Der beste Freund, den ich niemals hatte

„Ich meine, was bedeutet das Prinzip „Pornostar“ überhaupt? Ein Pornostar ist doch auch nicht mehr als eine Hure, die man allerdings vom Management her belügt bis zum geht nicht mehr. Ich meine. Wie bei allem geht es doch mehr um das Gefühl, wenn man etwas, als was man macht, oder? Wenn man einer Frau – oder auch einem Mann, wer wird denn gleich sexistisch werden – das Gefühl gibt, man sei was besonderes, dann macht sie/er auch Dinge, die man sonst nicht machen würde. Weißt du? Das ist wie wenn man in die falsche Tussi verliebt ist und für ihre Anerkennung… Pornostars würden sich selbst ja auch nie als Nutten ansehen. Ne. Sie sind Prinzessinnen. Große Show-Girls. Models. Schauspielerinnen. Lustgöttinnen. Musen für manche… Träume aus Fleisch und Sperma… Jaja, ich weiß… Das war jetzt ein wenig viel… Auf jeden Fall, so FÜHLEN sich die Frauen (oder auch Männer) in ihrer Rolle als Pornostar, während sie in Wahrheit nur von ein paar Typen gleichzeitig  in Körperöffnungen gefickt werden, die du noch nie bei deiner Freundin gesehen hast… Dabei lassen sie sogar die ganze Welt zusehen und sagen danach, dass „die Stimmung am Set so toll war. Alle sind so super nett! Hätätätättääää!“ Furchtbar!  Verstehen diese Büchsen denn nicht, dass sie nur in einer riesigen Traumblase leben, in denen ihnen Respekt nur vorgespielt wird und sie ständig ausgenutzt werden? Und jetzt komm mir nur nicht mit einer wie Sasha Grey, die die ganze Sache umgedreht hat und später behauptete, SIE konnte ihre wildesten Träume ausleben… Nein. Pornostars sind auch nichts mehr als Huren, denen man den Eindruck vermittelt sie wären Filmstars. Ein perfekter Taschenspielertrick und damit der älteste Trick der Welt.“
„Was du manchmal für einen Blödsinn daher redest…“

„Ähm…“

„Und trotzdem bist du einer meiner besten Freunde… Obwohl… Ich weiß gar nicht ob das so stimmt… Privat machen wir ja nie was zusammen. Gehen nicht zusammen einen saufen. Oder sonst irgendwas… Was weiß ich?… Obwohl sich sogar unsere Frauen mögen… Wir sehen uns nur in der Arbeit, jeden Tag. Und Mann… Keiner kennt mich so gut wie du… Du bist der Einzige, der mich jahrelang total verstrahlt und verdrogt in die Arbeit kommen sah, und der auch wusste was mit mir los war. Du bist der Einzige, dem ich immer alles erzählt habe… Du kennst mich besser als meine Freundin, weil du schon da warst, da kannte ich sei noch gar  nicht… Du stehst über allen Frauen. Über all meinen Freunden. An dich kann ich hin reden was ich will – und du hast dich nie beschwert… Du hast mir geholfen wenn es mir schlecht ging. Hast mir Arbeit abgenommen. Hast meine furchtbaren Stimmungsschwankungen zwischen den Wochenenden ertragen, wenn ich so was wie nüchtern war. Wenn ich am runterkommen und depressiv war. Hast dich anschreien lassen. Hast aber auch zurück geschrien wenn es richtig und wichtig war. Und hast meinen Unsinn angehört, wenn ich druff in die Arbeit gekommen bin. Du hast nur gefragt, ob ich denn heute Nacht geschlafen hätte, und viel zu oft habe ich „Nein“ gelacht und kam mir mächtig toll dabei vor. So blöd war ich. In Wahrheit war ich ja krank. Total verloren an die Sucht. Und auch wenn du nie wirklich etwas dagegen unternommen hast, konnte ich mit dir doch immer über alles reden, auch wenn ich dich einfach nur zugelabert habe. Du hast mich nie verurteilt. Hast mir fast gar nicht die kalte Schulter gezeigt… Du hast immer mit mir, selten über mich gelacht… Und dabei machen wir so gar nichts zusammen… Du bist mein bester Freund… Und dabei „nur“ ein Arbeitskollege. Du bist der verdammte beste Freund, den ich niemals hatte.“

Er fällt ihm um die Schultern und umarmt ihn kräftig. Wie Kinder umarmen, die dachten ihre Eltern kommen nie mehr aus dem Kino zurück.

Und sein bester Freund den er niemals hatte, kann auf so viel Wahrheit ohne Bull-Shit-Macho-Attitüde, ohne Coolness-Quatsch, nur verblüfft ebenfalls „Ähm“ sagen. Ganz überrumpelt, klappst er seinem Freund  mit der flachen Hand auf das linke Schulterblatt.

Doch irgendwie tut diese Männerumarmung auch gut. Er kann sich gar nicht erinnern, wann ihn das letzte Mal ein Kerl umarmt hat, und er ihn nicht gleich eine „Schwuchtel“ nannte und zu Boden schlug. Nein. Er genießt es. Lächelt. Und drückt auch ein wenig zurück. Gar nicht schlecht… Da stehen sie.

Freunde für die Ewigkeit.

Orlando – Was ist mit der Anteilnahme?

Ich hab ein wenig gewartet und habe über die „Ereignisse“, über das Morden in Orlando, nachgedacht. Es sollte bekannt sein dass dort ein fanatischer Mörder in einem Schwulenclub, dem „Pulse“, 50 Menschen erschoss und fast genauso viele verletzte.

Wie vor ein paar Monaten bei dem Konzert der „Eagles of death metal“ wurde hier konkret, sogar noch konkreter, meine Lebensart angegriffen, wobei das nichts mit meiner sexuellen Orientierung zu tun hat. Das Nachtleben war mein Leben und ist noch immer meine Lebenseinstellung und auch wenn ich in meinem Dasein nicht viel in Schwulenclubs unterwegs war tanzte ich fast zwei Jahrzehnte zu Musik, die nicht nur sehr tolerant jeder Art von Sexualität gegenüber war und ist, nein es geht noch weiter, denn House und Techno ist von den Schwulen groß gemacht worden. Meine Anteilnahme ist bei den Opfern. Wirklich.

 

In Folge des miesen und feigen Anschlags habe ich bei irgendeinem Online-Medium, verlinkt über Facebook, einen bewegenden Artikel gelesen, in denen der Autor, selbst homosexuell, darauf pocht, dass das kein Anschlag auf „unsere gemeinsame Lebensart“ war, sondern auf die der Homosexuellen. Die Begründung ist gut: Der schwulen Club ist der Ort, an dem homosexuelle Männer (oder auch lesbische Frauen) sich endlich frei fühlen können, ohne sich beobachtet und in eine Ecke gestellt fühlen zu müssen. Der Gay-Club als „sichere Zone“, in welcher man Vorurteilsfrei der sein kann, für den man vor der Tür verspottet oder wenigstens belächelt wird. Und mit dem Anschlag auf diese sichere Zone hat der Mörder versucht den Menschen  die letzte Sicherheit zu nehmen, an Orten, in denen sie sie selbst sein können.

Wie gesagt, eine gute Begründung.

 

Ich bemängele dennoch die Ausgrenzung der Anteilnehme, die einem normalen, mitfühlenden Hetero wie mir da entgegentritt. Natürlich hat der Autor Recht. Und er hat allen Grund um wütend zu sein und hier eine konkrete Linie zu ziehen: Überall ihr mit euren Vorurteilen und Klischees – hier wir. Das macht alles Sinn.

Anteilnahme sollte man dennoch nicht ablehnen.

 

Im Normal- und Glücksfall werde ich niemals spüren, wie es ist vergewaltigt zu werden, wie es ist in einem Krieg zu leben, wie es ist wenn Freunde und Familie einen gewaltsamen Tod sterben. Ich werde so Gott will niemals wirklich hungern müssen. Oder von Fremdenhass verfolgt werden. Ja ich weiß, ich, du, wir haben sehr privilegierte Leben. Auch wenn der eine oder andere zu einem besonderen Kreis zählt. Dem Kreis der Geschändeten. Dem Zirkel der Verachteten. Der Gruppe der Traumatisierten. Ich will das jetzt nicht auf „jeder hat seine Last zu tragen“ herunter brechen, ein wenig geht es dennoch darauf zu.

Das Problem an diesen Kategorisierungen ist nur, dass durch dieses Grüppchen-Denken andere ausgeschlossen werden. Wisst ihr, ich weiß nicht wie es ist ihr zu sein, wie könnte ich? Dabei weiß ich dennoch wie es ist, ein empathischer Mensch zu sein.

Schmerzen und Leid definieren dich. Sie stellen dich abseits und in diesem Abseits stehen noch andere Menschen und ja, mit ihnen kann man geschlossen gegen die Gesellschaftlichen Konventionen an leben, um das zu sein, was im Prinzip jeder von uns ist: Normal. Jeder auf seine Art. Das ist ja auch etwas Gutes. Die Gruppe gibt Zuspruch, Halt und du findest Gleichgesinnte. Man sollte sich nur nicht in seiner Gruppe abschotten und sich – auch wenn man es auf der einen Hand natürlich ist – für etwas Besonderes halten und dadurch wieder Leute ausschließen, denn das ist die Kehrseite der Medaille: Auf Ausgrenzung erfolgt in einer Minorität nur wieder Ausgrenzung der Majorität und so sollte es nicht sein. Wenn Menschen Anteilnahme, ehrliche Anteilnahme ablehnen, stoßen sie den Anteilnehmenden vor den Kopf: Und stoßen ihn in die falsche Richtung. Auf bedingungslose Akzeptanz und Anteilnahme sollte man eben genauso damit reagieren. Denn wenn wir die Schmerzen, das Leid und die Schmach nur für uns und unsere Gruppe postulieren, stoßen wir die anderen von uns fort, was einen Teufelskreislauf zur Folge hat.

 

Ja. Nein. Ich werde es zum Glück nie erleben meine Sexualität unterdrücken und verstecken zu müssen. Das macht mich zu einem glücklichen Menschen. Dafür bin ich dankbar. Und ich weiß dass es bei manchen von euch nicht so ist. Aber deswegen sollten wir uns dennoch gegenseitig erlauben, mitfühlend mit den anderen zu sein. Denn der Mangel an Mitgefühl für uns (auch für uns selbst) treibt uns nur weiter auseinander. So wie es jeden einsamen Versager, der später als Amokläufer endet, von uns weggetrieben hat.

Mangaloide Ladyboys

Im Sinn hatte ich eine schwarze Schönheit wie Josephine Baker, mit umgeschnalltem Dildo. Am Ende einigten wir uns auf einen thailändischen Ladyboy Anfang 20. Zierliches, umwerfend hübsches Gesicht, designt und von uns ausgewählt nach allen Kriterien der Schönheitsindustrie. Feste Brüste. Perfekte Taille, wie sie in Europa nur ein 13 jähriger Junge haben würde. Knackiger Hintern. Und natürlich. Ein kleiner, aber dann doch vorhandener Penis.  Ein Ladyboy ist keine Frau mit umgeschnalltem Dildo. Es ist ein Mann mit aufgeschnalltem Frauengesicht und man muss schon als Kerl drei Semester „Amnesia“ studiert haben und eine große Leck-mich-am-Arsch-Mentalität besitzen, um über diesen eindeutigen Umstand hinwegsehen zu können. Dabei bin ich so tolerant. Stehe auf queere Musik. Feierte Peaches und ihr „Peaches Christ Superstar“ total ab. Lache über die gängigen Mann/Frau-Bilder meiner Artgenossen (wobei ich auch einmal erwähnen muss dass die Frauen in meiner Umgebung ein konservatives Sexualverhalten an den Tag legen, als die Männer, nicht beim Thema Promiskuität, da sind die Frauen uns Männern weit voraus, und wer weiß? Wahrscheinlich sind sie es immer gewesen.  Fällt das Thema jedoch auf gleichgeschlechtlichen Sex und die Umwandlung in ein wahres Geschlecht, sind die Mehrzahl der Frauen intoleranter als die Männer. Wenigstens die in meiner näheren Umgebung. Da wird dann ganz viel „Iiiiiiiiiiii“ gekreischt, kein Wunder, denn wenn die Frau was die Promiskuität anbelangt die neuen Männer sind, fühlen sie sich in ihrer Weiblichkeit bedroht – darüber kann man auch mal nachdenken). Und doch ist es was ganz etwas anderes liberal, aufgeschlossen oder was auch immer zu sein, als Sex mit einem Kerl zu haben, auch wenn er aussieht wie eine japanische Pop-Sängerin mit Kulleraugensyndrom. Hier wird der Manga zum Mangaloiden.

Es ist heiß hier in Thailand. Verdammt heiß. So heiß, dass sich mein Cappy wellt, denn ich trage eine „Vinyl-Cap“ aus Augsburg, ein Basecap dessen Schirm aus einer Schallplatte besteht. Und das sieht komisch aus, so komisch, wie ich mich gerade fühle. Wie ich hier in einem Café mit meiner Freundin sitze und darüber nachdenke, wie es wohl ist mit ihr und nem Ladyboy ne Nummer zu schieben.

„Ist ja nur Sex“; komische Phrase, denn was führt zu mehr Verwirrung, Streit und sogar zu Todschlägereien als Sex?

Ich weiß gar nicht ob ich mich in meiner sexuelle Identität bedroht fühle. Oder ob ich mich freuen soll. Komisch. Darüber hat mir die Pornografie, diese größte Wissenschaft die ich wie jeder andere Kerl mit DSL (wenn man denn eins hat 😉 ) akribisch studiert habe, nie etwas erzählt. Da ist die Wissenschaft ganz Religion, wenn man das ausblendet, was nicht in die reine Lehre hineinpasst…

Es ist heiß hier. Es ist schön hier. Und ich bin verwirrt.

Peaches – Rub (Uncensored Music Video)

Bin mal gespannt wie lange ein Video auf Youtube ist, in dem sich Peaches einen Penis in ihr Gesicht peitschen lässt – wenn man dieses Video aber mit dem Hard-Core-Video von Rammstein vergleicht, ist dieses natürlich viel cooler, kreativer – und geiler 😉

 

und hier mal die zensierte Version, falls die andere bald weg ist…

Discopumper

Sieht man sich die heutigen männlichen Jugendlichen auf einem „Rave“ (Unwort) an, sehen sie aus wie aufpumpte, überstylte, homosexuelle Proleten-Langweiler aus den 90gern.

Es ist fast so, als hätten sich die Stylisten der Gegenwart, die Gogo-Tänzer aus alten Love Parade Umzügen als Vorbild genommen, um der Jugend von heute ein Idealbild von Männlichkeit vorzugaukeln, um zu sagen: So hat man auszusehen. Leider wurden diese „Parade-Menschen“ in den 90gern vom Fernsehen dafür bezahlt um so auszusehen, und so sehen die Jungen heute aus: Wie vom Fernsehen gekauft. Von RTL 2.
Und wie es so will hat die Jugend für sich selbst einen ironischen Begriff parat: Discopumper. (sprich Jugendliche/Männer, die nur ins Fitness-Studio gehen um ihre Muskeln für die Disco aufzupumpen)

Homosexualität ist nichts Besonderes mehr, gut so! Die Rechte wurden hart erkämpft und schwer verdient. Und kaum jemand würde heute noch den heilsamen und kreativen Einfluss von queerer Mode und Lebens-Stil auf unsere Gesellschaft leugnen. Wieso aber muss man als Hetero sämtliche männliche Attribute über Bord werfen und diesem queeren Chick huldigen? Wieso will man überhaupt wie ein „Berlin – Tag & Nacht“-Prolet aussehen?
Oder anders gefragt: Wenn man schon Vorbilder braucht um sein Ego zu definieren (haha), wieso sucht man sich keine richtigen?

Es geht nicht darum als Mann wieder mehr Macho zu sein. Das ist zu kurz gedacht. Männer sind mehr als nur Weicheier oder Machos, ganz egal was dir dein Testosteron einflüstert.
Männer sollten komplett sein.

Das Problem mit den Discopumpern ist leider, dass sie sich stylen wie Homosexuelle, und sich dabei fühlen wie Machos, ja, Homosexuelle nicht einmal als Menschen zweiter Klasse durchgehen lassen und verspotten, wenn auch nicht mehr so krass wie ihre großen Brüder davor… Die Verpackung ist mal wieder nicht der Inhalt.

Der Look von Männer und Frauen wird sich immer ähnlicher. Das finde ich im Prinzip sehr gut. Wieso aber muss das Mittelding zwischen Mann und Frau die gestylte Schlampe sein – und nicht ein Hybrid mit Stil und Klasse?
Ihr tragt Esprit – habt aber keinen…

Fitness ist ne gute Sache. Man sollte aber nicht nur Gewichte stemmen, sondern auch ein paar Bücher. Hört doch mal ein paar Hörbücher auf dem Stepper…