Rainald Goetz erhält den Büchner Preis

Der nicht weniger als der wichtigste deutsche Literatur-Preis ist. Dazu auch noch dotiert auf 50.000 Euro.

Da Goetz mein deutschsprachiger Lieblingsautor ist, gönne ich dem Mann selbstverständlich jeden Preis – wie es der Zufall so will lese ich gerade sporadisch von ihm „Klage“, sein Internet-Tagebuch, welches er vom Februar 2007 ab ein Jahr geführt hat (es gibt hier auch im Blog einen Tag der KLAGE heißt, was natürlich eine Referenz ist) – auch wenn mich sein neuester Zyklus (nennen wir ihn den „blauen“) nicht so sehr gepackt hat wie sein Techno- und Pop-Zyklus.

Rainald Goetz hat einen unmittelbaren Einfluss auf mich und mein Leben gehabt, wirklich, ohne ihn hätte ich NIEMALS mit der Techno-Feierei begonnen, denn, ich bin wahrlich durch das Lesen zum Feiern gekommen, am Anfang war die Vision, der Sound und dessen Sog kam erst viel später.
Ich weiß noch wie ich auf meiner ersten Nature One „Rave“ von ihm gelesen habe, als mein Kollege schlief. Morgens. Draußen der Dauerregen.
Zudem hat der Mann mit seiner Art zu schreiben auch meinen Stil über Jahre weg sehr beeinflusst, wobei das nun auch schon wieder (bei mir) länger rückgängig ist; mein Stil ist eher im Verfall begriffen, was verschiedene Gründe hat, vor allem durch den Arbeits-, also durch den Lebensdruck.

Davon abgesehen ist mir dieser hektische Autor, dem die Worte nur so aus Mund schießen und welchem dabei doch die Kunst der Scherzens (auch nach eigener Aussage) total abgeht, mit seiner ungeheuer sprühenden Intellektualität und der überbordenden Wortgewandtheit, seinem ganz eigenen Form Charme und seiner unermüdlicher Bissigkeit und Klugscheißerei einfach nur ungeheuer sympathisch; besonders die von ihm selbst eingesprochenen Hörbücher haben da auch einen großen Anteil geleistet. Immer wieder gern blättere und lese ich in seinem „Abfall für Alle“, seinem Internet-Tagebuch über das Jahr 1998. Eines der besten Deutschsprachigen Bücher, da dort so viel mit Form und Sprache gearbeitet und versucht wird, dass es einfach nur eine Freude ist.

Das Goetzsche Wesen hat mich seit Jahrzehnten sehr beeindruckt und geprägt. Diese Verbindung aus Verkopfheit und Lebenswillen. Darin war er mir immer ein großes Vorbild. Den Doktor Rainald Goetz hat bewiesen, dass die Feierei Intelligenz nicht ausschließen muss.

Also Glückwunsch Rainald. Und hau die 50 Tausend auf den Kopf. Die hast du dir verdient 😉

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Imperium von Christian Kracht

Mit Freude und Spaß gelesen und für gut befunden. Besonders wegen dieser ganz tollen, antimodernen Sprache, für die sich der Herr Kracht vom Herr Dietz (im SPIEGEL) – auch, nicht nur – anhören musste, dass er ein rassistisches Weltbild besitze; kann ich hier überhaupt nicht herauslesen. Im Gegenteil. Diesen Zivilisationsekel in „Imperium“ fand ich besonders gelungen. Den generellen Deutschlandhass des „Heldens“ sehr nachvollziehbar. Wobei, man könnte auch sehr gut Deutschland hassen und ein Rassist sein. Na egal… Dieses Buch zeigt keine rassistischen Züge, nicht einmal in der Metaebene, auf der hier einiges los ist.

Kracht lässt nebenbei noch ein paar historische Figuren durch das Bild laufen, wie z.B. den Nazi-Maler Nolde; da waren wir erst in Lindau bei einer kleinen Ausstellung und der Herr Nolde ist schon ein lustige Figur, Vollblut-Rassist war der und im Prinzip ein vorbildlicher Nazi, nur bewerteten die Nazi seine Bilder nicht als vor-bild-lich, nein, sie nannten sie entartet und belegten den armen Nazi-Nolde mit Berufsverbot, dumm gelaufen für den Nazi-Fanboy…
Solche Figuren huschen angenehm luftig durch die Erzählung und mit seiner ganzen Klugheit und Beobachtungsgabe, macht Kracht in seinem historischen Roman „Imperium“ (er spielt maßgeblich kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges auf einer deutsche Koloni) alles richtig, viel und noch mehr als Daniel Kehlmann, dessen „Vermessung der Welt“ ich zwar ganz nett aber auch ein wenig schal und mau fand, wenn auch gut weg zu lesen. So für die Bildungsbürgermasse halt. Hm… Darf man jetzt über Kehlmann lästern, wo der doch von jüdischer Abstammung ist? Klar. Darf man das. Hat mit den Büchern ja nichts zu tun. Hm. Wäre ich berühmt würden aber findige Arschlöcher, die sich Journalisten schimpfen, mir daraus einen Strick drehen. Da lob ich mir doch mal meine Unbekanntness durch welche ich alles sagen und meinen darf wie mir es passt – auch nicht schlecht.

Also: Gutes Buch. Der Kracht jetzt. Netter Abenteuer-Roman für Fortgeschrittene.

Die furchtbaren Berliner

Als Christian Kracht damals (jetzt wirklich schon sehr, sehr lange her) bei Harald Schmidt sagte: „Berlin ist die schrecklichste Stadt der Welt“, entsetzlich, widerwärtig, ekelerregend (wie Schmidt zusetzte) , musste ich schon schmunzeln, hier das Video, so ab Minute 6 -aber es lohnt sich das ganze Interview

Gerade lese ich das Kracht-Buch „Imperium“, in dem es um einen deutschen Aussteiger vor dem ersten Weltkrieg in einer ebenfalls deutschen Kolonie geht. Dort gibt es auf Seite 92 eine kurze Passage darüber, wie der Held Engelhardt von der deutschen Zivilisation abgestoßen wird, die mich laut auflachen ließ (und lautes Lachen gibt es bei mir beim Lesen nun nicht wirklich), gerade auch im Hintergedanken an das Schmidt-Video
Sie lautet:

„Ein paar Haltestellen weiter, am Alexanderplatz, lehnt ein durchnäßter Berliner an einer Hauswand und ißt, mesmerisiert kauend, eine jener labberigen Bratwürste. Das gesamte Elend seines Volkes steht ihm ins Gesicht geschrieben. Die überfette, gleichgültige Trostlosigkeit, das graue Lamentat seiner borstig geschnittenen Haare, die öligen Wurstsprenkel zwischen seinen groben Fingern – eines Tages wird man ihn so malen, den Deutschen. Engelhardt, ebenso hypnotisiert, fixiert ihn, während der Omnibus durch die Wasserwand vorbeirattert. Für eine Sekunde ist es, als ob ein glühend heller Strahl die beiden verbindet, Erleuchteter und Untertan.“

Vielleicht erschließt sich einem der Humor nur im Zusammenhang mit dem wirklich geistreichen aber doch sehr komisch lustigen Buch; einen Zusammenhang mit dem Schmidt-Video gibt es aber auch.

Ach. Einfach herrlich. Ich freue mich schon darauf das Buch weiterzulesen.

Buchkritik: "Das größere Wunder" von Thomas Glavinic

Mann, Mann, Mann, Mann, Mann… Habe ich das Buch bei der Hälfte gehasst… Und jetzt, am Schluss, am Ende… Musste ich sogar vor Ergriffenheit ein paar echte Tränen kullern lassen… Dabei wäre es so vorhersehbar gewesen, hätte man denn Sehen wollen… Wollte man aber auch gar nicht und da zeigt sich, dass Glavinic trotz oder gerade wegen des restlichen Buches ein toller Schriftsteller ist.

Wir waren letztes Jahr (oder?) auf einer Lesung von Thomas Glavinic zu „Das größere Wunder“ in Augsburg gewesen, und da machte es mich gar nicht an: Ein Schriftsteller mit Höhenangst der seinen Protagonisten auf den Gipfel des Mount Everest schickt… Das ist Handlung A). Handlung B ) Ist die Lebensgeschichte des Helden, Jonas.

Der Gag an der ganzen Sache ist, dass der Handlungsstrang auf dem Mount Everest – Glavinicsche Höhenangst hin oder her – der viel, viel, viel bessere ist, was durchaus auch daran liegt, dass der Autor Jonas Leben so dermaßen übertrieben und doch glattgebügelt hat, dass es fast schon ärgerlich ist, denn Jonas wächst bei einer Art Mafia-Boss auf und hat sein ganzes Leben lang ALLES was er will. Der Typ muss sich um nichts Sorgen und unternimmt nur Blödsinn, reagiert sogar absolut lächerlich auf das Ableben von Personen die er liebt oder verachtet, auch weil Glavinic viel Zeit damit verbracht hat Jonas Dinge tun zu lassen, ohne sie als Monolog der Figur zu deuten oder als allwissender Erzähler darüber ein paar Zeilen zu verlieren. Das kann man mögen: Ich fands blöd und hohl. Das macht doch keiner.

Aber da ist ja noch die Handlung auf dem Mount Everest die quasi als Metapher zum Leben selbst gelesen werden kann, die es schließlich herausreißt. Hier geht der Österreicher Glavinic minutiös ins Detail, was es handwerklich geglückter Kunstgriff ist, während die Lebensgeschichte von Jonas eher so herunter gescheppert wird, und dadurch bekommt der „Tourismus“ auf dem Mount Everest eine solche Dichte, dass es mich wirklich gepackt hat.
Natürlich tummeln sich in der Handlung viele Touristen auf dem höchsten Berg der Welt und ja: Die gehören da nicht hin! Auch Jonas ist. Doch sie sind nun einmal nicht weg zu diskutieren (auch nicht nach dem schlimmen Erdbeben und Unglück dort vor ein paar Wochen). Aber wer gehört schon irgendwohin im Leben? Und stoßen wir nicht im echten Leben auch immer wieder auf Sherpas, die mit der Welt viel besser klarzukommen scheinen und die für uns da sind und teilweise unsere Probleme lösen? Den Weg zu Ende gehen müssen wir aber selbst. Jeder. Kämpft. Für sich allein. Auch wenn man in einer Gruppe unterwegs ist.

Man merkt schon, das Buch hat mir trotz alle dem Schmarrn in Jonas Leben sehr gut gefallen, obwohl es teilweise wirklich grausig schlechte Stellen beinhaltet, da es sich Glavinic mit dem Lebenslauf einfach zu leicht gemacht hat; ich schreibe selbst ja auch ein wenig und habe das Gefühl, dass der Österreicher da ein wenig den Versuchungen und der Allmacht der Schriftstellerei erlegen ist.
Ich habe ja fast alle Bücher von ihm gelesen und würde dieses hier zu seinen Besseren zählen, auch wenn es niemals an „Die Arbeit der Nacht“ heranreicht (also die Wirkung die die „Arbeit auf mich hatte); sei es darum. Macht Spaß zu lesen und es ist wie ein kleiner Urlaub zuhause, denn am Ende ist es natürlich ein Buch – über die LIEBE.
(und Mann, Mann, Mann, Mann, Mann… Gerade das letzte Kapitel rockt ohne Ende. Dieses „Nein“. Diese Zuversicht)

Kritik: Mehr als laut: DJs erzählen (suhrkamp taschenbuch)

mehr als laut

Es ist sowohl merkwürdig für einen normalen Menschen, als auch recht typisch für mich, sich ein Buch zu besorgen, von dem ich im Vorneherein angenommen habe, es würde mir nicht wirklich gefallen. Wie das das schon klingt: „Mehr als laut – DJs erzählen.“ Das ist ja genau nicht mein Ding, weil man das von den ganzen filmischen Dokus zum Thema so reingepresst bekommt, wie DJs über die „tolle alte Zeit“ erzählen, und auch wenn sie es gar nicht wollen, da eben doch so Star mäßig rüberkommen, so: „Wir die Pioniere!“ oder „Avantgarde: Das bin doch ich!“ und wenn es dann doch Kritik an Früher oder den bestehenden Umständen gibt, geht das unter in der Euphorie in der Erzählung über das DAMALS… Sicher, das ist auch ganz nett mal zu sehen, nur, was hat das mit mir, der sich jetzt auch schon seit ungefähr 17 Jahre in der Szene herumtreibt und sich von der anderen Seite mit den Phänomenen der elektronischen Musik beschäftigt, als einer Art „teilnehmender Konsument“, der nicht alle frisst was man ihm auftischt und mit sehr viel Herzensblut dabei ist, die Szene dabei aber nur subjektiv analysiert und nicht beeinflusst, was hat das also mit mir als Tänzer und Chronist zu tun? Aber selbst wenn ich mein persönliches Standing dabei mal außen vor lasse, so hat dieses DJ-Jetset-Ding ja kaum was mit der Wirklichkeit der Millionen und Abermillionen Menschen (echten Menschen!) zu tun, die das eben auch leben, sei es vielleicht auch nur ein, zwei Jahre lang, das auch als Lebensinhalt sehen und dabei auf keinster Weise irgendwie privilegiert sind, sondern das genaue Gegenteil, weil wir nämlich nicht überall reibungslos reinkommen und erwünscht sind – wenn überhaupt. An der Tür abgewiesen zu werden kann oft sehr unmenschlich und grausam sein, gerade ob der Liebe die man doch mitbringt für die ganze Sache…

Da hat mich das Buch dann doch sehr überrascht, weil Jürgen Teipel mit seinem Interview-Büchlein die DJs sehr als Menschen mit Zweifel und Problemen zum Sprechen brachte. Es sind bis auf Richie Hawtin, DJ Hell, Dj Koze und vor allem Acid Maria (die dem Buch eine ganz besondere Note verleiht) auch nicht die ganz großen Namen versammelt, von Michael Mayer über Hans Nieswandt, Inga Humpe bis hin zu Andi Teichmann und Dirk Mantei (eine Aufzählung ohne Wertung), wobei es am Ende nicht um das Name-Dropping „seiner Helden“ geht, sondern wirklich darum, dass da reflektierende Menschen sind, die was erlebt haben und eine Meinung vertreten; der Name Kristian Beyer sagte mir zum Beispiel sehr lange gar nichts, außer dass er echt sympathisch und klug daher kommt, bis er meinte, sie hätten die Platte „Rey“ gemacht – und da war natürlich klar, dass er ein Teil von „Ame“ ist, den man auch schon getroffen hat; es sind ja doch nur Menschen.

Nur zu Beginn geht es um das Entstehen der Szene aus dem Underground, mit den großen Hoffnung und wie man Teil von etwas ganz Neuem ist. Das muss halt rein und in dem Umfang ist das auch vollkommen okay und toll, wie Mantei da erzählt.
Sehr gefreut hat mich dann auch die Kritik an Kollegen und ihrer zutage gelegten Attitüde, sei es Drogen, Groupies oder eine gewisse Abgehobenheit, nicht weil ich wollen würde, dass man da jetzt zum Dissen anfängt, aber so was geht solche Werken leider oft ab: Die Wahrheit. Da werden sich lieber gegenseitig die Eier geschaukelt. Sei es der Sexismus in der Branche, das teilweise ziemlich ausgrenzende Verhalten zu Neulingen in Plattenläden oder ein Publikum, Club oder Veranstalter, die man als DJ auch einfach als scheiße empfindet, nicht zu vergessen die eigene Ausgelaugtheit, Kaputtheit, die durch das ständige Reisen in einem Menschen immer mehr und mehr Raum einnimmt, außerdem der Verfall und dadurch die Neubildung von sozialen Kontakten. Dabei. Fand ich die sehr wichtige Sexismus-Debatte auch ein wenig nervig, weil man das Gefühl hatte, dass da die weiblichen Künstler auf die Männer einhauen konnten, ohne dass da ein Mann etwas dazu sagen konnte; ist jetzt auch nicht besonders fair.

So Stellen mit den Lieblingsclubs (die alte Panoramabar) und die unglaublichen Erfahrungen im Ausland (hier als Vertreter hervorgehoben: Mexiko) finde ich immer ein wenig merkwürdig, nicht weil ich nicht auch absolut frei von solchen Erlebnissen wäre (mit Sicherheit!), es aber auch das was hier ist, ein wenig – wenn auch ungewollt – schlecht redet. Wobei. Hm… Ich rede die Leute ja auch schlecht die nur und die ganze Zeit in die Clubs ihrer Heimatstadt rennen, auch schlecht, weil ich dann doch finde, dass es etwas armselig ist nur in die Scheißläden nach Augsburg zu gehen – aber auch nur in München oder Berlin herumzuhängen. Es kommt doch auch die Dosis an. Und. Es gibt genügend Plätze in der Republik oder auf der Welt, die die Panoramabar im Berghain als das entlarven, was jeder „bester Club der Welt“ nun einmal ist – ein Hype, der vor ganz einfachen Locations dann in guten Nächten doch nicht bestehen kann. Und ich finde es sogar gut dass die Leute auf dem Land für ihr Feierverhalten schlecht gemacht werden – auch wenn das oft nicht stimmt, denn die Kultur kommt nicht zwangsläufig aus der Großstadt, sondern von unterdrückten Visionären aus der Kleinstadt, die durch die Zensur zuhause in der Fremde etwas großes Vorhaben, während man dort durch die Entgrenzung in allen Dingen eher dumpf als kreativ wird… Oder war das jetzt ein Punkt aus „Analog“ von Thomas Meineke, dass ich parallel lese… Egal… Das vermischt sich hier einfach 🙂

Ja. „Mehr als laut“ ist kein Star-Buch, sondern sehr menschlich und das hat mir gefallen. Dennoch spricht da halt nun mal die erste Liga der elektronischen Menschen über den großen Rest und das bleibt für mich ein wenig strange. Gute Unterhaltung war es auf jeden Fall. Und wer sich nicht in den letzten ca 15 Jahren tot geguckt hat zu dem Thema, dem ist das Buch sogar besonders an Herz zu legen.

Neuer Roman

Ich habe eine Idee für einen neuen Roman. Im Prinzip steht schon das ganze Gerüst („Text zur Nacht“ trifft „Die Arbeit der Nacht“ trifft „Narnia“), nur bräuchte ich ein wenig mehr Wissen über das „Fantasy“-Genre in Büchern (bei Mangas bin ich ja gut dabei) und über Verschwörungstheorien… Noch besser wäre wohl, ich fange zu kiffen an, scheinbar hilft dieses Klischee um in den Themen voll aufzugehen und das Thema viel zu ernst zu nehmen…

Meine Idee finde ich ganz gut und dieses Mal habe ich auch vor anders an das Thema heranzugehen, d.h. es wird keine Blog-Fortsetzungsgeschichte dazu geben. Deswegen werde ich den Blog aber nicht per se ruhen lassen.

Mal sehen was kommt 🙂

Rassismus ist eine schräge Art von Masochismus

„Wenn alle Schwarzen großartige Tänzer und Sportler sind und alle Asiaten intelligent, identisch und fleißig, wenn alle Juden sich großartig aufs Geld- und Literaturmachen verstehen und sich dank ihrem Zusammenhalt durchboxen, und wenn schließlich alle Latinos großartige Liebhaber und Messerstecher und Grüngrenzgänger sind – ja meine Fresse, was bleibt denn eigentlich noch den weißen angelsächsischen Protestanten? Welche großartige Gemeinsamkeit bringt uns Weißbrote für den Rassisten unter das solide Dach des Stereotyps? Nichts. Ein namen- und gesichtsloser großer weißer Mann. Für Mark ist Rassismus eine Art schräger Masochismus. Eine Methode, dank der wir uns absolut und sinnlos alleine fühlen. Identitätslos.“

Aus „Alles ist grün“ David Foster Wallace – Seite 171