar Monaten noch davor gewarnt die Ukrainer in ihrem Freiheitskampf zu unterstützen, weil dort doch so viele „Nazis“ auftreten und kämpfen – und jetzt ärgern sich die Leute von Pegida darüber, dass man sie in den Medien und im Ausland „deformiert“ und als „Nazis“ bezeichnet: Tja, es ist halt viel leichter über die anderen zu urteilen, als über sich selbst. Wobei die Leute in der Ukraine einen ECHTEN Feind haben der sie real attackiert und ermordet (und wenn jemand Grund hätte nationalistisch zu werden, dann Menschen die von ausländischen Regierungen beschossen werden, da verstehe ich jeden Palästinenser und Iraker), während die Leute bei uns eine diffuse Angst umtreibt, dass man in 100 Jahren in der „Unterzahl“ ist.