Der größte Lottogewinn aller Zeiten

800 Millionen Euro. Das ist doch schon gar keine Zahl mehr. Wer könnte dazu noch VERMÖGEN sagen? 800 Millionen Euro zu besitzen bedeutet unermesslichen Reichtum. Um diese Zahl darzustellen, muss man schon den Taschenspielertrick des „comic relief“ anwenden: Nur vielleicht Dagobert Duck hat so viel Geld in seinen Geldspeicher. Wobei. Ich könnte nicht einmal mehr sagen ob es diesen Geldspeicher in den Comics noch gibt. In meiner Kindheit gab es ihn. Und schon damals war der Umstand seiner Existenz so pervers, dass es mir als Knabe die Nächte zerstörte: Reichtum, unendlicher Reichtum; war das denn nicht das bessere Leben? Geld war in meiner Kindheit in den 80gern dass, was Harry Potters Zauberkräfte meiner Nachfolgergeneration versprach. UNENDLICHE MÖGLICHKEITEN. Dabei wusste ich noch gar nicht, was Arbeit ist. Wie schwer, nein, wie UNMÖGLICH es ist mit ehrlicher Arbeit so unermesslich viel Geld zu verdienen.  Nicht einmal mit Drogen kann ein normaler Mensch so unzählbar viel Geld machen. Nicht einmal Walter White hätte das vermocht. Doch ich hatte sie. 800 Millionen Euro. Der größte Lotterie-Jackpot, der jemals in Europa ausgeschüttet wurde.

Bis dahin hatte ich noch nicht einmal 100 Euro gewonnen. Und dann BÄM! So unglaublich viel Geld. Wären es nur 5 Millionen gewesen, wäre ich wahrscheinlich nicht sofort durchgedreht. Meinen Job hätte ich selbstverständlich genauso im Handumdrehen gekündigt. Denn auch wenn 5 Millionen Euro nicht den Wert besitzen, den einmal 5 Millionen Mark hatten, ist es immer noch eine sehr stolze Summe. Eine Million dagegen reicht nicht um nie wieder arbeiten zu müssen… Nicht mehr heutzutage… Für 800 Millionen dagegen kannst du dir 5 verschiedene Leben kaufen. Also kündigte ich den beknackten Job. Wer hätte das nicht getan? Dann verschenkte ich erst einmal Geld. Jeder aus meiner Familie bekam eine Million. Denn zum Glück habe ich eine sehr kleine Familie. Dann plante ich mit meiner Freundin die Weltreise, die wir antreten wollten, sobald alle Formalitäten erledigt seien. Ich liebte meine Freundin. Ich kannte sie seit 15 Jahren. 10 Jahre davon waren wir ein Paar. Die Hochzeit war für nächstes Jahr angesetzt. Ich hätte mir nie vorstellen können, eine andere zu lieben. Doch… Als ich mich durch das Internet scrollte wie ein Jugendlicher durch Internet-Pornografie und plötzlich all die Möglichkeiten begriff, die mir so viel Geld ermöglichte, kamen mir mehr als nur ZWEIFEL. Ja, sie ist eine gute und ehrliche Frau. Klug. Witzig. Ehrlich. Jeder mag sie. Jedoch… Inzwischen ist sie nun auch Mitte 30… Und da waren all diese jungen Thailänderinnen auf den Seiten der Reiseanbieter… Werbeanzeigen mit geilen Modell-Schnitten wie Cara Delevingne, die mir aufreizenden zulächelten… Und wenn wir nächstes Jahr heiraten würden, was war dann mit MEINEM Vermögen? War meine Freundin nicht zu klein geworden für diese große Welt die sich mich erbot? Konnte ich jetzt denn nicht jede Frau haben? Okay, vielleicht würde ich eines Tages bereuen, aber: So what?! Ich hatte verschissene 800 Millionen Euro! Ich war Dagobert Duck, nur mit einem Penis! Und auch als ich feststellte, dass Cara Delevingne lesbisch war, schränkte das meinen Höhenflug nicht ein. Ich konnte ALLES haben. ALLES. Später würde ich dann sicherlich auch noch was für die armen Kinder in Afrika spenden… Am besten für das Operndorf. Schliengensief muss man einfach mögen.

Es war jetzt sicherlich nicht die beste Entscheidung, sich auf der gerade begonnenen Kreuzfahrt von meiner Freundin zu trennen. Schließlich kann man auf so einem Schiff dem Partner nur semigut entkommen. Jedoch hatte sie darauf bestanden mit so einer öden Kreuzfahrt zu beginnen. Und ich war betrunken gewesen. Sagen denn Betrunkene nicht gern die Wahrheit? Das eigentliche Problem war nun gar nicht die Kreuzfahrt. Das Problem war, WARUM wir sie so sehr auf eine Kreuzfahrt bestanden hatte: Die Kreuzfahrt war der Hauptgewinn.

Einen Tag nachdem ich meine ehemals große Liebe Sabine in den Wind der Südsee geschossen hatte und ich insgeheim hartnäckig davon träumte mit meinen 800 Millionen Cara Delevingne doch noch hetero zu machen, löste der Moderator die Geschichte auf. Tatsächlich hatte ich mich einmal für eine Fernsehshow beworben. Und ja. Irgendwelche Papiere waren damals auf einem Tablet unterschrieben worden. Nur hatte ich nie wieder etwas von der Show gehört. Bis jetzt. Bis jetzt als der Moderator Mark Kafka aus einer Torte sprang und meinem verdutztem Gesicht erklärte, dass es keinen Lottogewinn gab. Es existierten keine 800 Millionen. Das Ganze war nur Show gewesen. Eine Game- und Verarschungsshow. Nur die Kreuzfahrt war real. 2 Wochen würde sie andauern. Mein ehemaliger Chef wurde über Skype zugeschaltet. Er erklärte lachend, dass er den Spaß gern mitgemacht hätte. Mein Job würde zuhause auf mich warten. Das mit dem Urlaub hatte die TV-Produktionsfirma schon vor Monaten mit ihm geklärt.  Auch meine Familie erklärte mir via Skype, was ich doch für ein edler Spender war. Blieb nur noch Sabine. Sabine. Meine große Liebe, die in alles eingeweiht gewesen war. Sabine, die schon immer einmal eine Kreuzfahrt machen wollte… Sie war sich meiner so sicher gewesen. Und jetzt war sie es, die sich meiner vor laufenden Kameras entledigte.

Rechtlich konnte ich nichts gegen die Farce unternehmen. Nur warnen. Ich versuchte alle anderen Menschen vor diesen Betrügern zu warnen. Die dir die Liebe deines Lebens wegnehmen, während sie dir deinen alten Job zurück geben… Ich bin so einsam ohne Sabine. Sie war wirklich die Liebe meines Lebens. Nur kann sie mir nicht mehr verzeihen… Warum versteht sie nicht wie krank mich diese Summe gemacht hatte? 800 Millionen Euro. Der größte Lottogewinn aller Zeiten. Könnte sie mir denn nicht, wenn sie mich wirklich lieben würde, verzeihen? Hatte sie die Aussicht auf die Kreuzfahrt, ebenfalls blind gemacht?

Gürtel und Türklinke

1: „Wart mal kurz.“

2 nickt 1 zu während die Kellnerin die von ihnen bestellten Longdrinks auf den Tisch stellt. Als sie wieder außer Hörweite ist und die beiden Männer in ihren späten Dreißigern die beschlagenen Gläser prostend aneinander klirren lassen, grinst 2 seinen Freund süffisant an: „Ja, ja. Wir benutzen Smartphones aus China und von Apple und schämen uns dann mit unseren Geschichten vor einer Kellnerin. Schon ironisch!“

1: „Ich besitze kein Smartphone.“

2: „Echt nicht?“
1: „Total.“

2: „Cool.“
1: „Aber zu meiner Geschichte.“
2: „Stimmt. Du WOLLTEST mir ja gerade was erzählen. Bevor die… Und so weiter.“

1: „Genau. Weißt du… Ich habe diese Geschichte nie jemanden erzählt. Weil… Wem kann man heutzutage noch vertrauen? Und. Wer versteht einen heutzutage denn überhaupt noch? Das Internet ist ja gleich überall. Die Leute reden.“

2: „Schwiiiierig. Ich weiß.“

1: „Es ist auch ein eher… Besonderes Hobby.“

2: „Ach ja?“

1: „Ja. (Pause) Wenn man es überhaupt Hobby nennen kann. Weißt du. Ich bringe Menschen um.“

2: „Hm. Das klingt für mich nicht nach einem Hobby. Das klingt nach Vollbeschäftigung.“ Lacht.

1: „Ich lebe ja nicht davon. Es ist mehr so eine… Masche…“

2 (lacht) „MIICH bringst du aber nicht um, oder?“

1: „Ah geh! (lacht mit) du passt gar nicht in mein Profil… Wie gesagt normalerweise rede ich da so nicht drüber. Jedoch. Ich hatte erst 25 Jähriges. Das macht schon melancholisch. Vor 25 Jahren. Da hatte ich meinen Ersten. Kennst ihn bestimmt.“

2: „KANNTEST ihn bestimmt (lacht erneut).“

1: „Genau. Hahaha. Kurt Kobain.“

2: „Ja genau. Der hat sich doch vor 25 Jahren erschossen. Wie die Zeit vergeht, oder?“

1: „Der hat sich nicht erschossen. Das war ich.“

2: „Ja genau. DU! Hahaha! Der war gut.“

1: „Ja der Kurti. Der war der Erste. Weil. Hast die Geschichten bestimmt gehört gehabt. Dass jemand der so stoned war wie der dazu gar nicht fähig war.“

2: „Ja. Hab ich gehört.“

1: „Ich war auch eher zufällig da. Das erste Mal ist selten geplant. Ist aber meistens so.“

2: „Aha.“

1 „Ge-nau. Ich habs dann auch ne Weile bleiben lassen. Gute 13 Jahre. Weil. Beim ersten Mal denkt man ja nicht, dass man damit davonkommt. Es war ja auch ne wild Geschichte. Ich war ja auch total drauf und so. Wir zwei haben uns nach dem Kurti ja auch bald kennen gelernt. Du und ich. Mein alter 2. Aber. Ich konnte es dir damals nicht erzählen. Ich hatte dann doch noch Angst, dass sie mich kriegen… Mann, Mann… War das ne wilde Zeit und mit dem Kurti und der Kurtney. Die hat mir dann schon ne Weile leidgetan. Aber… Ja mei. Ich konnte mich einfach nicht beherrschen. Das war wie ein Rausch im Rausch…“

2: „Und was war dann nach 13 Jahren?“

1: „Ja da habe ich mir eine neue Masche ausgedacht.“

2: „Welche?“

1: „Also. Pscht!“

Kellnerin: „Darfs bei euch no was sein?“

2: „Zwei Jägermeister.“

1 räsupert sich.

2: „VIER Jägermeister!“

Kellnerin: „Da schau her.“ Dann geht sie weg.

1: „Also. Hör zu. Die neue Masche war die Sache mit dem autoerotischen Tod. Weil. Da werden keine Fragen gestellt.“

2: „Was ist autoerotischer Tod?“

1: „Okay. DIE Frage wird IMMER gestellt. Ist aber ganz einfach. Nach der Sache mit dem Kurti, gab´s noch die Geschichte mit den INXES-Sänger.“

2: „Das warst AUCH du?“

1: „Ne. Das war wohl WIRKLICH ein Unfall. Hat mich aber auf die Idee gebracht. Asphyxie. Schon mal gehört? Okay, ich sag es dir. Das ist, wenn du dir beim Runterholen kurz vorm Orgasmus die Luft abschnürst. Das macht dich dann noch schärfer.“

2: „Total bescheuert. ABER davon habe ich gehört. Das gab´s doch in diesem Film mit dem Skaterjungen.“

1: „Den kenne ich jetzt nicht. Spielt jetzt auch keine Rolle. Auf jeden Fall bin ich dann in meinem Thailand Urlaub David Karabiner begegnet.“

2: „Der Typ aus der Serie KUNG-FU-KÄMPFER!“

1: „Genau der. Der auch  den Will in KILL WILL gespielt hat. Und weil ich eh gerade in Thailand beim ÜBEN war, dachte ich, den probiere ich gleich aus. Weil. Ich muss zugeben. Bei meinem Hobby kommt es schon auf die Reichen an. Okay. David Karabiner war jetzt nicht SOOO reich. Trotzdem sehr berühmt. Und ich hab´s dann wie´n accidental autoerotic death aussehen lassen.“

2: „Hä?“
1: „Als hätte er sich beim Wichsen stranguliert, Mänsch!“

Kellnerin: „Hier eure Jäger.“
1: „Danke Frau Meister!“ Lacht laut

Kellnerin: „So.“

2: „Ähm… Danke.“

1 und 2: „Aaahhh“ nachdem sie den ersten Jägermeister-Kurzen geext  haben.

1: „Ich muss zugeben, ich war mir nicht sicher ob ich aus der Geschichte so einfach heraus kommen würde. Und es war dann doch so… Dermaßen einfach. Die Thailänder haben auch keinen Bock drauf das Prominente bei ihnen sterben. Die wollen Touristen. Und gut ist.“

2: „Das die dir da nicht drauf gekommen sind. Da muss doch der Winkel beim Strangulieren passen. Und man muss einbrechen. Gerichtsmedizin! Du bist doch ein Lügner!“

1: „Iwo Lügner. Glaub mir. Bei diesen Fällen schaut die Polizei nicht so genau hin. Das ist ja eh jedem peinlich. Besonders der Familie. Da werden bei solchen Ermittlungen schnell die Akten geschlossen. Oder das Etikett DEPRESSION daran gehängt. Weil lieber sind die unglaublichen Superstar am Ruhm zerbrochen. Als dass sie perverse Wichser waren. Glaub mir. Und wenn du den Dreh mal raus hast, dann kommt dir da keiner drauf.“

2: „Du willst mir also erzählen, dass es dein Hobby ist berühmte Leute umzubringen.“

1 hebt den 2ten Jägermeister zum Gruß: „So isses!“
1 und 2: „Ahhhhh…..“

1: „Im Moment halte ich mich an Bandmitglieder von Bands, die ich nicht leiden kann. Vor ein paar Jahren den Lester von Linked im Park. Furchtbare Musiker. Gutes Opfer. Der hat richtig Spaß gemacht. Gürtel rum. Fertig. Die Medien erzählen was von Depression. Und das man da nicht darüber berichten darf. Weil Nachahmer. Dann so einen Electro-Pop-Bübchen. Grauenhafte Musik.“

2: „Davici?“

1: „Gürtel rum und weg damit.“

2: „Unglaublich…“

1: „Der letzte war der Sänger von Prodogy.“

2: „Prodogy ist doch toll.“

1: „Ja stimmt. Das letzte Album war aber trotzdem schlecht.“
2: „Das stimmt.“

1: „Also ran an die Türklinke mit dem Kerl.“

2: „Puh.“

1: „Und bei dir so?“

2: „Bei mir? Bei mir ist alles gut.“
1: „Joa. Bei mir auch.“
2: „Dann ist ja alles gut.“

1: „Sag ich doch.“

Die Kleinstadt-Familie (Absolution)

Eine Kleinstadt ist auch nicht anders als eine Großstadt. Für manche Dinge gibt es andere Worte, wenn auch für einzelne Ausdrücke kein Synonym, die Tatsache bleiben jedoch dieselben: Menschen leben zusammen und jede Menschengruppe erfüllt ein gewisses Klischee. Was in der Stadt der „Nerd“ ist, ist auf dem Land der „Klugscheißer“ oder „Besserwisser“ (oder banaler ausgedrückt: „Der ist komisch“), „Proleten“ werden in der Kleinstadt/Dorf „Bauern“ genannt, usw. usf.

Ebenso wie du in der Stadt nur in gewissen Situationen mit „Nerds“ und „Proleten“ zu tun haben musst, musst du dich auf dem Land nicht den ganzen Tag mit „Bauern“ auseinandersetzen. Jeder geht seiner Wege.  Baut sich seinen eigenen Mikrokosmos aus Beziehungen auf. Außer. Außer deine Schwester ist mit so einem „Bauern“ zusammen und drückt dir diese Weltsicht damit bei jeder Familienfeier auf die Augen, wie es bei Paul der Fall war.

Hans war kein Landwirt und doch würde ihn jeder als einen „Bauern“ bezeichnen. Es ist nicht das was er beruflich macht und es geht auch nicht darum, dass er wirklich des Öfteren  einen Traktor fährt. Hier geht es um eine gewisse Geisteshaltung. Paul mag das Wort „konservativ“ nicht mehr, denn es steht für alles und ebenso für nichts, doch durch seine bloße Verwendung entsteht ein gewisses Bild in den Köpfen der Leute, gerade wenn man über Landmenschen spricht. Dabei kann ein Intellektueller ebenso konservativ sein wie ein Dosenbierstechender Fußball-Hooligan. Hans ist in dem Bezug konservativ, dass er ein klares, sexistisches Frauen- und Familienbild vertritt und typisch bayrisch denkt, dass am eigenen Wesen die Welt genesen sollte; wenn doch nur jeder so wäre wie er. Kein Wunder dass Paul ihn verabscheute. Und es war ebenso kein Wunder, dass Hans Paul für eine Schwuchtel hielt.

„Liberal“ und „Liberace“ haben für Hans den gleichen Wortstamm.

 

Bei jedem Familientreffen blitze und krachte es zwischen den Beiden, ohne dass sie die Worte und erst recht nicht die Stimme gegeneinander erhoben. Es war ein eindeutiges Nebeneinanderher-Reden. Ohne Anbiedern. Manchmal. An Pauls guten Tagen.

An den schlechten, wenn Paul die ganze Nacht auf seinem Drogen-Film durch onaniert hatte, hielt er einfach seinen Mund und ließ den Macho gewähren – und somit gewinnen. Es war schon schwer genug für Paul überhaupt die Augen aufzuhalten und nicht in perverser Absicht auf die noch nicht ausgereiften, immensen Möpse seiner 16 Jährigen Nichte zu glotzen (was er zwar nicht wollte, denn er fand sie – da ganz gesund im Geiste – überhaupt nicht anziehend, schließlich war sie seine Nichte verdammt noch mal, leider aber konnte er die Blicke auch nicht unterdrücken). Da brauchte er sich nicht auch noch mit dem Hinterwäldler auseinandersetzen, der glaubte dass alle nach seiner Pfeife tanzen müssten.

 

Das letzte Mal hangelte sich das Kuchenverdauende, stockende Gespräch in der Familie, bestehend aus Pauls Vater, dessen neuer Frau, der erwähnte und beschriebene Hans, die Schwester Pauls und ihre Tochter, Pauls Nichte, welche überhaupt nichts zu keinem Thema sagte, von Thema zu Thema, bis man, über die verschlungenen und kuriosen Wege Zeitlöcher der Stille mit Sprache zu stopfen, zum Thema „Bundeswehr“ gekommen war. Paul war ja damals noch dort gewesen. Hatte seinem Land „gedient“, wofür Hans nur ein verächtliches Schnauben übrig hatte. Auch der Vater war nicht dort gewesen, fügte aber gleich hinzu dass er damit alles richtig gemacht hätte, Paul mit harter Hand dorthin zu leiten, da der sonst ja nichts auf die Reihe bekam. Darüber. War Paul. Verwundert. Wie der Vater ihm so in den Rücken fallen konnte. Gerade vor der ganzen Familie. Und vor Hans; idiotischer weise schien Paul doch vor Hans gut dastehen zu wollen. Manchmal will man die am Stärksten beeindrucken, die man am Meisten verabscheut.

 

Sie wäre ja gerne Polizistin geworden, erklärte Pauls Schwester, doch MUTTER hatte sie überredet erst eine vernünftige Ausbildung zu machen, deshalb war sie Arzthelferin in einer kleinen Praxis geworden. Nebenher hatte sie alle Prüfungen und Bescheinigungen  erledigt, um zur Polizei zu gehen, es fehlte nur noch die Sportprüfung, die an drei verschiedenen Tagen abgenommen werden musste. Und weil sie keine Möglichkeit sah frei zu bekommen und sie auch nicht ihrem Chef sagen konnte, weshalb sie freihaben wollte (da sie die Angst umtrieb, wenn sie bei der Prüfung versagen würde, würde ihr Arzt sie auch nicht mehr übernehmen, da er nun wusste, dass sie eigentlich weg wollte), ging sie nicht hin und vertat somit ihre Chance Polizistin zu werden. Ihren großen Lebenstraum.

Wie blöd man nur sein kann, war Hansens Kommentar. „Da hätte ich doch einfach KRANK gemacht!“

„Ich habe NIE krank gemacht! Ich arbeite seit 25 Jahren und war NIE krank!“

„Typisch Frau. Das ist doch bescheuert! Sich so eine Chance entgegen zu lassen! Typisch hysterisches Huhn!“

„Das verstehe ich jetzt aber auch nicht“, schlug Pauls und ihr Vater in die gleiche Kerbe, „Du warst doch früher beim Sport bei mir! Ich kannte doch die Polizisten hier in der Gegend! Ich hätte dir doch eine Bescheinigung ausschreiben lassen können! Hättest du doch was gesagt!“

„Ich war damals 20. Sport habe ich bei dir bis 14 gemacht – was hätte das BRINGEN sollen!“

Hans, ganz besoffen an sich selbst, auch wenn er nur Kaffee trank: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Da sieht mal deine Tochter was passiert, wenn man nichts wagt!“

„Da verstehe ich dich wirklich nicht“, blaffte der Vater noch hinterher. „Da hätte ich doch eine Lösung für dich gefunden.“

„Das war beim Bundesgrenzschutz in Kaufbeuren! Das ist hundert Kilometer entfernt! Als wären sie zu dir in die Sportschule gekommen!“

„Ja der Ronnie…“

„Ach hör mir auf mit dem Ronnie… Und dann habe ich ja SIE bekommen und dann war es eh vorbei mit meinem Traum…“

Und Paul saß einfach nur besiegt da und konnte nicht fassen wie man auf einem aufgegebenen Lebenstraum so herum trampeln konnte, sagte aber nichts. Auch weil er irritiert war, wie seine Schwester noch ihrer Tochter eine verbale Ohrfeige mitgab, nur um den Druck von sich selbst zu nehmen. Wer wusste schon, wie oft das geschah… Paul verstand zu keinem Moment, warum seine Schwester mit so einem Idioten wie Hans zusammen war, der sie nur herunterputzte. Und er verstand auch nicht, wie sein Vater sich so aufspielen konnte, nachdem er die Kindheit Pauls und seiner Schwester lieber damit verbrachte in Gläser, als in die Wünschen und Bedürfnisse seiner Kinder zu schauen. Er war doch nie dagewesen. Wie konnte er sich jetzt darüber wundern, dass ihn keiner um Hilfe fragen wollte?

Und wie immer. Wollte Paul nur noch heim zu seiner idealen Realität. Und zu seinen Drogen.

Ein DJ ist kein Arzt

Seit ein paar Jahren ist unser Nachbar ein bekannter DJ. Wir sind nicht die dicksten Freunde, doch hin und wieder macht man was zusammen; die Frauen kennen sich, Bier wird zusammen getrunken. Nicht oft. Aber doch. Neulich fragte ich ihn:

 

„Hey, ich weiß, es ist nicht ganz so gewöhnlich. Aber meine Freundin wird 25, wir machen ne kleine Party, und…“

„Nein.“

„Wie nein?“

„Du wolltest mich doch fragen, ob ich bei eurer blöden Party auflege?“

„Öh… Ja. Nicht lange. Nur ein, zwei Stunden. Damit es halt ein wenig besonderer wird.“

„Nein. Das mache ich kategorisch nicht. Weil AUFLEGEN nicht mein Hobby ist, sondern meine ARBEIT. Ich verdiene damit mein Geld. Du bist doch Fliesenleger?“

„Stimmt, ja.“

„Was würdest du davon halten, wenn ich von dir verlange mein Bad zu fließen?“

„Also erstens verlange ich nichts von dir und zweitens wenn Freunde nett fragen, dann helfe ich denen, ist doch klar.“

„Du HILFST denen?“

„Das macht man dann zusammen. Das ist so wie du die Party nicht alleine stemmst. Man macht das zusammen, weil man sich mag. Und hat Spaß zusammen.“

„Ich mache das kategorisch nicht. Auflegen ist Job.“

„Na wie du meinst… Finde ich jetzt komisch, aber okay.“

„Wieso KOMISCH?“

„Na ja, als sich dein Sohn den Arm gebrochen hat, seid ihr auch gleich zu uns gekommen, weil Paula (meine Freundin) Ärztin ist. Da hat sie auch nichts gesagt von wegen „Arbeit“ und „Privat“.“

„Tja, die ist ja auch Ärztin. Die muss helfen.“

„Stimmt. Die hat einen Eid geleistet. Aber weißt du was?“

„Hm?“

„Diesen Eid hat sie freiwillig geleistet. Sie hat sich freiwillig dafür gemeldet, immer zu helfen.“

„Da siehste mal. Ich nicht. Weißt du überhaupt was ich an einem Abend verdiene?“

„Du meinst wohl, was du an einem Abend verdienen WÜRDEST.“

„Was soll das jetzt heißen?“

Bad Mum

In der Nacht ist sie mit ihren „alten“ Freundinnen unterwegs. Sie kennen sich seit bald 30 Jahren. Fast ihr ganzes Leben lang. Eigentlich waren sie Alle nie „Wooo!-Girls“ gewesen, doch das Herauskommen aus der Kindergärtlichen, Grundschulischen Tristesse machte sie dazu. Endlich konnten sie all das Fahren lassen, was sie sonst immer zu Räson brachte: „Wooo! Keine Kinder!“ Die Sekt-Gläser klirren aneinander: „Heute ist Kinderfrei! Woooo!“

Ständige, fürsorgliche  Liebe und ein gutes Vorbild-Sein ist anstrengend. Da braucht es hin und wieder… Sie weiß schon vorher, dass sie um spätestens 11 Uhr müden sein würde, da geht es den anderen ihrer Weiber aber auch nicht anders.

 

Früher – in einer Zeit bevor die Zahlen erfunden wurden und es demnach unmöglich ist, zurück zu rechnen, wie JUNG sie damals waren und wie viel Zeit vergangen ist – hatten sie doch auch die Nächte und Tage durchgemacht. Jedes Wochenende woanders. Frankfurt. München. Nürnberg. Würzburg. Manchmal auch Berlin. Kein Problem. Und waren sie heute denn nicht dass, was man heute eine MILF nannte? War das denn nicht ein Kompliment? Über 30 zu sein und immer noch potentiell erregend? Eine Hot-Mum? 30 ist heute doch kein Alter mehr. Auch, wenn sie das vor 10 Jahren selbst noch ganz anders sahen… Nein. Es liegt nicht an der Selbstwahrnehmung, und dass sie „nicht erwachsen werden“ wollten – dieses Prädikat haben die Kindsköpfigen Männer für sich gepachtet – DIE ZEITEN haben sich einfach verändert. So ist das doch. Und nicht anders. Wer hätte sich früher auch noch einen schwulen Außenminister und eine KanzlerIN vorstellen können? Und in dieser neuen Zeit, sind sie nicht mehr alt. Niemand ist mehr zu alt, wenn er sich nicht so fühlt. Oder man ist vielleicht über 40. Das sieht dann natürlich wieder ganz anders aus… Und die jungen Leute. Nun. Die sind halt einfach jünger, so wie sie schon seit 10 Jahren jünger waren.  Wen interessiert es? Und selber war man doch eigentlich blöd, dass man die alten Leute auf den Party immer schief ansah. Unreif war das. Und dumm.

 

Auf Sekt folgt Sekt. Folgt Bier. Folgt Wein-Schorle. Folgt ein Joint. Das war noch nie ein Problem. Heute natürlich auch nicht. Ist doch wie früher.

 

Nein, sie will nicht zu viel auf einmal. Und man muss das doch  verstehen: Auf was man die letzten Jahre, fast schon ein Jahrzehnt lang, verzichten musste! Immer Kind hier. Kind da. Und vorher die Schwangerschaft. Umzug. Vernunft. Erziehung. Jobwechsel. Teilzeit. Halbe Stelle – und die Kinder. Heute ist nun endlich heute. Und heute ist Kinderfrei; bei aller Liebe: „Woo!“

 

Sie tanzen sie, lachen, sie stoßen an. Bis ihr schlecht wird – das ist ja noch nie passiert. Wo kommt der denn jetzt her, der Helikopter im Kopf? Und alles dreht sich, dreht sich, dreht sich. „Ich weiß gar nicht woher das kommt“, murmelt sie noch zu ihren besten Freundinnen hin – und dann kotzt sie sich die Seele aus dem Leib. Lange. Laut. Und permanent. Nach einiger Zeit hat auch keine der besten Freundinnen mehr Lust ihre Haare zu halten oder sie aufzumuntern. Sie ist halt doch keine 20 mehr. Vielleicht fehlt es doch ein wenig an Training…

 

Währenddessen stehen die Freundinnen rauchend an der Seite und zucken mit den Schultern, tauschen Blicke und Wörter darüber, dass es doch wirklich ein jemand nervig ist, dass ihr das JEDES Mal passieren muss… Wenigstens einmal könnte sie sich doch vielleicht nicht übernehmen.

 

Inzwischen bricht und bricht sie weiter. All die Zeit hinfort die ihr durch die Kinder „verloren“ ging. All die Zeit, in der sie mehr Mutter als Frau war. Und sie bereut es inständig dass sie es heute wieder einmal ersucht hatte, keine Mutter von zwei „Kids“ zu sein, sondern eine Frau. Ihr war so unglaublich schlecht. Bitte lieber Gott…. Sie würde auch für immer eine gute Mutter bleiben… Wenn das nur endlich aufhört…

 

Die Kinder der anderen

In ihrem Traum, traf sie alle Kinder, die sie nicht besonders schätzte. Da war der besserwisserische Justin der Mauermeiers. Der störrige Niklas der Zotts. Die vorlaute Lara der Hondrichs. Auch wenn sie, die selbst Mutter war, Kinder insgesamt mochte, empfand sie es schwer die Kinder von anderen wirklich zu akzeptieren. Sie hatte nie etwas gegen sie, nur mochte sie die halt nicht so besonders… Ein wenig doof waren die Alle… Ihre Kinder dagegen, die liebte sie abgöttisch. So sehr, wie eine Mutter ihre Kinder nur lieben konnte. Und in diesem Traum, da war das irgendwie… Ein Problem. Der Justin, der Niklas und die Lara, sahen sie flehend, doch auch strafend an.

Was hast du uns angetan?

Sie erwachte, nass geschwitzt. Mit diesem komischen Gefühl, dass es falsch sei, ihre Kinder so sehr zu lieben, wie sie es gar nicht anders konnte.  Denn so groß, stark und rein ihre Gefühle zu ihren Kleinen auch war, waren sie ebenso zersetzend all anderen Kindern gegenüber, die weder von ihren Eltern und schon gar nicht von ihr  geliebt wurden. Die Liebe zu ihren Kindern war der Grund, warum es Bosheit auf der Welt gibt… Das war die Essenz des Traumes.

Wenn ein Kind sieht, wie andere Kinder im gleichen Alter mehr umsorgt und geliebt werden, werden sie neidisch und krank. Diese Krankheit setzt sich in ihrem Unterbewusstsein fest. Sie wird Teil ihrer DNA. Den Kindern wird durch die Beobachtung, ihr eigener Mangel an liebevoller Umsorgung verständlich, vielleicht nicht rational, nur von ihrem Herzen her, und werden dadurch zu zynischen, schlechten Menschen, die laut sind und grob. Wahrscheinlich auch ungebildet. Da ist ja auch niemand, der sie unterstützt. Diese Mangelerscheinung an Liebe hat sie so werden lassen wie sie sind, all die Verbrecher, kleinen Gauner, Pegidisten und was sonst noch; das hatte sie gerade so, nach dem Aufwachen, in ihrem Herzen gefühlt. Und wenn sie selbst ihre Kinder nicht so offensichtlich vorbehaltlos und in aller Öffentlichkeit verehren oder unterstützen würde, würde die anderen Kinder, die diese Glück nicht genießen können, sich besser entwickeln, denn ansonsten könnten sie gar nicht verstehen, dass ihnen etwas abgeht… Die vorbehaltlose Liebe zu ihren eigenen Kindern, stahl anderen ihre Zukunft… Zuviel Liebe, kann etwas Böses sein… Wäre die Welt denn keine bessere, wenn wir alle Kinder gleich lieben würden?…

 

Was für ein merkwürdiger Traum. Was für merkwürdige Gedanken. Sie schüttelte den Kopf darüber. Was für ein Wahnsinn! Wie konnte ihre Liebe schlecht sein? Sie würde doch ALLES für ihre Kinder tun!… Eine Verrücktheit war dieser Traum, den sie schnell wieder vergessen müsste und es ohnehin würde… Was kann eine Mutter schon dafür, wenn die Kinder von anderen Müttern nicht geliebt werden? Das konnte sie nichts angehen. Nicht sie war es, die schlecht zu ihren Kindern war, das waren doch eindeutig die anderen. Die Rollen zwischen GUT und BÖSE sind doch eindeutig verteilt.

Aber. Sind sie das nicht immer?

Guerilla: Hollywood kaputt streamen

Kevin. Ausgerechnet ein Kevin.

Das Gefühl von Eifersucht war mir schon immer fremd. Nicht da ich nie in Mädchen verliebt gewesen wäre, die mit jemand anderen zusammen war. Nein. Doch. Das kam sogar öfters vor. Doch ihre Liebe untereinander hatte ja nichts mit mir zu tun. Es war ihre Liebe, ihre Beziehung und ich wollte nie den Platz des bereits vorhandenen Freundes einnehmen. Nein. Für mich fühlte es sich so an, als gäbe es dieses Mädchen zwei Mal: Einmal die Freundin ihres Freundes und ein weiteres Mal das Mädchen, das vielleicht mit mir zusammen sein könnte. Wenn Liebe nur ein Produkt des Verstandes ist, dann konnte es auch das geben. Als eine Art Möglichkeit der Realität. Nie würde und hatte ich etwas getan, um einer Beziehung zu schaden, um „an das Mädchen heranzukommen“. Einige Freunde verstanden das nie. Warum ich da nicht „aktiver“ wurde. Im Gegenzug verstand ich nicht, wie sie es tun konnten.

Nein. Ich wollte nie das haben, was andere haben. Ich wollte MEINES haben. Meine Vorstellung davon. Genauso wie ich als Knabe nie das Spielzeug von anderen wollte oder es ihnen nicht gönnte. Ich wollte meines auch wenn ich das nicht bekam.

Nun aber trat Kevin in mein Leben.

Kevin ist jünger als ich. Sieht besser aus als ich. Und da ich keine 20 mehr bin, ist er wohl auch motivierter. Die Revolution im Kopf und im Herzen schläft irgendwann ein, wenn man nicht gejagt wird oder interniert wurde. Die Aktionen schlafen ein und auch wenn man es für sich selbst nicht eingestehen würde, arrangiert man sich ein wenig mit dem Feind. Der macht ja auch nur seinen Job.  Der hat auch seine Gründe, selbst wenn es die falschen sind. Und nach und nach tappt man in die Falle, die man anderen immer vorwirft…

Kevin war eines dieser Techno-Kids. Nicht so wie ich, mit Techno-Musik und viel Bumm-Bumm. Nein. Er wuchs so richtig in die Technologie hinein. Wer an diesen Unsinn von wegen Big-Bang-Theory glaubt würde ihn einen Nerd nennen, doch das ist ein Begriff aus den 90ger, Nuller Jahren. Kevin ist ein verdammtes Gesamtpaket. Der Super-Hippste, der Megastylisch aussieht, verbal auftrumpfen kann und bei dem hinter der durch Sprache erhitzten Luft auch noch was Handfestes herauskommt.

Sein Ding ist das Internet.

Kennen ihr diese Portale? Kinox und so? Streamt ihr illegal? Dann habt ihr sicherlich schon einmal ein Video von Kevin gesehen, denn schon als Jugendlicher war Kevin damit beschäftigt Filme mitzuschneiden und sie – auch wenn der Ausdruck ein wenig abgegriffen ist – mit der Welt zu TEILEN. Anfangs machte er das aus so ner Kleinrevolutionären Sozialistischen Denke heraus, später und älter machte er es mit System: Kevin will Hollywood zerstören, um den Planeten von der falschen, pathetischen, amerikanisierten, weichgespülten Gedankenfabrik zu befreien.

Um das zu erreichen vervielfältigt er Filme und stellt sie ins Internet. Was kurios ist. Denn für gewöhnlich versucht man, um einem Produkt zu schaden, es einzugrenzen, nicht es zu vervielfältigen. Der Gedanke dahinter ist einfach: Desto mehr Leute filme streamen, desto weniger gehen ins Kino, geben dafür Geld aus und unterstützen die Blödsinns-Produktionen. Das Problem ist nur, dass Kevin die Rechnung ohne Hollywood gemacht hat, die ganz einfach weiter Geld in die riesigen, saudummen Produktionen pumpt, und lieber die kleinen Filme, die vielleicht sogar noch irgendwie provokant und alternativ sind, kaputt gehen. Kevin erreicht also genau das Gegenteil von dem was er gewollt hat: Er streamt die Leute illegal dümmer, da er das Angebot der Filme künstlich verknappt (da die kleinen Filme weniger werden).

Wie immer weiß ich gar nicht wo die Guerilla-Schneiderin Kevin her hat.  Wahrscheinlich aus dem Internet. Passen würde es. Sie findet das was Kevin macht auch nicht gerade zu Ende gedacht, sie hat aber schon eine bessere Idee (wie immer) und sieht Kevins Potential. Mehr sogar. Sie ist BEGEISTERT von Kevin. Angela (die Guerilla-Schneiderin) war noch nie BEGEISTERT von etwas oder jemanden. Vermutlich hatte sie sich sogar als junge Frau geschworen, dass niemals ein besonderer Geist in sie fahren möge… Und jetzt haben wir den Kevin…

Es ist ihre Art wie sie von ihm spricht. Wie sie ihn berührt. Wie sie ihn ansieht. Dabei fickt sie gar nicht mit ihm. Da fällt ihre Wahl immer noch auf Koji und mich. Da sind wir noch immer der beste Untergrund für eine Idee: Ein Dreieck.

Dennoch. Kevin bleibt eine Besonderheit. Ein Wesen, das ich nicht bin auch nie sein kann. Kevin ist der wortwörtliche Alpha-Kevin. In einer positiven Auslegung für ihn.

Ich kann nicht. Mit ihm. Konkurrieren.