Die Demokratisierung des Vegetarismus

Selbst für Menschen wie mich, die nur ein, zwei Gerichte kochen können, ist es möglich geworden sich vegetarisch oder gleich vegan zu ernähren. Die Industrie hat verstanden, dass auch Koch-Rüpel wie ich gerne auf Fleisch verzichten, was verschiedene Gründe haben kann, wie Mitleid mit dem zu verspeisenden Getier und dessen Haltung, die Angst davor, dass die Massentierzucht Antibiotika resistente Keime hervorbringt oder einfach nur eine gesündere Ernährung an sich um möglichst hübsch und/oder gleich unsterblich zu werden, jetzt da der Wissenschaftler entdeckt hat, dass Fleischkonsum Krebs erregend sein kann.

Meiner Meinung nach ist der Mensch nicht dafür gemacht worden um 100 Jahre alt zu werden. Es ist ziemlich normal dass die Zellen im Laufe der Jahrzehnte degenerieren oder aus der Reihe tanzen. Trotzdem wollte ich mich schon immer irgendwie Fleisch- und Wurstfrei ernähren. Nur die Faulheit siegte. Heute ist das aber kein Problem mehr. Und man muss ja nicht gleich zum stressigen Fanatiker werden: Hin und wieder ein spezielles, gutes Stück Fleisch ist doch in Ordnung. Es muss ja nichts großes wie Schwein oder Rind (man denke an das CO 2) sein, Hühnchen tut es auch vollkommen. Oder Mensch. Denn wenn man gleich Mensch isst, tut man mehr für die Umwelt, als wenn man 3 Rinder weniger im Leben isst. Man bedenke: Die Menschen werden immer älter und richten deswegen durch ihre simple Existenz immer mehr Schaden an.

 

Vorhin war ich im REWE und wollte mir dort an der Salatbar (gibt es dort mit so ner Rotz-Haube) einen Salat zusammenschaufeln – und – man muss schon sagen, dass es im Jahr 2015 gar nicht so leicht ist in Bayern im REWE einen Salat zu bekommen, worin sich nicht allerorts ein paar Streifen Schinken oder andere Tierreste verstecken. Das halte ich für ein gutes Projekt für die Zukunft in Bayern: Die Erfindung des Salates ohne Fleisch.

 

Verpackt gibt es dann ansonsten einiges: Fleischfreie Schnitzel. Vegane Mühlen Nuggets. Vegane Spagetti Bolognese. Was klingt wie eine Sammlung von Oxymora ist längst Realität in unseren Kühlregalen geworden.  Und ich finde das gut. Diese Demokratisierung des Vegetarismus. Jeder kann daran teilhaben wenn er will, ohne sich zu verbiegen. Auch. Wenn es natürlich ein sehr industrielles Ding ist. Irgendwann sollte ich wirklich richtig Kochen lernen.

 

Ich mag  Dinge die, die Menschen gemeinsam haben. Jeder Idiot darf Kinder bekommen, so viel wie er will und die Natur zulässt. Aus unerfindlichen Gründen will unser Staat die Überbevölkerung. Und fast jeder Depp darf Autofahren, und man vergisst dabei ganz gerne, wie gefährlich Autofahren in Wirklichkeit ist. Jeder Verrückte könnte mit einem Auto Dutzende Menschen überfahren. Dafür braucht man keinen Waffenschein. Und ich frage mich schon lange, weshalb Terroristen nicht vermehrt Autofahrzeuge als Waffen einsetzen… Gut. Diese Überlegung kommt nicht von ungefähr.

Mein Vater setzte schließlich mit uns drei Knaben die Familientradition fort, die ihm sein Vater beigebracht hat.

Sobald einer von uns Jungspunden alt genug war um gesetzlich verbrieft auf dem Vordersitz platznehmen zu dürfen, kurvte mein Dad mit uns in den Wäldern herum und wir fuhren uns einen Menschen. Das ist auch das einzige Tier für das ich ein paar Rezepte kenne, aus der Tradition heraus. Und so ein stattlicher Mensch reicht dann auch eine Weile. Parktisch ist: Für Mensch ist immer Saison. Die vermehren sich wie die Karnickel.

Man sollte bewusst essen. Und sich darüber im Klaren sein, das man ein Lebewesen isst. Ich finde. Das macht einen demütiger.

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