Stereotyp – 4 – Die Reise in den Westen

Da saßen sie nun, eingequetscht in den „guten Wartburg“, wie Großvater sein treues Gefährt stets nannte. Am Steuer der Herr Papa, neben ihm auf dem Beifahrersitz die Mama, hinten die Großeltern und in der Mitte hilflos eingequetscht der kleine Paul, der damals noch ganz anders hieß. Mehrfach hatten sich die Großeltern darüber beklagt, Paul doch zuhause zu lassen, da es einfach viel zu eng auf der kleinen Rücksitzbank des Wartburg sei. „Das wird schon irgendwie gehen“, nickte der Vater mit seiner Zigarette im Mund nach hinten, „heute ist der Junge bares Geld wert. Auch für den wird uns die BRD Geld geben. Endlich zahlt es sich mal aus, ein Kind gezeugt zu haben.“ Da lachte die Frau Mama. Die Großeltern seufzten. Die Grenzen waren auf, das wussten sie. Und doch hatten die Großeltern, die fast ihr ganzes Leben in der Deutschen Demokratischen Republik verbracht hatte, Sorge, nicht mehr in das geliebt/verhasste Land zurückgelassen zu werden. In ihrer Welt waren noch keine harten Fakten geschaffen worden. Schließlich standen die Panzer der UdSSR noch vollbetankt und vor neugierigen Blicken versteckt im Land.

„Nicht nach Berlin“, gab der Vater die Marschrichtung aus. Dabei wäre es für die Familie näher gewesen, in der geteilten Landeshauptstadt in den Westen zu gehen. „Denn da wollen sicherlich alle hin. Die Ost-Berliner sowieso. Und bestimmt werden auch die Berlin Wessis mal in den Osten schauen. Da kommen wir doch nicht voran. Am Ende macht der Kohl die Geldschatulle zu. Ne. Wir fahren einfach über den Grenzübergang Marienborn.“

„Wird da nicht auch total überfüllt sein?“ warf die Oma ein.

„Das ist ja noch weiter!“, entrüstete sich der Großvater.

„Schnickschnack!“ winkte der Vater ab. Der Wartburg hatte sich schon auf den Weg gemacht. „So viel weiter ist das nun auch nicht.“ Und so ging sie los. Paul Flemings erste Reise in den Westen.  Sein Vater und seine Mutter waren in Hochstimmung und sagen zum Hohn alte Volkslieder der DDR. Dabei rauchten sie unaufhörlich wie die Schornsteine des deutschen Wirtschaftswunders. Die Großeltern saßen stumm und bockig auf der Rückbank. Paul konnte kaum aus dem Fenster sehen vor lauter Familie und Rauch um sich herum. Einerseits war es eine gute Wahl von Pauls Vater gewesen, nicht nach Berlin zu fahren, wo Hundertausende Menschen sich über die alten und neu geschaffenen Grenzübergänge drängten. Beamte verteilten Millionen Visa und vor den Sparkassen und Banken entstanden Menschenschlangen die über hundert Meter lang sein konnten. Das Problem mit dem Grenzübergang Helmstedt/Marienborn war nur: An diesem Tag sollten bis zu 14000 Autos die Grenze von Ost nach West überqueren, was erhebliche Wartezeiten erzeugte. Die Grenzbeamten der DDR waren heillos überfordert. Das Warten tat der guten Stimmung von Pauls Eltern keinen Abbruch. Soweit waren sie schon gekommen, die paar Minuten oder Stunden waren auch schon egal. Den Großeltern dagegen wurde in dem Auto-Meer aus Trabanten und Wartburg immer mulmiger. Die Füße taten ihnen weh und sie konnten die Euphorie der Menschen, die aus ihren Autos Johlten und Winkten wenn die Schlange sich wieder für einige Meter in Bewegung setzte, immer noch nicht ganz teilen. Irgendwann war es dann war es soweit. Ein sichtlich erschöpfter Grenzer winkte sie zu sich heran. Der Vater grinste den Beamten mit dem erschöpften Blick an. Der nickte nur und winkte sie weiter. Vater trat aufs Gas.

„Brauchen wir denn keine VISA!!“ Der Großvater beugte sich erschrocken zu seinem Schwiegersohn nach vorne.

„Ach scheiß drauf“, winkte der nur ab. „Glaubst du hier haben alle ein Visa?!“

„Aber was ist wenn sie uns nicht mehr zurücklassen?!“

 „Vater“, Pauls Mutter drehte sich zu ihrem Vater nach hinten: „Die werden noch froh sein, wenn wir überhaupt zurückkommen.“

„Ach…“, seufzte die Großmutter und nahm Pauls Hand. Paul lächelte sie an. Er hatte sie immer gemocht. Die kleine dünne, grauhaarige Mutter seiner Mutter. „Es war ja nicht alles schlecht“, seufzte sie dann noch.

„Außerdem werden die uns am Auto erkennen“, zwinkerte Pauls Vater in Richtung Rücksitzbank.

Die Familie war nicht nur wegen des Geldes in die BRD gekommen. Es ging darum endlich das tun und lassen zu können, was ein freier Bürger wollte und konnte. Das Geld war nur die beste, wenn auch peinliche Ausrede für die lange Fahrt. Die Freiheit die sie dabei genossen, war mehr wert als jeder Geldschein. Sie kamen sich auch nicht vor wie Bettler, als sie ein paar Kilometer später an einer Sparkasse in einem Menschenpulk anstanden, in welchem sie sofort neue Freunde fanden. Nur Ost-Deutschler waren hier: „Wie daheim!“ lachte ein Mann mit Schnauzbart im Alter von Pauls Vater sie an. „Und doch ganz anders“, nickte Pauls Mutter dem fremden Mann glücklich zu. Dann umarmten sie sich. Einfach so. Der Fremde und die Frau. Im Glück vereint. Und obwohl Pauls Vater von der eifersüchtigen Sorte war, hatte er nicht dagegen, wie ein anderer Kerl seine Alte in die Arme nahm. Nie wieder hatte Paul sich so viele Menschen umarmen sehen. „Als wäre Deutschland zu einer verdammten Sekte geworden“, spottete er später über diese Zeit. Zwar tat es allen Ost-Deutschen sichtlich gut das Begrüßungsgeld in den Händen zu halten, doch die Menschen waren nicht aus Gier hier. Tatsächlich war die Familie in dem Supermarkt, den sie nach der Sparkasse aufsuchten, ziemlich erschlagen von der Auswahl und dem Angebot. So etwas kannte sie von zuhause nicht. Und ein wenig mussten sie sich schon fragen, wozu der Westen diese riesige Auswahl überhaupt brauchte. Nein. Sie waren keine gierigen Menschen. Sie waren einfach nur hungrig. Ihr Hunger war von jener Art, wie ihn Jugendliche verspüren, die von ihren Eltern zulange zuhause eingesperrt werden, obwohl die Kinder wissen, was für eine faszinierende Welt dort draußen liegt. Sicherlich würde im Westen nicht alles besser sein. Doch sie hatten es sich verdient, sich ihr eigenes Bild von dieser Welt zu machen. Denn sie waren keine Kinder mehr. Und das Geld war nur ein Symbol für aufkommende Möglichkeiten. Paul durfte seinen eigenen Hundertmarkschein auf der ganzen Rückfahrt selbst in den Händen halten. Auch wenn der Herr Papa nachts, als sie wieder zuhause ankamen, ihm den Schein wieder abnahm. Für Paul reicht es, ihn überhaupt halten zu dürfen. Es war ein ganz neuer Schein und Paul hatte darauf geachtet, dass er an keiner Stelle zerknittern würde. Der Schein war wie eine Auszeichnung für Paul. Eine bedruckte Medaille. Hinten war das Brandenburger Tor. Vorne ein ernst und dennoch milde schauender Mann mit Hut.

„Endlich wieder daheim“, seufzten die Großeltern. Und hätten ihre Kinder sie gefragt, hätten sie zugegeben, dass dies ein ganz besonderes Abenteuer für sie gewesen war. Es stellte nur niemand diese Frage. Kaum in den eigenen vier Wänden angekommen umarmten sich Papa und Mama noch einmal und küssten sich lange. Dann sahen sie sich lange, vielleicht ein wenig zu lange, gegenseitig verliebt in die Augen. „Und morgen wird gepackt!“ lachte der Vater und klapste seiner Hiltrud auf den gut erhaltenen Hintern.

Sterotyp – 3 – Das Ende der DDR und das Ende von Paul Fleming

Paul Flemings Geschichte begann am 30. September 1989, als der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher um 18.59 Uhr auf dem Balkon des Palais Lobkowicz stand, um dort den mit Sicherheit bekanntesten Halbsatz der deutschen Geschichte auszusprechen: „Wir sind heute zu ihnen gekommen, um ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise…“ Die letzten drei Worte „…möglich geworden ist“ gingen im frenetischen Jubel der in die Botschaft in Prag geflohenen DDR-Flüchtlingen unter. Dieser Halbsatz markierte nicht nur das Ende der „Deutschen Demokratischen Republik“, er steht ebenso sehr für das Ende von Paul Flemings bisherigen Leben. Paul war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 7 Jahre alt, Bürger der DDR, und wie es bei einem Siebenjährigen anzunehmen ist, verstand er weder was gerade geschehen war, als seine Mutter und sein Vater sich weinend vor dem Fernseher in den Armen lagen, noch was für Auswirkungen dieses Ereignis für sein Leben haben würde. Das West-Fernsehen im Röhrenfernseher jubilierte. Vater und Mutter stießen lachend mit dem Marillen-Schnaps aus der großen Flasche an, dessen Geruch der kleine Paul immer so gemocht hatte. „Der erste Schritt ist getan“, frohlockte der Vater. Aus Spaß fügte er zu Pauls Mutter hinzu: „Hiltrud! Du kannst schon einmal die Koffer packen!“ Paul freute sich einfach mit seinen Eltern. Waren seine Eltern glücklich, war er glücklich. Der Junge war noch in einem Alter, in dem es nur einzelne Momente gab. Ereignisse, die scheinbar vollkommen zusammenhanglos einfach passierten. Es gab keinen großen Plan des Lebens. Kein Ende. Jeder Tag war für ihn: Einfach da. Auch wenn er langsam begann ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass die Welt einem gewissen Rhythmus zu folgen schien. Mit sieben hatte er keine Chance, zu erahnen was noch kommen konnte.

Paul wusste nicht viel über seine Eltern. Ob sein Vater bei der Stasi oder Maler war, spielte im Nachhinein ohnehin keine Rolle mehr. Nicht einmal, ob sein Vater beides war. Paul erinnerte sich als er erwachsen war nur noch an Fetzen seines kindlichen Lebens. Daran zum Beispiel, wie sein Vater immer recht spät, meistens nach Sonnenuntergang, von der Maler-Arbeit nachhause kam. Erst ging es in die Arbeit, dann in die Gaststätte. Schloss Paul die Augen roch sein Vater für ihn immer nur nach Zigaretten und Ketwurst. Oft war der Vater betrunken. Meistens war er betrunken. Doch ansonsten war er ein sanfter Mann, der hin und wieder einen Farbklecks in seinen blond gelockten Haaren übersehen hatte und wegen denen der kleine Paul seinen Vater immer wieder für eine Art Engel hielt. Der siebenjährige Paul liebte seinen Vater, wie die meisten Kinder ihre Väter lieben: Abgöttisch. Vater machte alles. Vater konnte alles. Vater wusste alles. Sein Vater war wie Gott. Ebenso wie seine Mutter. Zwei Seiten einer göttlichen Medaille. Ein einzelnes Wesen. Untrennbar miteinander vereint. Mutter. Die Mutter. Seine Mutter, die immer für Paul da war. Die ihm Geschichten im kalten Zimmer vorlas. Sogar die gruseligen, die der kleine Paul so sehr mochte, für die er eigentlich noch zu klein war. Was Vater nicht wusste, hatte die liebe Mama Paul schon längst beantwortet. Schloss der ältere Paul in Gedanken an sie seine Augen, sah er noch immer aus der bodennahen Kinderperspektive die Schürze seiner Mutter wie ein Ballkleid um sie herumschweben. Es ist schon merkwürdig in welchem Lichte wir die Menschen in Erinnerung behalten. Gerade jene Menschen, die uns am Meisten Unrecht angetan haben.  Paul liebte die Weihnachtszeit in der Kleinstadt. Und er liebte noch mehr die Plätzchen und vor allem den Teig, den die Mutter jedes Jahr zubereitete. Dann roch es so wunderbar nach Vanille in der ganzen Wohnung. Nicht einmal die unaufhörlichen, eigentlich alles erstickenden Rauchschwaden von Mutters „Cabinet“-Zigaretten, konnten den Geruch überdecken. Der junge Paul wusste nicht viel über die Zukunft. Dennoch war er sich sicher, dass in Zukunft jedes Jahr zur Weihnachtszeit ihre Wohnung nach Vanille riechen würde. Paul war davon so überzeugt, wie es nur Kinder sein können. Seine Überzeugung war so stark und widerstandsfähig wie eine Burg, die von fleißigen Handwerkern in einen Felsen hineingehauen worden war. Was hätte auch geschehen sollen? Für das Kind war die Zukunft klar umrissen.

Am 9ten November fiel in Berlin die Grenzmauer, die 28 Jahre lang den Osten vom Westen der Stadt getrennt hatte. Die Deutschen lagen sich freudig in den Armen und die Welt blickte ungläubig auf die friedliche Revolution im ehemals so kriegerischen Deutschland. Im Hause von Pauls Familie saßen wieder Alle beisammen. Zu den Eltern hatten sich die Großeltern und ein paar Nachbarn gesellt und zu dem Marillen-Schnaps wurde Bier gereicht.  Selbstverständlich lief das West-Fernsehen nebenbei, auch wenn die Familie mit ihren Freunden gedanklich schon einen Schritt weiter war. Pauls Eltern begrüßten die Wende und das augenscheinliche Ende der DDR mit hochgehaltenen Gläsern und sahen schon goldene Zeiten auf sich zukommen. Die Großeltern und Nachbar dagegen blieben skeptisch. Zu viel war geschehen die letzten Monate. Zu hart war die Polizei der DDR gegen seine eigenen Bürger vorgegangen. Und wer konnte schon wissen welchen Plan die Genossen aus Russland für Deutschland vorgesehen hatten? Glasnost hin, Perestroika her. Woher sollten einfache Leute wie die hier versammelten wissen, wie stark Michail Gorbatschow wirklich im eigenen Staatsapparat war? Und würden die sowjetischen Truppen tatsächlich in den Kasernen bleiben? Da konnte ein Sekretär für Informationswesen namens Günter Schabowski noch so viel von einer neuen Regelung für Reisen in das westliche Ausland erzählen. Konnte und durfte Schabowski das überhaupt entscheiden? „Da könnt ihr euch noch so viel freuen und Bier trinken. Abgerechnet wird immer erst am Ende“, dozierte der Großvater. Doch. Pauls Eltern hörten gar nicht zu. Es gab nur noch immer mehr Schnaps und Bier, gepaart mit der lautgefeierten Hoffnung, den Sozialismus endlich hinter sich zu lassen und Teil der BRD zu werden. Teil der sozialen Marktwirtschaft. Endlich würde es in der DDR auch vorangehen. Die Großeltern sollten sich darüber freuen, so etwas noch erleben zu dürfen. Der kleine Paul würde eine spannende, ja, eine fantastische Zukunft vor sich haben. Er müsse nicht mehr Teil des Staatsapparats werden um etwas zu werden; Paul könnte nach dieser Nacht schlichtweg ALLES werden.

Dabei begriff der kleine Paul auch heute nichts von den weltverändernden Ereignissen, die sich direkt vor ihm abspielten. Ebenso wie er die Worte Genschers in Prag nicht deuten konnte, genauso wie er die Diskussionen um die Anfang September begonnen Montagsdemonstrationen im Familienhaus und in der Nachbarschaft nicht entschlüsseln konnte, verstand er auch heute nicht was da im Fernsehgerät gezeigt wurde. Paul sah mit seinem kindlichen Verstand nur ein paar merkwürdige Leute auf einer Mauer an einem merkwürdigen Tor herumzutanzen. Auf dem Tor war ein schöner Reiterwagen. Paul wunderte sich noch, warum keiner der Erwachsenen der toller Reitwagen auffiel. Ansonsten wurde viel gelacht im Fernseher. Dann interviewten für Paul unsichtbare Reporter, von denen er nur das Mikrofon sehen konnte, eine Vielzahl von Menschen. Einige von den Interviewten waren total erschlagen vor Euphorie, während andere angaben, dass dies nur das logische Ende der letzten Wochen und Monate war. Irgendwie war das Ganze wie Silvester für Paul. Mit diesen scheinbar unendlichen Menschenströmen im Fernseher und dem Alkohol zuhause. Alles schien ein großer Geburtstag oder gleich ein Staatliches Volksfest zu sein. Dazu zeigten die Kameras immer wieder die Bilder von Trabanten und einem Schlagbaum. Viel gefahren wurde also auch. Wo und wohin blieb für Paul auch nach mehrmaligen Erklärungen des Vaters unklar. Um den Vater aber nicht zu verärgern, nickte Paul einfach dem freudigen Papa zu.

„So oder so“, erklärte der Nachbar Schmid mit hochrotem Alkoholkopf, „muss man jetzt mal schauen wie es da drüben so ist. Es gibt doch auch sicherlich noch Begrüßungsgeld.“

„Begrüßungsgeld! Stimmt!“ Pauls Familie lachte. Wenn sich jemand ein wenig Luxus verdient hatte, dann die Bürger der DDR. Dieses Begrüßungsgeld wurde schon den 70ger Jahren Bürgern der DDR gezahlt, wenn sie es schafften in den Schwesterstaat BRD rüber zu machen. Der alte Lohmeyer hatte davon einmal erzählt. Weil der Freund von seinem Schwager hatte vor ein paar Jahren… Und letztes Jahr sollte es sogar erhöht worden sein. Auf 120 Mark! Auch wenn diese Information sich am nächsten Tag teilweise als falsch herausstellen sollte (das Begrüßungsgeld erhöhte sich nur auf 100 D-Mark), waren Pauls Eltern festentschlossen gleich morgens in die BRD zu fahren und sich das Geld abzuholen. Und sich die BRD einmal anzusehen. Es musste am nächsten Tag sein. Denn der nächste Tag war ein Freitag. Das musste unbedingt noch vor dem Wochenende erledigt werden. An Arbeiten war ohnehin nicht zu denken.

„Aber es sind 4 Stunden Fahrt von hier!“ wand der Großvater ein, worauf Pauls Vater nur mit glasigen Blick antwortete: „Und wenn es 40 wären! Jetzt dürfen wir endlich rüber!“

So stieg ein paar Stunden später die ganze Familie in das alten „Wartburg“-Auto des Großvaters. Zwar hatte Pauls Vater vor Jahren selbst einen Trabanten beantragt, doch selbst wenn dieser bewilligt worden wäre, hätte er kaum das Geld aufbringen können, um ihn zu bezahlen. Doch ab heute war alles anders. Wartezeiten sollten der Geschichte angehören. Die Bürger der DDR hatten lange genug gewartet.