Gottes Tod auf der Nature One

Als Gott starb war ich 20 Jahre alt. Ich stand mitten auf dem Camping-Platz der Nature One und war plötzlich frei.

Es gibt viele unzählige Festivals in Europa, viele davon sind in Deutschland. Und auch Techno-Festivals sind Meister aus Deutschlands. Die Nature ist dabei immer ein wenig besonders geblieben. Hier schlägt man nicht nur sein Zelt auf und 50 oder 100 Meter weiter steht ein noch viel größeres Zelt wo vlt jemand Musik laufen lässt. Nein. Auf der Nature One ist es so, dass der Nachbar (gefühlt: Jeder Nachbar) zuerst seine dicke fette Anlage aufbaut, und dann sein Zelt darum herum errichtet. Was bei der Mayday in Dortmund früher ihre Parkplatzpartys waren, auf welchen die Prolls ihre dicken Anlagen wie Kampfhunde aus ihren Kofferraum springen ließen, ist hier der ganze Camping-Platz. Überall donnert ein stumpfer und doch energetischer Beat umher. Ein Soundmatsch wie eine lebende Donnerwolke, die sich auf den Wiesen vor dem Festival niedergelassen hat.

Das Festival. Ist das Festival. Klar definiert, ausgetüftelt. High-End-Anlagen. Fluchtwege. Chill-Out. Mit allem drum und dran gut anzusehen und dabei eindeutig von der Optik sehr einzigartig auf der Welt. Nur schon oft kopiert. Und dabei sogar so gut, dass die Nature One irgendwie ein wenig altbacken herüberkommt. Die Leute mögen das. Es ist ihre Nature.

 

Und so stehe ich hier, ich alter Tor. Und bin so klug als. Wie. Zuvor.

15 Jahre ist es her dass Gott für mich starb. Auf diesem Acker. Irgendwo da drüben. Kein Plan. Schwer zu sagen. Es war irgendwie tiefer in der Gewitterwolke der Sounds. Das Ecstasy zerriss mich und ich setzt mich wieder zusammen. Ähnlich wie Doctor Manhatten. Nur ging es bei mir in Sekundenschnelle. Das Gefühl des Zerreißens war vielleicht auch das Bersten eines Knotens in mir und in Wirklichkeit hat es nicht wirklich mich zerrissen, sondern nur etwas in  mir. Es spielt gar keine Rolle: Hier war es gewesen.

 

Schon komisch wie man die Dinge im Nachhinein betrachtet, wenn man mehr über das Leben gelernt hat, wie es ist, ohne Gott zu leben. Wie es ist wenn man sich für nichts mehr rechtfertigen muss. Welche negativen Konsequenzen dieses Wissen mit sich bringt.

Zwei Jahrzehnte lang lebte ich in Schuld. 20 Jahre lang, hatte ich lernen müssen was es heißt ich zu sein, in dieser Welt der anderen. In diesem Universum der Regeln. Ich war gar kein richtiger Mensch gewesen. Vorher.

 

Das Lustige an solchen Erweckungserlebnissen ist manchmal, dass sie an Orten geschehen, die rein intellektuell nicht viel zu bieten zu haben. Verstehen wir uns richtig: Das sind gute Leute hier. Keine Crowd hat weniger Vorurteile  anderen Menschen gegenüber als die Technoleute. Denn elektronische Musik versteht jeder. Die Sprache oder Nationalität die der DJ da oben spricht und lebt, ist Nebensache. Techno verbindet die Kulturen, da es eine Wortlose Kunst ist. Ja. Aber seien wir mal ehrlich: Für eine Hochkultur gibt sich Techno schon sehr Proletenhaft. Die Meisten hier sehen so aus, als würden sie glauben die „Fast and the Furious“-Reihe wären gute Filme. Sie wirken so als würden sie den ganzen Tag nur RTL schauen, dabei kiffen und/oder Dosenbier trinken. Am Wochenende werden dann Steine zu Pulver gedrückt und die Pillen gedroppt. Sie sehen dich mich provokant hohlem Lächeln an, als hätten sie nur dann eine Uni von innen gesehen, wenn sie dort der Arbeit wegen einen Getränke-Automaten auffüllen. Sie scheinen sogar stolz darauf zu sein nicht zu wissen, wer denn gerade Bundespräsident ist.  Dagegen spricht nichts. Wozu auch? Was ändert es denn groß.  Aber als Ort für ein Erweckungserlebnis? Das ist der Witz mit den Drogen: Sie beschleunigen und bremsen deinen Geist gleichzeitig.

 

Und doch stirbt hier für viele der böse, böse Gott, der die Leute in ihre Schranken verweist. Manchmal ein Leben lang. Der Tu-Dies-Nicht-Tu-Das-Nicht-Gott, ganz gleich ob es in Wahrheit die Angst vor den Eltern ist, oder vor dem Chef oder vor der eigenen Freundin oder dem Freund, die sie insgeheim fürchten. Gegen die sie sich nicht wehren können. Hier, auf diesem heiligen Rasen des Lärms, sind sie frei von all dem Druck, von all den Schmerzen und Wunden, die die Welt ihnen zufügt. Dabei muss nichts Kluges herauskommen; wann hat die Freiheit schon einmal klug ausgesehen?  Bestimmt aber etwas sehr wahrhaftiges, was die jungen Grützköpfe erst viel später, vielleicht sogar erst Jahre später verstehen werden. Wenn überhaupt.

Festivals sind die Erholungsoasen der Leistungsindustrie geworden. Und der arbeitslose Prolet wirkt wie der Heiland, der sich dem Druck des Kapitalismus und der übertechnologisierten Welt erfolgreich und lachend entziehen kann. Wieso also nicht ein Wochenende im Jahr dieser Prolet sein? Und wenn dann schon, warum nicht gleich 5 Wochenenden im Jahr? Das Geld ist doch da. Genauso wie der Druck.

Steigt der Druck, braucht jeder Maschine immer mehr Ventile um ihn schonend ablassen zu können? Weshalb sollte es beim Menschen anders sein?

 

Ich nicke das ab. Während um mich herum sich die Jugendlichen befreien. Ihre Götter töten. Und neu geboren werden.

Nur.

Ist man einmal 15 Jahre älter als die anderen, sieht dieses Erweckungserlebnis nicht mehr ganz so ansprechend aus. Camping an sich begreift man schnell als Menschenunwürdig. Und wer will mit Mitte 30 noch auf einer Wiese in einem Stoffzelt schlafen, wenn nebenan Boxen stehen, die das 100 fache an Watt von dem haben, der gerade seine Platten auflegt? (aber Hauptsache Vinyl 😉 ). Mit Mitte 30 hätte man das alles doch lieber ein wenig gemütlicher. Weniger anstrengend. Nicht ganz so eng. Nicht ganz so voll – sei es das Areal als auch die Menschen in ihm. Orgasmen nimmt man ja auch nicht mehr so stark war, wie in der Jugend…

Und der alte, längst befreite Mann sehnt sich nach seinem Kanapee. Wundert sich darüber, weshalb lauter Jugendliche zu DJs feiern, die bald schon ihre Großväter seien könnten… Die Headliner bei der Nature sind genauso wenig eine Überraschung, wie die gewohnte Schokoladenform in einem Weihnachtskalender.

Oh Sven Väth. Oh Chris Liebing. Oh Adam Beyer. Oh Felix Kröcher. Oh Paul Van Dyk…

Oder verglichen mit dem Weihnachtskalender: Oh ein Horn. Oh ein Schlitten. Oh ein Krippe. Oh eine Schleife…

Aber jeder mag Schokolade. Und jeder der mal auf der Nature One war, geht gerne wieder zur Pydna.

Nur. Mit Mitte 30 brauchen die meisten auch keinen Weihnachtskalender mehr. Und glauben dafür plötzlich wieder an Gott…

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Elektronische Weihnachten (Text zur Nacht Add-On)

Und dann lacht er dieses Lachen, dieses furchtbare, grausam eklige, widerliche Gelächter, das so klingt, als würde man selbst mit nackter Hand voll in frische, feuchte Scheiße greifen – und zudrücken. Ein röhrendes, Hirschenes Gelächter, tief aus seiner reibeisernen Rasselbande der Seele.  Ein wenig erstickend und dabei doch sehr ungebildet. Sehr frech, noch frecher als die anschließende Frage dazu: „Checkst du es?“

Natürlich checke ich es.

 

Wir sind gerade aus dem Haus Gottes raus und er vergleicht Religion mit Techno (oder EDM, das hängt davon ab, wie alt  – oder gebildet – ihr seid). Nicht gerade der neueste Vergleich versteht sich. Schon Doktorarbeiten wurden über das Thema verfasst: Der Disc-Jockey an Priester, hoch über den Massen, der von seiner DJ-Kanzel herab auf das Volk herab predigt, welches entrückt und in Trance der Sprache Gottes ausgesetzt ist (denn was anderes könnte die Musik sein, als die eigentliche Sprache Gottes?).

 

„Man sollte aber nicht elektronische Musik mit einem Gottesdienst gleichsetzen, sondern umgekehrt. Verstehste?“

„Mhm.“

„Also quasi so ein Weihnachtsgottesdienst als Twentyfourseven-Veranstaltung. Wie so n Festival. Nature One oder von mir aus (für die Dummen) Tomorrowland. Versteheste?“

„Mhm.“

„JEDE Stunde ein anderer Priester, so wie bei den DJs. (Mit verstellter Stimme Mayday-Announcer-Stimme) From Barbados! Priest Carl Cox!!! Verstehste?”
“Oh ja.”

“Und dann kommt der Carl noch oben und so: Oh yes! Oh yes! Oh yes! Und dann haut der voll seine Predigt raus. WAHRLICH ICH SAGE EUCH!“

„Hehe.“

„Und dann stehen da ein paar Ossis herum und maulen: Och Mann. Ick will lieber den DYÄH Rush hörn, wann kommt n derr?“

„Dein Ossideutsch ist auch so naja.“

„Egal. Verstehste? Und dann kommt Sven Väth auf die Bühne und der ist dann richtig gut, weißte, so wie früher? Und er so: WAHRLICH ICH SAG EUCH! GUDE LAUNE LEUDE!“ Alle drehen durch und Gott und Wiederauserstehen und Bombastisch… Und Mosaik-Fenster, voll auf Trip… Und so geht das dann weiter. Mit Camping und Heilsegnungen…“
„Heilsegnungen?“
„Und ALLE voll so am Abgehen: Halleluja! Und Ecstasy und Erlösung! Und voll die Liebe untereinander! Ohne Sex. Einfach nur so ne kindliche Drogen-Jesus-Liebe! Twentyfourseven! Verstehste? Und das Jesus Kind der Krippe! Und der Esel ist auch dabei! Und da kommen schon die Heiligen Drei Könige! Und Mürre… “

„Ja. Is ja gud.“

„Und dann so Sankt Martins mäßig: Statt Mäntel werden Pillen geteilt! Oder NOCH BESSER: Auf den Pillen SIND kleine Mäntel eingeprägt, die man dann teilen kann! Voll GEIL! JAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!“

Und dann lacht er wieder dieses Scheiße-Lachen. Und ich denke mir. Eigentlich eine lustige Idee, wenn dieses Gelache nicht wäre.

Religion

Die meisten Religionen sind für mich wie eine Umgehungsstraße, die um das Leben herumführen, durch ihren ständigen Zwang dieses einzige Leben welches wir kennen, auf eine Art Prüfung oder Bonuslevel zu reduzieren.

Die Umgehungsstraße führt zum gleichen Ziel, als wenn du durch die Stadt hindurch fährst, nur ist das Einzige was du dort sehen kannst, andere Teilnehmer, Verkehrsarchitektur und ein wenig Natur.

Fährst du durch die Stadt oder auf das Land, hast du alle Möglichkeiten das Leben in seinen verschiedenen Nuancen kennen zu lernen, du musst aber nicht jedes Geschäft (sei es ein Discounter oder eine Edel-Boutique), jede Veranstaltung (vom  Catchen, übers Bordell bis zur Philharmonie) oder jede Hütte (sei es an einem Ozean oder in einem Hochgebirge) besuchen; du kannst es aber.

Selbstverständlich bleibt dir, egal ob du durch die Stadt des Lebens oder außen herumfährst, jederzeit die Möglichkeit auf die Umgehungsstraße zu wechseln wenn dir das Chaos der Stadt zu viel wird, oder umgekehrt. Eine Vielzahl der Leute trauen sich das nur nicht, meistens nur nicht deswegen, weil sie von ihrer Lebensweise überzeugt wären, sondern einfach nur da sie Angst haben, ihre gewohnte Strecke zu verlassen um etwas Neues auszuprobieren. Sicherheit ist immer ein wichtiges Thema, selbst wenn wir sie gar nicht hinterfragen.

 

Wer weiß welche die richtige Strecke ist? Und natürlich stehen in den Büchern, auf die die meisten hier gemeinten Religionen sich berufen, sehr viele Wahrheiten und Errungenschaften, die das Leben verbessern können. Das Problem mit Büchern ist nur, dass das mit vielen anderen Büchern genauso ist. Und jedes Buch von Menschen geschrieben wurde.

Verdammte humanistische Gutmenschen!!

Er sagt:

„Es geht nicht darum wie viel wir essen, wie das Alles angebaut wird, was man den Bauern zahlt, den Lohnarbeitern, ob das Sklavenarbeiter oder Kinder sind. Es geht auch nicht darum wie wir unser Vieh behandeln, ob wir das Reihenweise abschlachten, ihm Antibiotika geben, es schlagen, Hormone hinein pumpen und die am Ende selbst mit fressen, oder weg werfen. Auch ob unser Getreide überdüngt wird, die Äpfel gespritzt oder irgendein Anti-Irgendwas-Mittel eingesetzt wird, dass den Boden verpestet und damit wieder uns… Es ist auch vollkommen egal ob wir unseren Müll trennen, keine Plastikflaschen mehr verwenden sondern Mehrweg-Produkte, ob wir unser Essen selbst anbauen.

Es ist egal. Denn dabei geht es nur darum einen Prozess aufzuschieben, der nicht aufzuhalten ist. Und jeder weiß es, wenn er nicht total verblödet ist.

Du kannst noch so viel Plastik aus den Meeren fischen, keine fossilen Brennstoffe mehr benutzen und gegen Tierhaltung sein. Du kannst sogar der Supervegetarier, der Superveganer werden, nichts mehr essen, was einen Schatten wirft: Es spielt einfach keine Rolle. Wirklich nicht.

Es ist nicht der Wohlstand der die Welt zugrunde richtet. Es ist der Humanismus. Die Mitmenschlichkeit. Denn wer jedem anderen auf dem Planeten zugesteht, dass dieser die gleichen Rechten und Vorzüge erhalten soll wie er selbst, mag ohne Zweifel ein guter, ein vorzüglicher Mensch, ja, ein Menschenfreund sein, diese globale Gleichberechtigung aller Wesen ist jedoch auch der Untergang der Menschheit wie wir sie kennen. Der Mensch wird nicht die Erde zerstören. Dafür ist er gar nicht stark und groß genug, denn das Leben wird – über die Jahrmillionen – wieder einen Weg finden zurückzukehren, dafür reichen, wenn Darwin Recht behält, das Überleben von Kleinstlebewesen. Doch der Mensch wird die Menschheit zerstören. Er wird sie vergiften, ertränken, und sich früher oder später gegenseitig auffressen, was er jetzt schon auf die eine oder andere Art macht. Das ist die Wahrheit. Und es mag der Menschheit ein paar Jahre bringen, wenn wir alle brav unseren Müll trennen. Und es wird sicherlich helfen, wenn wir eines Tages einen anderen Planeten urbar machen – dort aber werden wir nach demselben Prinzip verfahren:

Zuviel Population für zu wenig Raum. Das Pop-pen ist das Problem.

Und doch ist das Poppen genau das, was den Menschen ausmacht. Sein einziger Traum. Sex bis zum Umfallen und so viele Kinder wie man will.

Es gibt keine gegenteilige Bezeichnung zum Kindersegen. „Kinder sind ja so toll“. „Sie sind unsere Zukunft.“ „Sie sind unser Glück.“ Es gab Zeiten, da stimmte das. Doch wie dankbar werden unsere Kinder sein, wenn wir immer mehr Kinder in die Welt setzen? Wenn wir nicht nur die virtuellen Privatsphäre abschaffen, sondern die reale gleich mit, in dem wir so viele Kinder zeugen, dass es nur noch einen begrenzten Lebensraum gibt? Und all diese mehr oder weniger glücklichen Nachfahren wollen selbst immer mehr Kinder bekommen, denn schließlich wollen sie selbst auch glücklich sein! Und wer kann ihnen dieses Glück auch vergällen, denn schließlich sind wir Humanisten und stehen ihnen dieses Glück, unser Glück, ihnen auch zu! Bis es irgendwann einmal nicht mehr geht. Es werden Kriege folgen. Seuchen. Mord und Totschlag. Das wird das „Finstere Mittelalter der Menschheit“. Und nicht der Kapitalismus und die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wird daran Schuld tragen. Nein. „Schuld“ hat die Menschenliebe. Weil man jeden Deppen so sehr liebt, wie sich selbst – ganz egal ob DER einen liebt.

Das Kapital wie wir es kennen, nimmt keine Rücksicht auf den Menschen, außer denjenigen, der es besitzt. Der Kapitalist, der Reiche,  wird sich einen schönen Ort einrichten, in dem er gut leben kann. Und das ist richtig so. Er wird sich eine Blase schaffen, die er sich verdient hat. Alle anderen müssen draußen bleiben. Und das ist klug. Denn wenn man alle Heuschrecken gleichzeitig in das Paradies lässt, was wird dann geschehen? Oder anders gefragt: Was geschieht wenn man nur eine EINZIGE Heuschrecke hineinlässt? Werden dann mit der Zeit  nicht daraus zwei oder drei werden? Und wie geht die Geschichte weiter? Was wird aus den Sklaven von einst, mit denen wir Mitleid hatten? Seht nach Amerika. Seht nach Frankreich. Was aus all der „Nächstenliebe“ geworden ist…

Nächstenliebe muss man sich leisten können.

Denn der Nächste will das, was du hast. Nein. Er will es dir nicht wegnehmen. Der Nächste ist kein schlechter Kerl. Der Fremde ist nicht der Böse. Er will nur das GLEICHE haben wir du. Denn er denkt, er ist wie du. Und du behandelst ihn doch auch wie dich! Also wird er dir, nach und nach, das wegnehmen was du hast. Weil er so ist. Wie du. Du würdest doch genau das Gleiche wollen, wie du, oder? Du bist doch auch nicht schlechter. Siehst du, da haben wir es schon.

Wir brauchen Mauern um uns zu retten. Keine Brücken. Eine Brücke braucht man nur, um sich aus dem selbstverschuldeten Elend zu retten. Und ich kann nichts dafür, wenn irgendwo Krieg ist. Ich habe niemanden dazu gezwungen, Waffen zu kaufen oder auf wen zu schießen. Unsere Wirtschaft sagt nur: „Hier, das ist ein gutes Gewehr, bei seiner Handhabung wirst du keine Probleme bekommen.“ Seit wann ist Qualität ein Grund dafür, jemanden die Schuld zuzuschieben? Würden diese Leute nicht ihre eigenen Gewehre benutzen, wenn sie könnten? Natürlich würden sie das. Sie kaufen nicht unsere Waffen weil wir so nett sind, sondern weil sie gut schießen. Würde jemand anders sie herstellen, würden sie, sie dort kaufen. Ganz sicher.

Und welcher Flüchtling holt schon seine Familie nach? Ich bitte euch… Unsere Großeltern wissen wie man flüchtet. Mit nichts am Leib als dem nackten Überleben und die Kinder aufm Arm. Nachzug von Familien… Was sind denn das für Flüchtlinge? Und was ist das für ein lächerlicher Krieg? Unsere Gesellschaft wollen die unterwandern. Dass sind doch ALLE IS-Terroristen! Unsere Regierung verschweigt uns das nur! Und ich weiß aus sicherer Quelle – ein Freund von mir ist Polizist und war in München dabei – wie viel mehr Frauen da am Bahnhof vergewaltigt wurden; die dürfen nur nicht darüber sprechen. Weil die Regierung versucht die Leute ruhig zu halten, und die ficken unsere schönen jungen, weißen Frauen! Und denkt mal an die Schwulen! Wir holen uns den Henker ins eigene Land!

Nach und nach baut sich hier eine Parallelgesellschaft, mit Moscheen und Kopftuchmädchen auf und mit allem drum und dran…. Und stelle euch mal vor, WIR würden in der Türkei eine katholische Kirche hinstellen wollen! Hahaha! Hahahahahaha!“, lachte er, trank seine Binoade aus und ging auf die Straße mit seinem Plakat, auf dem stand: „Genug ist genug!“ Und brüllte: „Wir sind das Volk“

Meine Kollegin und ich sahen uns ein wenig ratlos an. Ich dann so: „Na ja. Mit dem Thema Überbevölkerung hat er wirklich recht gehabt.“

Sie: „Ja. Irgendwann wird es wohl viel zu viele Menschen geben. Wieso dann aber die Ausländer als erstes wegmüssen?“
„Das war doch schon immer so.“

„Verdammte humanistische Gutmenschen seid ihr!“ brüllte uns sein Kollege, der immer noch am Tisch saß, bisher aber nichts gesagt hatte.

Sie: „Wieso? Wir sagen doch, dass er Recht hat, dass viele Menschen weggehören, um den Rest zu retten. Ist es da nicht egal, welche Menschen weggehören?“

Und der Kollege brüllt nur: „Die ANDEREN gehören weg!“