Der, der ich heute bin

Ich komme aus der Dusche. Trockne mich mehr oder minder gut ab. Gehe in mein Schlafzimmer. Setze mich auf mein Bett. Gefühlt ist das Bad meine letzte Bastion gegen die Schreckensherrschaft des „Entertainment“. Gefühlt habe ich nur hier mein Handy nicht in der Hand. Den Rechner oder den Fernseher nicht am Laufen. Die Play Station am Stöhnen. Im Bad. Da hat man alle Hände und Köpfe voll zu tun. Da ist Ruhe. Von „Jamaika“. Von Wolfenstein. Von Netflix. Vom Alk. Vom Konsumrausch. Ja. Die Duscherei mit ihren Instandhaltungsmaßnahmen nervt gewaltig.

Vor meinem Bett ist DER Schrank. Der einzige Schrank in unserer Wohnung, der diesen Namen verdient. Ich ziehe ihm eine Schublade aus seinen Eingeweiden. Blicke in das Wirrwarr seines Inneren, das aus unsortierten Socken besteht. Es sieht aus wie eine echte Bauchgrube. Meine Hände suchen zwei „Gleiche“. Der Kopf sieht zu. Und wie die Hände ihre Finger tief in Wolle und Kunststofffasern  stecken, glaube ich einen Stempel auf der Innenseite meines rechten Handgelenks zu erspähen. Zweiter Blick: Da ist kein Stempel. Woher auch? Ich bin doch gar nicht aus gewesen. Ein Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen. Ja. Ich war die letzten Tage immer „an“.

„Stempel“ bedeutet für mich Nachtleben. Ausgehen. Die große Feirerei. Und da sitze ich nun. Nachdem ich mir den Schmutz der Arbeit abgewaschen habe. Denke an Früher.

Als „Früher“ noch „Jetzt“ war, dachte ich an die Zukunft, so wie es in dem wundervollen Manga „Planetes“ abgebildet ist, an eine bestimmte Szene:

Ein Arbeiter. Der Mann oder Vater einer der Hauptfiguren. Repariert ein Windrad. Eine richtige Windkraftanlage. Dutzende Meter über dem Boden. Im nächsten Paneel sieht der Leser eine dunkle Rückblende, in welchem derselbe Arbeiter, sichtlich jünger, auf einem Punk-Konzert wie ein Irrer zur Sache geht. Totaler Abgehnismus. Zerbrochene Flaschen. Stahlketten als Schmuck. Stage diving. Krach.  Die totale Zerstörung. Nah am Tod. Nah am Leben. Er war der Frontsänger. Rock´n Roll.

Auf der nächsten Seite liegt der Held altersweise an ein Windrad gelehnt. Er raucht und ist mit sich selbst zufrieden. Dem Leser wird klar, dass dieser Mann zwei Leben gelebt hat, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Aber auch. Dass der gezeichnete Mann mit seiner Vergangenheit im Reinen ist.

Daran muss ich denken, während ich dem nicht vorhandenen Stempel hinterher lächle. An die Partys. An den Rausch. An die Freunde. An den Wahnsinn. An die damalige Normalität um die Jahrtausendwende – und das Jahrzehnt danach. Diese ständige Ausnahmesituation in die ich mich damals hinein manövriert hatte. Eine Situation die sowohl lächerlich als auch lebensgefährlich war. Eine einstmals alternativlose Lebensphase.

Ich finde eine passende Socke zu der ersten, die ich in der Hand halte. Mein Ying zu meinem Yang.  Nicke. Und bin einen Moment lang genau der, den ich mir damals erträumt habe. Ein Kerl. Mit seiner Vergangenheit. Aber auch mit einer neuen Zufriedenheit. Aus dem Gefühl von damals, als ich den Manga zum ersten Mal las, ist meine Wahrheit geworden. Mein altes Ich wäre zufrieden mit mir.

Ich schließe die Schublade. Ziehe die Socken an. Dann gehe ich rüber zu meiner Freundin, ohne auch nur einen Moment weiter an die Szene zu denken.

Planetes - Manga

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Menschenkenntnis

Eben. Gerade. Stand ich am Fließband. Bei der Kasse. Beim Rewe. Drei Kunden vor mir war ein älterer Mann. Verschlissene Schildmütze. No-Name-Trainingsjacke. Alkoholiker-Gesicht; definitiv eine Alkoholiker-Nase. Der wollte sich zusätzlich zu seinen Besorgungen Zigaretten kaufen, hatte irgendwas mit einem Gutschein durcheinander gebracht und nun zu wenig Geld. Immer wieder zog er ein paar Cent aus seinen Taschen und der picklige Azubi an der Kasse zählte sie. Es reichte wieder nicht. Es mutete wie ein Spiel an, bei dem nicht klar war wer zuerst aufgab. Der Kunde oder das materialisierte Gesicht des Rewe-Unternehmens. Das zog sich ungelogen ein paar Minuten so hin und ich dachte mir: Wollen wir doch mal nicht so sein. Ich entschuldigte mich und reichte dem Jungen an der Kasse mit der Marco Reus Frisur 2 Euro. Der fehlende Betrag. Mir wurde von dem Alten zugenickt. Er sah mich nur aus dem Augenwinkel an. Der Jüngling lächelte erleichtert auf. Eine Minute später war ich an der Reihe und der junge Marco Reus bedankte sich noch einmal für das Geld. Worauf ich nur ehrlich sagen konnte: Ich hatte auch schon mal zu wenig Geld dabei. Da lachte Marco nur. So in Gedanken: „Das DABEI war hier nicht das Problem.“ Aber gar nicht böse.

Ich gehe dann also da so raus und da lädt der Mann mit der Alkoholiker-Nase sein Zeug in den Kofferraum seines alten Autos und ich denke mir so: „Warum eigentlich nicht?“ Gehe rüber und frage ihn freundlich, ob ich nicht auch eine Zigarette haben könnte. Und er sieht mich an und sagt: „Nein.“ Steigt in sein Auto und fährt davon.

Gewohnheitslisten

 

 

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Ich besitze ein giftgrünes Notizbuch im DIN A 4 Format mit weißen Sprenkeln, dessen Seiten mathematisch kariert sind. Mein Vater kaufte es mit einer Reihe anderen vor über 20 Jahren bei einem Urlaub in der Tscheslowakei, also in einem Land, dass es heute so nicht mehr gibt, und ich erinnere mich noch wie stolz und wichtig ihm diese unbedruckten Bücher damals waren. Am Ende landen diese Dinge auf die man einmal stolz war, konsequenterweise in einem, dieses Mal in unserem Keller. Von dort zog ich es vor wiederrum ungefähr 13 Jahren hervor und begann damit, jeden Film den ich zum ersten Mal ansah, dort einzutragen. Seit dem 30.11.2003 sind es – verklagt mich nicht auf Lückenlosigkeit – 1516 Filme gewesen.

Der Gedanke zu diesem Listenwesen drängte sich mir auf, da ich zu jener Zeit fast täglich in die Videothek ging und Filme auslieh, in einer so großen Zahl sogar, dass ich manche Videokassetten 2 bis 3 Mal auslieh, da ich einfach nicht mehr wusste, das ich sie schon gesichtet hatte. Nun. Mit der Liste. Konnte ich nachschlagen. Was ich nebenbei so gut wie nie getan habe. Sie aber in die Liste einzutragen, das wurde mir unglaublich wichtig. Ich mache das auch heute noch, wobei es mich eher nervt.

 

Das sollte jetzt eine Metapher dazu sein, warum ich in den letzten Wochen und auch schon Monaten keinen Blog mehr geführt habe: Es war alles zu einer unattraktiven Gewohnheit verkommen, die auf einem Grund basiert, die man in der gegenwärtigen persönlichen Entwicklung der blanken Jetzigkeit nur noch erahnen kann.

 

Auch meinen eigenen Blog lese ich so gut wie nie wieder, keine Ahnung wie ihr es mit euren haltet. Der Blog ist für mich immer mehr eine Liste gewesen, dessen Register man täglich aufzufüllen hat, zugegebener maßen mit Tagebuchartigen Zügen, denn der, der schrieb, war ich im Jahre des Monats am Tage in der Stunde: Einzigartig. Kein anderer. Ich, das vergangene Ich, eine fast schon vergessene Kompletterzählung, sowie ein Film  je nach Betrachtung immer auch ein Meilenstein oder ein Relikt seiner Zeit ist.

 

Ich hatte mir Mühe gegeben meine Betrachtung ins Weltgeschehen einzuordnen (auch wenn es eher umgekehrt der Fall war) und irgendwann war die Energie vom Tage Null weg, aufgebraucht, versprüht, was auch mit dem Jahr 2016 zu tun hat. Ein Jahr der Umwälzungen, von den Meisten von uns nicht positiv konnotiert.

In diesem Jahr habe ich wenige Blogs oder auch Zeitung gelesen, mehr Kurznews, wie es in der Gegenwart der Fall ist und die haben mich nicht intellektuell stimuliert, nein, sie haben meinen Geist beschnitten, ihn mit ihrer blanken Fülle erschlagen (was ich hier oft zum Thema machte). Zudem waren mir die Veränderungen, die Themen zu komplex um sie mit dem löcherigen mir zur Verfügung stehenden Schmetterlingsfangnetz meiner eigenen Psychologie zu fangen, und katalogi- und kategorisieren; die Menge an Umwälzungen war mir einfach to much als sie auf simple Formeln zu reduzieren, was leider wieder von anderen übernommen wurde. Das war schwach von mir, denn gerade in diesem Jahr wäre es wichtig gewesen dauerhaft und überall die richtige Haltung auszustrahlen und von sich zu geben. Aber ich war so erschlagen von der Arbeit, so gelangweilt von dem Listenwesen meiner Philosophie und auch viel zu satt von meinem persönlichen und sozialen Wohlstand, als dass ich noch Lust gehabt hätte mich an den Übergroßen Debatten zu beteiligen. Es kam viel zusammen was mir als Ausrede dient. Und doch fehlte mir die letzten Wochen das gewisse Etwas, durch das ich mich komplett fühlte. Also muss ich wieder Schreiben lernen, was in unserem Fall Sprechen lernen bedeutet.

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Als ich die Film-Liste begann, dachte ich, dass jeder gesehene Film auch irgendwie ein Teil von mir sein würde, da er mich mit seiner Geschichte, seiner Handlung, mehr oder weniger prägt und dass ich bestimmte Genres von Filmen sehen müsste, um der zu werden, der ich bin, auch, wenn ich viel lieber die schnelle und kurzweilige Unterhaltung hätte, die mich nicht fordert und mich menschlich nicht voranbringt und ganz egal wie Mühsam es war sich  viele Jahrelang die Arthouse-Filme, die Lars von Triers und die Hanekes anzusehen, hatte ich damals doch auch Recht: Man muss sich selbst bis zu einem gewissen Grad fordern, gerade geistig, sonst ist man nur noch ein Streaming-Dienstdurchklicker, der dünne Serielle Unterhaltung als großen Gesellschaftsroman missversteht… Also ja, nach der schlechten zweiten Jahreshälfte 2016 ist es wieder Zeit geworden sich selbst eine Stimme zu geben, sich selbst zu quälen und sich Gedankensphären auszusetzen, die mich nicht nur fordern, sondern überfordern. Was solls? Also ran an den Speck.

Heute ist mein erster Urlaubstag, mal sehen ob das so klappt wie ich mir das vorstelle.

 

Und an meine Blog-Freunde: Hallo Leute, schön das ihr noch da seid 🙂

Lieblingsband: LCD Soundsystem live

Es gibt beste Bands, und Lieblingsbands 😉

Und auch wenn die Combo um James Murphy und Nanxy Whang nicht mehr ganz so taufrisch sind, egal. Sie sind die perfekte Band zum TANZEN und zum MITSINGEN

(Habe ich hier im „neuen“ Blog eigentlich schon das Video gepostet wo ich auf dem Southside fast eine Ein-Mann-Party zu LCD Soundsystem gemacht habe? Nein? Hier klicken – der Depp mit Brille und schwarzem Longsleeve in der Mitte)

Die Neureichen der Nüchternheit

Heute war ich beim Arzt. Vorsorgeuntersuchung. Ich dachte mir: „Nun ja Bürschen. Ist ja nicht so dass du den besten Lebenswandel hattest. Zu viel Alkohol. Zuviel Tabak. Zu viel Speed, XTC, Kokain… (LSD hätte man natürlich immer ein wenig MEHR nehmen sollen, egal) Mach doch mal lieber die Vorsorgeuntersuchung. Besser ist das. Ernährst dich eh nur von Fertiggerichten, Stress und Red Bull (das wahre Männergetränk). 35 bist du jetzt auch schon fast 10 Monate. Mach mal hin.“

Der Computer sagt zu meinen eingereichten und von ihm analysierten Proben: „Hey yo! Hast das alles gut weggesteckt Bruder. Wenn du keinen Krebs hast, bist du sogar vollkommen gut durchgekommen. High 5!“

Und ich so: „Whaaaat?!“

 

Saubere Sache das Ergebnis. Finde ich natürlich sehr gut.

 

Ich hab die Drogen gut überstanden. Hab neulich auch die letzten Freunde gekickt von denen ich lange dachte, sie wären meine Freunde – waren sie aber nicht (ich halte solange an den falschen Freunden fest, da ich Angst habe verlassen zu werden, da mich Mama damals zurück lies, glaubt der Psychologe in mir). Und wohne nun mit einer schönen, jungen, intelligenten Ärztin zusammen, die ich über alles liebe.

 

Mir geht es super. Besser kann es einem Menschen nicht gehen. Ich bin so glücklich wie ein verdammter Märchenprinz am Ende der Geschichte.

Aber… Und jetzt?

Das ist das Problem. Märchen enden. Der arme, trostlose Schlucker, der von der bösen Hexe, die seine Mutter war, alleine gelassen und verstoßen wurde, hat den bösen Drachen der Sucht besiegt, wohnt in seinem perfekten Schlösschen mit seiner Braut – und nun ist ihm (nach dem Abspann) langweilig.

Hm. Tja. Ja… Schon, schon…

Das ist die Sache wenn man solche Kicks erfahren hat, dass man glaubt Barfuß über die Sonne gegangen zu sein: Die Normalität fühlt sich echt fade an…

Was undankbar ist. Ich habe so ein tolles Leben. So eine tolle Frau, die so viel für mich aufgegeben hat. Und ich scheine trotzdem undankbar zu sein. Was nicht stimmt. Ich bin überhaupt nicht undankbar. Für alles. Das ist sogar das einzige Gebet was ich (wirklich) jede Nacht in mein Kissen flüstere: „Danke lieber Gott, dass mein Leben sich so entwickelt hat im Gegensatz zu dem was war.“ Denn mir ging es richtig, richtig scheiße und dreckig. Also so richtig. Und jetzt ist mein Leben super.

Und trotzdem fehlt mir der crazy shit. Das ist halt das Problem bei uns Neureichen der Nüchternheit: Wir müssen uns an euer Tempo erst einmal gewöhnen. Wir wollen es ja. Und wir wollen so sein wie ihr. Nur nicht… Ganz so… Obwohl. Was war man vorher?

Das dachte ich mir erst als ich bei einer Freundin auf Facebook las, dass ihre Freunde „sooo verrückt!“ seien. Aber die sind nicht verrückt. Kein bisschen. Das sind nur angepasste Primaten, die halt auch noch Drogen nehmen. Wenn überhaupt. Und so ähnlich war ich ja auch. Nur das Leben fühlte sich schneller und extremer an. War es manchmal. Nur bei Gott nicht die meiste Zeit. Die meiste Zeit war der shit nur anstrengend. Und verdammt… Vielleicht fehlt mir sogar der Stress… Wenn man es so gewohnt ist gestresst zu sein…

Ich wollte es meinem Hausarzt – der von meinem Leben keine Ahnung hat – schon bei der Vorsorgeuntersuchung sagen, als er nach Tabak und Alkohol in meinem Leben fragte: „Ja, geht so. Aber ich habe lange Drogen genommen.“

Arzt: „Wie lange?“

Ich mache alle drei Hände auf und zähle die Finger ab, und murmel: „Scheiße. Fast 15 Jahre… 10… Aber doch eher 15…“

15 Jahre Stress, Ekstase und Depri-Phasen. Kein Wunder das einem die Normalität zunehmend langweilig vorkommt. Vorkommen muss. Das ist irgendwie sehr unfair. Doch auch sehr logisch.

Nun. Ich werde mich daran gewöhnen. Und mir eine Aufgabe im Leben suchen. Ein neues Hobby. Irgendwas. Was das Leben ein wenig mehr besonders macht… Den „Muh-Deckel“ auf der Müllermilch-Flasche habe ich schon mal nicht gefunden (ich brauche nicht mal das Geld, es wäre nur nett so eine „besondere Erfahrung“ im Leben zu machen). Doch die Suche ist ein Anfang 😉

 

Hätte alles viel schlimmer kommen können. Sehr gut.

🙂

Speed-Kater

Nennt man in Wahrheit gar nicht so, oder: Ich meine einfach was anderes.

Heute in der Arbeit. Vor etwa drei Stunden. Ging ich eine Treppe bei unseren Lagertanks hoch (die Tanks selbst besitzen eine Höhe von ungefähr 6 bis 8 Metern). Da wurde mir unvermittelt eine Millisekunde lang schwindlig wurde, bis ich plötzlich einatmen musste wie ein Ertrinkender, der gerade noch im letzten Moment auftauchen konnte. Ein wirklich krasser Moment. Damit war es vorbei.

Mit „vorbei“ meine ich diesen monatelangen Zustand, in dem ich mich befunden habe. Darin  ist es wirklich so, als läge eine Decke über deinem Bewusstsein, ein wirklich wahrer Sumpf im Sichtfeld. Alles ist gedämpft. Die Die Welt fühlt sich unscharf an. Nur noch starke Gefühlsregungen sind möglich und ich dämmere dahin, während ich arbeite, lese, schreibe, fernsehe, ficke. Zwar vergesse ich immer wieder, dass ich mich „komisch“ fühle. Fühlt man sich aber Wochen (dieses Mal Monatelang) „komisch“, nimmt man das gar nicht mehr als Komischness war. Es wird einfach Normalität.

Ich hatte das seit Berlin im Frühjahr, wovon ich mir auch ein nerviges Knacksen im Kiefer mitgebracht habe, immer wenn ich meinen Mund zu weit aufmachen – Ecstasy sei Dank. Seit Berlin bin ich gar nicht mehr richtig aufgewacht. Aber weil ich ja Jahrelang teilweise jedes Wochenende sehr viel Chemie… Fraß! Dennoch aber uch immer mal wieder Pausen machte, wusste ich, dass dieser versumpfte Zustand sich irgendwann einmal aufhellen würde wie der Nebel in einem britischen Hochmoor (okay, ich war noch nie in England, stelle es mir aber so vor).

Seltsam ist, wie schnell und schlagartig die Welt um mich herum klar wurde – und das es bis jetzt sogar anhält. Normalerweise sind diese „Klarheitsmomente“ nur von kurzer Dauer. Der Nebel kommt zurück. Und bevor man ganz „geheilt“ ist, nimmt man eh wieder was.  Dann geht es wieder abwärts ins Sumpfloch.

Jetzt nehme ich nichts mehr. Gott sei Dank. Und ich bin wieder ich selbst. Kann besser denken, reden, reagieren. Hoffe, dass das so bleibt. Und ich nicht doch wieder gierig werde.

Echt krass. Das war vorhin gerade wirklich wie in einer Filmszene, wie in Pulp Fiction.