Meine Wut darüber, dass der amerikanische „Ghost in the Shell“-Film floppt

Die amerikanische Version von „Ghost in the Shell“ (Gits) ist kein überragender Film geworden, aber ein sehr guter. Das Problem für einen Fan der ersten Stunde wie mich ist der Plot des Films, wobei man als echter und ehrlicher Fan, dem der Erfolg des gesamten Projekts am Herzen liegt, hier Zugeständnisse machen sollte:

Für ein globales Publikum, für die breite Masse, muss man den Anspruch ans Publikum herunterfahren. Ja. Das Produkt wird verwässert. Ja. Der Anime hat mehr Tiefe und das ist auch dessen Stärke; wer aber die Serie und den Manga mag, kommt auch damit klar, dass manche Dinge etwas softer angegangen werden, denn dort war auch mehr Platz für Spaß und Albernheiten.

Und ganz wichtig: Die Geschichte des Animes ist nicht die der amerikanischen Verfilmung. Der Film von Rupert Sanders ergänzt das Gits-Universum. Er ist mehr als ein Aufguss.

Über die Optik des amerikanischen Filmes gibt es keine Debatte: Die ist Atemberaubend.

Dass der Film nun ein eindeutiger Kassenflop ist, kommt für Fans wie mich einem Desaster gleich, denn Gits ist und war auch ein Pilot-Projekt für sämtliche nachkommende Manga- und Anime-Verfilmungen. Wenn so ein Projekt, dass 120 Millionen-Dollar gekostet hat, baden geht, bedeutet dass  das ähnliche andere Projekte nicht realisiert oder billiger veranschlagt werden, was im Bezug auf einen neuen „Akira“-Film eine Katastrophe ist, da der Film nun einmal viel Geld für seine Realisierung braucht, denn ein „Akira“ in billig geht nicht. Diese Dystopien kosten einfach Geld.

Sollte „Gits“ wirklich wegen dem lächerlichen Vorwurf des „white washings“ vom Kunden nicht angenommen worden sein, bekomme ich echt das Kotzen, denn einer Geschichte mit so einem internationalen Setting (egal ob im Manga oder im Anime) so etwas vorzuwerfen, ist absolut lächerlich – und wer den fertigen Film gesehen hat weiß zudem, dass es unbegründet ist. Ja. „Scarlett Johansson“ spielt die Hauptrolle in einem Film dessen Vorlage von Japanern für Japaner gemacht wurde, aber, bereits damals wurde die Figur des „Majors“ als jemand beschrieben, die sich, da sie keinen menschlichen Körper – „Shell“ –  mehr besitzt, ihren Verstand – „Ghost“ – in einen menschlich anmutenden Cyborg-Körper transferieren ließ; und dabei bevorzugt sie KAUKASISCHE Modelle. So viel zum Thema „white washing“. Warum der Major eigentlich „Kusanagi“ heißt wird im amerikanischen Film erklärt. Das Problem mit der Erklärung ist nur, dass sie der Dreh- und Angelpunkt im fertigen Film ist, und dass im Vorfeld zu spoilern hätte den ganzen Kino-Besuch überflüssig gemacht.

Dass man einen Film dieser Größenordnung mit einem Super-Star besetzen muss, ist logisch und  verständlich und Johansson spielt den Major wirklich gut. Ihr kann man keinen Vorwurf machen. Vorwürfe kann man nur denen machen, die keine Ahnung von der Materie haben und stur behaupten: „Ja ne. Eine japanische Geschichte muss auch japanische Hauptdarsteller haben.“ Das ist Unsinn. Wer wie ich viele Mangas liest weiß, dass die Figuren oft nicht als pure Japaner angelegt sind, sondern als Hybridwesen, die fast immer internationale Züge tragen (siehe hier z.B. „Attack on titan“ wo die Realverfilmung optisch nichts mit den Mangas zu tun hat, obwohl dort nur Japaner besetzt wurden), oft sogar keine japanischen Namen; Mangas orientieren sich am internationalen Markt. Bezeichnenderweise spielt die Handlung nie in Tokio sondern in „Newport City“.

Besonders auffällig ist das im Gits von 2017 an der Figur des „Togusa“ zu erkennen, der von einem japanischen Darsteller wortwörtlich verkörpert wird – und nicht einmal ansatzweise so aussieht wie sein „Original“ im Anime oder Manga.

Außerdem: Was ist das für ein Vorwurf? Warum muss ein japanischer Film ausschließlich mit Japanern besetzt sein? Sind amerikanische Filme nur mit Amerikanern besetzt? Das ist lächerlich… Würde es sich bei „Gits“ um eine der unzähligen Bibel-Verfilmungen Hollywoods handeln, wäre der Vorwurf gerechtfertigt (Moses, Jesus und so weiter sollten wie Araber aussehen, nicht wie „Christian Bale“ und Konsorten), bei einer Dystopie über eine Zukunftswelt in der die Kulturen verschmolzen sind, macht dieser Vorwurf aber keinen Sinn, dann könnte man das „Blade Runner“ auch vorwerfen.

Ich mag den amerikanischen „Ghost in the Shell“, auch wenn ich Manga und Animes bevorzuge. Aber mich haben schon immer mehr die Nischen mit Anspruch interessiert, und dass kann man von „Otto Normalverbraucher“ halt nicht erwarten; ja, hier stelle ich mich wirklich mal in den Vordergrund. Der globale „Otto Normalverbraucher“ will nun einmal tumbe Aktion-Filme sehen, die nicht mehr sind als blanker Trash. Und das ist auch okay so. Ich habe mir in meiner Jugend auch gerne die Schwarzenegger-Vehikel angesehen. Nur hätte ich nicht behauptet, dass diese Filme wirklich gut sind. Sie sind was sie sind, sie erfüllen ihren Zweck, es ist gute Unterhaltung. Aber kein guter Film. Und schon gar kein Meisterwerk. So wie kein Film mit „Vin Diesel“ ein guter Film ist und auch kein einziger der „Marvel“-Klötze. Das ist leichteste Unterhaltung ohne jeglichen Anspruch und in einer Welt wie der unseren in denen die Menschen fast ein wenig von ihrem tristen Schicksal abgelenkt werden müssen, braucht es auch so „Colosseum-Unterhaltung“, in der Menschen und gute Vorsätze dem Pöbel aus Spaß-Gründen zum Frass vorgeworfen werden. Hirn aus: Danke schön. Viel Vergnügen Otto!

Nur ist es schon sehr anstrengend andauernd mit diesem Müll zugeschissen zu werden, der immer nach dem gleichen Prinzip funktioniert und jetzt nicht einmal mehr die Perspektive zu bekommen, anspruchsvollere Unterhaltung erwarten zu können. Denn das ist „Ghost in the Shell“ und hätte es mit dem zweiten amerikanischen Film werden können: Anspruchsvolle Unterhaltung. Zum Mitdenken und Mitfühlen. Aktion-Filme, die dem Zuschauer auch mal Fragen aufgeben. „Inception“ ist darin das Vorbild. Und von solchen Filmen hätte ich sehr gerne mehr gesehen.

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Gewohnheitslisten

 

 

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Ich besitze ein giftgrünes Notizbuch im DIN A 4 Format mit weißen Sprenkeln, dessen Seiten mathematisch kariert sind. Mein Vater kaufte es mit einer Reihe anderen vor über 20 Jahren bei einem Urlaub in der Tscheslowakei, also in einem Land, dass es heute so nicht mehr gibt, und ich erinnere mich noch wie stolz und wichtig ihm diese unbedruckten Bücher damals waren. Am Ende landen diese Dinge auf die man einmal stolz war, konsequenterweise in einem, dieses Mal in unserem Keller. Von dort zog ich es vor wiederrum ungefähr 13 Jahren hervor und begann damit, jeden Film den ich zum ersten Mal ansah, dort einzutragen. Seit dem 30.11.2003 sind es – verklagt mich nicht auf Lückenlosigkeit – 1516 Filme gewesen.

Der Gedanke zu diesem Listenwesen drängte sich mir auf, da ich zu jener Zeit fast täglich in die Videothek ging und Filme auslieh, in einer so großen Zahl sogar, dass ich manche Videokassetten 2 bis 3 Mal auslieh, da ich einfach nicht mehr wusste, das ich sie schon gesichtet hatte. Nun. Mit der Liste. Konnte ich nachschlagen. Was ich nebenbei so gut wie nie getan habe. Sie aber in die Liste einzutragen, das wurde mir unglaublich wichtig. Ich mache das auch heute noch, wobei es mich eher nervt.

 

Das sollte jetzt eine Metapher dazu sein, warum ich in den letzten Wochen und auch schon Monaten keinen Blog mehr geführt habe: Es war alles zu einer unattraktiven Gewohnheit verkommen, die auf einem Grund basiert, die man in der gegenwärtigen persönlichen Entwicklung der blanken Jetzigkeit nur noch erahnen kann.

 

Auch meinen eigenen Blog lese ich so gut wie nie wieder, keine Ahnung wie ihr es mit euren haltet. Der Blog ist für mich immer mehr eine Liste gewesen, dessen Register man täglich aufzufüllen hat, zugegebener maßen mit Tagebuchartigen Zügen, denn der, der schrieb, war ich im Jahre des Monats am Tage in der Stunde: Einzigartig. Kein anderer. Ich, das vergangene Ich, eine fast schon vergessene Kompletterzählung, sowie ein Film  je nach Betrachtung immer auch ein Meilenstein oder ein Relikt seiner Zeit ist.

 

Ich hatte mir Mühe gegeben meine Betrachtung ins Weltgeschehen einzuordnen (auch wenn es eher umgekehrt der Fall war) und irgendwann war die Energie vom Tage Null weg, aufgebraucht, versprüht, was auch mit dem Jahr 2016 zu tun hat. Ein Jahr der Umwälzungen, von den Meisten von uns nicht positiv konnotiert.

In diesem Jahr habe ich wenige Blogs oder auch Zeitung gelesen, mehr Kurznews, wie es in der Gegenwart der Fall ist und die haben mich nicht intellektuell stimuliert, nein, sie haben meinen Geist beschnitten, ihn mit ihrer blanken Fülle erschlagen (was ich hier oft zum Thema machte). Zudem waren mir die Veränderungen, die Themen zu komplex um sie mit dem löcherigen mir zur Verfügung stehenden Schmetterlingsfangnetz meiner eigenen Psychologie zu fangen, und katalogi- und kategorisieren; die Menge an Umwälzungen war mir einfach to much als sie auf simple Formeln zu reduzieren, was leider wieder von anderen übernommen wurde. Das war schwach von mir, denn gerade in diesem Jahr wäre es wichtig gewesen dauerhaft und überall die richtige Haltung auszustrahlen und von sich zu geben. Aber ich war so erschlagen von der Arbeit, so gelangweilt von dem Listenwesen meiner Philosophie und auch viel zu satt von meinem persönlichen und sozialen Wohlstand, als dass ich noch Lust gehabt hätte mich an den Übergroßen Debatten zu beteiligen. Es kam viel zusammen was mir als Ausrede dient. Und doch fehlte mir die letzten Wochen das gewisse Etwas, durch das ich mich komplett fühlte. Also muss ich wieder Schreiben lernen, was in unserem Fall Sprechen lernen bedeutet.

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Als ich die Film-Liste begann, dachte ich, dass jeder gesehene Film auch irgendwie ein Teil von mir sein würde, da er mich mit seiner Geschichte, seiner Handlung, mehr oder weniger prägt und dass ich bestimmte Genres von Filmen sehen müsste, um der zu werden, der ich bin, auch, wenn ich viel lieber die schnelle und kurzweilige Unterhaltung hätte, die mich nicht fordert und mich menschlich nicht voranbringt und ganz egal wie Mühsam es war sich  viele Jahrelang die Arthouse-Filme, die Lars von Triers und die Hanekes anzusehen, hatte ich damals doch auch Recht: Man muss sich selbst bis zu einem gewissen Grad fordern, gerade geistig, sonst ist man nur noch ein Streaming-Dienstdurchklicker, der dünne Serielle Unterhaltung als großen Gesellschaftsroman missversteht… Also ja, nach der schlechten zweiten Jahreshälfte 2016 ist es wieder Zeit geworden sich selbst eine Stimme zu geben, sich selbst zu quälen und sich Gedankensphären auszusetzen, die mich nicht nur fordern, sondern überfordern. Was solls? Also ran an den Speck.

Heute ist mein erster Urlaubstag, mal sehen ob das so klappt wie ich mir das vorstelle.

 

Und an meine Blog-Freunde: Hallo Leute, schön das ihr noch da seid 🙂

GHOST IN THE SHELL – Official Teaser Trailer (2017) mit Scarlett Johansson

Ich bin ein Mann. Deswegen stehe ich auf Scarlett Johansson. Von der sollte es eh viel mehr geben (junge, ältere – ALLE). Nur als „Major“ Motoko Kusanagi in Masmamune Shirows Meisterwerk (MEISTERWERK!!!) „Ghost in the Shell“… Ich weiß nicht…

Bei dem Thema bin ich nicht nur Fan, da bin ich Nerd. Und auch wenn die ersten Teaser nicht den schlechtesten Eindruck hinterlassen, zeigt sich hier auch ein eindeutiges Problem: Menschen sind zu menschlich um Figuren aus dieser Welt zu spielen. Gerade so ne Hammerbombentraumfrau wie die gute Frau Johansson.

Der größte Kritikpunkt am Anime „Ghost in the Shell“ aus dem Jahre 1995 (ich weiß noch wie ich mit 14 wohl als einer von gerade mal 100 Jugendlichen in ganz Deutschland auf den Film hingefiebert habe, kannte man hier ja nicht, das war VOR der Globalisierung) war immer, dass der Film zu kalt sei. Die Figuren agieren und wirken abstoßend und kühl. Die Zuschauerdeppen (wir) wollen sich doch mit den Figuren identifizieren (warum sollte man das eigentlich wollen?) Auch die philosophische Grundstimmung war nicht jeder Manns Sache. Die Kritik ist richtig. Das sollte aber auch so sein. Gegen „GitS“ war der ebenfalls legendäre und auch kühle“Blade Runner“ im Vergleich ein Hippie-Movie von Russ Meyer (auch ein guter Mann, nur eine andere Geschichte).

 

An sich ist die Besetzung von Johansson sehr logisch. Sie ist ein Promi und erfüllt die Körperlichen Merkmale der Figur. Nein. Es geht gar nicht um Johansson an sich, es geht darum, ob dieser Film überhaupt in „life action“ umzusetzen ist, da er viel zu futuristisch ist; ganz im Gegensatz zum anderen epochalen (ja, heute wird alles ein wenig superlativiert) Anime „Akira“, für dessen Verfilmung man nur unglaublich Film Geld benötigen würde, um ihn glaubhaft darzustellen. Denn dort handeln Menschen, keine Maschinen. Das Dilemma von Johanssons Charakter ist aber, dass sie selbst kein Mensch mehr ist, nur ihr Gehirn entspricht dem eines Menschen, was sie vor die Frage stellt: Was bin ich und was bedeutet es menschlich zu sein? Kann ich mir selbst noch trauen oder bin ich fremdgesteuert? Was bedeutet es nur die Summe von Informationen und elektrischen Impulsen zu sein?

 

Der Film wird natürlich angesehen. I freu mi drauf!

 

Er beruht nebenbei NICHT auf dem Anime „Ghost in the Shell“, nein, er beruht auf der Serie, nicht auf dem Spielfilm (was wohl wegen des Endes des Animes auch verständlich ist) und wir werden der Lösung des Falls vom „Lachenden Mann“ beiwohnen. Wir dürfen gespannt sein, ob das auch in einem Spielfilm funktioniert.

 

Hier noch mal der Anime von 1995:

Nicht gut, jedoch auch nicht ganz schlecht gealtert, von der Optik her. Story mäßig war der seiner Zeit unglaublich weit voraus 🙂

(Macht den Untertitel an)

Fight Club 2 – Kritik

Das ist kein Witz. „Fight Club 2“ gibt es wirklich. Zwar (noch) nicht als Film, auch nicht als Roman (auf dem übrigens der Film basiert) sondern als Grafic Novel, bei der der Autor und Erfinder von Tyler Durden und Fight Club im allgemeinen – Chuck Palahniuk (dessen Namen ich immer falsch schreibe) – selbst für die Geschichte verantwortlich ist.

„Fight Club 2“ ist eine Meta-Bestie geworden, die sich sowohl auf den Film, als auch auf dem Roman stützt, die (was für manche überraschend sein mag) verschiedene Endszenen haben.

 

Der namenlose Protagonist (nein, der hieß nie „Jack“) nennt sich jetzt „Sebastian“ und ist in der Mittelmäßigkeit einer Kleinfamilien-Idylle angekommen. Verheiratet ist er mit Marla Singer, mit der er einen Sohn hat. Neben Marla tauchen im Laufe der 10 Kapitel auch noch verschiedene andere Charakter aus den Vorwerken auf. Bei manchen von ihnen hätte man auch nicht damit gerechnet sie in einer Fortsetzung zu sehen.

Auch so, ich war ja bei der Story.

Sebastian hält Tyler durch Medikamente unter Kontrolle, bis sich  sein altes Leben dank sexueller Unzufriedenheit wieder in seine Gegenwart drängt und diese (und die gesamte Gesellschaft) aus den Fugen bringt.

Ich bin einer der Blöden mit Fight Club Verätzung auf der Hand (fast nicht mehr zu erkennen, zwischen Daumen und Zeigefinger) und deswegen bin verdammt kritisch an das Werk herangegangen. Zum Glück habe ich meine stumpfe Erwartungshaltung sehr schnell aufgegeben.

Der erste Band erschien letztes Jahr auf Deutsch, seit ein paar Tagen gibt es das gesamte Ding in unserer Landessprache (in Amerika war das anders, wir durften insgesamt länger warten und mehr zahlen). Die erste Hälfte war ganz okay, ein wenig verrückt und durchgedreht, mehr auf dem Stand der übrigen Romane von Chuck Palahniuk, die meistens eher grotesk und vor allem schwer zu durschauen sind. Der Mann hat seinen ganz eigenen Erzähl-Stil mit immer sehr verschroben Figuren und davon bekommt man viel mehr zu spüren als in dem Film von David Fincher, weswegen viele Leser sicherlich enttäuscht sind, die nur wieder Edward Norton und Brad Pitt in Aktion sehen wollen.

Ich. Bin nicht enttäuscht.

Der zweite Band hat es in sich und macht aus der Geschichte einen passenden Schuh, sogar zwei davon,  für zwei Füße, auch wenn die erzählerische Revolution schon lange vorbei ist. Da hilft es auch kaum das  sich Fight-Club-Chuck hier sogar selbst in die Grafic Novel hineingeschrieben hat. Die Novel ist eine Fortsetzung, wie man sie mit einer Serie zum Film vergleichen könnte (jetzt nicht wie bei „Fargo“, wo die Serie sogar noch viel besser als der Film ist). Alles ganz nett und aufgewärmt.

Fight Club macht Spass, will unterhalten und macht das auch. Dabei darf man sich ein wenig Melancholisch fühlen ob der Zeit die seit der Jugend vergangen ist.

Es gibt weniger One-Liner, weniger Gesellschaftskritik, treibt eher mehr mit den Figuren Schabernack und schießt die Drehzahl der verrückten, gesellschaftskrischen Ideen teilweise sogar ins Lächerliche und ich bin mir nicht sicher, ob das jedem Leser gefällt – sogar das hat Chuck auf der Meta-Ebene (MetaMeta) sehr lustig verarbeitet.

 

Diese Fortsetzung ist nicht wichtig; welche Fortsetzung ist das schon? Sie ist viel näher dran am Roman und bei weitem nicht so cool wie der Film.

Also.

Wer sich auf eine augenzwinkernde Comic-Fortsetzung im (sehr) amerikanischen Zeichenstil zu einem der wichtigsten Filme der 90ger Jahre einlassen kann, der wird an dem Ding Freude haben, so wunderbar absurd ist das Ganze. Für Fight-Club Puristen dagegen wird hier eine heilige Kuh geschlachtet und der Unmut wird groß sein.

Wem es aber gefällt, dem lege ich die Romane von Chuch Palahniuk ans Herz, denn das was diese Comic kann, können die Romane besser. Viel besser.