Betrunkene Manga-Plot-Idee

Als ich gestern betrunken aus dem Kofferraum der Frau des Bruders meines ehemaligen besten Freundes gekullert bin, kam mir die Idee für einen Manga; ich liebe ja Mangas – die mit Anspruch für Erwachsene – und diese Idee ist so“over the top“, dass sie nur in gezeichneter Form passend zu erzählen wäre.

Im Jahr… Was weiß ich… ZUKUNFT! Wäre die Überbevölkerung auf der Erde so groß, dass ein verrückter Wissenschaftler – die braucht man in jeder „Over the top“-Geschichte, auch wenn mir kein einziger realer Fall von verrückter Wissenschaft einfallen würde… Oder ist das ein Oxymoron? Verrückte Wissenschaft? – in der auf jeden Fall ein verrückter Wissenschaftler die Möglichkeit gefunden hat, die gesamte Menschheit auf 50 Zentimeter Körpergröße zu schrumpfen. Nur die Menschen wohlgemerkt. Damit wäre (so sein Wahn) das Ernährungsproblem der Menschheit und der Mangel an Platz für Lebensräume gelöst.

Denn es würden nur die Menschen geschrumpft, nicht die Tiere und auch nicht die Pflanzen, weswegen es Nahrung und sauberes Wasser in Hülle und Fülle geben würde. Die Geschichte muss natürlich einen Haken haben, sonst würde ja alles reibungslos ablaufen und die Langeweile wäre vorprogrammiert: Die Menschen dürfen nicht wissen dass sie geschrumpft werden (am besten über ein Satellit-System, sonst funktioniert das nicht global mit dem Schrumpfen) und somit ist das Chaos vorprogrammiert. Und so eine Miniaturwelt bietet Platz (haha) für alle möglichen Geschichten und Abenteuer.
Das ist die Basis-Handlung. Den Rest würde ich in einer Art Road-Movie in einer nahe Apokalyptischen Welt wie in den ersten Bände von „Eden – It´s an endless world!“ anlegen.
Tja. Nur blöd dass ich überhaupt nicht zeichnen kann…
Ich weiß, das klingt verrückt und reichlich blöd, doch wenn man sieht was im Kino über die Leinwände flimmert, könnte man daraus doch einiges machen – zu dem wollte ich schon immer mal ein Jugendbuch schreiben…

Der lachende Mann

Manchmal glaube ich diesen Blick zu sehen. Nein, ganz falsch. Manchmal, da sehe ich, wie er diesen Blick hat. Dieser kurze Blick des Erkennens. So, als wäre das Alles nur ein Spiel. Eine Maskerade und er könnte im nächsten Moment einfach so – wie durch Zauberei – wieder er selbst sein. Doch es gibt keine Zauberei. Nur Tricks. Und er wird nie wieder er selbst sein. Das sagen nicht nur die Ärzte. Das sagt auch meine Vernunft. Meine Erfahrung. Mein Herz…

Was er doch für ein Mann war… Der perfekte Mann, wahrscheinlich nicht nur für mich. Dabei geht es gar nicht um die Anzahl seiner möglichen Verehrerinnen oder der „Affären“, die er in seinem Leben hatte (diese traurige, nutzlose Maßzahl, mit dem der Pöbel seine Wertigkeit im Leben zu benennen versucht). Er hatte einfach diese Aura. Diesen Charakter. Diesen Geist. Er konnte einen Raum vollkommen einnehmen. Das Licht darin erhellen oder dimmen, so als hätte er eine mystische Kontrolle über Newtons Erbe… Räume, die er betrat, waren nie ganz voll oder halb leer. Sie waren erfüllt – mit ihm.
Sein Lachen waren Engelsgesänge. Sein Spott satanisch. Sein Körper rein und makellos. Wenigstens glaubte man das, wenn er in der Nähe war – auch wenn er alles andere als eine Fernsehschönheit war. Mehr als einmal hatte sein Charme den Regen für mich gebogen… Und hin und wieder, da sehe ich ihn, in diesen Blicken, wie er, ein Gefangener, hinter einer dicken Glasscheibe schreit und gestikuliert, dass man ihn doch endlich herauslassen möge; ihn befreien müsse! Und dann driftet er wieder weg, hinein, in das große Kind, dass er jetzt ist – der lachende Mann… Ihm. Hätte der Ausdruck gefallen, denn er mochte diese japanische Serie, in der sich hinter dem „lachenden Mann“, diesem digitalen Pseudonym, ganz ähnlich wie hinter der Maske von „Guy Fawkes“, ein Revolutionär verbirgt, der jeder von uns sein könnte, das bessere und einzige Gespenst: Eine Idee!
Doch der lachende Mann, der er geworden ist, den… Den hätte er nicht gemocht. Vor ihm, vor diesem Schicksal, hatte er Zeit seines Lebens Angst gehabt. Der Mann hinter des Masken, der in uns allen schlummert, ständig danach lauernd und geifernd, die Kontrolle zu übernehmen und die Vernunft zu besiegen. Dieser Mann, „der lachende Mann“, ist das Ende aller persönlichen Kausalität.

lachender mann

Ich weiß. Ich rede um den heißen Brei herum. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich es nicht aussprechen will. Dass ich es nicht zugeben will. Dass ich ihn verloren habe. Diesen tollen, einzigartigen Menschen, der jetzt nur noch sabbert und vor sich hin lebt. Lachend. Über alles und nichts, so als ob der Pöbel ihn zu einem der ihren gemacht hätte. Einem… VIEH! Mein Mann, mein geliebter Mann! Was haben sie aus dir gemacht! Was haben sie dir angetan?!!!!…

Vielleicht… Vielleicht sollte ich einfach davon erzählen, wie es passiert ist… Es war ein Unfall und ja, natürlich kamen die Täter zu gut davon, ja klar… Denn sie haben ihn ja nicht umgebracht, ihn nicht getötet! Und wer nicht tot ist, der ist ja noch einmal mit dem Leben davon gekommen, ABER WAS FÜR EIN LEBEN IST DAS?!!! UND WER DENKT AN DIE HINTERBLIEBENEN, DIE VON NUN AN MIT EINEM Pflege-Fall LEBEN MÜSSEN???!!!! WAS IST MIT – MIR???!!!

Es war… Entschuldigung.. Es war die Nacht des Champions Leagues Finales. Die Dortmunder gegen den FC Bayern – der Arbeiterverein gegen den Bauernverein. Ich… ICH wollte das Spiel sehen! Er wollte nicht hin, wollte es gar nicht SEHEN! Aber ich…
Für ihn war Fußball nur eine Ersatzhandlung. Brot und Spiele für die Massen, die ihre Halbgötter brauchen, welche sie anbeten können. Gerade hier, im Hinterwäldlerischen Bayern! Wo die „Stars“ wie Götter verehrt werden, 17 jährige Mädchen ficken dürfen, Steuern hinterziehen und Häuser in Brandt stecken und das vom VEREIN klein geredet wird worauf der miese kleine Bauer, der NICHTS im Leben hat als seine Vereinsgläubigkeit, entschuldigt! Entschuldigt all das, was er an den „Großen“ und an den Politiker hasst! Denn sie sind ja der FC SONSTWER! Diese ignoranten Fans, die selbst in ihrem kleinen Unternehmen schuften oder sich auf Drehstühlen durch den Alltag rollen lassen, und dabei ihre Millionäre anbeten, diese Söldner mit Hauptschulabschluss, weil sie endlich jemand gefunden haben, der ihnen ähnlich genug, also klein genug ist, dass sie zu ihm aufsehen können… Forever number one!!!

Tut mir leid… Ich werde hysterisch… In manchen Kulturen bedeutet das, ehrlich zu sein…
Ich gebe ja nicht der Unterschicht die Schuld, sondern mir selbst, denn wäre ich nicht auf die Idee gekommen dieses von den Medien so gepuschte Ereignis sehen zu wollen… Dann wäre… Dann… JA!… Dann… Dann… Dann…
Umso häufiger man ein Wort wiederholt, desto mehr verliert es seinen Sinn…

Wir sind also auf dem Weg zurück gewesen. Bei einem uns bekannten Pärchen hatten wir zu Abend gegessen, das Spiel gesehen und ich erzählte ihm noch, wie unglaublich unfair es war, dass dieser Dante für sein Foul nicht Gelb/Rot oder gleich Rot gesehen hat… Wenn es denn schon zum Elfmeter… Tut mir leid… Ich verliere mich in Nichtigkeiten… Doch so war es nun einmal. Es geschah einfach aus dem Nichts heraus. Da raste der Dacia heran wie ein betrunkenes Tier und fuhr mir meinen Mann aus der Hand. Direkt aus der Hand heraus… Über den Gehsteig…
Der Fahrer… Einer dieser FC Bayern-Fans, die nichts im Leben haben außer ihrer Einfalt und ihrem Starrsinn, war betrunken nach dem Abpfiff in sein Auto gesprungen, irgendwo in einem Kaff, in dem es bestimmt nicht einmal einen Handyempfang gibt, ein „ beschauliches ÖRTCHEN“ mit einem diesem lächerlichen, bäurischen Namen – Agawang – und war mit seiner Clique nach München gerast um am Autocorso teilzunehmen, um Teil des Pöbels zu werden, Teil der abartigen Religion, dem einzigen Glauben, zu dem er überhaupt noch fähig ist, in stiller Andacht an einen Mann, der Würste verkauft, Steuern hinterzieht und ein Blutdruckproblem hat… Entschuldigung… Ich flüchte mich in Scherze… In Wut. In Ekel… Für diese Arten des Daseins…
„Betrunken war ich, ja“, hat er noch gesagt, „In so einer Nacht wird man nicht kontrolliert, dachte ich in meinem Rausch. Da herrscht doch Ausnahmezustand.“ Das war seine Rechtfertigung. Und jetzt, jetzt habe ICH den Ausnahmezustand! Den ständigen Ausnahmezustand…

Mein Mann. Er… Ist wie verschüttet. Kann nicht einmal mehr alleine essen. Nicht einmal mehr gerade gehen. Er braucht Hilfe, Versorgung. Rund um die Uhr. Er, der einmal die Selbstständigkeit in Person gewesen ist, ist nur noch ein Krüppel, der sich gebärdet wie ein Kind. Der den ganzen Tag lacht, wie irr, so als ob er glücklich wäre, wenn er Autorennen, Explosionen und Fußball im Fernsehen sieht, der zu weinen anfängt, wenn wir eine Oper oder Theater sehen, was er Beides früher so geliebt hat… Manchmal erscheint mir es so, als sei er von dem betrunkenem Pöbel umprogrammiert worden. Als sei er gehackt worden, wie dieser lachende Mann aus der Serie, so dass er zu einem der ihren wurde… Einem Sofapflegefall…
Aber ich wei߅ Ich bin mir sicher… Irgendwo da drinnen ist MEIN MANN, der wie wild gegen die Glasscheibe seines Bewusstseins hämmert, um heraus zu kommen. Und dass er in Wahrheit weint, wenn sein Mund lacht, und das sein Weinen ein verzerrtes Frohlocken ist…

Ich will meinen Mann wieder haben… Mehr will ich doch gar nicht…
Diese Vereine kaufen für 40 Millionen Euro einen Menschen für ein paar Jahre, präsentieren sie wie Erlöser auf ihren Pressekonferenzen, aber mein Mann… Der war ihnen nicht so viel Wert. Keine Millionen. Nicht einmal eine… Sie zahlen nicht für Pflegefälle… Niemand macht das freiwillig. Wir zahlen nur für Übermenschen. Oder für solche, die wir in unserer Dummheit dafür halten… Für „bessere Menschen“. Deren Namen werden skandiert. Und wissen sie was passiert, wenn ich den Namen meines Mannes rufe, damit er zum Essen kommt? Gar nichts. Er lacht nur. So, als wäre er der glücklichste Mensch auf der Welt.

Batman, der Dunkle

Wahrscheinlich bin ich mal wieder der Einzige, den die zweite Hälfte an den Manga (nicht Anime) „Akira“ erinnert hat. An das „Neue Tokioter Reich“. Da wurde doch (schlecht!) geklaut 😉

Film ist okay, aber nicht „Hurra“ – mich hätte mal interessiert, wie der Film mit dem „Joker“ ausgesehen hätte, der ja eigentlich fest eingeplant war, wenn der Ledger nicht so lebensmüde gewesen wäre. Erst die zweite Hälfte des Films überzeugt wirklich. Bis dahin: Schon ziemlich mau.
Und. Computeranimierte Bat-Fluggeräte sind scheiße.

Zudem: Mit Gehörschutz im Kino ist super. Selten so viel Ruhe vor der Menschheit gehabt und alles mitbekommen 🙂

Copyright der Gefühle (eine kleine Sci-Fi-Geschichte)

In der Zukunft. Wo Menschen ihr Gehirn mit in- und externen Festplatten erweitern können, in der man über den Kopf mit dem Internet verbunden ist und somit ständig und auf Wunsch mit allen verfügbaren Informationen versorgt wird (ich gebe es zu: Es ist von Vorteil „Ghost in the Shell“ für diesen Eintrag zu kennen), hat der Mensch die Möglichkeit sein gesamtes Leben, seine Emotionen, sein Sichtfeld, sein Denken mit aufzuzeichnen. Er kann seine Vergangenheit speichern und auf Wunsch neu ansehen. Es noch einmal neu erleben. Und wie der Mensch nun einmal so ist – jetzt mit den aufkeimenden sozialen Netzwerken bekommen wir eine Vorstellung davon – teilt er diese Erfahrungen mit seinen Freunden, oder, er verkauft sie.

Dies führt zu einer vollkommen neuen Form von Sex (du kannst auch ein Junge oder ein Mädchen sein – ich gebe es zu: Es ist ein Vorteil den Film „Strange Days“ für diesen Eintrag zu kennen) Pornografie, Eventtourismus und der Fähigkeit sich Wissen und Erfahrungen zu bedienen. Du musst nicht unbedingt Dinge erlebt haben, um sie erleben zu können. Du kannst das Leben nacherleben. Diese Entwicklung führt zu einer neuen Form von Markt. Zu dem Verkauf von Erlebnissen und Emotionen. Doch dort wo Verkauf herrscht, gibt es auch Raubkopien.
Diese bestehen nicht nur in der Kopie von öffentlich gemachten Erlebnissen, sondern auch durch das „Hacken“ von Personen, um bestimmte Erlebnisse zu stehlen (das erinnert jetzt etwas an „Inception“, ist jetzt aber eher nicht gewollt). Daraufhin beginnt eine völlig neue Debatte über das Urheber-Recht: Wem gehören DEIN Bewusstsein? Wem gehört DEIN Erleben? Dir? Oder der Öffentlichkeit?

Es gibt verschiedene Parteien. Jene, die ALLES von sich öffentlich machen. Ihr Gegenpol, die diese Entwicklung ablehnen und gar nichts veröffentlichen wollen. Und die dritte Partei (die wie immer die Schlimmste ist), die nur die Vorteile von beiden Denkrichtungen sehen wollen. Die diese Technik einfach nutzen ohne das Für und Gegen der Technik abzuwägen.
Am liebsten für mich, doch am schlimmsten sind: Die Liebesbriefe. Echte Emotionen, die an die geliebte Personen verschickt werden; „wenn er meine Liebe zu sich spürt, dann muss er mir einfach glauben“. Eine tragische Fehlinterpretation. Doch selbst diese Liebesbriefe. Diese echten Emotionen werden gehakt, zerlegt und fragmentiert, schließlich verfremdet um sie dann als eigene Gefühle zu verkaufen. Emotionen und Erlebnisse werden verfälscht und weiterverscherbelt. Bis sich endgültig die Frage stellt: Was sind echte Gefühle? Und was Falsche?
Ähnlich wie in dieser Mär von den genetisch veränderten Tomaten:

Die Tomaten sollen weniger wässrig schmecken – Genveränderung.
Sie sollen roter sein – Genveränderung.
Saftiger – Genveränderung.
Größer- Genveränderung.
Und schließlich wollte der Produzent, dass die Tomaten wieder tomatiger schmecken sollen – Nur leider weiß man nicht mehr, wie echte Tomaten schmecken…
So geschieht es mit den Gefühlen.
Was sind echte Gefühle?

Hilflos versuchen einige NGOs ein Copyright auf Emotionen durchzusetzen, doch das Netz lehnt das ab. Jetzt. Wo die Gefühle schon geshared werden können, gibt es kein Zurück mehr.

Persönliche Gefühle gehören nicht mehr dem Individuum. Sie gehören Allen. Die Kunst zu Fühlen ist nichts mehr wert. Sie ist Allgemeingut. Wie die Ergebnisse der Kreativität in diesen Tagen. Denken kann doch jeder. Fühlen auch. Kreativ sein ohnehin. Warum sollte etwas privat sein, wenn man es billig oder umsonst teilen kann? Ist es denn eine Leistung zu leben? Hat denn nicht jeder Mistkerl auf dem Planeten am Ende seines Lebens genau das Gleiche gefühlt und durchgemacht wie ich? Gibt es so etwas wie subjektive Rechte überhaupt? In Zeiten der Schwarmintelligenz? (wo die Aussage jedes unqualifizierten Deppens genauso viel Wert ist, wie die eines Fachmanns/frau? – ich gebe zu: Das hat Vor- und Nachteile). Ist die reale, greifbare Welt denn nicht nur ein Sammelsurium von Schwarmgefühlen? Schwarmtaten? Ist das Private denn nicht auch schon als das Politische erkannt worden?

Das Individuum löst sich auf. Doch nur scheinbar. Es verändert sich. Es entwickelt sich. Und jede Entwicklung finden wir doch gut wenn sie sich einmal durchgesetzt hat, oder?

Planetes – die Anime-Serie; Kritik

Ich bin zwar noch nicht ganz durch, aber da ich den Manga besitze, weiß ich wohin die Reise geht (Manga = Lesen, Anime = TV; für die Anfänger).
Was mich bei vielen Animeserien nervt, ist die kindgerechte oder für jugendliche gemachte Umsetzung des Mangas, denn Mangas schlagen oft einen viel ernsteren Ton an (ob das jetzt an mir selbst liegt, weil ich immer sehr „ernst lese“ oder das Fernsehen eben mehr auf Unterhaltung getrimmt ist, kann ich nebenbei nicht beurteilen). Dazu kommt so gut wie immer eine schlechte deutsche Synchronisation, denn in unserem Land wird fast alles was nach Zeichentrick aussieht, ohne Rücksicht auf Verluste verniedlicht. Hier. Ist es genauso, wobei man fairerweise dazusagen sollte, dass „Planetes“ auch als Manga eher für ein jugendliches Publikum konzipiert wurde. Aber. Der melancholische Ton des Mangas ist hier nicht mehr vorhanden.
Doch genau davon lebt der Manga, denn gerade dass war es, was mich an „Planetes“ so anzog: Der Mensch im Weltall, im feindlichen Lebensraum, irgendwie permanent einsam und allein, geschlagen mit physischen und psychischen Problemen, doch am Ende ist es die Gemeinschaft und Lebensfreude, die das Leben lebenswert macht und den Traum von einer besseren Zukunft ermöglicht.
Das Alles ist auch in der Animeserie vorhanden, doch der Fokus wurde anders gelegt, mehr (ach Gottchen und überhaupt keine Überraschung) auf die Liebesgeschichte und auf eine bestimmte Form von Erwachsenwerden.

Anfangs wird die Lebensweise im Weltall und die Arbeit der „Sektion Halb“ vorgestellt, die dazu ins Leben gerufen wurde um Weltraumschrott zu beseitigen. Etwa ab der zweiten Hälfte geht es um den ersten bemannten Flug zum Jupiter – so weit sind Manga und Anime identisch. Auch die Figuren wurde eins zu eins beibehalten, doch es wurden ein paar neue Charaktere hinzugefügt, die (leider) größtenteils ziemlich albern sind und der Ernsthaftigkeit des Projekts im Weg stehen. Ich weiß nicht… Warum muss Fernsehen immer so platt unterhaltend sein? Schließlich gibt es genug amerikanische Serien (die ich mit meiner GEZ bezahle, aber nicht ansehen kann), die vormachen, wie man eine gute Geschichte für das TV erzählt – nämlich einfach den Kunden ernst nimmt und auf die Konventionen des Fernsehens scheißt…

Schlecht ist „Planetes“ als OVA- oder TV-Format nicht, doch gerade der besondere Geist der Stille und der Schutzlosigkeit vor einem für den Menschen endlosen und lebensfeindlichen Universum geht ziemlich unter, und damit auch der Charme der ganzen Sache; die Ironie ist dabei, dass wirklich (bis auf einzelne Folgen) genau die gleiche Geschichte erzählt wird, nur von einer anderen Person. Daran erkennt man (rein philosophisch gesehen) wie unterschiedlich der Mensch ist: Zwei Versionen bedeutet auch, zwei verschiedene subjektive Blickwinkel auf ein und dieselbe Geschichte zu haben. Für den Einen ist es eine lustige (okay, lustig gemeinte) Weltraumgeschichte, während es für den Anderen ein trauriger Kampf um das Überleben ist.
Mir. Ist das Ganze zu Jugendlich aufgemacht, wenn auch die Kritik an den sozialen Unterschieden (auch im Hinblick auf die Gegenwart) sehr wichtig ist.

Dennoch bleibt „Planetes“ eine ziemlich realistische Geschichte über ein kommendes Leben im Orbit der Erde und auf den näheren Planeten. Es werden Probleme und Details angesprochen, die in Zukunft (wenn der Mensch einmal anfangen sollte das All zu bevölkern) auftreten werden; teilweise sind sie jetzt schon vorhanden, wie zum Beispiel der Sinn der Raumfahrt an sich (während auf der Erde die Menschen verhungern) oder das Jahrelange getrennt sein vom Liebespartner.
Insgesamt ist „Planetes“ dann doch wieder etwas Anderes als die meisten Sci-Fi-Produkte, nämlich eine Geschichte im Weltall ohne Weltraumschlachten und riesigen Robotern, sondern eine Geschichte über die Normalität und die Gefahren der wissenschaftlichen Entwicklung, und ja: Das ist durchaus spannend.
Es muss eben nicht immer gleich Mord und Totschlag sein (auch wenn es hier und da vereinzelt Actionelemente gibt, gerade am Ende, doch hier wird wenigstens eine Botschaft vermittelt – auch, wenn die Araber mal wieder die Bösen sind…) um den Menschen zu unterhalten. So betrachtet ist „Planetes“ ein Vorbildliches Projekt, von dessen Art ich mir mehrere wünschen würde, von mir aus sogar ein eigenes Genre.

Rein technisch ist der Anime-Umsetzung nichts vorzuwerfen. Der Fokus wurde weniger auf Computeranimationen gelegt, sondern es wurde das Meiste liebevoll gezeichnet (Liebevolle Computeranimationen sind nun wirklich rar…), und da ich in der Beziehung ohnehin eher Old School bin, gefällt mir das sehr. Es wirkt einfach weniger steril. Die Farben und die Figurzeichnungen sind einfach wärmer.

Für mich hat sich der Kauf der Anime-Serie (komplette Serie für knapp 20 Euro – das ist geschenkt) also nicht Ganz gelohnt, da der „Planetes“-Kosmos nur marginal erweitert wird, und mir nicht alle Entwicklungen gefallen. Doch wer die Serie gar nicht kennt, der kann auch den Anime anschauen, und wird phasenweise sehr gut unterhalten, muss aber ein paar kindische Episoden überstehen. Empfehlen würde ich aber insgesamt den Manga.

Hier gleich mal die erste Folge via Youtube