Dismaland -der Anti-Themenpark von Banksy – Trailer

Banksy ist zurück (das scheibt man so, „weg“ war der ja nie…) mit seinem Anti-Themenpark „Dimaland“, den er in England mit seinen und den Werken anderer Künstler auf die Beine gestellt hat.

Somit wäre sogar England mal wieder eine Reise wert. Banksy nämlich, muss man mögen. Geht gar nicht anders.

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Sirens of the Lambs

Fleischessen an sich ist ja nichts Schlimmes oder Schlechtes – die Industrie ist schuld! (Hauptsache nicht ich, eh klar… 😦 ). Vegan will ich nicht werden, schmeckt doch auch einfach gut; man muss doch auch so etwas tun können, damit die Tiere weniger leiden…

Human-Art – Exit through the gift shop

Gestern Nacht ging ich noch mal raus, um sie zu treffen. Verrücktes Stück.
Was ich denn da für ein T-Shirt anhätte. Das „Autonomie!“-Shirt von der-W. Und sie musste darüber natürlich total ablachen. Ein T-Shirt auf dem „Autonomie!“ steht, dazu der Name eines Musikers. Das ist doch ein Paradoxon. Sie zog es mir aus.
„Du hast also dein Projekt immer noch am Laufen?“
„Mehr denn je.“
„Cool.“
Sie, ich nenn sie jetzt einfach mal Esmeralda, weil sie eine Schwäche für hässliche Typen hat, war schon immer begeistert von Street-Art. Jener Form von Kunst, in der die Künstler Kunstobjekte in den Straßen platzieren; das Ganze kommt vom Sprayen und deren Graffitis. Doch während Sprayer einfach nur die Welt mit ihren Zeichen zukleistern wollen (eine abgestumpfte und kategorisierte Aussage), bereichern Street-Art-Künstler das Stadtbild mit ihren Werken. Der berühmteste seiner Zunft ist wohl Banksy, der mit seinen politischen und sozialkritischen Motiven sogar seinen eigenen Film inszenieren durfte. Ganz zu schweigen von seinem eigenen Simpsonsvorspann.

Esmeralda ist total besessen von Banksy, seit der die berühmteste Mauer der Welt illegal inszeniert hatte – jene, die die Israelis von den Palästinensern trennt.

Weiße Wände gibt es bei uns auf dem Land genug, doch Esmeralda interessierte sich nicht für das Imitieren einer guten Idee. Inspirieren ließ sie sich dagegen schon.
Schon seit ich sie kenne ist ihr Ding die Schneiderei. Nicht unbedingt Mode im Herkömmlichen Sinn. Ihre Sache war mehr, eine Gegenmode zu entwerfen, was natürlich ein Unding ist. Wenigstens meiner Meinung nach. Man muss doch nur an die Punk-Bewegung zurück denken, bei der es nur eine Frage der Zeit war, bis man zerrissene Punkklamotten in Kaufhäusern kaufen konnte – was natürlich genau das Gegenteil von dem war, was Punk ausdrücken wollte.
Los ging es damals mit T-Shirt Sprüchen wie „Ruiniert.“, „Heroin“, „Hure“, usw. usf. Dazu muss man jedoch sagen, dass sie das gemacht hat, BEVOR dieser ganze Trend Mode wurde. Esmeralda hat es seitdem sehr gewurmt, dass jeder Trottel sich solche T-Shirts machen kann. Und macht.
Ich dagegen war froh nicht mehr mit einem Stirnband wie „Schwanzlutscher“ herumlaufen zu müssen – was macht man nicht alles für Freunde?

Ihre neueste Aktion ist es nicht mehr, nachdem sie die letzten Jahre urhässliche Kleidung in Kaufhäusern unter Markenklamotten geschmuggelt hatte, um sie unter dem gleichen Label zu inszenieren (man muss dazu sagen: Die Leute haben das Zeug wirklich gekauft…), sondern die Inszenierung an den Leuten an sich. In Wartezimmern, Garderoben, überall wo man mehr oder weniger unaufmerksam seine Kleidung ablegt, geht sie mit ihren Leuten hinein und ändert einen Teil um, nimmt etwas hinweg, oder fügt etwas hinzu. Das können Che-Guevara Aufnäher auf Gucci-Jacken sein. Gefärbte und besprayte Pelzjacken. Abgeschnittene Ärmel oder auch nur Blinden- oder Naziarmbinden. Ich weiß nicht noch was für ein Kram: Eine Unmenge an Slogans auf jeden Fall, Veränderungen der Texturen und Schriftzüge, die sich bereits auf der Kleidungen finden, und wie gesagt Ergänzungen. Oft merken die Leute gar nicht, dass etwas verändert wurde, und gehe, laut ihrer Aussage, Tage oder Wochenlang weiter mit dieser Kleidung spazieren.
Es macht ihr Spaß, und ich finde es komisch, was sie sich alles ausdenken und auf die Menschheit loslassen, doch ob das wirklich Kunst ist, und ob es im Endeffekt etwas verändert – das kann ich nicht beurteilen. Was die freundliche Antwort für eine alte Freundin ist, um die ganze Aktion nicht zu verneinen. Für mich: Es ist Kinderei. Auch wenn es Kunst am Menschen ist. Human-Art, wie sie es nennt. Eine weitere Form der Guerilla-Kunst.

Nebenher hat sie mit Freunden auch andere Projekte laufen. Wie z.B. Drogen in die Getränke oder das Essen von Fremden zu mischen. Um sie „umzuformen“. Ihr Bewusstsein zu erweitern. Für meinen Geschmack geht das zu weit.
Jedoch nicht so weit wie die Aktionen des Irrsten Typen unter ihnen. Der gern Menschen mit Feuerzeugbenzin besprüht, um sie dann etwas anzuzünden. Das macht er im Bus. In der U-Bahn, und weißt du Leute dann auch immer daraufhin: „Oh mein Gott. Sie BRENNEN ja!!“ Um die Menschen aus ihrem somatischen Alltagsschlaf zu reißen. Das geht für mein Verständnis von Kunst etwas zu weit…

Wir lagen gestern noch zusammen auf dem Sofa. Sahen „Exit throw the gift shop“, den Film von Banksy, deren Hauptfigur er aber leider nicht ist (sondern ein nerviger französischer Kerl spielt die Hauptrolle), sondern nur hin und wieder vorkommt. Natürlich kann man ihn nicht erkennen. Das gehört zur Masche.

Und wie ich sie so beobachtete, kam sie mir vor wie ein kleines Kind, das unbedingt das nachmachen will, was sie in einem Film sieht. Oder welches unter dem schlechten Einfluss einer fiktiven Handlung steht. Wie ein Perverser, der nicht erkennen kann, dass Pornografie zwar echtes Ficken zugrunde liegt, doch das Ganze nur eine inszenierte Geschichte ist. Das Leben ist so. Und ist es doch nicht. Deswegen kann er nicht auf die Straße losgehen, und über Frauen herfallen, da die nur das „Eine wollen“ würden.
Esmeralda würde sagen, mir fehlt der Blick für das Wesentliche. Für die Seele der Dinge. Dass ein Fickfilm nun einmal nicht um das Ficken geht, oder nur auf den ersten Blick. Sondern um Freiheit.

Ich legte meinen Kopf auf ihren Bauch. Dann schlief ich ein.