Die Eine-Millionen-Eier-Idee

Ohne zu wissen warum, summte ich gerade Weihnachtslieder bei meinem Duschgang. Heute ist Ostern. Denkbar unpassend also. Eigentlich müsste es ja Osterlieder geben, die die ganze Zeit im Radio (sei es beim Einkaufen oder im „normalen“) hoch und runter gespielt werden; warum gibt es die eigentlich nicht? Ostern ist doch eh der wichtigere Feiertag bei uns Christen, wieso also keine passenden Lieder dazu schreiben?… Osterkitsch kann doch ebenso funktionieren wie Weihnachtskisch, auch wenn Weihnachten als der kuschligere Event gilt.

Diese Idee kommt mir vor wie die Erfindung einer neuen App – mit der Idee könnte man doch Millionen Euros verdienen. Da hängt ein ganzer Industriezweig dran. Wieso wirtschaftet die Musikindustrie so einseitig? Schließlich gibt es doch auch Schokolade-Produkte zu Weihnachten und zu Ostern: Weshalb gibt es keine passende Musik dazu?

Jetzt müsste ich nur noch Musik machen, also schreiben und produzieren, können… Wer kann mir helfen und will dabei selber halb so reich werden wie ich es werde?

Frohe Ostern!

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Helfen als Investition für die Zukunft

Vielleicht wird es eines Tages so sein wie damals, als wir unsere Großeltern fragten, wie sie zu ihrer Zeit zum Nationalsozialismus standen: Waren sie Täter, Opfer oder Helden?

Was werden wir unseren Kindern und Enkelkindern erzählen? Waren wir diejenigen die, die Vertriebenen unterstützt haben? Oder waren wir jene, die wegsahen?

So hätte ich den Text vor ein paar Wochen angefangen. Seitdem haben sich die Ereignisse überschlagen und die Deutschen stehen als großes solidarisches Retter-Volk da. Es scheint gar nicht mehr um uns Einzelne zu gehen, was falsch ist, denn es sind gerade die vielen Einzelnen, die den Unterschied ausmachen.

Dadurch verändern sich auch die hypothetischen Fragen und die potentiellen Anliegen, die unsere Kinder einmal an uns herantragen werden: War es richtig diese Horde von Asylsuchenden Menschen aufzunehmen?

Aus der Gegenwart betrachtet kann man diese Frage nur mit „Ja“ beantworten. Es sind Menschen die Hilfe brauchen, Existenzen auf der Flucht, und wenn man wirklich für freiheitliche, christliche Werte stehen will, muss man helfen. Irgendwie. Zumindest Mitgefühl haben und seine öffentlichen Sätze so führen, dass man dem Miteinander in der Gesellschaft Kraft und Ausdauer gibt.

In der Retroperspektive fällt die Bewertung der Gegenwart oft ganz anders aus. Niemand weiß was kommen wird. Was aus der Dankbarkeit der „Geretteten“ wachsen kann. Denn die Menschen sind vergesslich. Und Dankbarkeit kann man zwar Kindern und Nachgeborenen lehren, sie werden jedoch in einer anderen Welt, in einer anderen Perspektive leben. Der Krieg der sie vertrieben hat, wird längst zu Ende zu sein und sie werden sich wie vor einem Konflikt gerettet fühlen, den sie nicht kennen lernen und auch nie fürchten mussten…

Nachgeborene können sich in zweiter Generation fremder in ihrer neuen Heimat fühlen, als es ihre Väter, Mütter, Schwestern und Brüder jemals verstehen könnten, die hier Zuflucht vor Mord und Verfolgung bekommen haben, denn auch das Verständnis der Kinder der jetzt helfenden Deutschen wird auf einem anderen Fundament errichtet werden; die Zukunft ist spannender als jemals zuvor. Es handelt sich um ein soziales Experiment, bei dem niemand aussterben will: Weder die Identität der Deutschen, noch die der hier angekommenen Flüchtlingen.

Unsere Gesellschaft wird sich verändern. So oder so. Ob nun Flüchtlinge gekommen wären oder nicht. Die Zeit bleibt nicht stehen. Es ist an uns was wir daraus machen.

Heute ist der Tag an dem meine Landeshauptstadt München um Hilfe ruft. Sie kann alleine nicht mehr für alle Flüchtlinge aufkommen, den zehntausenden, die jetzt schon seit ein, zwei Wochen täglich dort ankommen. Man soll spenden. Schlafsäcke, Isomatten. Und irgendwas würde ich auch gerne tun, nur wegen einem Schlafsack und ner Isomatte fahre ich jetzt auch nicht einfach 100 Kilometer bis nach München.

Ich werde Geld spenden.

Für die Flüchtlinge.

Aber auch für mich selbst. Da ich will dass diese Menschen gut integriert werden und mit uns eine gute Zukunftsperspektive bekommen. Denn bei diesen Menschenmassen ist ihr Schicksal, auch unser Schicksal. Wer in sie investiert, der investiert auch in uns.

Geld schicken fühlt sich immer ein wenig faul, wenn auch nobel an. Als würde man sich nicht die Hände schmutzig machen wollen… Nun. Besser saubere Hände und Geld gegeben, als gar nichts getan haben.

50 Euro müssen es schon sein. Ein Betrag den ich im alltäglichen Leben spüren werde, der mich jedoch noch nicht schmerzt…

Wir sollten nicht nur geben was wir übrig haben. Man sollte aktiv auf etwas verzichten um zu helfen – und keine kleinen Almosen geben.

Spendenkonto für Flüchtlinge:

Kontoinhaberin: Landeshauptstadt München

HypoVereinsbank München
Kto. 81300
BLZ 70020270
IBAN: DE34700202700000081300
BIC: HYVEDEMMXXX

Verwendungszweck: 93254151830057

Beim Verwendungszweck müssen die o.g. Nummern unbedingt angegeben werden!

  • Eine alleinige Zuordnung wie z.B. allein durch das Stichwort „Flüchtlinge“ oder „Münchner Flüchtlinge“ etc. ist leider nicht möglich.
  • Nach dem Verwendungszweck 93254151830057 kann gerne ZUSÄTZLICH ein Stichwort angegeben werden. So fällt ggf. die Zuordnung leichter, falls beim Tippen ein Zahlendreher reinkommt.

Gerade das Gute vergisst man

Seit 3 Jahren beglückt meine Monatliche Zahlung bei World Vision ein Kind, eine Familie in Afrika, in Simbabwe. Die Wahrheit ist, dass ich schon 6 Jahre lang ein Kind bei World Vision unterstütze, die aber vor 3 Jahren das Kind einfach ausgetauscht haben. Vielleicht wurde ich benachrichtigt. Wahrscheinlich. Und ich habe es einfach übersehen. Habe den Schrieb mit der Erklärung weggeworfen.
Vielleicht ist das erste Kind tot. Ich weiß es nicht. Es hat mich auch nie interessiert. Ändern kann ich ja eh nichts. Nun. Zumindest habe ich es versucht, durch das Geld. Trotzdem habe ich keine Ahnung was aus dem Kind wurde… Vielleicht wurde es zu alt für das Programm. Keine Ahnung. Damals waren „Unruhen“ in Simbabwe. Möglich, dass der Kleine wirklich nicht mehr lebt.

Heutzutage läuft ja eh Alles über das Internet ab und deswegen bekam ich heute die elektronische Nachricht, dass ich mein zweites Patenkind von World Vision jetzt also diese 3 Jahre unterstütze. Und ich verklicke mich gerade in meinem Emailfach, komme auf den Link, und irgendwann mal muss ich mich wohl wirklich da mal angemeldet haben, also das Fenster geht auf und ich klicke dann aus Laune heraus auf „anmelden“ – deswegen sah ich gerade das kleine traurig guckende Kind aus Afrika vor mir, dass ich seit jetzt doch schon langer Zeit unterstütze…
Ich will mich jetzt nicht als Heilsbringer darstellen. Es ist nur. Ich merke die 30 Euro gar nicht, die ich für dieses fremde Ding ausgebe. Oder sind es 20? Keine Ahnung. In Wahrheit hatte ich es schon total vergessen. Ich glaube, 30 Euro sind da unten mehr wert als hier. Und im Prinzip bin ich dadurch vielleicht ein klein wenig ein bessere Mensch, als ohne Patenschaft. Aber die volle Wahrheit ist, dass ich das Kind einfach vergessen habe. Einfach so. Vor lauter Stress und meinem ganzen Reichtum hier, den ich gar nicht wahrnehme. Und dann guckt einen so ein fremdes Kind an. Und ich helfe dem. Und ohne mich, wäre es schlechter dran. Da musste ich jetzt schon schlucken. Zwei sich vollkommen Fremde. In fremden Welten. Verdammt noch mal… Ich denke nur an den Kleinen, wenn ich meine Steuererklärung mache… Immerhin wäre das doch einmal etwas, worauf man stolz sein könnte…

Helden sind vergesslich

Die schlimmste Wut ist die, die sich mit Enttäuschung misst; der größte Hass resultiert aus zurückgewiesener Liebe.

Gestern war er auf dem Konzert. Vor ein paar Jahren wäre es noch DAS Ereignis des Jahres für ihn gewesen. Ein Moment, auf den man hinlebt, der ihm Kraft gibt, Mut, in den Momenten der Unterdrückung, der Pein, des Schmerzes. Auf Konzerten werden Träume wahr, sie treten wahrhaftig auf die Bühne und geben dir das, wovon du in deinem stillen Kämmerchen all die dunkle, einsamen, bösen Nächte geträumt hast, den Traum von der Aufhebung der allumfassenden Isolation, den Traum von der Erfüllung einer Familie, die dich versteht, die dir beisteht, die dir aus der Seele spricht, denn eine Band kann viel mehr sein als nur eine Musikgruppe, sie ist ein Band zwischen Personen, zwischen der tollen Gruppe und ihren Fans und in manchen, ganz wenigen Fällen sind sie mehr als das, es ist eine Seelenverwandtschaft entstanden durch Schicksalsmelodien, Lieder wie Orkane… Und dann dieses gemeinsame Abfeiern MIT den Fans, die alle genau nur wegen dem selben Ding da sind wie du, die dir irgendwie sehr ähnlich sind, bei all den Unterschieden, da sie das Gleiche lieben wie du… Fans sind wie Freunde, die in das gleiche Mädchen verliebt sind – nur das man sich gegenseitig die Liebe nicht übel nimmt. Im Gegenteil. Man erkennt sich gegenseitig an, schaukelt sich aneinander hoch und feiert zusammen diese Liebe, obwohl man am Ende doch nur glaubt, der einzig wahre Liebhaber/Fan zu sein, und der andere eben nur ein Idiot, der das Ganze nicht voll verstanden hat.
So wäre es vor ein paar Jahren gewesen. Gestern war es anders.

Gestern war es anders. Vor gestern hatte er sogar ein klein wenig Angst. Angst, vor seinem eigenen Mut. Seine Lieblingsband, „die lieben Tanten“, hatten sich nämlich nach einer Auszeit, die sie als den „ultimative Abschied“ inszenierten, wieder zusammen gefunden, obwohl sie immer wieder und wieder und wieder und wieder und wieder wiederholten, dass sie nie wieder zusammen auf der Bühne stehen würden. Und „die Tanten“ waren doch die Band, die so ehrlich war zu ihren Fans. Er war sich sicher: „Die kommen nie wieder zusammen. Die Tanten stehen zu ihren Worte“ – Falsch gedacht, sie hatten sogar damit gelogen, warum sie damals „aufhörten“. Und für ihn, den Fan, der an seine Idole geglaubt hatte, brach eine Welt zusammen, während andere jubelten, dass ihre „Helden“ wieder da sein würden. Schließlich seien „die Tanten“ auch nur Menschen, so argumentieren die anderen. Das mag stimmen. Doch wer sich selbst zum Helden stilisiert, braucht sich nicht wundern, wenn der andere in einem den Übermenschen sieht.
Ja. Nein. Er hasste „die Tanten“ noch nicht, er liebte sie zu sehr. Doch die Wut war da. Und später würde er nicht einmal mehr sagen können, was ihn nun dazu getrieben hatte die Karte zu kaufen, den Karton zu beschriften, in die S-Bahn zu steigen, vor der Halle zu warten bis sie öffnete, um dann mit seinem Schild in die erste Reihe zu rennen und dort auszuharren, bis das Konzert endlich begann: Die Liebe, oder die Wut?

Auf jeden Fall sangen „die Tanten“ wieder ihre Songs von Stolz, Ehrlichkeit und Rückgrat welches man zeigen müsse, und als es unserem Fan schließlich zu bunt wurde – trotz der tollen Songs die er so liebte; sie klangen jetzt einfach nur falsch und verlogen, denn jetzt wusste er ja, wie es die Band mit der Wahrheit hielt – hielt er selbst sein Schild nach oben, direkt vor die Nase des Sängers, und auf ihm stand: „TANTEN – IHR LÜGNER!“ Damit sprang er herum. Wedelte vor ihren ungläubigen Köpfen umher. Und wie stark er sich in dem Moment fühlte, sie befreit und wie ehrlich…
Als das Stück endete, sprach der Sänger zu ihm, von oben herab. Übers Micro. In die Halle. 10 Tausend Menschen konnten dabei zuhören, wie der Tanten-Sänger mit ihm sprach. Aber es war kein Gespräch. Kein Dialog. Und es war auch keine Reue in seinen Worten. Das Wort „LÜGE“ griff den Lügner auf der Bühne nicht an. Der teilte lieber gegen die ganzen kleinen Arschlöcher wie IHN aus, wie er da stand mit seinem Schild, „verbohrt und dumm“, und „wenn es ihm hier nicht gefallen würde, dann könne er doch gehen!“, denn schließlich (gebrüllt), seien „SIE WIEDER DA! OB ES EUCH PASST ODER NICHT!!“ Großes Gejohle in der Halle. Und bevor sich unser verbitterter Fan recht versah, riss ihm jemand das Schild aus der Hand und wurde beschimpft und ausgebuht. Er hatte Glück. Dass er nicht verprügelt wurde. Was ihm lieber gewesen wäre. Als die Spucke, die er von sonst wem abbekam…

Er war fassungslos. Hatte er das verdient? Für seine Liebe? Von seinem Star niedergebrüllt zu werden, den er doch einstmals so verehrte hatte, ohne sich auch nur mit einem Wort erklären zu können? Was war es denn für eine Leistung von der Bühne herab mit zigtausend Watt einen kleinen Fan zusammenzubrüllen, der seine gesamte Liebe und seine damit verbundene Enttäuschung auf ein Papp-Schild geschmiert hatte in der Hoffnung, dass man ihm erklärt, warum er seine Idole nicht mehr lieben darf? Hatte er das verdient?

Das Alles war eh ein Irrtum gewesen. Er hatte sich blenden lassen, dabei aber auch blenden lassen wollen. Er wollte etwas sehen, was er in sich trug, nur, er wollte es von jemand anderen hören und sehen, denn er war nicht mutig genug gewesen sich selbst zu glauben. In Wahrheit brauchte er „die Tanten“ nicht, nicht er, nicht die anderen Trottel die in der Halle waren oder deren Alben bei jeder Gelegenheit mitsingen wie die Lemminge in den Kirchenbänken. „Die Tanten“ sind nur ein Symbol dafür, was wir uns nicht trauen, von anderen aber verwirklicht sehen wollen. Das gibt uns Kraft. Und Hoffnung. Denn es gibt mehr Mut so was von anderen zu sehen und uns davon beeinflussen zu lassen, als zu sagen: „Hey! Ich bin stark, ich krieg das gebacken. Ich brauche keine Krücke an der ich mich hochziehe.“ Denn nicht mehr als eine Krücke, eine Art von Ersatzreligion, war die Band für ihn gewesen, diese Helden mit Gitarren. Doch Helden sind in Wahrheit auch nur Menschen, keine Erlöser. Und Helden sind vergesslich, besonders was ihre eigenen Ideale angeht, denn Ruhm und Reichtum machen vergessen, wer man eigentlich ist. An KEINEM geht das spurlos vor rüber.
Das hatte er jetzt verstanden, wo er von seinem Idole von oben herab nieder geschrien wurde, als wäre er Dreck. Er hatte verstanden: Für seinen Star zählte nicht mehr der Einzelne, sondern die 9.999 anderen im Stadion. Es geht nicht mehr um den Menschen an sich, sondern um die Masse. Die Masse macht einen reich, geil und verrückt. Der Einzelne ist immer nur eine Episode. Ein Spinner. Ein Sonstwer…

Und trotzdem fühlte sich unser kleiner Mann am nächsten Tag stärker als er sich jemals in den Nächte gefühlt hatte, als er einsam und alleine in seinem Bett „die Tanten“ hörte, während seine Klassenkameraden auf Partys waren und mit Mädchen knutschten, zu denen er leider nicht eingeladen war – weder zu den Partys, noch zu den Mädchen. Er fühlte sich stark und unbesiegbar. Weil er ehrlich und aufrecht gehandelt hatte. Aus seinem Herzen heraus. Gegen alle anderen. Gegen seine Helden. Und der geworden war, von dem er immer dachte, dass es „die Tanten“ gewesen wären: Ein Mann mit Rückgrat. Doch Männer mit Rückgrat sind keine inszenierten Erlöser. Sie verdienen daran nicht. Sie sind einfach nur sie selbst.

Herr Müller

So nenne ich den Mann jetzt einfach mal. Herr Müller war der super nette und sympathische Mann, der in meiner Kindheit in der Raiffeisenbank hinter Panzerglas saß und das Geld auszahlte, was man sich irgendwo anders vorher in der Bank hatte bestätigen lassen, handschriftlich, oder wenn es damals schon Computer gab (so um 1985 herum), konnte ich sie als kleines Kind einfach nicht sehen, oder, die großen Boxen und Bildschirme voller Technik waren nur kein Blickfang für einen ganz jungen Menschen wie mich, nicht wie heute, wo ja auch schon Kinder radikal und schon ein wenig brutal auf Technik getrimmt werden…

Da war also dieser Mann, der hinter Panzerglas saß und – auch wenn ich mich nur Schemenhaft an sein Gesicht erinnern kann – wie ein freundlicher Buddha in Anzug und 80ger Frisur unglaublich schnell das Geld vor meiner Mutter hinlegte und damit auszahlte was sie abheben wollte. Der Mann schien damals nichts anderes den lieben langen Tag zu machen und hatte deswegen eine ungeheure Fingerfertigkeit erlernt mit der er die großen Scheine auszahlte, eine Geschicklichkeit, die ich nur mit der Geschwindigkeit von Hütchenspielern vergleichen könnte, wobei ich Herr Müller nicht die negativen Attribute eines Hütchen-Spiel-Betrügers nachsagen wollen würde, denn Herr Müller zählte einem das Geld ja vor. Und schien dann nach dem Vorzählen auch immer super zufrieden gewesen zu sein, dass das mit dem Geld auszählen wieder einmal super geklappt hat und lachte mich an, vermutlich wegen meiner großen Augen ob seine flinken Finger.
Als Kind idealisiert man viel und zugegebenermaßen muss ich eingestehen, dass ich als Kind selbstverständlich auch von den Fertigkeiten eines Hütchen-Spieler positiv beeindruckt gewesen wäre, der mich in Wahrheit nur um mein Geld gebracht hätte…

Gerade eben war ich Geld abheben, gab die PIN-Nummer in den Automaten mit den vorher und dazwischen lachenden Werbebildern ein, und sah 6 Sekunden wartend in der Bank umher, die viel sauberer aussieht als in den 80gern; die Bank wurde seitdem so runderneuert, dass man fast schon von „Entkernung“ sprechen könnte, und nun findet man statt den schweren und staubfressenden dunkelgrünen Teppichen, sowie alten Lampen und überraschend wenig Licht dass durch die Außenfenster kam, einen hell er- und durchleuchteten Raum vor, mit einer Architektur die an Leichtigkeit erinnert, mit lauter schick und gut gekleideten Bank-Mitarbeitern, die immer sehr freundlich seien wollen, nur leider gar nicht so wirken, wenn man sich die Zeit über sie genauer nachzudenken, da sie einfach nur trainiert wirken, nicht ehrlich, sondern falsch und irgendwie ebenso automatisiert und unmenschlich wie die Maschine und dem Touch-Screen, wo die Bakterien auf dem Display der Leute, die vor mir Geld abgehoben haben, noch das menschlichste ist. Die Mitarbeiter haben bei mir überhaupt keine Chance, nicht nur, weil ich wirklich schon die eine oder andere schlechte Erfahrung mit der Bank machen musste, sondern auch weil sie für eine Art von Business arbeiten, dass nur als verlogen und hinterhältig gilt, was zwar mein Geld haben will, nicht aber um es zu vermehren sondern um mich auf eine extrafangante und elegante Art übers Ohr zu hauen. Das sind der Ruf und das Klischee über Banken und Versicherungen im Jahr 2015.

Wie gesagt. Damals war ich ein Kind und es ist freilich ein Unterschied ob man als kleiner Pimpf mit seinem Sparbuch voller Stempel zum netten Herr Müller kommt um mal ein paar Mark abzuheben, oder ob man schon seit Jahrzehnten erwachsen ist und alleine deswegen schon die Hinterhältigkeiten der Menschen erlebt hat, trotzdem fragte ich mich in diesen paar Sekunden als das Gerät rauschte um mein Geld herauszugeben, wie dass den passiert war, wie das entstand, dieses Misstrauen gegen die Bänker, und ob es an mir liegt, am Erwachsenwerden, oder ob die Bänker mit den Jahren wirklich unglaubwürdiger und hinterhältiger geworden sind – man hört doch so viel davon, dass langjährige Kundenbindung nichts mehr gilt, die Sicherheiten nichts mehr wert sind, von dem verzockten Geld wollen wir mal gar nicht reden. Und man muss für Alles Gebühren zahlen was früher einfach Service war, nein falsch: Das Wort „Service“ gab es gar nicht, das war einfach die Normalität.
Und weiterhin fragte ich mich, wenn man diesen Berufsstand heute weniger vertrauen kann als in der Zeit der goldenen Wirtschaftswunderjahren und der Wohlfühlzeit danach, wenn also diese Menschen wirklich vom eigenen Geld und den Weltmärkten also der Globalisierung korrumpiert wurden und sich ihre gesamte Einstellung zum Sparer geändert hat (der jetzt kein „Sparer“ mehr ist, sondern nur noch der Kunde, der Leistungen von der Bank will und es eben nicht mehr das Verhältnis gibt, in dem sich Sparer und Bank gegenseitig befruchten, weil sie voneinander abhängig sind, was keine Bank heute mehr zugibt, da es wohl als Zeichen von SCHWÄCHE gewertet wird), wieso also bringen wir immer noch unser Geld zur Bank? Nur weil es einfacher ist?

So oder so. Herr Müller habe ich seitdem nie wieder gesehen. Vermutlich ist er gestorben. Oder seine inzwischen zittrigen Hände werden im Altersheim versteckt.

Pädophile Sex-Lehrerin?

So was scheint es laut Bild-Zeitung nicht zu geben und ja ich weiß, es ist mal wieder müßig sich über die „Berichterstattung“ der Bild-Zeitung aufzuregen, doch mich ärgert das:
Hat ein Lehrer mit einer seiner Schülerinnen Geschlechtsverkehr, ist es immer Missbrauch, hat aber eine Lehrerin Sex mit einem ihrer Schüler, wird das von Bild, Focus usw. selten bis nie als Missbrauch dargestellt, sondern im Subtext schwingt immer diese Porno-Fantasie mit, dass Frauen und vor allem Lehrerinnen einfach nur Sexgeile Schlampen sind, die es einfach nur besorgt haben wollen (und es im Gegensatz zu den männlichen Kollegen auch verdient haben), während Jungs ohne Sinn und Verstand alles ficken was weiblich ist, zwei Klischees die stimmen können, doch von der absoluten Wahrheit ist das weit entfernt.
Inszeniert wird das immer über hübsche Fotos der Sex-Lehrerinnen um die männliche Leserschaft aufzugeilen.
Natürlich ist die Bild-Zeitung Frauenfeindlich und das ist auch nichts Neues, Frauen werden allgemein nur dann erwähnt wenn sie „sexy“ sind oder polygam (also willig), ansonsten muss man schon den Status der Bundeskanzlerin oder einer ihrer Bundesministerinnen (außer Manuel Schwesig…) haben um nicht mit einem Vermerk auf ihre Sexyness erwähnt zu werden.

Männer sind dagegen „Sex-Täter“ – oder einfach nur Vergewaltiger, was schließlich wahr ist, doch so würde eine Frau nie bezeichnet werden. „Sex-Täter“ ist aber mehr als eine Bezeichnung für einen Verbrecher, es ist eine unterschwellige Botschaft, die auch impliziert, dass man Sex erfolgreich und lustvoll erzwingen kann, selbst wenn das verfolgt und geahndet wird. Wir wissen das „Sex sells“, im Falle der Bild stimmt das aber auch, wenn ein am besten freizügiges Bild von dem so bezeichneten „schönen Mädchen“ abgedruckt wird, dessen Verbleib seit 3 Tagen ungeklärt ist. Der Rest bleibt Kopfkino der Leserschaft – und die Zeitschrift weiß genau wie sie das Interesse der Männer wecken kann. Wie gesagt, man weiß dass die BILD sich an die niederen Instinkte der Leserschaft orientiert, teilweise ist das aber nur noch pervers.

Auch diese Schlagzeile finde ich sehr befremdlich (ist nicht von BILD, stand da aber so ähnlich): „Flotter Dreier mit Schüler. Lehrerinnen droht Haft“. Ganz egal ob der Sex mit dem 17 Jährigen einvernehmlich ist: Diese Schlagzeile wäre mit zwei Lehrern und einer Schülerin unvorstellbar.

Die Frage die sich jeder Mann natürlich dabei stellt: Hätte ich gerne als 17 Jähriger Sex mit zwei Lehrerinnen gehabt? Und im ersten Moment sagt da wohl fast jeder Typ: „Ja! Mann hätte ich es denen besorgt!“ Nur. In der Phantasie weiß man a) nichts über die Umstände die zum Verkehr geführt hätten und b) was das mit mir psychologisch und sozial gemacht hätte. Es geht nicht nur um den Akt an sich, sondern um das Leben darum herum, was vorher war und was später kommt. Deswegen schützt man Jugendliche. Und Missbrauch ist Missbrauch, bei Jungen wie bei Mädchen. Denn es gibt sicherlich Jungs die keinen Sex haben wollen, und dann missbraucht werden und niemand will das sehen, während es Mädchen gibt die mit dem Sex einverstanden sind, um dann als missbraucht am Pranger zu stehen.

NICHTS IST FUER DIE EWIGKEIT Böhse Onkelz, ganzes Konzert im Youtube Stream

Ehemals die beste Band der Welt, heute nur noch die verlogenste. Da kann man sich als ehemaliger Fan nur schämen, schämen für dass was da so zwischen den Lieder heraus palavert wird. Die Hausmeister im Haus der Lüge: Die Böhsen Onkelz

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Und weil ich so enttäuscht bin von Stephan Weidner und Co, nenne ich deren heutige Fans einfach mal „die faule Generation Pegida“, da sie dort wirklich keine Stimmung machen: Ihr seid doch nur wegen dem Konfetti da.

Böhse Onkelz und der Hockenheimring ist in jedem Jahr ein Spektakel für 4 selbsternannte Helden und deren Massen, ein Spektakel fern ab von jeder Haltung; es geht um Geld und Geltungssucht, um Identifikationsfiguren, die diese Bezeichnung nicht verdient haben. Das ist der Ausverkauf und ihr betet den Mengenrabatt an.