Absolution – 2 – Tanzen auf Ecstasy

Paul, um den es hier gehen soll, tanzte bald schon wieder alleine auf der stickigen Tanzfläche des „Ultraschalls“.  Nicht wirklich „alleine“. Die Tanzfläche war voll und wenn man nicht achtgab, konnte man sehr schnell die Person neben sich anrempeln und in ihrem Tanz stören. Es waren noch nicht die Jahre der überfüllten, geradezu überrannten Tanzflächen. Noch akzeptierte man den Raum den der Nächste benötigte um sich zu entfalten. Noch trampelte niemand auf der Moral dessen mit den gleichen Rechten herum. Paul tanzte nur für sich. Dafür war er nach München gereist. Er hatte das mit seinen Freunden getan und ja, dieses Feierreisen war hauptsächlich ein Freundschaftsding. Dennoch waren es genau solche Momente wie diese hier, die ihn immer wieder in die Clubs der großen, großen Stadt zogen. Paul liebte es zu Tanzen. Paul liebte diese Form von Freiheit. Wenn keiner etwas von dir will und die Musik dich in eine andere Welt saugt. Dass war Pauls Urlaub. Seine Freiheit. Seine Liebe. Für ihn waren diese Geschehnisse vorhin – die Umarmung mit Katha, die Bildung des magischen Kreises – nur Episoden der Nacht. Schönes Beiwerk. Tatsächlich aber war er nur zum Tanzen hierhergekommen. Darum ging es.

 

Katha hatte ihn noch angelacht. Dann war sie in dem falschen Nebel verschwunden, der wie eine Wand auf der Tanzfläche lag. Rein faktisch sah Paul gar nichts. Da war nur der Sound. Und der dicke, dicke Nebel. Hin und wieder blitzte etwas. Ein Arm flog vorbei. Eine wüste Gestalt… Irgendwo… Wäre er noch fähig zu Assoziieren, hätte er an Carpenters „Der Nebel“ denken können. Oder an ein schottisches Hochmoor. „American Werewolf“. Oder so. Die Optik war auf jeden Fall sehr spuky. Aber das war ihm natürlich total egal. Das Ecstasy schob ihn brutal voran. Und er fand es schön gerade Katha bei sich gehabt zu haben. Die süße, schöne, kleine Katha. Mit ihrem ehrlich schönem Lachen. Und den gelockten Haaren. Eine Frau, ein Mädchen mit 20 Jahren. Das aus ihrem Herzen heraus strahlen konnte. Und nein. Das konnte nicht nur die Wirkung des Ecstasys sein. Die  so genannten „Teile“ machen Dinge ja nicht schöner, sondern nur offensichtlicher… Er könnte gar nicht sagen, ob das stimmte… Auf alle, alle, alle, alle Fälle ging es ihm sehr gut. Ihm ging es leuchtend… Blendend. Wunderbar.

 

Als er begann im hellen, dicken Wolkennebel im Keller des Ultraschalls zu tanzen, wunderte er sich fast, wie leicht sich die gerade so schweren Arme fühlten, wie angenehm zart er sie zum harten Beat um seinen Körper gleiten lassen konnte. Er fühlte sich wie eine schwebende Sternschnuppe. Ein elektrisch geladenes Teilchen… Teilchen… Haha. Dabei musste er schmunzeln… Ohne auch nur eine Sekunde mit dem Getanzte innezuhalten. Ein Sonnenteilchen voller Glück. Und ja. Ihm war klar wie klischeehaft druff das schon wieder klang. Aber das war er. Ein Wesen voller Glück. Voller Energie. Jenseits von Gut und Böse. Ein Schmetterling. Ein Engel. Von sich selbst. Und von der Welt. Völlig losgelöst.

 

Er tanzte.

 

Der Nebel wurde mal mehr, mal weniger. Und bei dem Versuch die gekachelte Tanzfläche der alten Industrieanlage zu ein wenig zu durchlaufen. Verlief er sich… Auf diesen 30 Quadratmetern. Irrte er umher. Sah und trag niemanden. Was vollkommen unmöglich war. Und dabei war es doch auch ganz egal. So gut war das Gute. So schön war das… Schöne… Er würde gerne jetzt… Katha in die Arme nehmen. Gar nicht mehr. Nur einander festhalten. Und glücklich sein. Jenseits von Sex. Jenseits von allen Versprechen. Jenseits von Bindungen oder Zeit. Einfach nur hier, und jetzt. Und gut.

Er blieb stehen. Und tanzte weiter.

Nichts destotrotz zauberte es Paul ein Lächeln auf seine Lippen, als er neben sich Chris wahrnahm. Chris schien ihn – möglicherweise – schon eine Weile zu beobachten. Ob der Zeitraum in diesem Moment eine halbe oder gar fünf Minuten ausmachte, spielte in diesem Zustand keine Rolle. Pauls Verwunderung war kurz und sofort verflogen. Er mochte Chris. Auf Droge sowieso noch mehr als ohnehin. Was kein Grund für Paul war das Tanzen einzustellen. Sein Körper machte einfach weiter und wenn Chris Lust dazu verspüren würde, würde er mitmachen. Chris aber stand einfach nur da und rauchte seine Zigarette. Paul konnte und wollte auch gar nicht wirklich erkennen, was für ein Gesicht der Chris da zog. Es spielte auch gar keine Rolle. Die Musik, die Bewegung und die Droge bereiteten ihm genug Vergnügen um einfach weiter zu machen. Und als der im Untergrund weltberühmte DJ eine noch aufpeitschendere Platte spielte, musste Paul Chris einfach angrinsen. Dazu beschleunigte er seine Bewegungen. Chris grinste ihn aufmunternd an. Bis. Bis Chris sich zu ihm vorneüberbeugte und leicht nass in sein Ohr brüllte: „Lass mal hochgehen!“. Ohne zu Zögern nickte Paul seinem Freund zu. Er war inzwischen so drauf, dass jede Aktion eine gute Aktion zu sein schien. Das zweite Ecstasy-Tablettchen mit dem Misubishi-Symbol zu essen war ihm in dem Moment vor 20 Minuten wie eine blöde Idee vorgekommen – natürlich hatte er es trotzdem gemacht. Hatte die von einem dunklen Drogenimperium selbst gestanzte Tablette aus Chris verschwitzter schmutziger Hand in seinen Mund genommen. Sie hinunter gespült.

„Hochgehen“ war eindeutig ein Ausdruck dafür um an die große Bar zu gehen.

Das ewige Leben

Ich habe mir gestern den Film „Das ewige Leben“ mit Josef Hader angesehen, ganz, obwohl ich nur die Anfangssequenz sehen wollte. Der vierte Film um Simon Brenner (gespielt von Josef Hader) beginnt damit, dass der Brenner am Bodensatz der Gesellschaft angekommen ist. Er ist seit Jahren arbeitslos, ist nicht mehr sozialversichert, hat kaum Anspruch auf Rente und ist selbstverständlich finanziell total abgebrannt. Familie hat er auch keine die sich um ihn kümmern könnte, doch beim Thema „Familie“ erinnert er sich an ein altes Haus welches er geerbt hat, in Graz, zu welchem er in der erwähnten Eröffnungsszene mit dem Zug fährt.

Es schüttet wie aus Kübeln und als der bis auf die Knochen durchnässte Brenner das Häuschen erreicht, hat dieses ein Loch im Dach (durch das es natürlich hineinregnet) und keinen Strom. Er setzt sich an den dunklen Küchentisch, blickt ins Nirgendwo, und setzt dann, um im Haus wenigstens etwas gegen die Kälte zu unternehmen, seine Wintermütze auf. Dann wird der Titel des Filmes eingeblendet, quasi als Kommentar zur Szene: „Das ewige Leben“.

Dieses Bild fand ich schon damals im Kino ungeheuer traurig und stark.

Gestern fragte ich mich, wieso wir das überhaupt wollen: Ewig Leben. Denn unterbewusst leben wir so, als würden wir es ewig können, dieses leben,  auch wenn wir es vielleicht gar nicht bewusst wollen. Alle wollen krampfhaft lange leben, ganz egal wie lebenswert dieses Hiersein überhaupt ist. Oder ob es. Sich dabei nicht eher um einen Fluch handelt. Dieses scheinbar ewige Leben.

Wenn man jung ist hält man sich für unsterblich. Man denkt nicht allzu viel über die Zukunft nach und geht an seine Körperlichen und Physischen Grenzen, ohne Gnade und Rücksicht auf sich selbst; man nimmt die Verluste gerne in Kauf. Wenigstens war das in meiner Jugend so. Vielleicht war das noch eine andere Generation. Keine Ahnung. Oberflächlich wird heute auf jeden Fall viel mehr vernünftelt.

Die Zukunft und die mit ihr verbundenen Probleme sind weit entfernt und man denkt recht wenig an die unterschwelligen Ergebnisse seines Handelns. Zwar habe ich immer gewusst, dass mein Tun Konsequenzen haben würde, richtig geglaubt habe ich es aber nie. Wer wollte schon ernsthaft 50 werden?

Am liebsten wäre ich einfach mit 27 tot umgefallen. Ein finaler Schlag gegen mich Selbst, oder anders ausgedrückt: Die Erlösung.

Dieses Feeling von damals hing damit zusammen, dass ich mit mir und meinem Leben unglücklich war und ich es mir schwer mit allen möglichen Mitteln „besorgte“, um die Trauer und den Schmerz zu überspielen, nicht das Leben zu leben, das ich gerne hätte. Unterbewusst wollte ich vielleicht gar nicht mehr leben, auf jeden Fall (und ganz sicher) nicht ewig. Das Leben läuft in Wellen ab, in Phasen, und das ist kein Geheimnis. Irgendwie weiß das jeder, dass es gute und schlechte Tage gibt, sehen und verstehen will das dann aber auch irgendwie kaum jemand. Bist du in einer schlechten Phase, glaubst du, dass es nie wieder besser werden kann, und auch in guten Zeiten bist du blind für das Unglück, welches vielleicht schon vor deiner Türe steht. Ich wusste nie wo ich in 5 Jahren bin.

Die Freunde um mich herum bekamen Kinder, finanzierten Häuser, bauten sich ein bürgerliches Leben auf, und ich blieb immer 20 Jahre alt und goss die Kübel meines Daseins achtlos ins Nichts. Was für eine überschwänglich gute und sorglose Zeit, und doch: Was für eine Verschwendung.

Jetzt sitze ich da, mit meinem abgenutzten Körper und schon jetzt mit den Folgen meines Tuns (kaputter Rücken, meine nervöse, unausgeglichene Art) und will mich gar nicht mehr verschwenden, sondern im Gegenteil, alles festhalten und gutmachen, was ich verschwendet habe, nur leider kann man ausgeschüttetes Wasser nicht mehr mit den Händen zurück in den Eimer kratzen.

Mir tut es nicht leid was ich 13 Jahre meines Lebens getan habe, ich würde es aber gerne anders gemacht haben, schonender, angenehmer, für mich und für die Menschen, die mich heute ertragen müssen. Die Zeit kann man aber nicht umkehren. Wohl aber kann man daran arbeiten.

Ich sehne mich nach der bürgerlichen (wenn auch nicht gleich konservativen) Ruhe die ich so lange so sehr abgelehnt habe und freue mich auf ein besseres, geordneteres Leben. Ironie, Ironie. Nun wo ich schon lange, aber immer noch glücklich, verliebt bin, will ich plötzlich ewig leben. Und spüre doch jeden Tag auf eine andere Weise, dass das nicht der Fall sein wird.

Das Leben ist Fluch und Glück zugleich. Und man braucht jemanden im Leben, um das eigene Dasein in den koordinationslosen Gewässern der Möglichkeiten auf Kurs zu halten. Das Leben braucht einen konstanten Sinn. Denn egal was für überbordende Erfahrungen du einmal gemacht hast. Du kannst sie doch nicht mitnehmen. In das Später. Wenn du alt, greise und wund an deinem Küchentisch sitzt und das scheinbar ewige Leben als Last, oder aber als schöne Offenbarung erlebst. Denn auch in Zukunft zählt nur das JETZT, und ob es lebenswert ist. Genauso wie mit und vor 20 Jahren. Nur gab es damals eine Gegenwart ohne Vergangenheit. Heute und in Zukunft wird es nur eine Gegenwart durch Vergangenheit geben. Und ich freue mich darauf. Und bin dankbar, dass der Zug noch nicht abgefahren.

Und zum Glück.

Will ich immer noch nicht so sein, wie die anderen.

Sorgen-Nazi

(Ja, ich weiß, den Titel hatte ich schon einmal…)

Von Wurst bekommt man Krebs. Auch von Pommes. Sogar Wasser kann Krebserregend sein, wenn du es aus Kunststoffflaschen trinkst. Deine Kleidung enthält Krebserregende Stoffe. Dein Jogi Löw Deodorant auch. Und von dem Feinstaub in den Straßen wollen wir mal gar nicht sprechen.

(Außer vielleicht ganz kurz: Wieso regt sich die ganze Welt nur darüber auf, dass VW über die Schadstoffwerte ihrer Autos gelogen hat und nicht über das wirkliche Problem, nämlich das ihre Autos mehr Schadstoffe ausstoßen und somit dich und mich, den ganz Planeten, krank machen? Alle sprechen von dem Schaden an Vertrauen gegenüber der deutschen (Auto)Industrie, von dem direkten Schaden den allen Nicht-VW-Kunden, Nicht-VW-Aktionären und Nicht-VW-Mitarbeiter angetan wird, spricht kein Mensch – das ist der wahre Skandal. Schließlich sprechen wir hier über den zu dem Zeitpunkt des Skandals größten Autobauer der Welt!)

Krebs. Darum geht es. Und verdammt noch mal, man kann es doch gar nicht mehr anders sagen: Das ganze Leben ist Krebserregend.

Krebs ist wirklich kein Thema mit dem wir uns gerne auseinandersetzen. An die eigene Sterblichkeit erinnert zu werden ist immer ein kleinwenig Scheiße. Auch wenn wir inzwischen wissen dass es im Prinzip sehr normal ist wenn sich Zellen irgendwann einmal nicht mehr so verhalten, wie es vom großen Unbekannten geplant war. Der Mensch an sich ist nicht dafür designt worden um 100 Jahre alt zu werden – trotzdem wird er es. Auch wenn sich die Menschen selbst nicht darüber im Klaren sind, weshalb dies geschieht. Um dem im Besonderen und doch für Alle nahezukommen, versucht die Menschheit mit ihrer sogenannten „Wissenschaft“ die Gefahrenquellen des Daseins theoretisch zu vermindern, wo wir bei der „guten“ Ernährung, dem Sport und der perfekten Umwelt wären.

Der Mensch hat sich selbst eine Umwelt geschaffen, die auf den ersten Blick sehr Menschenfreundlich ist, denn angenehmer als jetzt kann der Mensch höchsten in der Zukunft leben. Das Problem ist nur das Zuviel an Menschen, was aus dem Menschenfreundlichen Raum einen Menschenfeindlichen macht. Die Hölle sind mal wieder die anderen, und so verschmutzen wir uns gegenseitig. Das hat auch viel damit zu tun, dass die Menschen unterschiedlich darin sind, ihre im Prinzip gleichen Bedürfnisse zu genießen.

Der Mensch will zufrieden und glücklich sein. Das ist seine Geschichte und es geht in jedem Film, in jedem Buch und in der Politiksendung in Wahrheit einzig und allein darum. Dem persönlichen Glück. Von sonst wem.

Dieses persönliche Glück ist für viele Menschen unterschiedlich, auch wenn es sich unter Sammelbegriffe zusammenfassen lassen könnte: Der Partner. Die Kinder. Der Urlaub. Die Party. Das I-Phone. Der Feierabend. Sportliche Erfolge. Lob. Freiheit. Wobei es für manche Menschen auch ein ordentliches Glück sein kann, gequält zu werden. Es kann fast ALLES sein.

Jeder dieser Glückszustände ist wieder mit Gefahren verbunden. Ganz automatisch. Lebendig sein ist immer ein Risiko und jede Form von Glück beinhaltet auch eine gewisse Form von Sorglosigkeit. Wer gerne faulenzt wird zu dick, wie auch der, der gerne isst. Wer gerne taucht, der kann ertrinken; wer gerne schnell fährt, kann kollidieren; wer gerne liest, kann den Bezug zur Wirklichkeit verlieren (was oft schlimmer werden kann, als zu sterben); Schleckermäulchen wird ihr Zuckerkonsum zum Verhängnis; wer gerne Raucht, kann daran sterben; usw. usf. Ja, wir wussten es (wie mit dem Fleisch, den Pommes und dem Wasser aus der Kunststoffflaschen) schon vorher: ALLES kann dich umbringen.

Ich nahm früher gerne Drogen. Und die machen einen wirklich kaputt. Sie machen dich aber auch sehr frei, wenn auch nur für einen begrenzten Augenblick. Sie machen auch dumm, asozial, unglücklich und zerstören deinen Körper. Und sie machen dich dennoch eine Weile sehr glücklich. Ich kann mich eines Tages nicht darüber beschweren, wenn ich davon Bluthochdruck oder gleich Krebs bekomme. Auch wenn ich mich dann natürlich dennoch darüber beschweren WERDE. Aber es war meine Sache und ich habe immer gewusst und es auch häufig gesagt, dass ich eines Tages die Rechnung dafür begleichen muss. Wenn die Zeitgerade lange genug ist, hat man halt irgendwann einmal Pech gehabt.

Andere Leute fahren gerne in den Urlaub. Das macht sie glücklich. Sie wollen ebenfalls ihr Bewusstsein erweitern und die Welt sehen. Strände aus Sand oder Eis entlang gehen, die ich niemals sehen werde. Sie wollen auf Bergen stehen, an reißenden Wasserfällen. Ans Ende der Welt fliegen. Und fremde Kultur kennen lernen… Klingt doch viel romantischer als Drogen zu nehmen und dicht in der Ecke zu liegen, oder? Auch wenn wir tolerante Menschen sind die zugeben müssen, dass jeder sein eigenes Glück erfahren soll. Dennoch halten wir es für besser, wenn ein Mensch auf Reisen geht als sich z.B. mit MDMA niederzuballern. Obwohl die reisenden Leute mit dem Flugzeug abstürzen, am Sandstrand verdursten, in der Arktis erfrieren, von Bergen stürzen oder von fremden Kulturen getötet werden können. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür nicht sehr hoch ist. Pech kann aber auch hier jeder haben.

Es ist wie mit dem Drogen: Jeder hat ein eigenes Karma.

Das Leben bringt uns um. So oder so. Und doch wollen wir anderen Menschen erzählen, was besser für sie ist. Wir wollen ihnen vorschreiben, was für ein Leben sie leben sollen – alleine aus egoistischen Gründen: Aus der Liebe zu ihnen heraus. Wir wollen, das dem geliebten Menschen kein Unheil geschieht, damit wir länger mit ihm zusammen sein können. Dabei sagt uns unsere Vernunft, dass wir dem anderen nicht vorschreiben können, wie er glücklich zu sein hat. Dennoch wollen wir ihn darin beeinflussen.

Für uns selbst aber blenden wir die Gefahrenquellen einfach aus. Für uns ist eine Reise ein Abenteuer, keine Gefahr. Der Drogenkonsum ein großer Spaß und kein selbstzerstörerischer Irrsinn. Da wir unterschiedlichen Formen wählen, glücklich zu werden.

Auf den Gedanken kam ich durch das Lottmann-Buch „Endlich Kokain“. Das Ich vorbehaltlos empfehlen kann.

In dem Buch geht es um einen dicken, jedoch gar nicht so alten Mann, dem die Ärzte aufgrund seiner Fettleibigkeit prognostiziert haben, dass es bald sterben könnte, und in ein paar Jahren sicher sterben wird. Der Mann (Stephan Braum)  wurde von seiner Frau verlassen und war bisher nicht sehr glücklich in seinem bürgerlichen Leben, bis er schließlich den Rat bekam, Kokain zu nehmen, um dadurch abzunehmen. Fortan konsumiert  Braum und steigt bei seinem Versuch abzunehmen immer tiefer ab in einen Drogensumpf, der ihm aber – oh ha – all die Wünsche erfüllt, die er sich früher nicht erfüllen konnte. Plötzlich hat er Sex mit jungen hübschen Frauen (auch wenn sie alle verrückt sind) und Freunde (auch wenn alle Drogensüchtig sind oder es waren) und findet genau die Lebensfreude, die er bisher vermisst hat. Der Kniff ist (ich bin noch nicht durch mit dem Buch) durchaus der, dass Braum zwar eine totale Wesensveränderung durchlebt und ein Opfer seines Konsums wird, er aber durch das Kokain genau das bekommt, wovon er immer geträumt hat.

Braum ist dabei selbstverständlich ein Sonderfall, denn er hat wirklich nichts zu verlieren, da er ein Todgesagter ist und nichts mehr zu bedauern hat. Das eigentlich Verwunderliche ist die Tatsache, dass er nicht stirbt. Alles andere ist ein Bonus.

Ich bin gespannt wie das Buch ausgeht. Wobei ich hoffe, dass es am Ende keines dieser typischen „Am-Ende-bereue-ich-Alles“-Bücher wird.

Denn Sterben müssen wir am Ende sowieso. Und wir sollten uns nicht von irgendwelchen Sorgen-Nazis einreden lassen, wovor wir uns zu fürchten haben, um länger zu leben. Länger, aber nicht glücklicher.

Das finstere Mittelalter der elektronischen Musik

Es gibt Dinge über die ich mich den ganzen Tag aufregen könnte. Das Schlimme ist: Es sind meistens die gleichen Dinge. Aus meiner Wut lerne ich quasi überhaupt nichts und am Ende werde ich nur als das wahrgenommen, was ich ausstrahle, nicht das, was ich meine – als verbitterter Mitte Dreißiger mit einer lächerlichen Wut….
Zum heutigen Thema gehe ich in eine Zeit zurück, in der ich sehr selten wildere, (besser) AUFRÄUME, und schon gar nicht im öffentlichen Blog-Kontext. Es war eine Zeit, in der ich mich selbst nicht mochte und noch nicht in der Welt zurecht fand, und alleine durch diese Erklärung ist schon offensichtlich, dass ich von meiner Pubertät spreche.
Geboren wurde ich 1980, wodurch die 90ger die Zeit meiner Bewusstwerdung waren, ja, sie mussten es sogar sein.

Lebte man in den 90gern in Süden Deutschlands in einer Kleinstadt, hatte man nicht viele Möglichkeiten sich selbst zu entdecken. Natürlich gab es wie in all den Jahrhunderten davor das Buch und ihren neumodischen Ableger (dem „Magazin“), zudem seit einigen Jahrzehnten das Fernsehen, welches in dieser Zeit (heute kann man sich das schwer vorstellen) Stil- und Meinungsbildend war. Das Internet gab es noch nicht für alle (erst Recht nicht für uns fern der Großstadt) und so konnten wir im Prinzip nur auf die Kultur zurückgreifen, die ohnehin schon da war, die Disco- und Pop-Kultur, durch welche schon unsere großen Brüder und unsere Väter gingen , ja, meistens besuchten die sogar die SELBEN Discos, in die wir eines Tages gingen; es gab ja nichts, außer diese damals schon 20 Jahre alten Schuppen.
Entweder mochtest du die Disco mit ihrem besoffenen Charts-DJs und derem Gefolge, zu deren Musik man sich mehr betrunken als einfallsreich einem furchtbar grässlichem Paarungsritual hinzugeben hatte (dem man zustimmte, sobald man den feuchten Stempel am Eingang aufgedrückt bekam), deren Inhaltslosigkeit und Banalität durch die Untermalung mit „DJ Bobo“, „2Unlimeted“, „Doctor Alban“ oder „Ace of Base“ den perfekten Soundtrack erhielt, oder aber du standest wie ich vollkommen deplatziert NEBEN der Tanze, einen halben Liter Wodka-Energy in der Hand, für den du 5 Mark zahlen musstest, und sahst dir mehr schockiert als involviert dieses komische, ja, in deiner Gefühlswelt viehische Treiben an.
Ohne den Wodka wäre ich schreiend davon gerannt.

Techno kannte ich damals nur aus dem Fernsehen, und wäre er hier gelaufen, hätte ich ihn auch nicht verstanden. Nein. Dafür war ich einfach weder alt, noch reif genug. Ich wusste nur, während ich da stand und den hübschen Mädchen dabei zu sah wie sie von rotköpfigen Bauern mit halb leeren Wodka-Energy-Gläsern betatscht oder (noch schlimmer) ANGETANZT wurden (was mit Tanzen selbstverständlich sehr wenig zu tun hatte), und sie sich über diese Aufmerksamkeit nicht schämten oder ärgerten, nein, es gefiel ihnen sogar. Und das war das Würdeloseste an der ganzen Geschichte: Nicht die Musik. Die der Alkohol. Nicht die Deppen auf der Tanzfläche die man eh schon nicht leiden konnte. Nein. Es war auch dieses aufdringliche Paarungsding, auf das alle gerne hereinfallen wollten.
Da dachte ich mir: Es muss doch noch mehr im Leben geben.

Später im Techno fand ich genau das, was mir hier fehlte: Die Würde… Da mag jetzt der eine oder andere schlucken oder meine Überlegung belächeln: „Würde? Was hat dieses Drogenverballerte im Nebel Getanze denn bitte mit WÜRDE zu tun?“
Die Würde lag in der unaufdringlichen Freiheit. Klar gab es auch hier schon Codes wie sich jemand so ein Nachtleben vorstellte, nur war es einfach nicht so wichtig. Wichtig war die (Achtung Opa-Raver-Begriff) Entgrenzung. Wenigstens war das für mich so.
„Begrenzung“ war für mich dieses Disco-Ding, wo es nur um Saufen und Abschleppen ging. Nicht um diese Gemeinschaftssache, die im Techno der 90ger Jahre stilschweigend seine Runde in den großen Augen der Menschen machte. Das Besondere an dieser Gemeinschaftssache war auch, dass sie im Prinzip ein Geheiminis war. Die Ekstase des Tanzes erschloss und erschließt sich niemanden durch das bloße Ansehen. Man muss mitmachen um es zu verstehen – und schon bist du Teil der Gruppe. Du musstest nicht schön sein, toll tanzen können, nicht reich oder jung sein, nicht einmal viele Freunde habe: Du kamst einfach dorthin und im Nebelwald des Techno-Sounds (und der Drogen, natürlich) verschmolz das Ganze zu einem großen, lebensbejahenden „Ja!“, dass über die Nacht verteilt hin und wieder in Form eines gemeinschaftlichen Geschreies bewusst aus den erschöpften Kehle geschrien wurde, zuerst nach dem Break (dem kurzen Moment der konzipierten Stille einer Techno-Platte) später (weil besser hörbar) IM Break. Doch das war egal. Es ging einfach nicht um dich und dein kleines Leben. Es gab nur das hier und jetzt. Niemand musste abgeschleppt werden. Keiner stand an der Seite, auch wenn er gerade nicht tanzte.
Diese Zeiten sind lange her.

Ich habe schon sehr viele Stunden damit verbracht diesem Lebensgefühl hinterher zu reden, dass es so und in dieser Form nicht mehr geben wird; es wird sogar vergessen werden. In der Pop-History wird Techno eine Fußnote bleiben, nicht weil Techno so unwichtig war oder ist, sondern weil es eben (wie oben erwähnt) nicht abfilmbar ist. Abfilmbar und damit kommerziell sind und waren die Hits der 90ger und jetzt die EDM-Kultur, mit ihren David Guetta und Hardwells oder was weiß ich – für mich sind die Szenen komplett identisch, ja, EDM klingt nicht nur wie die grauenvolle Charts-Musik aus den 90gern, sie ist einfach nur eine neuaufgewärmte Wiederholung davon. Und was ich damals schon für Dreck hielt, ist es in meinen Ohren auch heute noch.
Das wäre halb so wild, würde die Menge vor dem DJ-Pult nicht ebenso degeneriert sein, wie die Musik die sie abfeiern. Es geht wieder mehr um Schein als um Sein. Mehr um vermarktbare Bilder als um ein Geheimnis. Ich weiß, darüber ärger ich mich auch alle paar Monate, es tut nur so verdammt weh das Ganze so sehen zu müssen.
Den Techno hat es dabei nicht minder schlimm erwischt, auch dort geht es nur noch um Oberfläche, nicht um Attitüde. Klar, Ausnahmen gibt es überall. Ich sage es aber jetzt auch zum 100 Mal: Drogenfressen alleine hat nichts mit einem teilbaren Geheimnis zu tun.
Meinem Gefühl nach befinden wir uns im finsteren Mittelalter der elektronischen Musik, und durch so eine Aussage schwingt die Hoffnung mit, dass es eines Tages einmal wieder besser wird.

Spass sollen die Leute haben, sei es bei Hardwell oder bei einem zu einer Karikatur seiner selbst verkommenden Sven Väth. Es spricht nichts gegen Spass. Spass und Vergnügungen sind die Triebfedern unseres Daseins. Nur. Das kann doch noch nicht alles sein, oder?

Und es tut mir leid dass ich die Menschen „degeneriert“ genannt habe. Ich meinte damit nur. Dass ihr euch mit viel zu wenig zufrieden gebt.
Mit viel zu wenig.

Wo Schönheit regiert, regiert der Faschismus

Alles muss gut aussehen. Besser: Alles muss richtig aussehen. Wer sagt das? Ich sage das, denn ich bin der kleine Mann in deinem Kopf, der Spion, den die Außenwelt in deine Vernunft gepflanzt hat. Dank Film, TV und vor allem Werbung (mein ewiges Thema) sind wir so indoktriniert worden, dass die Welt in ein gewisses Raster passen muss, sonst nehmen wir sie nicht ernst. Das beginnt beim sich stetig ändernden Schönheitsideal der Mode und geht weiter über die Politik und deren „Fortsetzung mit anderen Mitteln“, was auch ein Grund ist, weswegen manche unserer Mitmenschen es zum Beispiel es den bei uns hilfesuchenden Asylanten ganz rot und schlecht ankreiden, wenn sie ein neues Handy besitzen, womit sie zuhause im Krieg anrufen; besser wäre es für mich, den kleinen Mann im Kopf, hätten diese schwarzen Asylanten noch zerrissene Klamotten an und Handys, die Nokia einstmals in Bochum produziert hat. Das würde in mein Weltbild passen.

Sind solche Vorstellungen von Flüchtlingen und deren Mobilfunkgeräten dumm? Finde ich jetzt gar nicht, denn unsere Meinungen und unser Verständnis über Bilder und deren Aussagenkraft, ihrer Funktion, wurden uns Jahrzehntelang in die Innenseite unseres Schädels gemeißelt, ironischer weise von den ganzen Hilfsorganisationen die um unsere Spenden oder sogar um eine Patenschaft für schwarze Kinder mit aufgeblähten Bäuchen und mit Fliegen im Gesicht geworben haben. Jetzt sind diese Kinder plötzlich groß geworden, laufen hier über die Straße, und haben statt Fliegen im Gesicht ein nagelneues Smartphone am Ohr. Die Gutmenschenmedien kommen dann schnell mit einer Neid-Debatte daher (was teilweise stimmt), übersehen dabei aber auch gerne die Macht der Bilder, deren sie sich selbst bedienen.

Die Medien sind in einer Medienwelt selbstverständlich Teil des Problems. Einerseits wollen sie informieren und (leider) auch unterhalten, andererseits müssen sie auch mit anderen Medien um Aufmerksamkeit konkurrieren und geben dabei ihre „Ideale“ auf – für viele Kritiker der Medienlandschaft wird der Begriff „Ideal“ ohnehin nur noch ironisch verwendet. Wie bindet man also die Aufmerksamkeit der Zuschauer (Konsumenten) am besten an einen Beitrag? Genau, mit den Klischees von Worten und Bilder, idealerweise noch mit Über- oder Extraklischees, d.h. mit reißerischen Bildern – und mit einer Prise Sex und Humor. Das kann man jetzt einfach nur verteufeln und ablehnen, okay, dennoch hat die Berichterstattung durch die Medien eine gewisse Vorbildfunktion für unser Denken. Denn. Siehe oben. Die Art wie etwas gezeigt wird indoktriniert unser Verständnis davon, wie die Welt zu funktionieren hat.

Für manche ist das so schlimm, dass sie sich „alternative Medien“ suchen die zwar neue Denkansätze verfolgen, leider aber immer noch schlimmer politisch verortet und Klischee beladener sind, als all die „Mainstream-Medien“. Hier wird RICHTIG Meinung gemacht.

„Propaganda“ ist kein Kriegsbegriff mehr. Er ist ein Dauerzustand. Deswegen gibt es zu jeder Nachricht im Jahr 2015 eine oder gleich mehrere „alternative Sichtweisen“ auf den gleichen Bericht. Im Prinzip ist das eine gute Sache, denn es hat auch eine demokratische Komponente. Das Problem ist nur dass der Hauptteil der Propaganda nicht „vom Volke“ ausgeht, sondern von der Wirtschaft. Wir leben in einer kapitalistischen Welt die nach kapitalistischen Regeln funktioniert. Der, der das Geld hat (also nicht mehr DER Einzelne, sondern DIE Unternehmen) hat die Macht über die Bilder. Ein hohes Gut wie ich hier behaupte. Denn die Propaganda der Bilder, der schönen heilen (gar nicht neuen) Welt oder der Hölle auf Erden, kommt schließlich doch immer beim Volke an – und dem wird Angst gemacht. Angst vor der Zukunft. Und es ist genau diese Angst, die die Menschen mit Fremdenhass auf die Straße treibt oder sich in ihren Wohnungen oder auf ihren Partys und Urlauben einsperren lässt, wo sie auf Facebook einen „geilen Ausnahmezustand“ feiern und markieren, den es nur in ihrer Wahrnehmungsblase gibt. Denn wir sind Getriebene der Bilder. Wir fliehen vor ihnen in den Konsum um uns selbst einzureden, dass es gar nicht so schlimm ist.

Das die Politik sich schon längst an die Wirtschaft verkauft hat ist eine gängige Floskel. Denn ansonsten würde „unsere Kanzlerin“ sich auch zu den großen Themen bekenne und die Probleme „anpacken“. Zur Flüchtlingsproblematik hört man von ihr aber fast gar nichts. Nur dass die Rüstungsexporte mal wieder gestiegen sind und damit (über kurz oder lang) noch mehr Flüchtlinge nach Europa getrieben werden – und Europa ist unser aller Problem. Das sollten wir inzwischen verstanden haben. Da ist es natürlich leichter auf die Bilder der bösen Nazi-Demonstranten zu schimpfen und bei ihnen das Problem abzuladen, anstatt zu sagen, „Ja, na ja… Wenn wir weniger Waffen verkaufen, kommen wohl auch weniger Flüchtlinge zu uns, kostet halt Arbeitsplätze“. Und den Verlust von Arbeitsplätzen kann sich kein Politiker leisten. Arbeitsplätze sind seine goldene Währung zur Wiederwahl. Wir sind soweit gekommen, dass der Arbeitsplatz selbst zum Erhalt des Systems in dem wir leben nicht nur beiträgt, nein, er erhält das System. Was wäre eigentlich wenn die Leute in der Masse sagen würden: „Ich unterstütze mit meiner Arbeitskraft dieses System nicht mehr!“ und sie würden die Arbeit niederlegen? Das wäre doch die wahre Revolution in einem kapitalistischen System; dem Kapitalismus zu entsagen.

Natürlich und leider macht das keiner. Wir kennen ja die Bilder aus dem Assi-TV – so wollen wir nicht enden. Wir wollen unser „schönes Leben“, wollen uns Dinge leisten können wie, Kleidung, Urlaube, Partys, Drogen, Smartphones, Play Stations, Autos, oder auch nur um so viel essen zu können wie wir wollen. Verhungern müsste bei uns aber eigentlich keiner. Nur ist die Angst vor dem sozialen Abstieg eine der größten Hysterien, die in Deutschland umgehen. Ich kann das natürlich auch verstehen. Bin ja selbst ein Sicherheitsfanatiker. Und der Witz an der Geschichte ist ohnehin, dass immer mehr Menschen sowieso aus dem System Arbeit ausgeschlossen werden, da wir an einem Punkt angekommen sind, in dem das Geld seltsamerweise gar keine Arbeitskräfte mehr benötigt um sich selbst zu erwirtschaften… Deutschland ist keine Insel mehr. Und eine globale Revolte gegen den Kapitalismus wird es nicht geben. Denn während es uns gut genug geht um zu revoltieren, geht es anderen schlecht genug, um sich gerne in dieses System zu begeben und unseren Platz einzunehmen.

Hups.
Manche Texte flutschen einem ein wenig durch die Finger. Ich hatte vor, mehr über die Ästhetik der Bilder zu schreiben, wie wir abhängig sind von Vorgaben. Was schön ist. Und was nicht. Und was alleine durch seinen Look einen höheren Wert besitzt als Dinge die zwar nicht „schlechter verarbeitet sind“, nein, die einfach nur ein schlichteres Design besitzen, innerlich wie äußerlich. Von Menschen, die ihr Leben lang einsam und schlecht gefickt bleiben, nur weil sie nicht so aussehen wie unsere Photoshop-Schönheiten oder unsere Fernsehsternchen, die vor ihren Aufnahmen stundenlang an einem Ort verweilen, den man nicht umsonst die „Maske“ nennt…

Ja. Die Bilder nehmen uns unsere Phantasie. Sei es im Kino („das ist aber schlecht animiert“ – was so viel heißt wie: „Das glaube ich nicht“) oder auf der so genannten Straße, im Job, im Bett, im so genannten EIGENheim…
Die Bilder nehmen uns die Träume. Denn dort wo Schönheit regiert, regiert der Faschismus.