Frank Ocean – Nikes

Eines meiner Lieblingslieder diese Jahr – ein wenig untypisch für mich…

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Tel Aviv, Strand- und Party-Stadt, ein Erlebnisbericht

Schon vor Jahren wurde ich durch Guy Gerber im positiven Sinn auf Israel aufmerksam. Obwohl. Dass der gute Mann ein Israeli ist, wurde mir erst einige Jahre später klar, als ich seine Produktionen längst lieben gelernt hatte. So ist das mit elektronischer Musik: Von Desinteressierten mag sie als kalt und Gesichtslos interpretiert werden. Kann man so sehen. Man kann es aber auch so begreifen, dass bei dieser Form von Musik jegliche Stände und Kategorisierungen aufgehoben werden. Zwar klingt elektronische Musik in Vietnam anders als in Lateinamerika oder in Italien, doch die Konturen und Umrisse in den Spielarten verschwimmen und gehen ineinander auf, egal ob der Beat nun schnell ist, für sich hin tröpfelt oder die Synths lauter oder leiser sind. Es braucht keine Texte, keine poltische Message und erst recht keine Hautfarbe um elektronische Tanzmusik zu verstehen. Du musst nicht glauben zu wissen was cool/hip, angesagt  oder Gangsta ist. Du lässt es einfach laufen. „Gesichtslose“ Musik hat mehr Vorteile  als der Sound vieler Idole, die entweder irgendwann sterben müssen oder lebendig verfallen und währenddessen zu einer Karikatur ihrer selbst werden.

 

Auch Guy Gerber produziert diesen „gesichtslosen“ Sound, nur als KALT kann man ihn beim besten Willen nicht kategorisieren.

Ich folge ihm seit ein paar Jahren auf Facebook (was ich bei nicht gerade vielen DJs mache) und mich beeindruckten die Fotos die er aus seiner Heimat Tel Aviv postete. Und wie wenig diese Bilder mit meinen Assoziationen von Israel zusammen passten.

Tel Aviv ist der Sommer/Sonne/Strand- und Party-Bereich des Landes und tritt sehr westlich orientiert auf. Fast schon zu westlich. Ich hatte mir die halbe Millionen Einwohnerstadt – sorry – arabischer, basarischer vorgestellt, auch wenn es in Richtung Jaffa, der Altstadt von Tel Aviv, solche Ecken gibt, die jedoch touristischer Natur sind.

Wäre man blind für die Gesichter der Menschen dort, die selbstverständlich jüdisch anmuten, könnte man sich in einer westlichen Großstadt wähnen. Ein wenig berlinerig sieht Tel Aviv aus, oder wie Hamburg oder Köln, in ihren gechillten Ecken.

Die Skyline der Stadt ist weltbekannt, in der Menge mit den  spacigen Wolkenkratzer ziemlich futuristisch und kann, wenigstens als Postkartenmotiv mit seinen Hotels die direkt an das Meer gebaut sind, mit Rio konkurrieren. Der Strand ist wunderschön, sauber,  und das Wasser außerordentlich klar. Und auch das Klima im Oktober ist super angenehm. Und ich bin keiner, der auf Hitze steht. Dort aber ist diese Mittelmeerische Hitze, die sich nicht aufdrängt, eher einschmeichelt. Mit 30 Grad.

Am Positivsten am Strand empfand ich überraschenderweise die Menschen. Die Israelis sind tolle Strand-Menschen, da sie nicht wie Proleten auftreten; kein Gegröle, keine fetten Anlagen, kein übermäßiger Alkohol-Konsum. Die nervigsten, lautesten Menschen dort waren die Ausländer. Selbst die Kinder der Israelis sind besser und ruhiger erzogen, als die Meisten die ich kenne. Und so was feiert jeder Urlauber (und ich im Speziellen) mit einem gechillten Lächeln auf der Strandliege leise sehr ab.

Von Freitagabend (Sonnenuntergang) bis Samstagabend (Sonnenuntergang) ist Shabbat, also Feiertag und in dieser Zeit sind die Strände gefüllt,  während nach dem Abtauchen der Sonne Party gemacht wird.

 

Wir haben sehr viele junge Leute in Tel Aviv gesehen. Und am Strand auch außerordentlich hübsche Frauen (die hübscheste Frau hatte ich ja eh mitgebracht 😉 ). Kein Wunder also dass die Stadt ein sehr aktives Nachtleben besitzt. Ob Tel Aviv aber „eine der besten Partystädte der Welt ist“ wie man dort vollmundig behauptet, wage ich zu bezweifeln. Man muss aber auch dazu sagen, dass mir Sommer, Sonne, Strand und Kultur wichtiger waren, als die Nächte durchzumachen, schließlich habe ich ein sehr, sehr hartes Arbeitsjahr hinter mir, da war mir Erholung wichtiger als die Nächte durchzutanzen. Zwar hatte ich mir den angesagten Techno-Club „The block“ im Internet ausgespäht, und „Roman Flügel“ aus Deutschland wäre dort auch als Identifikationsfigur am Start gewesen, wir einigten uns dann doch auf die Touristischere Variante, wir buchten den „pub crawl“.

Beim „pub crawl“ wird man von einem Guide durch 4 oder 5 Locations in Tel Aviv gelotst, bekommt dort je einen Shot umsonst, freien Eintritt und muss nicht in der Warteschlange stehen.

Ja, ja. Das haben wir uns jetzt auch gedacht: Das kann voll furchtbar werden. Wurde es nur nicht.

Erstens hätten wir die Bars/Clubs alleine niemals gefunden. Die Eingänge sehen aus wie Hinterhof-Zugänge, oft ohne einem Namensschild darüber. Tel Aviv ist da sehr erfinderisch und verwinkelt. Dagegen haben Berliner Clubs Eingangsschilder wie das „Titty Twister“ in „from dusk till dawn“.

Zweitens handelte es sich bei den Läden wirklich um angesagte Locations, was man nicht nur daran spürte dass die Orte immer so gut gefüllt waren, dass man sich zur Bar durchkämpfen musste, nein, als wir rauskamen standen im Schnitt 30 bis 40 Leute an, die nicht mehr hinein durften.

Drittens bekamen wir für die 20 Dollar Tour-Gebühr ein Bier und die  4- 5  Shots frei. Das ist wichtig. Denn Alkohol ist Sau teuer in Israel. In den Clubs zahlten wir zwischen 6 und 8 Euro für ein 0,33 Liter Bier (und ja, das Bier dort kann man wenigstens trinken), da kommt dann noch 10 Prozent Trinkgeld dazu. Ein Vollrausch ist also eher nicht drin, außer man gönnt sich was und deswegen fand ich es im Nachhinein gut lieber einmal und damit richtig wegzugehen.

Viertens wird man von der Touri-Leitung gleich mit der Gruppe bekannt gemacht und hat weniger Berührungsängste. Zwar verabschiedete sich der sympathische Erfinder der Tour recht schnell wieder, und die angehende Schauspielerin die die Tour dann übernahm, war dann doch um ein vielfaches weniger motiviert als ihr Chef, aber wir lernten sehr unterhaltsame und motivierte Leute kennen, die aus den unterschiedlichsten Ländern kamen (Brasilien, 2 mal USA, 2 mal Italien, einmal Finnland und Deutschland – und wir) um ein wenig Spaß zu haben.

Da war es dann auch ganz gut dass sich unsere Tour-Leiterin nicht allzu sehr für uns interessierte 😉 Wir mussten uns also gegenseitig die Zeit versüßen und das klappte dann für mein Gefühl sehr gut, auch wenn die Oberflächlichkeit der Beziehungen zueinander selbstverständlich im Vordergrund stand. Scheißdrauf. Ich hätte nie gedacht das ich mit Italienern so viel Spaß haben könnte 😀

 

Hier trafen dann natürlich zwei Weltbilder aufeinander: Hostel versus Hotel. Wir wollten eher Ruhe und Entspannung und keine nervige Hostel-Situation, was die Hostel-Leute in unserer Gruppe gar nicht verstanden; so lernt man doch keine Leute kennen! Ja eben doch. Nur auf eine andere Art. Und in unserem Hotel wurden wir im Gegenzug schief angesehen, als wir die Sauf-Tour buchten, so ist das halt mit den Weltbildern.

Es war. Auf jeden Fall. Ein gelungener Abend.

 

Wir waren in 4 Bars/Clubs.

Wir trafen uns im „Sputnik“, das ein wenig berlinerig sein wollte. Verschlunge Räumchen mit schön draußen, locker gechillt. Angenehme elektronische Musik. Kennt man aus Köln oder Hamburg, in deren guten Momenten. Nur nicht abgefuckt genug um sich mit Berlin vergleichen zu lassen, was der Tour-Veranstalter gar nicht so recht glauben mochte: Wie, hier ist es nicht schäbig genug?

Weiter ging es in eine Hip-Hop-Bar (das „Jimmy, who?“) mit Club-Atmosphäre. Hier wirkte der Alkohol schon und die Verbrüderung war im Gange. Ein wenig Galgenhumor dabei, die Italiner: „Ah, the german guys! You´ve never expected to pay 8 euro for one beer, he?“ Die Schauspielerin sah lieber ins Handy und so blödelten wir alle zusammen mit dem Willen zum Wahnsinn auf der Tanze herum. Wir hörten und tanzten in der gleichen Nacht dreimal zu J Lo. Ich glaube das sagt viel über den Musikgeschmack in Tel Aviv aus.

Auch die nächste Bar, das „Radio“ war HipHop. Riesiger Tresen. Shots im „private room“ in den wir durften (in dem NICHTS war, sehr private). Dann zur letzten Adresse.

Das „Lima“. Das kam sehr Pop-prollig herüber (Hallo J Lo) und mir reichte es dann langsam mit der Tour, obwohl mit dem „Breakfast“ noch ein Techno-Club auf uns gewartet hätte. 2 Uhr nachts  sollte genügen (alter Mann der ich bin…). Wir wollten am Tag danach nicht zu sehr kaputt sein. Dieser für mich namenlose Kommerz-Laden entpuppte sich dann noch als Schwulen- und Lesben-Treffpunkt in dem meine Freundin die Props bekam, die eine schöne Frau dort bekommen sollte. Das gab  der Location auch noch eine gewisse Wendung.

Klar bin ich jetzt kein Party-Insider was Tel Aviv angeht wenn man gerade mal 5 Stunden dort im Nachtleben verbringt, 4 Türen hin oder her, für einen Einblick hat es aber gereicht und deswegen würde ich die Tour weiter empfehlen.

Das ich dort keine elektronische Musik miterlebt habe ist im Hinblick auf meine Israel Sozialisierung durch Guy Gerber ein wenig schade, ich habe nur schon mehr als die meisten Menschen zu den verschiedensten Stile dieser Musik gefeiert, über fast 2 Jahrzehnte hinweg, in ganz Deutschland und auch woanders, und glaube da jetzt nicht mehr viel zu verpassen. Berlin finde ich ja auch schon sehr langweilig was das angeht…

Die Israelis sind mir jetzt auch nicht gerade als spektakuläre Tänzer aufgefallen (bei den Schwulen ging es wie zu erwarten am Meisten ab, was sowohl das Abgehen als auch das Auftreten anging), motiviert waren sie aber. Wer weiß, vielleicht sind sie dort Partymäßig so weit, wie sie sich jetzt fühlen. Es ist eine sehr junge Stadt und man muss verstehen, dass dort wo wir gefeiert haben vor einigen Jahrzehnten nicht nur Sprichwörtlich Wüste war. Gebt denen noch ein wenig Zeit.

 

Es war also eine gute Mischung aus Kultur-Urlaub, Strand und Party. Tel Aviv hat alles zu bieten, was man sich wünscht. Okay. Außer vielleicht eine U-Bahn, das wäre dann schon noch ein wenig geiler, mit. Wären nicht die enormen Probleme die dieses Land hat, wäre der Party- und Urlaubstourismus sicherlich viel, viel höher. Uns hat das ja auch ein wenig abgeschreckt. So bleibt Israel ein Land das von allem etwas zu bieten hat und aus dem man im Kopf und im Herzen sehr viel mitnimmt, ob man das nun muss, soll hat jeder selbst entscheiden.

 

Man darf halt nicht in Angst leben und sich immer und ständig die Geschichte vom Terror und Tod erzählen lassen, harte Kontrollen am Flughafen oder am Einkaufszentrum hin oder her. Das ist die Crux und die Antwort auf meine Ausgangsfrage (siehe letzter Text), was uns Israel zum Thema Alltäglichen Terror zu sagen hat. Ob die Deutschen so sein könnte, ich weiß nicht.

Ein Ding ist dort das große Zusammengehörigkeitsgefühl und das haben wir in Deutschland nicht. Vielleicht noch nicht. Die Kulturen sind in Israel auch nicht so durchmischt wie bei uns. Es liegt nun einmal auf der Hand, dass man dort vermehrt auf gewissen Menschen (Juden) trifft und das schafft eine andere Aura, als in unserem Land, dass sich lange nicht einmal moralisch darauf einigen konnte, ob wir hier ein Einwanderungsland sind oder nicht. Ob wir weltoffen sein wollen oder nicht. Dagegen haben wir hier zum Glück keinen gemeinsamen Feind, der uns vernichten will… Die Situation lässt sich nicht eins zu eins umlegen. Lehren muss und sollte man allerdings ziehen. Denn ganz gleich wie man zu Israel steht: Einen Lernwert hat diese Gesellschaft dort. Sogar einen ziemlich großen.

 

 

 

Das Obstwiesenfestival 2016 mit u.a. Antilopengang

Das Obstwiesenfestival 2016.

Das was? Obst-Wiesen? Festival? Ist das so mit Hump-da-da-Blechmusik, Trachten und Obstlern? Drehst du jetzt völlig ab?

Nö. Obwohl ich dort schon einige Obstler getrunken habe.

Ich war durchaus überrascht als ich das Plakat zum Festival auf der Toilette in der „Kantine“ gesehen hatte: Blood Red Shoes, die Nerven, Antilopengang, Algiers… Auf dem OBSTwiesenFESTIVAL bei Ulm – und das Ganze sogar noch umsonst. Ja richtig, echt umsonst.

Nun ja. Wir kennen diese „Umsonst“-Festivals. Da bekommt man, wofür man bezahlt hat, nämlich einen alten… Schlechte Bühnen, miese Planung, katastrophale Bands und wenn es denn ein Camping gibt, ist es unter dem Niveau des Französischen Russlandfeldzugs von 1812.

So ist das Obstwiesenfestival (OWF) nicht.

 

 

 

Da war ich sogar richtig beeindruckt was die Veranstalter hier auf die Beine gestellt haben. Nur das Parken und das Campieren musste bezahlt werden (weiterhin selbstverständlich für die Versorgung des leiblichen und geistigen Wohls) und dafür bekam man einiges geboten. Jetzt mal abgesehen von den internationalen und nationalen Bands, die zwar keine Big-Player sind (es vielleicht aber noch werden), dafür aber richtig gute Musik machen; ich habe auf vielen Bezahl-Festivals schon viel schlechtere Bands ertragen müssen, bis der Headliner die ganze Chose gerettet hat. Das ganze Festival-Gelände war natürlich sehr klein, wohl aber mit sehr viel Liebe zum Detail geplant worden, besser als bei vielen 30 Euro-Festivals.

„Familiär“ ist so ein Wort dass sich in dem Zusammenhang bei Festivals gerne aufdrängt, was natürlich ein absolut abgetragenes  und überbelastetes Klischee ist, denn nicht jedes Festival kann familiär sein; und wieso überdehnt man überhaupt den Begriff „familiär“, wenn es im Privaten, in der Familie dieser Ausdruck nur noch sehr selten gibt? Es bedeutet in dem Zusammenhang einfach eine gewisse Lockerheit, gepaart mit dem Respekt vor der Leistung und dem Verhalten anderer, gemischt mit nicht allzu großer, das Individuum nicht einengender Professionalität. Chillig soll es halt sein.

Und das ist das OWF – bis auf diesen debilen  Flammkuchenverkäufer, der mich angewichst hat weil ich mich vor dem Regen unter seinem Dach untergestellt habe, obwohl ich nur darauf wartete, bis meine Freundin einen seiner vor Bakterienwimmelnden Produkte gekauft hat. In der Hölle ist ein Extraplatz für Typen wie dich reserviert.

 

Ja, es hat später geregnet – da kann aber kein Veranstalter was für. Und diese Festival-Session hat es in diesem Bereich schwer erwischt, nicht nur uns gestern.

 

Die gesamte Musik auf der Party hat mir gefallen. Angefangen von „Isolation Berlin“, die mich an vergangene 80ger Jahre Deutschrockzeiten erinnerten und einfach ordentlich klangen. Drüben im Zelt, auf der zweiten Bühne gefielen mir Bosco Rogers noch besser.

 

Nach all den Indie-Rock-Jahren (um dem viel zu viel davon) war es eine angenehme, ja, schon richtig fällige Erleichterung eine gute Mischung aus Rock´n Roll und Blues Rock zu hören, in der endlich mal wieder die Gitarre mehr Luft und Platz zum Atmen bekommt (man nennt es „Solo“ oder auch Leadgitarre). Der Sound war englisch poppig rockig eingängig und die Köpfe und die Schultern des Publikums wackelten und nickten. Zudem war es als männlicher Publikumsbesucher auch mal eine erfreuliche Abwechslung, eine „Nico“-mäßige Rasseblondine im engen Kleidchen an den Synths zu sehen. Gibt eh genug Sausage-Party auf den Bühnen dieser Welt. Doch. Ja. Bosco Rogers überraschten und überzeugten mich. Da werde ich später mal nachgoogeln.

 

Draußen. Die Schweden. Vita Bergen standen auf der Bühne und auch die klangen verflixt gut. Richtig poppig mit starken Gesang, der mich an den „Killers“-Sänger erinnerte. Musikalisch ein wenig „MGMT oder Arcade Fire“, so steht es immerhin im Booklet zum Festival.  Vita Bergen traten wie eine große Band auf und wirkten auch so, nur ohne abgehoben zu sein. Das war Alles sehr gut – und auch noch umsonst.

Dann kam der Regen. Der Regen trieb uns ein wenig umher bist wir auf dem Sitz-Sack im Red Bull Zelt trockene Ruhe fanden. Es war starker Regen, wenn auch kein Apokalyptischer. Gehört halt leider auch dazu.

Als es nur noch müde tröpfelte standen wir vor der Bühne bei Antilopengang, dem Headliner der Nacht. Ich war da schon angefressen wegen der Flammkuchen-Geschichte, und dieses Hip-Hop-Zeug, tja, das war noch nie so meins. Dann wurde auch noch verkündet dass Algiers ihren Flieger verpasst hatten und mir war klar dass meine Freundin keine Lust hatte bis 1 Uhr nachts zu warten bis unsere Wunschband überhaupt einmal anfangen würde – damit war sie gestrichen.

Die „Antilopen“ sind eine dieser neuen ironischen Hip-Hop-Bands mit Aussage – und ich mit meinen 35 Jännern fand die furchtbar blöd. Klar sollte diese ganze Attitüde nicht zu ernst genommen werden, doch wenn man über diese doppelten, bald dreifachen Ironie-Ebenen hinwegsah, standen da einfach nur ein paar Komiker auf der Bühne, die zwar so taten als wären sie nicht die hellsten Köpfe und mittelmäßige Performer (weil Meta, Meta 😉 ). Nur. Wenn man sich über andere Hip-Hop-Acts lustig machen will in denen man ihr Auftreten kopiert, kann es halt auch sein dass man genauso scheiße rüberkommt, wie man die anderen findet. Ironie auf der Bühne ist sehr schwer zu vermitteln, besonders wenn der Konsument (also ich) sich vorher nicht schlau gemacht hat und das für bare Münze nehmen muss, was einem da serviert wird. „Du hast den Witz nicht kapiert“, meinte mein Herzblatt zu mir. Und ich, ein wenig gekränkt konnte dazu nur antworten: „Ich hab mir die Texte angehört. So klug und witzig wie die sich halten, sind sie halt auch nicht.“

Man kann natürlich z.B. auch  Scooter on stage nachmachen um sie zu veräppeln: Doch man darf dabei auch nicht vergessen, dass man einfach nur Scooter spielt und dabei abfeiert – egal welche Position man im Hinterköpfchen dazu einnimmt. Ich fands doof und wenig kreativ: Die Leute um mich herum sahen das aber ganz anders. Die fanden es geil, machten ein wenig Kindergeburtstagsparty dazu, fanden sich unglaublich subversiv dabei auch noch zu kiffen, sprangen auf der Stelle, pogten und machten einen niedlichen Circle –  und damit will ich es gut sein lassen.

Es muss ja nicht immer alles mir gefallen. Da große Mehrheit ist da natürlich viel wichtiger. Und die haben es ordentlich abgefeiert.

 

Also keine Algiers für uns. Dafür hörten wir den furchtbar lautesten Soundcheck an, dem ich jemals beiwohnte. K-X-P hießen die drei Trommeljungs. Und danach ging es ziemlich bald Richtung Heimat.

Mir hat es sehr gut auf dem OWF gefallen und will es weiter empfehlen. Bin gespannt wer nächstes Jahr kommt. Und wie es nächste Woche auf dem Singoldsand Festival wird 🙂