Wenn Angela Merkel Kinder hätte, gäbe es in Deutschland auch keine Flüchtlinge

So was bekomme ich original in der Arbeit zu hören. Einer dieser berühmten Sätze, bei denen man nicht weiß ob man Lachen oder Weinen soll. Wirklich? Glaubt ihr das tatsächlich? Hätte Angela Merkel also Kinder, hätte sie die Grenzen dicht gemacht (die nicht sie aufgemacht hat, sondern die Welt eines vereinten Europas ständig offen hielt) und alle Flüchtlinge im Winter erfrieren oder sie gleich erschießen lassen. Um ihre eigenen Kinder zu schützen. Vor Leuten, die niemanden etwas getan haben. Machen das Leute die Kinder haben? Verachten und hassen sie Fremde, weil sie eine potentielle Gefahr darstellen?

Ohne Zweifel ist jedes Verbrechen, dass hier in Deutschland begangen wird, eins zu viel. Es ist erst einmal egal von wem es begangen wird. Aber wenn es von Geflüchteten verübt wurde, dann erst Recht. Das ist auch meine Meinung. Es ist weder mir noch anderen zu erklären, wie man sich einem Land, dass sich gütig und gnädig gezeigt hat, undankbar, also strafbar gegenüber zu verhalten. Es muss konsequenter abgeschoben worden – da sind wir uns alle einig. Nur blöd das der Rechtsstaat sich da oft selbst im Weg steht; Fluch und Segen zu gleich. Vergewaltigungen und Mord können nicht geduldet oder schöngeredet werden, ganz gleich wie traumatisiert oder Gesellschaftsfremd ein Mensch auch sein mag. Es gibt keinen Grund diese Leute auch noch in Schutz zu nehmen. Erst recht nicht bei der politischen Lage. Tatsache ist aber auch, das sehr wenige Straftaten begangen werden, rein statistisch gesehen. Wenn eine Millionen Menschen in ein Land kommen und innerhalb von 3 Jahren „nur“ 30 Menschen von ihnen ermordet werden, ist und bleibt natürlich jeder Tote einer zu viel (und das wird sich auch nicht ändern, selbst wenn es ein einziger Ermordeter oder 500 wären), statistisch betrachtet ist das aber eine gar nicht mal so üble Quote. Und so hoch ist der Anteil an Frauen daran überraschenderweise nicht einmal (ich persönlich nahm an, dass das „schwache Geschlecht“ viel stärker betroffen sei).

Zurück zum Thema…

Ich habe das in meiner Umgebung häufiger gehört, dass wenn ich Kinder hätte, ich nicht so LINKS sein würde. Ehrlich gesagt bin ich gar nicht LINKS. Ich bin ein treuer Fan des Grundgesetzes. Das ist echt ein gutes Buch. Und ja, ich mag Europa, so wie den europäischen Gedanken, dass wir für unsere Rechte und Freiheiten eintreten, und die nicht gleich über Bord werfen, nur weil die „AFD“ oder „die Linke“ es gern so hätten. Vor ein paar Jahren war man da noch Mitte der Gesellschaft, heute ist man links. Aha. Auf jeden Fall beschäftige ich mich seit einiger Zeit damit „Kind“ zu haben und was für eine Welt ich ihm hinterlassen will. Entweder eine Welt in der es Gefahren gibt (die es übrigens immer geben wird), in der es auch irre oder einfach nur desillusionierte Zuwanderer gibt (die sind nicht weg zu diskutieren, auch wenn 99 Prozent dieser Leute friedlich sind und die Schnauze voll haben von Mord, Krieg und Armut) oder eine bereinigte Welt, in der alles wegkommt und niedergemacht wird was fremd ist: Eine sichere Welt, die von Angst beherrscht wird, sobald ich einem Fremden begegne, der anders ist als ich. Klar will ich nicht, dass meinem potentiellen Kind Gewalt angetan wird. Wer will das schon? Aber rein statistisch gesehen wird meinem Kind von einem Familienmitglied mehr Gewalt angetan, als von einem Kerl, der einen ganzen Kontinent und ein Meer überquert hat. So gesehen müsste ich meine Familie aussperren. Nicht den Fremden. (Okay, ein wenig albern formuliert. Der Punkt sollte aber ankommen). Nein. Ich will nicht, dass mein Kind in Angst vor der Welt leben muss. Ich will nicht, dass es Fremde hasst und erst Recht nicht, es sich für besser als andere Menschen hält. Ich halte es auch für Unsinn zu glauben, dass ich die Welt dadurch Gefahrenloser für meinen Nachkömmling machen kann, in dem ich das was fremd ist, von unserem Leben ausschließe. Denn in die Menschen, in die kann man nie hineinsehen. Egal ob er schon seit 30 Jahren der Nachbar meines Vaters ist. Oder frisch vom Boot kommt.

Und was ist, wenn ein Geflüchteter kommt und mein Kind tötet und vergewaltigt? Würde ich dann nicht diese Menschen hassen? Seien wir ehrlich: Natürlich würde ich das. Es gibt Menschen, die können in dieser Situation abstrahieren und sagen: „Nicht alle Geflüchteten sind so. Es war nur einer von Millionen.  Was wäre dann, wenn ein URDEUTSCHER mein Kind misshandelt und getötet hätte? Würde ich dann alle Deutschen hassen? Ergibt es Sinn eine Bevölkerungsgruppe zu hasse, nur weil ich sie kategorisieren kann?“ Wie gesagt, es gibt Menschen, die so logisch denken können: Ich könnte es nicht. Selbstverständlich würde ich DIE hassen. Aber. Ich wäre auch so weltfremd und würde alle mir fremden deutschen Männer hassen, wenn sie meinem Kind oder meiner Frau etwas antun. Es ist nicht logisch. Trotzdem würde es sich RICHTIG anfühlen. Auch wenn die eine Millionen Geflüchteten nichts dafürkönnen. Oder im anderen Fall 40 Millionen deutsche Männer. Wer Angehöriger von Gewaltopfern ist oder wem selbst Gewalt angetan wurde, muss sich nicht logisch verhalten. Wer das aber nicht ist, der sollte abstrahieren können. Denn er muss logisch und vernünftig denken können. Ja er MUSS. Sonst ist er einfach ein Depp.

 

Diesen Ausgangssatz: „Wir hätten keine Flüchtlinge in Deutschland, wenn Angela Merkel Kinder hätte“, habe ich in der Arbeit gehört. Von einem eigentlich vernünftigen, wenn auch nicht gerade hellen Kerl. Für mein Befinden machen die unzähligen Whatsapp-Gruppen die Leute immer dümmer. Da wird viel zu viel in der eigenen Bubble gelebt und argumentiert. Geschlossene Gruppe sind einfach bescheuert.

Meine Antwort auf den Satz war (auch, wenn es sich darum nicht einmal um eine Frage gehandelt hat): „Okay. Ich weiß, dass ist jetzt ein wilder Vergleich, aber ich kann es nicht anders formulieren. Obwohl ich sicherlich nicht finde, dass die Merkel alles richtigmacht. Aber. Glaubst du, dass Jesus Christus ein anderer gewesen wäre, wenn er Kinder gehabt hätte? Glaubst du ehrlich, dass er seinen Nächsten gehasst hätte, um seine Kinder zu schützen?“

„Willst du jetzt Angela Merkel mit Jesus Christus vergleichen?“

„Irgendwie, na ja. Klingt fast so. Die eigentliche Frage ist aber, ob du ein Christ bist, oder dich das Elternsein zum Egoisten macht. Christ sein und nur an seine eigene Familie zu denken, ist leicht. Nur ist es leider nicht das, was einen Christen ausmacht. Für welche Werte stehst du? Sonst bist du witziger weise der Scharia näher als dem Christentum.“

Absolution – 29 – Wie der Donner eines aufziehenden Gewitters eine Grundschule zum Schweigen bringt

Kamyor, der Stammesführer der Ma-Fag, erhebt sich. Seine Gefolgschaft verstummt wie ein einzelner Mund. „Wir können die Mi-Cock weder bei uns aufnehmen, noch können wir ihnen vertrauen. Töten, werden wir sie nicht. Wer weiß ob sie Recht behalten und dann sind es eines Tages wir, die Ma-Fag, die sich anderen Ortes Schutz suchen müssen; wie könnten wir dies vor dem Wald, vor dem Tages- und des Nachtgestirnen rechtfertigen?“ Der alte Mann beginnt zu seinen Wortgewordenen Überlegungen den Rat der Männer zu Umkreisen, so wie es schon unzählige Stammesführer vor ihm getan hatten, und es vielleicht nie wieder geschehen würde. „Wir müssen auf der Hut sein. Wir müssen Späher aussehenden, die nach diesen… Wie hat er sie genannt? Monster? Seltsam, dass das Volk der Mi-Cock keinen Namen für ihre Peiniger hat, die sie doch aus ihrer Heimat vertrieben haben sollen… Wir müssen diese Monster finden, bevor sie uns finden, um dann angemessen zu reagieren. Wir haben einen Vorteil, den diese Wesen nicht haben, denn wir wissen, dass jemand, wenn auch nicht WAS kommen wird. Deswegen sollten wir uns weiter mit Murdock und den seinen unterhalten, um mehr über unseren Feind zu erfahren. Seien es diese (er spricht das Wort verächtlich aus) MONSTER… Oder seien es in Wahrheit die Ma-Fag selbst. Sollte es“, fährt er mit einem beißend Ton denen gegenüber fort, die ihn für einen schwachen Führer halten mögen, „keine Monster geben, werden wir die Mi-Cock vertreiben – und weiter von unseren Spähern beobachten lassen. Sollten sie eine Finte vorbereiten, wird der Wald uns schützen. Denn ja. Dieses Volk mag uns an Kraft überlegen sein. Doch im Gegensatz zu uns, den stolzen Ma-Fag, wissen sie nicht den Wald zu lesen, was Banyardi und Paco bewiesen haben… Wir leben hier! Und! Wir sind im Vorteil! (Ruhiger) Was die Frauen betrifft, die überaus reifen und wohlgenährten Frauen der Mi-Cock, so werden wir sie – vorerst! – wie unsere Gäste behandeln. Wer weiß ob wir die starken Arme der Mi-Cock noch benötigen werden… Behandelt sie alle wie unsere Gäste! Nicht wie unsere Eroberung! Doch zuerst. In allen Belangen! Kommt unser Volk!“

Die Ma-Fag nicken. So soll man es schreiben. Und so soll es sein.

Kamyor holt mit einer Geste Masiyo zu sich heran. Sie tauschen Worte. Blicke. Ihre Schultern nicken. So wie es in diesem Stamm üblich ist, wenn sich zwei Männer verstehen. Dann winkt Masiyo, der Dorflehrer, Banyardi zu sich heran, während Kamyor die Ma-Fag zu Bett schickt.

Lass uns ein paar Schritte gehen“, lächelt der Gebildete dem jungen Mann zu. Banyardi schrenkt die Ehre, mit dem Ältesten und dem Lehrer scheinbar ein Geheimnis zu haben, das Schlucken ein.

In diesem Dschungel gibt es keine Berge, keine Erhebungen, die die Gruppe von drei Männern erklimmen könnte, um, wie in einem Film, gedankenverloren, jedoch konzentriert, auf das Dorf, dass sie beschützen wollen, hinab blicken könnten. Es gibt auch keinen See, zu dem sie und um den sie spazieren könnten, in welchem sie sich voller Kriegsromantik am Anblick des Mondes suhlen könnten. Tatsächlich gehen die Männer auch zu keiner Glaubensstätte, an welcher sie sich ungestört fühlen würden, deren Winkel und Ecken jedoch mehr als genug Verstecke für lauschende Ohren besitzen könnte. Die Drei gehen einfach ein Stück in den Dschungel. Nahe genug hinein in die grüne Lunge ihrer Welt, um nicht gehört oder beobachtet zu werden. Doch weit genug von den Kreaturen entfernt, vor denen sich jeder Menschen und auch die Ma-Fag in der Nacht in Acht nehmen müssen. Die Monster mögen dort draußen sein oder nicht. Die hungrigen und zur Verteidigung bereiten Tiere sind es auf jedem Fall.

Hier ist es gut“, spricht der Dorflehrer in die Dunkelheit, worauf Kamyor nickt, was die anderen Beiden nur schemenhaft erkennen können. Der Älteste legt seine knochige Hand kalt auf Banyardis starke Schulter. „Für dich Banyardi habe ich einen Spezialgedanken. Denn du sollst dich mit dem blonden Mädchen anfreunden… Ich habe sie in den letzten Tagen beobachten lassen und ich bin mir sicher, dass ihr Vater auf sie hören wird.“

Sie ist also die Tochter von Murdock…“ flüstert Banyardi erkennend vor sich hin.

Natürlich ist sie dass“, raunt Masiyo Fleming an. „Wir haben doch gestern darüber gesprochen!“

Vorsicht! Denkt es da in Paul Fleming/Banyardi. Zwar teilen wir einen Körper in dieser Welt, doch ich weiß nicht, was die letzten Tagen geschehen ist… Wieso nur habe ich keinen Zugang auf Banyardis Erinnerungen?…

Aber wieso ich?“, bringt Paul verwirrt hervor. „Gerade sie hat doch gesehen wie ich ihren Beschützer getötet habe! Wäre es nicht klüger gerade mich als Kundschafter von den Mi-Cock weg zu schicken?“

Leise“, ermahnt Kamyor den Jungen mit den zwei Seelen. „Wir haben dich genau deswegen ausgewählt. Weil sie gesehen hat, dass du dazu fähig bist zu kämpfen und zu töten… Die Mi-Cock sind ein körperlich überraschend starkes Volk.“

Auch wenn sie in Gefangenschaft und mit weniger Nahrung diese Kraft verlieren werden“, wirft Masiyo ein.

Möglich“, fährt Kamyor fort. „Dennoch scheinen sie im Herzen Krieger zu sein. Und Krieger verstehen oft nicht die Kunst der Verhandlung. Jedoch auch nicht der Intrige… Sie hat Respekt vor dir… Denn sie sehen dich auf einer Ebene mit ihnen… Da bin ich mir sicher… Kümmer dich um sie.“

Bei den Worten: „Kümmer dich um sie“ kam Paul, der echte, verschwitzte, wenig glamouröse und gar nicht kriegerische Paul Fleming zu seinem sexuellen Höhepunkt. Er war wieder in seiner Wohnung. Wieder alleine. Wieder. Ein Niemand. Unter Niemanden.

Nach einem Blick auf die Uhr – lächerliche 13 Stunden waren vergangen seit er nach hause gekommen war – und einem tiefen Schluck aus der Wasserflasche, blickte er, wie Menschen es in diesen Tages unbewusst machen, auf sein Handy.

Katha hatte ihm eine Nachricht geschrieben, in welcher sie sich für DIESEN Abend verabreden wollte; und Paul hatte darauf mit „Ja gerne“, geantwortet. Wenigstens stand das hier so. Auf seinem Display. Wobei sich Paul nicht daran erinnern konnte… Er war doch ständig in der Welt der Mi-Cock und Ma-Fag gewesen… Oder etwa nicht?… Wahrscheinlich… War er… Kurz wach gewesen… Und hatte vergessen, wie er sich mit Katha verabredet hatte… Vor gerade einmal 2 Stunden…

Wie konnte er so etwas vergessen?

Pauls Kreislauf klappte zusammen. So wie der Donner eines aufziehenden Gewitters, eine Grundschule zum Schweigen bringt.

Absolution – 28 – Flüchtlinge im Dschungel

10.

Während Pauls Abwesenheit in der realen Welt, waren die Ma-Fag nicht untätig gewesen. Sie hatten die Gruppe aufgespürt, zu denen die Frauen gehören, die Paul und Paco auf ihrer Jagd entdeckt hatten. Insgesamt handelt es sich bei der Gruppe um 20 bis 30 Leute. Vertriebene, wie sie selbst sagten. Sie nennen ihr Volk selbst „Mi-Cock“. Der Name ihres Anführers ist Murdock. Murdock ist ein großer, weißer Mann. Der Anführer der Vertriebenen trägt einen vollen, großen Bart zu seiner Glatze. Und ist im Gegensatz zu den Ma-Fag unglaublich weiß. Fast schon nordisch. Sein Körper scheint ein einziger Muskel zu sein. Wie die Hauptfigur aus dem Videospiel; „Kriegsgott“, kommt Paul in den Sinn. „Thanos“ oder so glaubt Paul sich zu erinnern. Murdock und sein Volk sehen in diesem Dschungeldorf wie Programmierfehler aus: Die Nordmänner in den Tropen. Trotz seiner stattlichen Erscheinung steht Murdock vor den Ältesten wie ein Häufchen Elend. Seine Schultern sind tief eingesunken. Sein Blick ist leer und blass wie seine Haut, die von den Urwald-Mücken als ein Leckerbissen angesehen und regelrecht verspeist wird. Neben ihm steht seine rechte Hand. Ebenfalls eine Eiche von Mann. Ebenfalls ein guter Wikinger-Darsteller.

Die Handvoll „Mi-Cock“ hatten sich kaum bis gar nicht gegen die Gefangennahme durch die Ma-Fag gewehrt. Warum erklärt der geschlagene Gigant auf die Frage Kamyors:

Wir sind schon lange auf der Flucht. Sehr lange… Wir mussten unsere Heimat aufgeben. Unsere Ländereien. Alles.“

Weshalb?“ fragt einer der Ältesten. „Bringt ihr Krankheiten in den Wald?“

Nein. Nein…“ Murdocks Stimme ist hart und rau. „Wenn man so will haben wir versucht die Krankheit zurück zu lassen… Wir fliehen vor einem Feind, der größer und stärker ist als alles was…“ Sein Blick geht ins Nichts. In den Dschungelhimmel. „Wir hatten keine Chance…“

Wer ist euer Feind?“ Kamyor lehnt sich nach der Frage nach vorne. „Diese Vierarmigen Kreaturen?“

Gramon? Nein Gramon war… Ein Freund von uns… Ein Beschützer… Ein…“ Murdocks Blick sucht unter den Ma-Fag den Mörder Gramons. Doch für ihn sehen alle Ma-Fag ziemlich gleich aus. Noch nie hat er ein Volk wie das ihre gesehen. „Unser Feind sind… Ist… Es sind Kreaturen die vor nichts Halt machen. Sie sind nicht so wie wir… Sie sind auch nicht wie ihr… Sie sind… Anders… Und wir können sie nicht besiegen…“ Sein leerer Blick schweift über das Häufchen, dass der Stamme der Ma-Fag für ihn ist. „Auch nicht zusammen… Wir waren einst 5 bis 6 Mal so viele wie ihr… Wir hatten keine Chance.“

Unruhe breitet sich unter den Ma-Fag aus. Auch Banyardi wird unruhig. Seine Heldentat scheint schon vor Jahren verblasst zu sein. Was für Kreaturen müssen das sein, die so ein physisch starkes Volk vertreiben können?

Euer Krieg geht uns nichts an“, es ist Masiyo der spricht. Der Nachfolger von Kamyor in der Rolle des Dorflehrers. „Wir haben keinen Streit mit deinen… Kreaturen. Eure Probleme sind nicht die unseren.“ Die Ma-Fag nicken. Das Ganze ist nicht ihr Problem. Warum es dazu machen?

Ihr versteht nicht. Selbst wenn ihr uns ihnen ausliefert, wird sich nichts ändern. Selbst wenn ihr euch von ihnen versteckt, werdet ihr nicht davon kommen. Nicht einmal in diesem Wald… Auch wir haben keinen Streit mit ihnen. Wir haben versucht mit ihnen zu verhandeln! Aber… Mit Dämonen kann man nicht verhandeln.“ Erneute Unruhe. Die erst damit endet, als Murdock fortfährt: „Es geht nicht darum wer wir sind und wer ihr seid… Es geht darum, DASS wir sind…“

Die Unruhe nimmt Tumultartige Formen an. Ma-Fag springen auf und schreien Murdock an. Sie schreien sich gegenseitig an. Sie diskutieren laut, fuchteln mit den Händen – ein Verhalten, dass die Ma-Fag ansonsten nicht zeigen. Das besonne Dschungelvolk ist dabei den Kopf zu verlieren. Feinde als solches kennen sie nicht. Sie kennen Zwistigkeiten, Reiberein, auch Mordanschläge von anderen Stämmen. Monster und Soldaten jedoch sind ihnen fremd.

Wir müssen gemeinsam fliehen“, der zweite Mann der Mi-Cock hat zum ersten Mal gesprochen. „Das ist unsere einzige Rettung.“ Auch der zweite Mann der Mi-Cock sieht aus wie ein Nordmann. Lange blonde Haare. Breite Schultern. Hübsches Gesicht. Paul würde es nicht wundern, wäre sein Name „Sven“.

Für euch ist es ein Segen uns getroffen zu haben. Und es hätte nicht zu dem voreiligen Kampf kommen müssen! Das war ein Irrtum! Aber jetzt müssen wir zusammen arbeiten! Wir haben nicht viel Zeit!“ Nach seiner Rede steht „Sven“ impulsiv mit offenen Armen vor dem Rat der Ma-Fag.

Schweig!“ Kamyor steht vor lauter Erregung auf. „Wer hat dir erlaubt zu sprechen! Führt die Gefangenen fort! Wir müssen uns beraten…“

Die Nordmänner nicken unterwürfig und werden abgeführt.

Kamyor: „Was haltet ihr davon?“

Die Stimmen gehen durcheinander: „Ich weiß nicht…“ „Die Lügen doch! Die wollen uns doch nur verunsichern und uns später selbst überfallen!“ „Seht ihr was das für Riesen sind? Wer sollte diese Leute vertreiben?“ „Aber was ist mit dem Monster das Paco getötet hat?“ „Ja! Was ist wenn es MEHR von ihnen gibt?“ „Wir sollten sie erst einmal einsperren…“ „Wie wollte ihr denn so viele Leute verpflegen?“ „Wir haben genug für uns. Weil wir der Wald sind. Aber der Wald kann nicht alle ernähren!“ „Am Ende werden sie uns töten und uns unsere Frauen wegnehmen!“ „Aber was ist wenn sie die Wahrheit sagen?!“ Stille.

Banyardis Hand geht an sein Kinn. Das schlimmste Szenario ist wirklich, wenn sie die Wahrheit sagen…

Die Diskussion geht weiter: „Wir müssen die Bedrohung selbst mit eigenen Augen sehen!“ „Ja. Wir müssen Späher aussehenden!“ „Die Wachen verdoppeln!“ „Wir sollten die Männer und Frauen der Mi-Cock trennen.“ „Genau! Die Frauen gehören uns! So will es der Brauch!“ „Wir haben sie besiegt! Wir werden auch andere besiegen!“ „Lasst uns ihre Frauen nehmen, bevor sie die unseren nehmen!“ „Wir können sie nicht alle verpflegen. Lasst uns die töten, die keinen Nutzen für uns haben!“ „Aber wir können doch nicht einfach Leute umbringen, die Schutz bei uns suchen! Wir sind doch keine Mörder! Sind es nie gewesen!“ „Wenn wir nicht klug handeln, werden wir selbst unter ihren hungrigen Mündern leiden.“ „Der Wald ist zu klein für alle!“ „Nein! Das ist er nicht!“ „Wir müssen gute Gastgeber sein!“ „Wir müssen die Wahrheit heraus finden!“ „Schickt sie doch einfach weg! Sie sagen doch, sie wollen eh nicht hier bleiben!“ „Damit sie uns nächste Nacht ermorden können?“

Wie die Bild-Zeitung aus schlechter Presse vermeintlich gute macht

Die Bild-Zeitung ist ein Propaganda-Organ – weiß jeder, ist nichts Neues und doch ist es immer wieder einen Blog-Eintrag wert, solange Springer gegen Menschen hetzt.

Vorgestern erschien also die „Bild-Zeitung“ ohne Bilder, als Reaktion der Redaktion auf die Kritik über das Abdrucken des Fotos über das tote Flüchtlingskind am Strand – jeder kennt das Foto inzwischen.

Ich selbst fand das Bild nicht so wild. Klar, es ist hat Symbol-Wirkung und steht für vieles was falsch läuft in dieser Welt (nicht nur die Flüchtlingspolitik Europas, da kommen auch noch andere Faktoren dazu), nur passieren leider überall auf der Welt weitgrausamere Dinge, nicht nur gegen viele wehrlose Kinder, sondern gegen noch mehr wehrlose Menschen an sich.

BILD hat das ganze Propaganda-mäßig ausgenutzt und sich in der Debatte zum Opfer stilisiert – das muss man auch erst einmal hinbekommen. Jetzt wirklich. Aus einem toten Kind eine verdrehte Image-Kampagne für sich selbst zu deichseln: Muss man a) erst einmal können und b) auch die Unverschämtheit dazu haben.

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Einen Tag später druckte die Bild-Zeitung in ihrer nächsten Ausgabe die Ausgabe vom Vortag noch einmal mit Bildern ab, im Mini-Format, mit tollen und stets pro-Bild Kommentaren von vermeintlichen Lesern dazu, dass man doch BILDER braucht für so eine BILD-Zeitung; da wird einem gleich richtig schlecht wenn man die Leute da sieht und hört, die sich für Bilder in einer Zeitung aussprechen, wobei jedem (ich wiederhole JEDEM) klar ist, dass es nicht um Fotos an sich geht, sondern um den Rücksichtsvollen Umgang damit.

(Meiner Meinung nach sollten viel mehr schockierende Bilder abgedruckt werden, das nur so nebenbei)

BILD hat also mal wieder die Bedeutung auf den Kopf gestellt und macht sich damit über die Intelligenz ihrer Leser lustig. Es verspottet sie sogar, denn so blöd ist nun hoffentlich keiner um darauf hereinzufallen.

Noch schlimmer wird es, wenn man sich das Foto von mir genau ansieht: Die Bild-Zeitung ohne Bilder, ist nämlich nicht ohne Bilder. Die Werbung haben die Herrenmenschen schön abgedruckt. Was zeigt: Am Ende geht es nicht um Pressefreiheit, um vorgetäuschte Demokratie oder der Anwalt des kleinen Mannes zu sein. Ums Geld geht´s. Natürlich. Und das spucken sie den Leuten auch noch ins Gesicht.

Soweit nur ganz kurz, das hat mich jetzt richtig geärgert. Wie dreist das ist. Ich muss weiter

Schweigeminute – Hilfsaktion für Flüchtlinge

Das halte ich für eine gute Idee. Bei Amazon und I-Tunes kann man den „Song“ Schweigeminute kaufen – er enthält jedoch nur das was sein Titel aussagt: Eine Minute Schweigen.

Der Erlös der Aktion geht vollständig an eine Stiftung, die die Lebensumstände im Flüchtlingslager in Traiskirchen (in Österreich) verbessern will. Hier nachzulesen im Spiegel

Da mache ich mit. Schade das es so eine Aktion nicht auch in Deutschland gibt. Es ist aber auch egal ob man den Flüchtlingen in Österreich oder in Deutschland hilft – es sind Menschen die Unterstützung brauchen.

Hier geht es zur Aktion auf Amazon.