Es spielt eine Rolle, von wem wir sexuell belästigt werden

Die schlimm dümmsten Beiträge zu einem Thema, welches gesellschaftlich kontrovers diskutiert wird, haben diesen Ton, von wegen: „Ich will nichts beschönigen, aber…“ Dennoch wird mein kleiner Text genau in jene Sparte rutschen. Dabei will ich gar nichts falsch machen – was die schlimmsten Kommentare zu einem Thema überhaupt sind. Wir sind hier aber bei „Strategien gegen Vernunft“, da muss man auch einmal im Halbjahr auf gängige weise unvernünftig sein.

„Sexuelle Belästigung“ ist das Thema 2017. Es ist eine große und ebenso wichtige Debatte, die da geführt wird. Diese Debatte läuft nun auch schon so lange, dass ich gar nicht mehr darauf eingehen will, wie und durch was sie in Gang gesetzt wurde. Das ist bekannt. Die Frage die mich und alle Männer und Frauen damit am Meisten beschäftigt ist (oder sie sollte es sein) was mein Part in diesem Spiel ist, also wie habe ich mich verhalten? Was habe ich getan? Was nicht? Und wenn dann, was habe ich daraus gelernt?

Ich war nie ein Heiliger, dachte jedoch, mich bei dem Thema auf die Seite „der guten Männer“ stellen zu können. Frauen habe ich immer respektiert und habe sie seit jeher als gleichwertig zu Männern gesehen. Sie waren für mich nie Freiwild, auch wenn ich sie natürlich objektifiziert habe. Ich glaube, dass es in Gedanken auch gar nicht möglich ist, dass nicht zu tun. Gerade in der Jugend, wenn die Hormone der Verstand nahezu überwältigen. Die Frage ist dann nur, was man herauslässt. Wie man damit umgeht. Es ist ja und sollte nie ein Verbrechen sein, wenn man durch einen Mitmenschen geil wird. Das gehört zum Menschsein dazu. Gedanken, Wünsche und Triebe sind frei. Und auch jetzt fallen mir sofort einige Frauen ein, deren Körper und Aussehen nicht anders als in meine geistige Kategorie „Gerät“ passen. Das hatte bei mir nur immer auch mit einer gewissen Form von Anbetung zu tun, als in dem Wunsch Frauen zu erniedrigen, d.h. auf mein Niveau herunterzuholen. Etwas, was die Machtmenschen mit Minderwertigkeitskomplex in Hollywood und sonst wo getan haben. Ja. Ich glaube dass die falsche Ausübung von Macht so gut wie immer mit einem Minderwertigkeitskomplex zu tun haben, von dem keiner von uns frei ist. Wir kommen nicht als fertige Menschen auf die Welt sondern machen uns zu denen, die wir sind; in diesem Zusammenhang vermeide ich die Formulierung: „Wir werden zu etwas gemacht.“ Das mit den äußeren Einflüssen die uns formen ist natürlich richtig. Hier will ich aber diese Ausrede nicht gelten lassen. Denn selbst wenn wir von außen beeinflusst und geformt werden, liegt es doch an uns was wir daraus machen. „Ich konnte nicht anders“ ist beim Charakter keine Ausrede. Denn wenn wir dachten wir konnten nicht anders, liegt es auch daran, dass wir den leichteren Weg in unserer Entwicklung gewählt haben. Man muss nicht alternativlos ein Verbrecher oder Drogensüchtiger werden, nur weil man in solchen Kreisen aufgewachsen ist. Jeder hat die Wahl. Doch ganz gleich was diese Wahl am Ende mit uns gemacht hat, ist in uns dieser kleine Punkt, dieser kleine oder große Haufen an Erfahrungen, an Komplexen, die unser späteres Verhalten in Machtpositionen erklärt. Es ist keine Rechtfertigung zu sagen, dass weil wir in der Jugend ausgelacht oder nicht gefickt wurden, wir im späteren Leben genau deswegen Frauen erniedrigt oder misshandelt haben. Oder Männer. Es ist keine Rechtfertigung. Aber eine Erklärung. Menschen sind nie von Grund auf Böse. Sie haben Gründe für das was sie tun. Auch wenn im seltensten Fall die Gründe schlimmer sind als das folgende Resultat daraus. Ich glaube diese Gründe, diese Komplexe, häufen sich über die Jahre, über die Jahrzehnte an, werden immer größer und größer, da wir sie nie verarbeiten wollen, da es zu peinlich ist, darüber zu sprechen, und irgendwann ist der Berg aus der Wut der Jugend oder der Kindheit groß genug, um ein ihm angemessenes Verbrechen zu begehen. Und wie es so ist mit Verbrechen für die man nicht bestraft oder belangt wird (das ist ja schon so als Kind wenn man zum ersten Mal lügt), handelt man wieder so. Okay. Das ist jetzt mal wieder ganz schöne Küchenpsychologie. So aber. Erkläre ich es mir. Ich, der gar keine Ahnung davon hat in einer Machtposition  anderen Menschen gegenüber zu sein.

 

Und selbst das ist eine Lüge. Sicherlich war auch ich schon in Machtpositionen Leuten gegenüber, habe es so aber nicht wahr genommen. Und ich weiß auch, dass ich mich nicht immer korrekt verhalten habe. Sei es Freunden gegenüber, die ich Alpha-Männer mäßig dominieren musste. Oder Frauen gegenüber, die ich nicht immer korrekt behandelt habe. Ich glaube nicht, dass ich ein TÄTER bin. Aber wahrscheinlich ist es auch so, dass ich selbst das gar nicht einschätzen kann. Keiner kann von sich selbst sagen, ob er Täter ist. Das müssen die anderen entscheiden. Ich selbst kann nur sagen, ob ich nicht doch einige Dinge im Leben hätte anders machen sollen.

Sex ist ein schwieriges Thema. Denn zuerst dreht sich alles um Sex. Und dann um Macht. Über diese beiden Themen kann man natürlich den Hauptbegriff LIEBE schreiben, doch die Liebe ist so ein heiliger, also ein schwammiger, Begriff, dass er alles und nichts aussagt…

Über mich selbst würde ich sagen, dass ich Fehler gemacht habe. Auch wissentlich. Ich daraus aber die richtigen Schlüsse gezogen habe. Ich war in meiner Schulzeit ja auch dass, was ich heute einen „Bully“ nennen würde. In meiner Jugend war ich schon ein ziemlicher Prolet und Alpha-Depp, der andere gemobbt hat. Das tut mir im Rückblick sehr leid. Aber ich musste das auch tun, um heute der zu werden, der ich bin. Das ist keine Entschuldigung. Doch es war leider ein Weg, den ich gehen musste. Wie gesagt. Niemand kommt fertig auf die Welt. Und wahrscheinlich ist dies die Erklärung dafür, warum wir Menschen keine Heiligen sind. Wir alle tragen die Narben der Vergangenheit an uns. Wir alle sind Täter und Opfer zu gleich. Auch und im besonderen in sexuellen Dingen. Daran müssen wir arbeiten. Und deswegen ist diese Debatte auch so wichtig.

Die eigentliche Sache, auf die ich mit dem ersten Absatz einleiten wollte, ist eine andere. Ich sah mir vorhin auf Bild (jaja) ein Textchen über die Prominenten aus Hollywood an, denen sexuelle Gewalt oder Übergriffe nachgesagt wurden. Und mir fiel auf, dass diese Machtmenschen entweder a) nicht gerade schön gewachsen waren, oder aber  b)  sie haben gleichgeschlechtliche Grenzen überschritten haben, also Homosexuelle Männer haben Heterosexuelle begrabscht. Auffällig ist doch – ohne das Thema bagatellisieren zu wollen – dass sich keine Frauen melden, die von den Brad Pitts dieser Welt sexuell belästigt wurden…

Advertisements

Meine Wut darüber, dass der amerikanische „Ghost in the Shell“-Film floppt

Die amerikanische Version von „Ghost in the Shell“ (Gits) ist kein überragender Film geworden, aber ein sehr guter. Das Problem für einen Fan der ersten Stunde wie mich ist der Plot des Films, wobei man als echter und ehrlicher Fan, dem der Erfolg des gesamten Projekts am Herzen liegt, hier Zugeständnisse machen sollte:

Für ein globales Publikum, für die breite Masse, muss man den Anspruch ans Publikum herunterfahren. Ja. Das Produkt wird verwässert. Ja. Der Anime hat mehr Tiefe und das ist auch dessen Stärke; wer aber die Serie und den Manga mag, kommt auch damit klar, dass manche Dinge etwas softer angegangen werden, denn dort war auch mehr Platz für Spaß und Albernheiten.

Und ganz wichtig: Die Geschichte des Animes ist nicht die der amerikanischen Verfilmung. Der Film von Rupert Sanders ergänzt das Gits-Universum. Er ist mehr als ein Aufguss.

Über die Optik des amerikanischen Filmes gibt es keine Debatte: Die ist Atemberaubend.

Dass der Film nun ein eindeutiger Kassenflop ist, kommt für Fans wie mich einem Desaster gleich, denn Gits ist und war auch ein Pilot-Projekt für sämtliche nachkommende Manga- und Anime-Verfilmungen. Wenn so ein Projekt, dass 120 Millionen-Dollar gekostet hat, baden geht, bedeutet dass  das ähnliche andere Projekte nicht realisiert oder billiger veranschlagt werden, was im Bezug auf einen neuen „Akira“-Film eine Katastrophe ist, da der Film nun einmal viel Geld für seine Realisierung braucht, denn ein „Akira“ in billig geht nicht. Diese Dystopien kosten einfach Geld.

Sollte „Gits“ wirklich wegen dem lächerlichen Vorwurf des „white washings“ vom Kunden nicht angenommen worden sein, bekomme ich echt das Kotzen, denn einer Geschichte mit so einem internationalen Setting (egal ob im Manga oder im Anime) so etwas vorzuwerfen, ist absolut lächerlich – und wer den fertigen Film gesehen hat weiß zudem, dass es unbegründet ist. Ja. „Scarlett Johansson“ spielt die Hauptrolle in einem Film dessen Vorlage von Japanern für Japaner gemacht wurde, aber, bereits damals wurde die Figur des „Majors“ als jemand beschrieben, die sich, da sie keinen menschlichen Körper – „Shell“ –  mehr besitzt, ihren Verstand – „Ghost“ – in einen menschlich anmutenden Cyborg-Körper transferieren ließ; und dabei bevorzugt sie KAUKASISCHE Modelle. So viel zum Thema „white washing“. Warum der Major eigentlich „Kusanagi“ heißt wird im amerikanischen Film erklärt. Das Problem mit der Erklärung ist nur, dass sie der Dreh- und Angelpunkt im fertigen Film ist, und dass im Vorfeld zu spoilern hätte den ganzen Kino-Besuch überflüssig gemacht.

Dass man einen Film dieser Größenordnung mit einem Super-Star besetzen muss, ist logisch und  verständlich und Johansson spielt den Major wirklich gut. Ihr kann man keinen Vorwurf machen. Vorwürfe kann man nur denen machen, die keine Ahnung von der Materie haben und stur behaupten: „Ja ne. Eine japanische Geschichte muss auch japanische Hauptdarsteller haben.“ Das ist Unsinn. Wer wie ich viele Mangas liest weiß, dass die Figuren oft nicht als pure Japaner angelegt sind, sondern als Hybridwesen, die fast immer internationale Züge tragen (siehe hier z.B. „Attack on titan“ wo die Realverfilmung optisch nichts mit den Mangas zu tun hat, obwohl dort nur Japaner besetzt wurden), oft sogar keine japanischen Namen; Mangas orientieren sich am internationalen Markt. Bezeichnenderweise spielt die Handlung nie in Tokio sondern in „Newport City“.

Besonders auffällig ist das im Gits von 2017 an der Figur des „Togusa“ zu erkennen, der von einem japanischen Darsteller wortwörtlich verkörpert wird – und nicht einmal ansatzweise so aussieht wie sein „Original“ im Anime oder Manga.

Außerdem: Was ist das für ein Vorwurf? Warum muss ein japanischer Film ausschließlich mit Japanern besetzt sein? Sind amerikanische Filme nur mit Amerikanern besetzt? Das ist lächerlich… Würde es sich bei „Gits“ um eine der unzähligen Bibel-Verfilmungen Hollywoods handeln, wäre der Vorwurf gerechtfertigt (Moses, Jesus und so weiter sollten wie Araber aussehen, nicht wie „Christian Bale“ und Konsorten), bei einer Dystopie über eine Zukunftswelt in der die Kulturen verschmolzen sind, macht dieser Vorwurf aber keinen Sinn, dann könnte man das „Blade Runner“ auch vorwerfen.

Ich mag den amerikanischen „Ghost in the Shell“, auch wenn ich Manga und Animes bevorzuge. Aber mich haben schon immer mehr die Nischen mit Anspruch interessiert, und dass kann man von „Otto Normalverbraucher“ halt nicht erwarten; ja, hier stelle ich mich wirklich mal in den Vordergrund. Der globale „Otto Normalverbraucher“ will nun einmal tumbe Aktion-Filme sehen, die nicht mehr sind als blanker Trash. Und das ist auch okay so. Ich habe mir in meiner Jugend auch gerne die Schwarzenegger-Vehikel angesehen. Nur hätte ich nicht behauptet, dass diese Filme wirklich gut sind. Sie sind was sie sind, sie erfüllen ihren Zweck, es ist gute Unterhaltung. Aber kein guter Film. Und schon gar kein Meisterwerk. So wie kein Film mit „Vin Diesel“ ein guter Film ist und auch kein einziger der „Marvel“-Klötze. Das ist leichteste Unterhaltung ohne jeglichen Anspruch und in einer Welt wie der unseren in denen die Menschen fast ein wenig von ihrem tristen Schicksal abgelenkt werden müssen, braucht es auch so „Colosseum-Unterhaltung“, in der Menschen und gute Vorsätze dem Pöbel aus Spaß-Gründen zum Frass vorgeworfen werden. Hirn aus: Danke schön. Viel Vergnügen Otto!

Nur ist es schon sehr anstrengend andauernd mit diesem Müll zugeschissen zu werden, der immer nach dem gleichen Prinzip funktioniert und jetzt nicht einmal mehr die Perspektive zu bekommen, anspruchsvollere Unterhaltung erwarten zu können. Denn das ist „Ghost in the Shell“ und hätte es mit dem zweiten amerikanischen Film werden können: Anspruchsvolle Unterhaltung. Zum Mitdenken und Mitfühlen. Aktion-Filme, die dem Zuschauer auch mal Fragen aufgeben. „Inception“ ist darin das Vorbild. Und von solchen Filmen hätte ich sehr gerne mehr gesehen.

Das echte La La Land

Bei „La La Land“  denke ich nicht an einen Film mit Ryan Gosling und Emma Stone, der – ich war im Kino – doch nun mal ehrlich gesagt eher mittelmäßig ist; sie kann nicht so toll Tanzen, bei ihm fehlt es am Singen. Und dafür 14 Oscar Nominierungen? Egal. Der Film ist nun mal eine Feier des Hollywood-Kinos und mit den Preisen für den Film feiert Hollywood in Wahrheit sich selbst. Nur. „La La Land“ bedeutet für mich und meine Generation etwas anderes. Das Gegenteil von Hollywood könnte man dasgen.

In der Gesichtslosen Zeit, als Techno noch hart und rau war, gab es ein Lied, das ganz anders war, gar nicht rau und hart, ein wenig krank vielleicht, das ebenfalls „La La Land“ heißt und damals sehr populär war

(und wenn ihr es schön Möchtegern-Englisch „lÄnd“ aussprecht, müsste es „LÄ LÄ länd“ heißen, nicht „la la länd“ 😉 )

Vom Text versteht man bei Green Velvet eh nichts, hat man nie was verstanden, zu viel fremdes Englisch, kein normales. Nur irgendwie um Pillen geht es da, die die Gehirnzellen töten: Das reicht ja wohl auch.

Hier sprechen wir. Vom echten „La La Land“. Also von der Druckphase der Drogen, wenn man richtig „Balla Balla“ ist. Nix mit Stepptanz. Totales Menschliches Mus. Lallendes. La-La-Ländes-Mus 😉

 

Heute in der Arbeit. Beim geistigen Leerlauf. Überlegte ich mir wie so eine Szene mit alten, echten „La La Land“ Rave-Veteranen aussehen würde. Dicke, aufgedunsene Mitte Dreißiger/Anfang Vierziger, schwer tätowiert, mit nervigen, schlecht erzogen Kindern um sich rum, von denen so gut wie keiner in „Führungspositionen“ arbeitet, nein, es wird ehrliches Geld verdient; ein Haufen Prolls also, die dank ihrer Vergangenheit halb debil bei dem Lied „La La Land“ von „Green Velvet“ zu grinsen beginnen, an ihre bitteren Pillen denken und versuchen rhythmisch mit dem Kopf mit zu nicken: So sehen die Musicals meiner Generation aus. Und irgendwie. Finde ich das gar nicht schlecht.

La La Land….

Guerilla: Hollywood kaputt streamen

Kevin. Ausgerechnet ein Kevin.

Das Gefühl von Eifersucht war mir schon immer fremd. Nicht da ich nie in Mädchen verliebt gewesen wäre, die mit jemand anderen zusammen war. Nein. Doch. Das kam sogar öfters vor. Doch ihre Liebe untereinander hatte ja nichts mit mir zu tun. Es war ihre Liebe, ihre Beziehung und ich wollte nie den Platz des bereits vorhandenen Freundes einnehmen. Nein. Für mich fühlte es sich so an, als gäbe es dieses Mädchen zwei Mal: Einmal die Freundin ihres Freundes und ein weiteres Mal das Mädchen, das vielleicht mit mir zusammen sein könnte. Wenn Liebe nur ein Produkt des Verstandes ist, dann konnte es auch das geben. Als eine Art Möglichkeit der Realität. Nie würde und hatte ich etwas getan, um einer Beziehung zu schaden, um „an das Mädchen heranzukommen“. Einige Freunde verstanden das nie. Warum ich da nicht „aktiver“ wurde. Im Gegenzug verstand ich nicht, wie sie es tun konnten.

Nein. Ich wollte nie das haben, was andere haben. Ich wollte MEINES haben. Meine Vorstellung davon. Genauso wie ich als Knabe nie das Spielzeug von anderen wollte oder es ihnen nicht gönnte. Ich wollte meines auch wenn ich das nicht bekam.

Nun aber trat Kevin in mein Leben.

Kevin ist jünger als ich. Sieht besser aus als ich. Und da ich keine 20 mehr bin, ist er wohl auch motivierter. Die Revolution im Kopf und im Herzen schläft irgendwann ein, wenn man nicht gejagt wird oder interniert wurde. Die Aktionen schlafen ein und auch wenn man es für sich selbst nicht eingestehen würde, arrangiert man sich ein wenig mit dem Feind. Der macht ja auch nur seinen Job.  Der hat auch seine Gründe, selbst wenn es die falschen sind. Und nach und nach tappt man in die Falle, die man anderen immer vorwirft…

Kevin war eines dieser Techno-Kids. Nicht so wie ich, mit Techno-Musik und viel Bumm-Bumm. Nein. Er wuchs so richtig in die Technologie hinein. Wer an diesen Unsinn von wegen Big-Bang-Theory glaubt würde ihn einen Nerd nennen, doch das ist ein Begriff aus den 90ger, Nuller Jahren. Kevin ist ein verdammtes Gesamtpaket. Der Super-Hippste, der Megastylisch aussieht, verbal auftrumpfen kann und bei dem hinter der durch Sprache erhitzten Luft auch noch was Handfestes herauskommt.

Sein Ding ist das Internet.

Kennen ihr diese Portale? Kinox und so? Streamt ihr illegal? Dann habt ihr sicherlich schon einmal ein Video von Kevin gesehen, denn schon als Jugendlicher war Kevin damit beschäftigt Filme mitzuschneiden und sie – auch wenn der Ausdruck ein wenig abgegriffen ist – mit der Welt zu TEILEN. Anfangs machte er das aus so ner Kleinrevolutionären Sozialistischen Denke heraus, später und älter machte er es mit System: Kevin will Hollywood zerstören, um den Planeten von der falschen, pathetischen, amerikanisierten, weichgespülten Gedankenfabrik zu befreien.

Um das zu erreichen vervielfältigt er Filme und stellt sie ins Internet. Was kurios ist. Denn für gewöhnlich versucht man, um einem Produkt zu schaden, es einzugrenzen, nicht es zu vervielfältigen. Der Gedanke dahinter ist einfach: Desto mehr Leute filme streamen, desto weniger gehen ins Kino, geben dafür Geld aus und unterstützen die Blödsinns-Produktionen. Das Problem ist nur, dass Kevin die Rechnung ohne Hollywood gemacht hat, die ganz einfach weiter Geld in die riesigen, saudummen Produktionen pumpt, und lieber die kleinen Filme, die vielleicht sogar noch irgendwie provokant und alternativ sind, kaputt gehen. Kevin erreicht also genau das Gegenteil von dem was er gewollt hat: Er streamt die Leute illegal dümmer, da er das Angebot der Filme künstlich verknappt (da die kleinen Filme weniger werden).

Wie immer weiß ich gar nicht wo die Guerilla-Schneiderin Kevin her hat.  Wahrscheinlich aus dem Internet. Passen würde es. Sie findet das was Kevin macht auch nicht gerade zu Ende gedacht, sie hat aber schon eine bessere Idee (wie immer) und sieht Kevins Potential. Mehr sogar. Sie ist BEGEISTERT von Kevin. Angela (die Guerilla-Schneiderin) war noch nie BEGEISTERT von etwas oder jemanden. Vermutlich hatte sie sich sogar als junge Frau geschworen, dass niemals ein besonderer Geist in sie fahren möge… Und jetzt haben wir den Kevin…

Es ist ihre Art wie sie von ihm spricht. Wie sie ihn berührt. Wie sie ihn ansieht. Dabei fickt sie gar nicht mit ihm. Da fällt ihre Wahl immer noch auf Koji und mich. Da sind wir noch immer der beste Untergrund für eine Idee: Ein Dreieck.

Dennoch. Kevin bleibt eine Besonderheit. Ein Wesen, das ich nicht bin auch nie sein kann. Kevin ist der wortwörtliche Alpha-Kevin. In einer positiven Auslegung für ihn.

Ich kann nicht. Mit ihm. Konkurrieren.

Rampage 3- No Mercy! Pre-Production

Und wenn ich gerade bei Spenden bin.

Uwe Bolls Film „Rampage 3“ (ja, DER Uwe Boll!) wird von mir unterstützt, da ich den Teil davor sehr gut fand und ich mit meiner Freundin einen ziemlichen unvergesslichen Abend mit Freund Uwe in München erlebt habe ( 😛 ).

Inzwischen befindet sich der Film (wie ich gestern informiert wurde) in der Pre-Prdouction und alle „Perks“ scheinen erfüllt zu werden – für mich sollte das heißen, dass ich im Abspann erwähnt werde; wenns denn klappt, denn ich habe vergessen den richtigen Perk anzuklicken, aber Uwe meinte später: „klar kommste in dei endcredits“

Der Uwe hat auch damals meinen Blog-Eintrag auf seiner Facebook-Seite weiter verlinkt, was ich echt cool und nett von ihm fand 🙂

All diesen persönlichen Quatsch zum Trotz: Wenn Rampage 3 so gut wie der zweier wird – besonders im Hinblick auf den politischen Tiefgang – kann man sich schon darauf freuen (nur soll er  das mit der Ukraine weglassen was er im Werkstattkino erzählt hat, das war Unsinn).

Schaut mal in die Filet-Stücken rein: