Debüt-Platten: The infadels

Heute mal aus Spaß eine neue Rubrik: Bands von denen einzig und allein das Debüt-Album gut war.

Zum Anfang: The infadels.

Ihr Erstling „We are not the infadels“ bereitet mir auch heute noch viel Vergnügen und lässt mich Mitwippen. Alle ihre hörbaren Lieder und die Hits sind hierauf versammelt (siehe Videos unten) und es sind allesamt Electro-Pop-Lieder (Electro-Clash wie man damals sagte)

Erschienen ist das Album 2006 und man hört ihm durchaus den Zeitgeist an, in dem die Band LCD-Soundsystem den Ton angab (na ja, eher für die Insider, die verstanden was James Murphy da ins Rollen gebracht hatte).

Wir sprechen also von tanzbarer Pop-Musik die Spaß macht („Love like Semtex“, „Can´t get enough“), wobei auf „We are not the infadels“ auch Songs wie „Murder that sound“ oder „Girl that speaks no word“ beinhaltet waren, die immerhin ein wenig Melancholie verbreiteten.

Trotzdem und insgesamt ein großer Spaß.

Ich wurde auf die „Infadels“ aufmerksam, da sie auf einer SPEX-Heft-CD vertreten waren (mit Jagger 67) – und ich muss leider hinzufügen, dass 95 Prozent aller Musik auf SPEX-Songs scheiße sind, ein Glücksgriff also.

Auf irgendeinem „Sonne-Mond-Sterne“-Festival habe ich die Band sogar einmal in Echt gehört, und der Auftritt war so na ja, denn, noch nie habe ich einen so aufgeregten Sänger auf der Bühne erlebt.

Überflüssig zu erwähnen dass nach dem Debüt die Band nicht mehr viel zu sagen hatte, nur „Ghosts“ fand ich ganz nett, wenn auch zu… Unmännlich für meinen Geschmack.

 

 

Zu wem ich tanze – Update

Im November spielen „the prodigy“ in München. Soll man dahin gehen? Wie oft habe ich die schon gehört? Für solche Fälle hat man als Blogger natürlich die ANGEBER-Liste, mit allen Acts, bei denen man schon feiern war, zum „Nachsehen“ 😉

Habt ihr auch so ne Liste? 

Ist aber auch immer mal wieder nett sich zu erinnern, was für einen Müll man sich unter anderem so gegeben hat.

Die kann Liste auch im neuen Blog mal updaten…

DJs

Sven Väth (43), 2manyDJs (2), Chris Liebing (17), Paul Van dyk (4), Monika Kruse (5), Si Begg, Jeff Mills (2), Richie Hawtin (7), Adam Beyer (8), DJ Rush (12) Valentino Kanzyani (2), Luke Solomon, Justin Harris, Savas Pascalidis, Dominik Schuster (4), Carl Cox (7), W.J. Henze (4), Heiko Laux (2), Jay Denham (3), Mijk Van Djk, Mark Spoon, Marusha (2), Blank and Jones (Hihi), Westbam (7), DJ Hell (5), Miss Yetti (2), Cari Lekebusch (3), Supa Dj Dmitry, Marco Carola (4), Steve Rachmad (2), Umek (4), Joel Mull (2), Marco Cannata, Frank Lorber (9), Sebbo (3), Oliver Bondzio, Massimo (3), Marco Bailey (8), Josh Wink (4), Pascal Feos (2), Cristian Vogel (2), Tom Wax, Ellen Alien (5), Luke Slater (2), Tom Novy, Pounding Grooves, Toni Rios (4), Gayle San (7), Ben Sims (2), Funk d´Void (3), Gaetano Parisio, Michael Mayer, Ricardo Villalobos (3), Acid Maria (2), Miss Kittin (2), Mauro Picotto (2), Roberto Q Ingram, Takkyu Ishino (3), Thomas Schumacher (4), Daniel Bennavente, Andreas Kraemer (2), Claude Young, Dj Felipe, Kazu Kimura, Tune Brothers, Haito, Hardy Hard, Afrika Islam, Marco Remus, Petar Dundov, Dave Tarrida (2), Ben Long, Joey Beltram, Moguai (2), Ewan Pearson (3), Leeroy Thornhill (2), Dj Koze, Dave Clarke, Tiefschwarz (6), Cora S., Turntablerocker (3), James Holden, DJ Karotte, Pierre, Marky, Bine, Marc Miroir, Chris Tietjen, DJane Bux, Tiga, Mathias Kaden, Oliver Koletzki (4), Carl Craig (2), Meat, Phil Fuldner, Guy Gerber (2), Domenik Eulberg, Wighnomy Brothers, Etienne de Crezy, Laurent Garnier (2), Moonbootica (6), Amé (3), Ida Engberg, Mr. Oizo (3), D.I.M. (3), Les Petits Pilous (2), Strip Steve, Joris Voorn (2), Luciano, Busy P (4), Kavinsky, So Me, Onur Özer, Fat Boy Slim, Jennifer Cardini, Boys Noize (7)/Kid Alex (2), Djedjotronic (2), Mr. Flash, DSL, Vicarious Bliss, Roman Flügel (2), Felix Kröcher (5), Breakbot, Len Faki (2), SebastiAn, Jackson, Erol Alkan (2), Ben Klock, Fake Blood, Crookers (3), Acid Pauli, Simian Mobile Disco, Jesper Dahlback, Boris Dlugosch (2), Fukkk Offf, A-Trak, Christian Burkhardt, Einzelkind, Kaiserdisco (2), Shantel (2), Reche und Recall, Format B (2), Disco Boys, Nu, Noze, Gregor Tresher (2), Oliver Huntemann, Tommy Four Seven, Steve Aoki (2), Marek Hemann, Return of the amazons, Paul Kalkbrenner, Trentemoller, Kerstin Eden, Gesaffelstein, Armin van Buren, ATB, Boston Bon, Sascha Braemer, Gary Beck, Autoerotique, DJ Emerson, Raphael Dincsoy, Monkey Safari, Baal, Fritz Kalkbrenner, Bunte Bummler (2), Arca & Dexxis, Lützenkirchen (3), Nico Pusch, Klaudia Gawlas, M.A.N.D.Y., Daniel Bortz (3), Super Flu, Gui Boratto, Mano Le Tough, Drunken Masters (3), Crystal Fighters, Kid Simius, Flux Pavilion, N´TO, Worakls, Matthias Tanzmann, A.N.A.L., Tool 8, Marika Rossa, Alma Gold (2), Digitalism, Housemeister B2B Pilo, Tobi Neumann, Pantha du Prince,

Bands/Live-Akts:
Böhse Onkelz (3,5), Radiohead, Einstürzende Neubauten (3,5), Der W (7), Chemical Brothers (3) Nick Cave and the Bad Seeds, Grinderman (Nick Cave), LCD Soundsystem (2), Soulwax, Justice, KoRn, The Prodigy (4), Alter Ego (2), Richard Bartz (5), Funk d Void (2), Green Velvet, Thomas P. Heckmann (5), Technasia (3), DJ Rush, Terrence Fixmer, Acid Junkies (2), Mijk Van Dijk, Paul Brtschitsch, Chris Zander, Brothers Yard, Stewart Walker (2), Johannes Heil (6), Der dritte Raum (2), Speedy J (5), Zombie Nation (2), Luke Slater, Anthony Rother (3), Subhead, Plastique de reve, The Horrorist, Justin Berkovi (3), Tok Tok (2), Hardfloor, Vitalic vs the Hacker, Chicks on Speed, Alexander Kowalski (4), 2Raumwohnung, Basic Implant, Conflict (2), the Advent (2), Kosheen, Junkie XL, Hanson und Schrempf (2), Gus Gus (2), Moloko, Moonbootica (2), Bill Youngman, Lexy und K-Paul (4), Mister X and Mister Y, Northern Lite (8), T.Raumschmiere und Band (2), Heiko Laux, Mia, Kim Peers, Röyksopp, Mathew Johnson (3), die Fantastischen Vier, Sono, Stereo Total, Deichkind (4), EOX, Tin Man, Depeche Mode, Robocop Kraus (2), Die Sterne (3), Metallica, Pearl Jam, Robbie Williams, Santana, Live, the Verve, Xavier Naidoo, die Söhne Mannheims, Travis (2), Audio Bullys, Kraftwerk, Basement Jaxx, Domenik Eulberg, the Infadels, Dapayk, Pan/Tone, Codec und Flexor (3), Legowelt, Laurent Garnier und Band (3), Ada, Console, Robert Babicz aka Rob Acid, Erobique, Flogging Molly (2), Sigur Rós (2), Kettcar, Tocotronic (3), Monster Magnet, NOFX, Beatsteaks (2), REM, Ebony Bones, Henrik Schwarz, My Robot Friend, Motor, Sputnik Booster, World Domination, Autokratz (2), Skew Siskin, Pro Pain, Kat Frankie, Unicova, The Proxy (2), Hans Söllner, Delphic, Zoot Woman (2), French Horn Rebellion, Frittenbude, the Strokes, the Bloody Beetroots (3), Phoenix, Deftones, Marina and the Diamonds, Skunk Anansie (2), Bonaparte (4), the Shout Out Louds, Two Door Cinema Club, Groove Armada, Modeselektor (2), Blood Red Shoes, Get Well Soon (2), Fred Falke, Goldfrapp, Massiv Attack, Zucchero, Alanis Morissette, Helge Schneider and the fire fuckers, Cypress Hill, Oasis, Liquido, Faithless, Aka Aka feat Thalstroem (3), Adam Green, Fever Ray , Boemklatsch, Gabriel Ananda, Jamaica, WhoMadeWho (4), D-A-D, Eschenbach (3), The Hives, The Arctic Monkeys, the Foo Fighters, Gogol Bordello, Kasabian, Sick of it all, Digitalism, Alkbottle, die toten Crackhuren im Kofferraum, Mr Oizo – live, Breakfastklub, Jacek Sienkiwicz, Chanson, Krazy Baldhead, Mediengruppe Telekommander, Extrawelt, Marsimoto, R.A.F. 3.0, F.R., Cro, Arkangel, In Blood we trust, Surge of fury, Ya-Ha, the computers, M 83, Switchfood, New Oder, Jennifer Rostock, The do, Casper, La Brass Banda, Wolfmother, Oliver Koletzki und Fran, Tim Fite, Little Dragon, Frittenbude (3), Killers, Metronomy, Kraftklub (2), SBTRKT, Calexiko, Kaizers Orchestra, Members of Mayday, Oliver Schories, Chase & Status, Knife Party, Blixa Bargeld (Solo-Vocal), the dorf, Matthew E White, Cäthe, Fayzen, Brian Sanhaji, Scooter, Maximo Park, Booka Shade, We are scientists, Olli Schulz, Sido, König Leopold, Howling, Moderat, Schlachthof Bronx, OK Kid, The/Das, Chili Gonzales feat Kaiser Quartet und Jarvis Cocker, Die Antwoord, Tito und Tarantula, eRRdeKa, the whiskey foundation, Haftbefehl, Caribou, The Notwist,

„Klassik und Jazz“
Dmitri Hvorostovsky, Junge Münchner Symphoniker (2), Brein´s Cafe, Orchestra di Padova e del Veneto,

Wenn Künstler sowohl bei „Live“ als auch bei „Djs“ vorkommen, dann handelt es sich einfach nur um einen Live-Akt eines Djs – für Außenstehende als Erklärung 😉
Die Zahl nach dem Künstler/der Band gibt die Häufikgeit an wie oft ich den Act gehört habe.

Wobei ich bei der Aktualisierung schon merke, dass man doch weniger weggeht als früher, es sich aber dennoch so anfühlt, als wäre ich in letzter Zeit viel mehr weggegangen; da spielt die Wahrnehmung durch das Alter eine große Rolle, denn der Erschöpfungsgrad ist heute viel höher als vor 5 oder (unvorstellbar) 10 Jahren ;)

Utopia Island 2014 – der Festival Samstag

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Ich hatte nur einen Grund um auf das Utopia-Island zu gehen: 2manydjs. Alles andere war mir im Prinzip egal, oder besser gesagt: Ich hatte noch die Schnauze voll vom letzten Jahr. Da ich also wegen den beiden belgischen Brüdern vor Ort war (auf der Insel, die es den Namen nach niemals geben wird), fange ich (unorthodox, unorthodox) mit dem Headliner an und nicht mit dem üblichen „wir kamen an – und dann und dann“. Denn die Geschichte von 2manydjs und Utopia-Island ist die Geschichte eines Missverständnisses, welches sich am Eindeutigsten dadurch auszeichnete, dass nach „Frittenbude“ fast die gesammelte Feiermannschaft vor der Hauptbühne ging, und nur wenige Leute nach kamen, Tröpfchenweise füllte sich dann die Tanzfläche wieder.
Bei Folgendem könnte ich mich täuschen, doch es gab auch nur bei 2manydjs eine Ansagerin, die die Electro-Pioniere vorstellen… Musste. Echt traurig. Und wir reden hier vom Headliner. Selbst wenn ich nicht in die Dewaele-Brüder verliebt wäre (a.k.a. 2manydjs), würde ich bei einem Festival doch wenigsten mal kurz reinhören, was die so zu bieten haben; meiner Meinung nach war das Set das Beste was ich in diesem Jahr gehört habe.
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Wieso also hatten diese Giganten der elektronischen Musik vom Utopia-Pöbel die kalte Schulter gezeigt bekommen. Hier nun der Versuch einer Erklärung:
Erstens sind die Dewaele-Brüder unter dem Namen „2manydjs“ auf Youtube nicht gerade überrepräsentiert und es findet sich mehr unter dem Suchbegriff „Soulwax“, der Band der beiden DJs, zudem werden auch oft 2manydjs-Gigs einfach unter Soulwax gepostet. Youtube ist wichtig, gerade wenn man irgendwo hinter München lebt und an einem Weiher feiert (und dort in der Nähe mehr oder weniger lebt 😛 ) – ja, ist ein schöner See, ich mache doch nur Spaß.
Zweitens sind die Beiden dafür bekannt den Electroclash erfunden zu haben, gemeinsam mit ihrem Kumpel James Murphy, sprich LCD-Soundsystem. Kennt ihr nicht? Ist eigentlich auch eine Schande weil die meiste Musik die die Leute hier und auf ähnlichen Festival hören, von diesem Leuten den Kickstart bekommen haben, nämlich die Verbindung von elektronischer Tanzmusik: Mit ALLEM. Scheißegal ob Hip-Hop oder Heavy Metal usw. usf. Doch halt! Wenn sie das erfunden haben, müssen sie doch berühmt sein! Nein. Das ist meistens nicht der Fall. Berühmt werden eher die Leute damit, die das Ganze klauen und kommerzialisieren, auch und gerade weil der Underground sich in eine andere Richtung bewegt hat, Name-Dropping gefällig? Skrillex, Avicii, Daivd Guetta, Steve Aoki – blah, blah, blah. Bis auf Feuerlöscher, größere DJ-Pulte, vorgefertigte Mixe vom USB-Stick und astronomische Gagen haben diese Herren wenig bis nichts dazu bei gesteuert Musik zu entwickeln, sie neu zu erfinden. Einfach die alte Sachen Massentauglich aufgewärmt (okay, muss man auch können, doch meine Meinung dazu dürfte jetzt bekannt sein). Und diese Kommerzialisierung haben die Dewaele-Brüder einfach nicht mitgemacht, auch wenn sie inzwischen so berühmt sind dass sie ständig auf Tour sind und die ganze Welt rocken – und wenn ich „rocken“ sage, meine ich das auch.
Drittens ist die Musik bei all ihrer Massentauglichkeit (wärt ihr einfach mal dageblieben…) auch sehr nerdig. Da wurde einige Techno-Klassiker gespielt (wie La Rock von Vitalic) oder auch nur ganz kurz angespielt (wie „How´s your evening so far?“ von Josh Wink) und er Wiedererkennungswert hat mich oft echt gekickt, auch wenn man das nicht unbedingt raus hören muss. Wahrscheinlich. Habe ich selbst sehr viel überhört.
Ich war ja auch betrunken. Und glücklich. Weil der Sound so megatanzbar war (nach dem Set war ich wieder halbwegs nüchtern) und ich die Frau an meiner Seite hatte, mit der ich ÜBERALL hingehen kann. Zudem war es für uns auch geil so mega viel Platz zum Tanzen zu haben. Und wir haben ihn auch genutzt.

Ein bisschen leid taten mir meine Heroen da oben schon, denn da oben schien es sehr viel kälter zu sein als unten und außerdem hatten die schon lange Gesichter, dass die Menge vor ihnen flüchtete. Klar. Die sind es gewohnt vor ausverkauften Hallen zu spielen, doch das machte für ihre Performance keinen Unterschied. Sie erspielten sich nach und nach das Publikum und für mich hatte sich das Utopia da schon voll und ganz gelohnt. Etwas peinlich (und unfreiwillig komisch) war der Moment, als die Herren Künstler so taten, als hätten sie keinen Ton/Strom mehr an ihren Geräten. Dass sorgt normal für Tumulte auf den Dance-Floors, was ein purer Show-Effekt ist um der Menge einzuheizen. Hier sah es eher so aus, als hätten sie ihr Zeug nicht richtig angeschlossen…

Letztes Jahr habe ich (berechtigterweise) sehr viel auf das Utopia im Blog eingeprügelt, doch dieses Jahr fällt meine Bilanz fast durchwegs positiv aus. Die zwei Hauptprobleme wurde behoben, nämlich a) dass man nicht am Festival-Gelände parken konnte und seinen ganzen Scheiß hin shutteln musste und b) es keinen tanzbaren Boden sondern nur Schlamm an der Main-Stage gab. Also Lob von mir: Habt ihr gut gelöst. D.h. Boden vorhanden und Parken konnte man Camping nah (wenn nächstes Jahr die Drei-Felder-Wirtschaf zuschlägt kann es das aber auch schon wieder gewesen sein.

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Sehr gut gefallen hat mir der kleine Dance-Floor im Camping-Gelände mit Fressbuden (auch das Bier war billiger) und Sitzschaukel, so etwas hat im Jahr davor gefehlt und es war einfach nur öde gewesen (es hatte ja eh durchgeregnet.
Auf das Camping-Gelände kam man auch so, ohne Camping-Bändchen, wir waren ja nur am Samstag da. Ich zelte ja nicht mehr seit dem letzten SonneMondSterne. Also wird hier nichts über Mr Oizo, Crookers oder Kerstin Eden vom Freitag stehen – die haben eh alle gleichzeitig gearbeitet.

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(furchtbar diese Müllproduktion jedes Jahr…)

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Musiktechnisch los ging es bei uns mit den Drunken Masters, die für meine Leute ja alte Bekannte sind. Die kochten das große Zelt aber auch ziemlich und waren bestimmt spaßig.

Wetter „Festival“ sagt, meint immer auch „Wetter“ und in diesem Sommer ist das immer so eine Glücksache. Ja, es hat geregnet, aber nein, es hat uns das Festival nicht verregnet. Wir haben uns wegen dem Regen aber TAI und das DJ-Set von den Crystal Fighters im großen Zelt angehört; an Tai erinnere ich mich nicht mehr, doch die Crystal Fighters (eh nur ein Bonus-Act weil sonstwer nicht konnte) fand ich wirklich bodenlos schlecht. Mieser Electro mit: Nichts.

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Draußen spielten OK Kid die zwar nicht schlecht waren, mit ihrer Art von der Musik auf dem Festival doch eher ein Fremdkörper war. Doch den Leuten gefiel es – und ich trank munter weiter.
Das ist so ein Ding bei Utopia-Island: Der Sound ist nicht durchgängig erstklassig. Da werden zwei oder drei große Namen gebucht, ein paar Modeerscheinung die bald vergessen sind (wie Monkey Safari) und ansonsten eher auf kleinere Namen gesetzt. Finde ich von der Idee her nicht schlecht, da man selbst aber ein verwöhntes Arschloch ist, ist man mehr Unterhaltung für so viel Geld gewohnt.

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Dann sind wir auch schon bei Frittenbude angelangt. Ich fand Frittenbude nie so schlecht wie sie von manchen geredet wurden, noch so gut wie andere rum tun. Fakt ist: Sie haben gute Texte und nehmen die Leute gerade bei Live-Konzerten total mit. Für mich ist aber auch Fakt, dass mich die Stimme des Sängers nervt. Wurscht. Den Leuten hat es Spaß gemacht und mir hat es gefallen, mich zum Rumhopsen animiert, auch wenn ein ganzes Frittenbude-Konzert mir schon zu nervig wäre.

Nach dem fulminanten 2manydjs-Gig sind wir noch mal runter ins große Zelt und haben gerade noch den Schluss von Kid Simius mitbekommen, der mit einem Live-Gitarren-Solo zu seinem DJ-Set auf im Prinzip recht simple Weise (auf die Idee hätte wirklich auch schon vor Jahrzehnten mal ein anderer kommen können) mächtig Eindruck schindete.
Zu guter Letzt Flux Pavilion. Da sind wir im Bereich des Dubstep und das ist nicht so meine Art von Theater. Aber. Selbst mich kickte es und ich hätte da auch noch herumgetanzt, wenn meine alten Knochen nicht so müde vom Auftritt davon gewesen wären. Ging aber eindeutig gut ab, wurde viel bejubelt – auch wenn man der Menge anmerkte, dass die Uhrzeit der letzten Sets war – obwohl – das Utopia mit 3 Uhr nachts doch schon ziemlich früh zu macht.

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Sonst noch was? Nö. War gut. Viel besser als letztes Jahr und ja, man muss auch dazu sagen, dass der Wettergott dieses Mal viel, viel gnädiger war. Und die Menschen? Ach so, ja. Letztes Jahr hatten mich die Kinder mit ihren aufgeklebten Bärten genervt (weil Steve Aoki da war?), dieses Jahr war es eher ein anderes Publikum, welches sich in den Vordergrund pöbelte: Fußball-Parolen die von (wer hätte es gedacht) besoffenen Proleten skandiert wurden. Na ja. Was soll man machen? Ansonsten würde ich die Menschen dieses Jahr als angenehmer beschreiben, viel entspannter und chilliger, gerade unten an der Camping-Stage.
Für mich war es schön am Nachmittag die andere Crew zu sehen, auch wenn dadurch ein Bier flöten ging 😛 Wenigstens geschah das auf die lustige Art.

So. Das wars. Nächtes Jahr gehe ich nicht mehr hin – außer Daft Punk kommen 😉

(ich lese das jetzt mal nicht Korrektur – sorry, bin müde)

Busy P und Boston Bon in der roten Sonne München, der 11.10.2013

DJs sind meiner Meinung nach keine Superstars. Ganz gleich ob sie Sven Väth, David Guetta, James Murphy oder gleich Daft Punk heißen: DJs waren für mich immer welche von uns, also halt die, die für den Sound zuständig sind, aber nicht Rockstar mäßig abgezockt ein Programm abspulen und die Menge ignorieren, oder die Leute im Scheinwerferlicht sowieso nicht sehen können. Das waren halt immer „der Sven“, „der James“ oder „die Jungs von Daft Punk“. Und. Ja. Da wurde schon mal gejohlt wenn die auf die Bühne kamen. Im Endeffekt meines Denkens sind das dennoch nur Typen wie du, ich und die da drüben, die die Party und elektronische Musik lieben. Etwas verdutzt und sprachlos war ich dann dennoch, als Pedro Winter, besser bekannt als „Busy P“ so ganz relaxt neben mir und meiner Freundin stand, während wir da so herumsaßen und darauf warteten, dass die Party hier mal endlich los geht.

Ich guckte da eher so genervt nach oben, weil die unidentifizierte Person einfach „zu nah“ bei uns stand. Man kennt den Pedro ja, so wie man eben die Fressen aus dem Fernsehen (also heute: Internet) kennt; irgendwie vertraut durch all das Wissen was man über diese Fremden hat (ehemaliger Daft Punk Manager, Label Chef von „Ed Banger“), der immer einen sehr sympathischen Eindruck auf einen gemacht hat. Andere Wissende stürzten sich dann mehr oder weniger schnell auf den Mann um mit ihm für Fotos zu posieren. Ich. Hatte die gleiche Überlegung. Und ja, der Pedro ist jetzt nicht Einstein, aber so ein Bildchen wäre natürlich ganz witzig gewesen. Habe ich mir bei „Jamaica“ damals ja auch gedacht und gemacht, doch der „Jamaica“-Gig war auch so lahm gewesen, dass es mehr wie eine Form von Lob galt, sich mit denen ablichten zu lassen; zu feige war ich also nicht wirklich, sondern empfand es einfach als zu prollig mich vor oder mit meiner Freundin neben dem Franzosen abgelichtet zu werden, eben weil (siehe oben) er doch auch nur ein Kerl wie ich ist, der hierhergekommen ist um Spaß zu haben (lassen wir das Geldverdienen mal weg 😉 ): Er. Ist für die Musik da. Ich. Um zu tanzen.

Geärgert habe ich mich dann dennoch über die verpasste „Chance“. Denn dennoch hatte der Moment etwas Übermenschengroßes. Egal wie lächerlich das auch klingen. Diese gewisse Form von Aura, die populäre Menschen ausstrahlen weil unsere Vorstellungen von ihnen, bewusste oder unterbewusst, eher im Kopf passieren.
Ehrlich gesprochen: Der Kopf von Ed Banger ist nicht der beste DJ, den sie im Register haben.
Busy P ist bekannt dafür, dass er weniger einen kontinuierlichen Spannungsbogen aufbaut oder fest für einen gewissen Sound steht, sondern mehr im halbstündigen Takt verschiedene Musikalische Spielarten auf die Teller bringt, weswegen man in der Nacht nicht nur Electro und Techno hörte, sondern auch langsamere Minimalanleihen, Oldies oder eben Hip-Hop.
Den Anfang machte ohnehin der „Ed Banger-Neuling“ Boston Bon, der bei mir einzig und alleine für dieses Lied bekannt ist.

Der machte dann da so eine Stunde herum und war… Ganz passabel. Üblicher Aufbausound. Der zum Herumtanzen geeignet war. Die rote Sonne war die ganze Nacht über gerade einmal dreiviertelt voll und nicht nur daran war zum bemerken, dass der Ed Banger Sound in seinem nun 10 jährigen Bestehen etwas in die Jahre gekommen ist; die Tanzflächen eskalieren nicht mehr. Es ist alles okay und macht Spaß, hat zur Zeit eine etwas 80ger Jahre Note von den Tunes her (erinnerte mich ziemlich an manche Produktionen von DJ Hells „International DeeJay Gigolos“ Label aus den Neunzigern, wo man schon damals – hört, hört, ziemlich retro klang), auch bei Busy P, der mit Riesigen Cap (das MUSS man großschreiben) ganz gute Tanzmusik machte, jedoch erst Stunden später als er Pingpong mit Boston Bon „arbeitete“, die Leute etwas köchelte.
Busy P Sets fehlt einfach die Beständigkeit. Der Hintergedanke ist wohl mit verschiedener Musik viel Spaß zu haben, das Problem ist nur, dass manche Platten einfach nicht ankommen. So hat man eine Weile gute Laune, um dann etwas doof herumzustehen… Das hat schon Spaß gemacht

Insgesamt reicht das aber nicht, weil so eine Nacht halt länger ist als 15 Minuten 😛
Schade. Das nächste Mal dann wieder ein anderer von Ed Banger 😉 Weil gar nicht mehr hingehen… ;D