Greenfields Open-Air-Festival in München. Es war der 08.07.2018

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Das Problem bei einem Sonntagsfestival sind die Tage danach: Absolute Zerstörtheit. Schließlich ist man keine 17 mehr. „Siebzehn“ ist in diesem Fall keine willkürliche Zahl, denn schließlich bin ich einer der Wenigen, der 2001 auf dem ersten „Greenfields“ auf der Pferderennbahn in München/Riem dabei war. Schwer zu sagen ob man darauf stolz sein soll oder sich schämen müsste. Zur Zeit um die Jahrtausendwende waren diese „Sven Väth“-Sonntagsfestivals gerade in Mode. Sven legte auf ner Burg auf, Sven legt in ner Kiesgrube auf, Sven legt an nem See auf; natürlich auch auf dem „Love Family Park“ oder eben bei uns in München. Wo wir. 21 Jahre alt und ordentlich durch geraved, das Prinzip von solchen Tagesveranstaltungen noch gar nicht ganz verstand. Okay. Da war der Sven. Kennt man. Wegen dem ist man da. Guter Typ. Und er war der einzige der seine Platte drehen lies, bis auf einen oder ein paar Münchner Locals im Vorprogramm. Doch was sollte das mit dieser Sonne? Mit diesem freien Himmel? An einem Sonntag? Warum nicht einfach Techno-Keller oder altes Heizkraftwerk, wie sonst auch immer? Daran war doch nichts falsch gewesen…

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2018 gibt es das „Heizkraftwerk“ auch schon seit 15 Jahren nicht mehr – und das „Greenfields“ hat statt einem Floor gleich drei. Der Sven kommt aber immer noch. Wie in jedem Jahr. Auch wenn seine Sets für meinen Geschmack immer unspektakulärer geworden sind. Er hat noch diesen Spirit die Massen zu begeistern, leider fehlt es ihm aber an der gewissen Verve, dem unbedingten Willen. Er scheint etwas zu sehr in sich zu ruhen, ein wenig zu satt zu sein. Zwar sind da noch immer die famosen Einzelaktionen, das Begeisternde, dass er mit sich bringt. Am Ende aber ist er ein Schatten seiner selbst, wenn man ihn früher kannte.

2018 ist DJ-Altmeister Väth gut vergleichbar mit der deutschen Nationalmannschaft.

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Es hat ja auch seine Vorteile, dass der Sven nicht mehr alles alleine machen muss. Gerade eben richtig zur letzten halben Stunde von Kollege „Kölsch“ schlugen wir an der Mainstage auf. Der dänischer Kompakter hat mir schon auf dem „Contact Festival“ gut gefallen. Nicht zu langweilig. Nicht zu knüppelig. Schöne Töne. Verknarzte Flächen. Macht er richtig gut, der Mann mit dem furchtbaren Hut.

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Allzu viel mehr bekamen wir dann auch nicht mit. Ich fand mich zum Set von „Maceo Plex“ in der Sonne wieder. Im Liegestuhl. Die Frauen schwenkten ihren Aperol im bauchigen Echtglas. Wir chippten uns den Jägermeister rein. Große Gesten. Viel zu lautes Lachen. Peinliche Fotos. Und die Frage, wann Techno denn nun wirklich starb. Damals, als es zum ersten Mal was ZU ESSEN auf nem Techno-Festival gab. Oder jetzt, als die AOK original einen Stand auf dem Greenfields hatte. Verkehrte Welt – gekreuzte Gläser. Schön mit den Freunden in der Sonne.

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Und dann geht es weiter im Selfie-Wahn, rüber zur nächsten, schattigen Bühne, wo der Blick trotz überteuerter Getränke immer trüber wird und die Frage, ob das schon Matthias Tanzmann ist, mit „Maya Jane Coles“ beantwortet wird. Getanzt haben wir eh nicht wirklich, den ganzen Tag über nicht. Es war mehr so ein Hin-und-Her-Schmofen, wo man bei der halb abgerauchten Kippen schon an das nächste volle Glas dachte, und umgekehrt. Schlagartig, ohne wirklich zu wissen wie man dorthin gekommen ist, lagen wir dann auf DER DECKE auf dem grünen Hügel und quatschten die Leute zu. Der Torsten aus Niedersachsen war da. Später das Pärchen aus Tirol drüben beim dritten Floor. Und noch einer von sonstwo, bei dem ich mich bei aller Liebe wirklich nicht mehr daran erinnern konnte, was für einen Schwachsinn ich an den armen Kerl hin gelabert habe – egal. Lauter nette Leute von sonst wo her, wo ich mir gar nicht erklären konnte, warum die an einem fuckin Sonntag in München sind. Und alle sagten: Weil die Leute hier so nett und chillig sein. Baffheit von meiner Seite aus. Das ist zum Glück nicht mehr das München meiner Jugend, als die musikalische Qualität mir viel wichtiger war als die dort kennen gelernten Leute, da diese sich tatsächlich oft für was besseres hielten. Wir aus Nähe Augsburg waren für die immer der eigentliche Techno-Strich gewesen. 2018 hatten sich alle lieb.

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Rodhad“ bolzte mir ein wenig zu sehr. Bis wir uns alle dann doch natürlich wieder drüber beim Sven trafen. Sven Väth wie immer; Kleiner Mann ganz groß. Und dann war der Tag auch schon wieder vorbei. Hat wie immer sehr viel Spaß gemacht. Vermutlich nächstes Jahr wieder. Warum auch nicht?

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Erst am nächsten Tag, als ich die Fotos auf dem Handy durch flippte, wurde mir klar wie viele Bilder ich von uns geschossen hatte. Zahlreiche Lichtbilddokumentationen davon, wie wir immer mehr in den Suff abglitten und dabei sichtlich Spaß hatten. Gewagte These: Selfies und Gruppenbilder mit Freunden sind die eigentlichen Umarmungen in den ersten zwanzig Jahren des neuen Jahrtausends. Festgefroren auf des Displays unserer digitalen Rechtecke. Und bei aller Kritik: Irgendwie ist das doch auch was Tolles.

 

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4 tote Kinder

Meine Nachbarin ist ein Idiot. Kein schlechter Mensch. Nur ziemlich dumm. Die Wohnung unter uns ist ihre erste Wohnung eigene und die Monate haben gezeigt, dass sie alleine fast nicht überlebensfähig ist. Sie trifft ständig die falschen Entscheidungen und hängt mit den falschen Leuten herum. Schon komisch: Früher war ich einer der „falschen Leute“. Heute treffe ich ein Urteil über sie.

Sie genießt es augenscheinlich nicht mehr unter dem wachsamen Auge ihre Mutter leiden zu müssen. Sie hat ständig verschiedene Typen. Drogenleute. Auch nicht von der hellsten Sorte. Was mir natürlich vollkommen egal ist. Hauptsache. Es ist nach 10 Uhr abends ruhig und mir parkt keiner die Einfahrt zu. So bin ich geworden.

Die Typen kommen und gehen. Und sie ist nun wirklich nicht die Schönste. Aber so ist das bei einer Frau, wenn zwischen ihren Beinen Tag der offenen Tür ist. Klar tut sie mir irgendwo leid dafür, dass sie sich ständig ausnutzen lässt und von den Typen nur verarscht wird. Das hat sie mir selbst erzählt. Doch jeder trifft seine eigenen Entscheidungen.

Vor etwa einem Jahr klopfe es an unserer Haustüre. Die Nachbarin. Sie wollte mit meinem Lebensgefährten sprechen. Er ist raus und dann wurde laut an der Türe geredet. Eine halbe Stunde lang. Und am Ende sagte sie, mein Freund solle mir davon nichts, was ich die ganze Zeit im Zimmer nebenan mit dem Kindl auf dem Schoß schon mitgehört hatte: Sie war schwanger. Und mein geliebter Freund, seines Zeichen Doktor der Medizin, gab ihr ein paar Ratschläge. Zwei Wochen später war sie nicht mehr schwanger. Und mit den Tipps zur Empfängnisverhütung sollte es auch so bleiben.

Ein halbes Jahr später klopfte es wieder an der Türe. „Es ist schon wieder passiert.“ „Wie es ist SCHON WIEDER passiert?!!“ Mein Freund war außer sich. Was für ne Assi-Braut. Sie wusste nicht einmal, von wem das nächste Kind war. Zweifelhaft ob sie es beim ersten wusste. Mein Freund führte ein sehr ernstes, weniger empathisches Gespräch mit ihr, als beim ersten Mal. Und zwei Wochen später war sie nicht mehr „in froher Hoffnung“. Es war für alle Beteiligten der beste Weg. Wie sollte eine Frau wie sie auch noch für ein weiteres Leben Verantwortungen übernehmen, wenn sie es nicht einmal für sich selbst kann?

Vor ein paar Jahren stellte mir ein Freund eine Bekannte von ihm vor. Ich freundete mich mit ihr an. Ein Jahr und 5 Monate vor dem heutigen Tag, stellte sie mir ihren neuen Freund vor. Ein Pfundskerl. Wenn auch ein wenig klein an Wuchs. Sie wollte immer Kinder bekommen. Doch wegen einer Operation in ihrer Vorgeschichte war die Wahrscheinlichkeit gering. Sie wurde trotzdem schwanger. Wir freuten uns alle sehr für sie. Und dann auch noch Zwillinge. Doppeltes Glück. Die Wochen, ein paar Monate gingen ins Land, bis die Herztöne der Zwillinge verstummten. Nicht nur der Himmel weinte. Das Wehklagen wimmerte stumm aus unseren Telefonen, als unsere Daumen die Kurznachrichten verschickten. Ich hätte nicht gewusst, was mein Mund an direkter Sprache hervor gebracht hätte. Was kann es schlimmeres für eine Frau geben, als ihre toten Lieblinge gebären zu müssen?

4 tote Kinder.

2 die unbedingt gewollt wurden, aber nicht lebensfähig waren.

2 die wahrscheinlich lebensfähig waren, aber von keinem gewollt wurden.

Nur in Märchen ist das Leben fair.

Und die ganze Welt schaut auf die Fußball-WM.

Szenen eines wüsten Lebens

Nach den Show-Kämpfen der aufgepumpten Wrestling-Monster ging es dann doch nicht mit dem Taxi, sondern ganz gesittet mit der Bahn zurück nach Augsburg. Gefühlt hatten wir unsere Cocktail-Kunststoffbecher noch in der Hand, als wir in das Abteil stiegen. Dann wurde geredet. Wobei wir nie aufgehört hatten zu reden. Sei es während der Wrestling-Show, dem Kaufen der Getränke und Würste, nicht einmal beim Essen. Schon gar nicht mit dem Becher im Mund. Ständig wurde was erzählt. Wohl wissend, dass bis morgen, spätestens bis Augsburg, eh schon wieder alles vergessen sein würde, was der andere da palavert hatte. Auch schon Wurscht. Irgendwann würde man das schon noch einmal hören, in diesen Kreislaufen an ständigem Gerede. Also zwei bis drei Mal würde man die Themen sicherlich noch erwähnen. Warum dann zuhören? Es ging irgendwie um Drogen und Frauen, was selbstverständlich und bei genauerer Betrachtung das Gleiche ist und immer war. Wobei es wie immer mit den Drogen ein ernsteres Ding ist, als mit den Frauen. Drogen sind einfach eine sicherere Sache. Denn bei denen geht es immer um einen selbst. Teilweise wurde dann auch so offen und laut daher geredet, gerade weil man sich in diesem öffentlichen Raum befand. Die Zunge ist immer lockerer, wenn es jemand gibt, der zuhören muss, dir gegenüber sitzt, und dich nicht schon 20 Jahre kennt. Jemanden, den du jetzt und dann nie wieder siehst. Der eigentlich gar nichts von dir hören will. Und dann doch die Ohren spitzt. Wenn du Kokain sagst. Blowjob. Oder „Geld ist nicht das Problem“. Wir redeten also wie pseudocoole Proleten daher, während wir tatsächlich unsere Handwarmen, gestohlenen Cocktail-Gläser einander zu schwenkten. Die restlichen Passagiere Geisel nehmend.

In Augsburg angekommen ging es dann per Taxi zur Partymeile, in die Maxstraße. Die Straße in Augsburg, in der man sich für ein betuchtes Taschengeld ordentlich betrinken kann. Bitte noch einmal in fett: Betucht und ordentlich. Vor dem Club stand keiner aus den Türstehern. Und wir zwei Gesichter würden gleich mal gar nicht rein kommen. Richtig. Wir hatten ja noch die Wrestling-Kleidung an. Eine Minute später waren wir drin. Man muss nur wissen was man sagen darf.

Unten im Keller war schwer der Chartssound an. Und außer uns keiner. Pfingstsonntag. Nicht gerade DER Tag für die Location. Cocktail-Zeit. Da kam dann auch schon unser Mann aus der Seitentüre. Großes Hallo! Wie geht’s und war´s denn so? Ganz gut. Hände wurden geschüttelt. Floskeln und Wahrheiten getauscht. Der Besitzer freute sich sichtlich uns zu sehen. Schon komisch wie sich manche Menschen entwickeln. Schon seit der frühen Jugend kennen wir drei uns. Von der Schule. Vom Ticken. Dann hat er Underground-Techno aufgelegt und Partys organisiert. Bis die Sache mit dem Metal-Label kam. Voll Hardcore. Und jetzt betreibt er hier diesen Charts-Club, in dem die Moet-Flasche zu jedem guten Gespräch dazugehört. Man muss machen was geht. Sonst winkt das Armenhaus. Mit Ende dreißig verstehen wir das.

Einen Handzeig später sind wir hinten im weniger glamourösen Teil des Ladens, in den uns die Türstehers vorhin gar nicht rein lassen wollten. So kann es gehen. Wir stehen zwischen vollen und leeren Cola- und Bierkisten. Aschen in offenstehende Bierhälse. Von drinnen dröhnt der Bass. Wir reden über die Gegenwart und die Vergangenheit. Netflix und was das alles noch wird. Die Großunternehmer. Und ich. Und ich komme mir ganz klein vor. Als einziger Angesteller hier. Während die ihren Traum leben. Und trotzdem sind wir auf dem gleichen Level.

Wichtig ist: Die Leute mögen. Nichts von ihnen wollen.

Ein paar Wochen vorher waren mein Wrestling-Freund und ich in ner Techno-Kneipe gewesen. Wo sich die dichten Boys an meinen Kumpel anbiederten. Nur um irgendwann einmal das doppelte oder fünffache von meinem Freund mit den Connections zurückzubekommen. Pure Berechnung. Beschissene Scheinheiligkeit. Rückblende in die Zukunft: Ich kann von meinen beiden Jungs hier fast alles bekommen. Von einem sogar mit Sicherheit. Seien es Umsonstdrinks. Gästelistenplätze oder was für die Nase. Nicht weil ich so toll wäre. Sondern weil ich die Jungs einfach mag. Und sie es von mir auch bekommen würden. Es muss Ehrlichkeit dabei sein wenn man sagt: „Ich finde es toll was du da machst.“ Ohne dabei zu meinen: „Ich finde es toll, was du für mich machen kannst.“

„WWE“ Wrestling live in München, es war der 20.05.2018

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Als wir noch kleine Jungs waren, liebten wir die WWF, die Wrestling-Show aus den USA. Es war die Zeit des Brad „the hitman“ Hart, Hulk Hogan, dem Undertaker oder wie die ganzen Figuren auch so hießen. Als Kind sind diese Heldengeschichten natürlich toll. Große Männer, fast schon Superhelden, die sich „auf die Fresse“ geben. Wie groß die Versuchung ist auf solchen Heldenbildern hängen zu bleiben, sieht man an der Entwicklung des Massentauglichen Kinos der Gegenwart. Das Marvel-Kino, dessen Produkte ständig Einspielrekorde brechen, zeigt an was passiert, wenn Kinder nicht erwachsen werden wollen. Wir, die Konsumenten, bleiben die ewigen Kinder und träumen uns Fantasy-Welten zusammen. In diesen Traumwelten, in denen nie jemand verletzt wird, höchstens durch ungeplante Unfälle,  gibt es den ständigen Kampf zwischen gut und böse, der uns die Tristesse unseres eigenen Lebens vergessen macht. Einerseits würde ich es gern kaputt schreiben, diese Flucht in eine andere Welt, andererseits ist das nur natürlich, wenn man mit der Komplexität der Gegenwart nicht klar kommt und sich deswegen in eine geordnete Welt flüchtet, die übersichtlich und gleichzeitig spannend ist.

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Selbstverständlich ist Wrestling totaler Quatsch. Männer und Frauen schlagen aufeinander ein, ohne sich tatsächlich zu treffen oder auch nur den kleinsten blauen Fleck davon zu tragen. Doch selbst wenn man das weiß, kriecht einem hin und wieder ein „Boah“ aus dem Mund wenn man sieht, wie die Athleten durch geworfen und aus dem Ring fliegen. Das IST spektakulär. Und es ist auf eine bestimmte Art auch ECHT. Was man da sieht ist große Körperkunst. Aber halt ohne Brutalität. Das ist ebenso absurd wie faszinierend.

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Jeder der „Kämpfer“ hat seine eigene Geschichte. Jeder hat seinen Charakter, seine Hintergrundgeschichte, seine Gesten, die das Publikum sowohl mitreißen, oder auch abstoßen soll. Seien es die erhobenen Zeigefinger eines Daniel Bryan, zu dem das Publikum bei jeder Bewegung „Yes“ ruft oder das Zerreißen seines T-Shirts durch den Bulgaren Rusev, der sich, um das Münchner Publikum zu provozieren, vor und im Kampf ein Trikot von Real Madrid anzog, um die Bayern zu verspotten (da erst kürzlich Real Madrid den FC Bayern aus der Fußball Champions League schoß). Jeder ist ein Teil des Balletts der Körper. Das ist Show, das ist Theater, das ist Unterhaltung. Ich glaube, amerikanischer geht es nicht mehr. Na und?

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Den größten Star den das Wrestling,  ich glaube sogar das WWE, hervorgebracht hat, ist Dwayne „the rock“ Johnson. Dieser Musterknabe ist ein gutes Beispiel dafür, wie die „Kämpfer“ heutzutage aussehen. Durchtrainiert, aber charismatisch. Ebenso die Frauen, die wie die besseren Pornostars auftreten. Es ist nicht schmuddelig und plump, spielt aber Aufgrund der zur Schau getragenen Nacktheit mit diesen Begriffen. Und natürlich ist das Acting der Schauspieler oftmals einfach nur schauderhaft schlecht. Gerade im Ring, wenn man so getan wird als würde man Schmerzen empfinden. Oder als würde der Badboy nicht damit klar kommen, dass das Publikum einen nicht mag. Ja. Das ist alles Bullshit. Und jeder muss sich selbst dafür entscheiden, ob er das mag oder nicht. Seichte Unterhaltung, für schwere Leben.

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Wir haben für die Ringkarten je 120 Euro ausgegeben. In der vorletzten Reihe. Das ist nicht nur ein stolzer Preis. Das ist einfach überteuert. Und dumm. Schließlich kannten wir keinen einziger „Kämpfer“ und haben uns das nie wieder im Fernsehen angesehen. Wir waren mehr damit beschäftigt Cocktails in uns hinein zu schütten und Wetten darauf abzuschließen, wer wohl den nächsten Kampf gewinnt, als uns auf die Show wirklich einlassen zu können. Für viele andere Besucher dagegen war das Event ein Highlight. Und wir taten gut daran den anderen die Show nicht kaputt zu reden. Ist es denn nicht genauso lächerlich, wenn Millionen Leute bei einer Fußball-WM ihren Teams zu jubeln? Ist doch alles nur ein Spiel. Ist doch alles nur Show. Nach einem Wrestling- wie Fußballmatch ist nichts geklärt oder bereinigt. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Es geht nur darum, wie du dazu stehst. Ich werde nicht mehr zur WWE gehen. Mir war der Ring zu niedrig und ich konnte von meinem Platz aus die Show am Boden des Ringes nicht sehen (das war wie im Augsburger Eishockey-Stadion, wo man eine lange Zeit als Zuschauer nicht überall das Eis sehen konnte). Und auch ansonsten war es eher so na ja. Aber was solls? Ist halt nicht meins. Nun. Dann ist es vielleicht eures. Das ist doch auch okay. Und diesen einen Kick von AJ Stiles gegen Nakamura will ich dann doch niemanden vorenthalten, denn von unserem Platz aus war es der einzige Treffer, der wirklich ins Ziel ging.

Das ist wie bei der Formel Eins. Wenn Idioten nur für die Unfällen hingehen.

Der größte Wermutstropfen war für uns lächerlicherweise, dass wir nicht mehr diese großen Jubelschaumstofffinger kaufen konnten. Diese riesigen Hände, die man sich über die eigene Hand stülpt. Den. Hätte das Kind in uns doch gerne gehabt.

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Absolution – 20 – Männer vergewaltigen Frauen

Paul. Beide. Der reale und der Dschungel-Paul. Lebten bis hierhin ein privilegiertes Leben. „Schicksalsschläge“ waren etwas für Großeltern oder Verwandte. Eine konstante Größe, von der man zwar weiß, dass es sie gibt, die mit dem eigenen, subjektiven Leben jedoch nicht viel zu tun haben. Haustiere sterben. Großeltern erkranken. Die Kinder von Nachbarn. Dass waren bisher die Adressaten von Schicksalsschlägen. Das Leben hatte bis zu diesem Punkt einen genauen Rahmen. Einen berechenbaren Ablauf. Der Tod war etwas, das leise und doch heimlich angekündigt über Nacht kam. Sich seine Ziele ohne großes Tamtam aussuchte. Es wurde ein wenig Geheult und Gewehklagt. Dann war es auch wieder gut. Die zerstückelte Leiche seines Freundes im Blut der Bestie dort im hohen, niedergetrampelten Grase liegen zu sehen, war etwas vollkommen anderes. Paco hatte sein Leben noch vor sich. Wer weiß, vielleicht wäre er eines Tages Anführer der Ma-Fag geworden? Sicherlich wäre er zu einem stolzen Krieger herangereift. Einer jener stolzen Krieger, die tatsächlich nur Jäger sind und ihre Kriegskunst so gut wie nie unter Beweis stellen müssten. Paco. Und das wusste Paul in diesem Moment, in dem er nicht weinen wollte, war all das Gute gewesen, was Paul nicht war. Dieser Gedanke war affektierter Blödsinn. In der Tatsächlichkeit des Todes seines Freundes war es nicht weniger als die Wahrheit. Das. Hatte Paco nicht verdient. Warum musste das geschehen? Gerade eben hatte er doch noch verdient gelebt… Wie kann man so schnell unverdient sterben?

Obwohl Pauls ganzer Körper schmerzt, schiebt er die stinkende Bestie zur Seite und nimmt sich das Beil aus dem Schädel, der nichts mehr mit seinem Freund gemein hat. Das ist nur eine zerbrochene organische Statue. Eine Hülle. Ein Irgendwas… Nur kein Mensch.

Pauls Hände sind voller Blut. Das Blut aller Beteiligten vermischt sich auf seinen Handflächen.

Er hebt seinen Blick und sieht traurig zu der blonden Frau hinüber, die das mörderische Monster auf ihn gehetzt hat. Sie steht noch immer an Ort und Stelle. Nur bedecken ihre Hände nicht mehr ihren Körper, sondern hängen schlaff an ihren Seiten herab. Sie ist der Spiegel zu der grausamen Szene, dessen Mittelpunkt jetzt nur noch Paul ist. Zusammen ergeben sie, Frau und Mann ein die Wirklichkeit erklärendes Kunstwerk. Sie ist das pralle Leben. Hier bei Paul. Ist nur der Tod. Traurig begutachtet Paul ihren Körper. Ihre Schönheit bedeutet ihm nichts mehr. Die anderen Frauen sind davon gerannt oder verstecken sich irgendwo. Paul ist es gleich. Er sieht nur die Blonde mit dem starren Blick an; ihr Mut, ihr Stolz, ihr Überlebenswille, alles das ist aus ihrem Blick verloren. Sie weiß. Sie hat verloren. Und sie weiß auch, wie diese Geschichte weitergeht. Jede Frau in dieser Situation weiß das. Wie vor dem Kampf der beiden Jünglinge mit dem Monster gibt es nichts zu diskutieren. Sie weiß dass Paul gleich zu ihr hinübergehen und sie vergewaltigen wird. Es ist das Selbstverständlichste der Welt. Diese Tatsächlichkeit das unablässig Frauen auf diesem Planeten vergewaltigt werden, ist ein stilles Geheimnis, dass nur allzu gerne von jeglicher menschlichen Gesellschaftsform verschwiegen wird. Es geschieht überall, auf der ganzen Welt. Es passiert dann, wenn Frauen komplett dem Willen von Männern ausgeliefert sind. Bei Geiselnahmen oder Extremsituationen ist es ebenso der Regelfall, wie das daran verknüpfte Schweigen darüber: Männer vergewaltigen Frauen, sobald sich die Möglichkeit dafür ergibt. In den Nachrichten wird selten darüber berichtet, während in fiktionalen Geschichten wird der Mann als Edelmann dargestellt, der solche Situationen nicht ausnutzt. Doch das ist eine Lüge, die keine Opfer schützt.

Männer vergewaltigen Frauen, wenn sie glauben damit ungeschoren davon zu kommen. Moral ist etwas für Mittäter und Voyeuristen. Denn Männer sind triebhafte Tiere, die gerade in Ausnahmesituationen nur eines wollen: Macht. Eine Macht, die sie sich ihr Leben lang wünschen und doch nie erlangen können. Sie wollen ihre unterdrückten Komplexe ausleben. Wollen der Alpha-Mann sein. Mindestens der Beta-Mann. Hauptsache ein Mann, der sich über die arroganten und herabwürdigen Blicke der Frauen hinwegsetzt und sich endlich das nimmt, womit die Frauen ihnen vor der Nase herum wedeln und womit sie sie verspotten: Ihr Übermaß an Sex, von dem sie eine schier endlose Menge zu besitzen scheinen. Jeder Mann. Jeder Mann ist ein Tier. Dass sich das nehmen will, was er sieht. Und ein Leben lang den Zivilisierten zu spielen, ändert gar nichts. Die Wünsche und Phantasien bleiben die Gleichen. Männer wollen Götter sein. Und jeder Gott braucht seine Schöpfung…

Gleich würde sie vergewaltigt werden. Gleich würde er sie zerbrechen. Aus Rache. Dafür. Dass sein Freund gestorben war.   Seine Sexualität würde sie bestrafen – und für immer verändern. Er würde etwas in ihr Zerbrechen, das nie wieder heil werden könnte. Dass sie nachts weinend aufwecken würde. Woran sie jedes Mal denken müsste, wenn sie Verkehr mit ihrem Mann haben würde. Gleich würde es geschehen, diese unabänderliche Veränderung. Die in der Natur der Männer liegt und den Frauen aufgezwungen wird. Gleich würde für immer alles zu spät sein. Gleich würde der „point of no return“ überschritten sein. Gleich. Würde sie sich wünschen lieber tot zu sein.

Paul geht zu ihr hinüber. Er nimmt sie kraftlos an ihrem linken Handgelenk, sagt zu ihr: „Gehen wir“. Und zieht sie durch den Dschungel. Zu seinem Dorf.

In dieser Nacht hört man im ganzen Dschungel das Wehklagen der Ma-Fag.

 

Der, der ich heute bin

Ich komme aus der Dusche. Trockne mich mehr oder minder gut ab. Gehe in mein Schlafzimmer. Setze mich auf mein Bett. Gefühlt ist das Bad meine letzte Bastion gegen die Schreckensherrschaft des „Entertainment“. Gefühlt habe ich nur hier mein Handy nicht in der Hand. Den Rechner oder den Fernseher nicht am Laufen. Die Play Station am Stöhnen. Im Bad. Da hat man alle Hände und Köpfe voll zu tun. Da ist Ruhe. Von „Jamaika“. Von Wolfenstein. Von Netflix. Vom Alk. Vom Konsumrausch. Ja. Die Duscherei mit ihren Instandhaltungsmaßnahmen nervt gewaltig.

Vor meinem Bett ist DER Schrank. Der einzige Schrank in unserer Wohnung, der diesen Namen verdient. Ich ziehe ihm eine Schublade aus seinen Eingeweiden. Blicke in das Wirrwarr seines Inneren, das aus unsortierten Socken besteht. Es sieht aus wie eine echte Bauchgrube. Meine Hände suchen zwei „Gleiche“. Der Kopf sieht zu. Und wie die Hände ihre Finger tief in Wolle und Kunststofffasern  stecken, glaube ich einen Stempel auf der Innenseite meines rechten Handgelenks zu erspähen. Zweiter Blick: Da ist kein Stempel. Woher auch? Ich bin doch gar nicht aus gewesen. Ein Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen. Ja. Ich war die letzten Tage immer „an“.

„Stempel“ bedeutet für mich Nachtleben. Ausgehen. Die große Feirerei. Und da sitze ich nun. Nachdem ich mir den Schmutz der Arbeit abgewaschen habe. Denke an Früher.

Als „Früher“ noch „Jetzt“ war, dachte ich an die Zukunft, so wie es in dem wundervollen Manga „Planetes“ abgebildet ist, an eine bestimmte Szene:

Ein Arbeiter. Der Mann oder Vater einer der Hauptfiguren. Repariert ein Windrad. Eine richtige Windkraftanlage. Dutzende Meter über dem Boden. Im nächsten Paneel sieht der Leser eine dunkle Rückblende, in welchem derselbe Arbeiter, sichtlich jünger, auf einem Punk-Konzert wie ein Irrer zur Sache geht. Totaler Abgehnismus. Zerbrochene Flaschen. Stahlketten als Schmuck. Stage diving. Krach.  Die totale Zerstörung. Nah am Tod. Nah am Leben. Er war der Frontsänger. Rock´n Roll.

Auf der nächsten Seite liegt der Held altersweise an ein Windrad gelehnt. Er raucht und ist mit sich selbst zufrieden. Dem Leser wird klar, dass dieser Mann zwei Leben gelebt hat, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Aber auch. Dass der gezeichnete Mann mit seiner Vergangenheit im Reinen ist.

Daran muss ich denken, während ich dem nicht vorhandenen Stempel hinterher lächle. An die Partys. An den Rausch. An die Freunde. An den Wahnsinn. An die damalige Normalität um die Jahrtausendwende – und das Jahrzehnt danach. Diese ständige Ausnahmesituation in die ich mich damals hinein manövriert hatte. Eine Situation die sowohl lächerlich als auch lebensgefährlich war. Eine einstmals alternativlose Lebensphase.

Ich finde eine passende Socke zu der ersten, die ich in der Hand halte. Mein Ying zu meinem Yang.  Nicke. Und bin einen Moment lang genau der, den ich mir damals erträumt habe. Ein Kerl. Mit seiner Vergangenheit. Aber auch mit einer neuen Zufriedenheit. Aus dem Gefühl von damals, als ich den Manga zum ersten Mal las, ist meine Wahrheit geworden. Mein altes Ich wäre zufrieden mit mir.

Ich schließe die Schublade. Ziehe die Socken an. Dann gehe ich rüber zu meiner Freundin, ohne auch nur einen Moment weiter an die Szene zu denken.

Planetes - Manga

Das Glück der anderen

Ich will mich nicht immer erklären müssen. Ich will verstanden werden. Dafür ist ein Mindestmaß an Empathie nötig; jene Empathie, gleicher Form, die ich euch gegenüber ebenfalls aufbringe. Wir sind Freunde. Da müssen die Erzählungen nicht immer wieder bei Eva und Adam beginnen.

Ich verstehe. Verstehe die Wut. Verstehe die Gier. Und ich verstehe den Schmerz, den man  mit einer lachenden, polternden Robustheit von sich vorschiebt. Vorrübergehende Blindheit kann manchmal nur im Nachhinein als solche erkannt werden. Solange sieht man seine Schwäche als Stärke an. Gleichfalls sind wir alle zu jeder Zeit blind für gewissen Aspekte des Lebens, die uns im Später erst gewahr werden können. Und doch ist man nicht „nachher immer schlauer“. Das ist nicht wahr. Nachher sieht man die Welt einfach anders. Selbst wenn sich Gesichter nicht großartig ändern. Prioritäten tun es.

Irgendwo muss es dann um den gemeinsamen Level gehen. Dass, was vom Herzen übrig bleibt. Da wäre es doch gar nicht so schwer sich gegenseitig anzuerkennen. Wenn man denn will.

Aber Anstrengungen, Bemühungen, kann man heutzutage ebenso leicht aus dem Weg gehen wie der Langeweile. Wer würde sich auch den eigenen Neid gerne eingestehen? Ich habe. Dafür. Mein ganzes. Bisheriges. Halbes. Leben. Gebraucht.

Das Sprichwort von „den Früchten im Garten des Nachbarn, die einem besser als die im eigenen Garten erscheinen“, ist wahrer als man sich eingestehen will. Weil so gut wie jeder zu sich sagt (und es heute auch von allen Orten eingeredet bekommt), dass er nicht so  wie die anderen sei. Man selbst hält sich ja für stärker und klüger. Nur wer ehrlich zu sich selbst ist sollte sich eingestehen können, dass wenn man nicht so ist wie die anderen, diese in ihrer Andersartigkeit auch Stärken gegenüber einem selbst besitzen, um die wir sie insgeheim beneiden. „Ich will nicht so sein wie du“, kann nicht bedeuten, ich bin in allem besser wie der andere. Es heißt nur. Dass man sich in bestimmten Situationen anders verhalten will. Eine Generalisierung ist immer ein Trugschluss. Deswegen ist es falsch sich ständig zu sagen, dass die Früchte im Garten des anderen immer besser sind. Immer schlecht. Oder dass sie uns nie interessieren. Das sind alles Lügen. Tatsache ist dagegen: Mein Nachbar ist mein Nachbar. Wir haben beide Früchte im Garten. Und je nach Gefühls- sowie Lebenslage beurteile und vergleiche ich uns unterschiedlich miteinander.  Wie immer sind die „Extreme“ das Problem. Nicht der manchmalige Neid. Nicht das hin und wieder auftretende Gefühl der stolze Gewinner zu sein. Das Extrem vom ständigen Gewinnen und seinem Gegenteil machen uns blind und roh; wer sich ständig für einen Gewinner-Typ hält, sieht seine Schwächen nicht mehr, wie der ständige „Verlierer“ sich seine Stärken nicht mehr zugestehen kann. Wer zu anderen empathisch sein will, sollte es auch zu sich selbst sein können. Wer also meiner Meinung nach über andere urteilen will, sollte auch über sich selbst urteilen können.

Neid ist ein stärkeres Gefühl als ich dachte. Es gab Zeiten. Jahre. Da glaubte ich frei davon zu sein. Weil ich den Mangel an bestimmten Dingen in mir selbst überspielte. Wobei genau diese Mangelerscheinung die Triebfeder für jeglichen Neid ist.

Ich verstand mich selbst nicht als ich behauptete, dass meine Freunde schlechte Freunde wurden, nur weil sie Kinder hatten. Verabscheute ihre neue Rolle. Verabscheute Kinder an sich. Nur weil ich selbst in mir einen Mangel spürte. Den Mangel nicht dazuzugehören. Die Tatsache zu fühlen. Dass mir etwas entgeht und fehlt. Ich musste in meiner eigenen Zeitrechnung sehr alt werden um das zu verstehen. Ganz begriffen habe ich es vielleicht heute noch nicht.

Heute führe ich eine tolle, liebevolle Beziehung, in der es mir an nichts mangelt. Ich habe alles. Ständig gehe ich auf Konzerte von angesagten und/oder legendären Bands. Mache Urlaube in Köln, Bulgarien, Singapur. Kann mir kaufen was ich will. Und habe eine mich liebende Freundin, die ich eines Tages heiraten will. Die mich, und das ist das Wichtigste, aushält und erträgt. Die nicht nur ein höheres Einkommen als ich einfährt, die mir auch in vielen Geistesdingen voraus ist. Mein Leben an diesem Elften Elften Zweitausendundsiebzehn ist übervoll mit guten, mit hervorragenden Dingen. Und erst jetzt spüre ich, was Neid ist. Denn den eigenen Neid spürt man weniger als den Neid der anderen. Getuschel wird an mich herangetragen. Die habe dieses und jenes gesagt. Deswegen haben sich der und die so und so verhalten, wie man es selbst nicht erwartet hätte. Manche meiner Freunde. Einige meiner Bekannten. Sind neidisch auf mich und meine Freundin.  Anders kann ich es mir nicht erklären. Obwohl ich jedem das gleiche Glück wie mir gerne gönnen würde. Jetzt.

 

 

Kuriose Sache: Die Abwesenheit von Neid macht einen hier mehr zum Außenseiter, als die polternde Bosheit anderen ihr Glück nicht zu gönnen.

Sowie es allen Anschein nach auf andere besser wirkt, ein Drogensüchtiger Versager zu sein. Den man bemitleiden kann.