Grob verschätzt (Guerilla)

Ich glaube ich werde jetzt hin und wieder mal einen alten Text aus dem alten Blog reposten. Einfach weil ich ihn mag.

„„Es gibt doch nur zwei Sorten von Frauen: Schlampen, und solche, die es nicht besorgt bekommen. Also hässliche Schlampen““, dazu lacht er, wie Arschlöcher lachen: Ihr wisst wie……
Ich habe eigentlich gar keinen Bock um mit dem Typen zu Reden, doch es ist ja für einen guten Zweck, oder? Nun. Was macht man nicht für Freunde?
„„Frauen wollen Abenteuer, einfach, weil sie langweilig sind. Nicht so wie wir Kerle!““ dabei lacht er und drischt mit seiner Tatze auf meinen nicht gerade schmächtigen Oberschenkel, dass es kracht. „“UND DANN rennen sie zu ihren Freundinnen und quatschen das Ganze noch einmal durch. Erst kauen sie dir Einen ab, dann kauen sie es noch einmal durch!!““
Wieder dieses Lachen…
Er ist wirklich schrecklich, doch deswegen hat er das nun auch nicht verdient…

Die Guerilla-Schneiderin hat Andre vor ein paar Wochen kennen gelernt. In diesem Hip Hop Laden, vlt erinnert ihr euch an die Geschichte. Die 2 sind dann in die Kiste, und dagegen würde ja nichts sprechen, doch er hat sie dann ziemlich kalt abserviert. Eine Kerbe mehr für ihn, trotz all seiner Beteuerungen und Versprechungen, die er ihr vorher gemacht hat.
Andre ist bestimmt kein hässlicher Kerl, dass muss ich ihm zugestehen. Er ist sehr schwarz, muskulös und groß, fast, wie aus einem Bilderbuch. Oder einem dieser Fassbinder-Filme. Er kam aus Marokko und spricht die deutsche Sprache fließend, nur wenn er bei Frauen Eindruck hinterlassen will, lässt er seinen Akzent durchkommen. Er mag Frauen. Ohne ihn wirklich zu kennen würde ich behaupten, dass Frauen für ihn dass sind, was bei mir die Drogen.

„“Und mit deiner Angela ist das auch nicht anders.“…“
„“Sie mag es nicht so besonders, wenn man sie ANGELA nennt.“…“
„“Jaja. Die SCHNEIDERIN. (Lachen: Muahaha) GUERILLA-SCHNEIDERIN!!! (Muahaha). Frauen gehören doch einfach nur an den Herd, bevor sie sich solchen Unsinn einfallen lassen. So einen Nonsens gibt es auch nur bei euch (Muahaha).““
Ich sage nichts, denke mir aber nur: „Ich würde mich ja nicht mit ihr anlegen… Wirklich nicht…“..
Wir trinken Bier, was sonst? Bier mit Schnaps – wie auch sonst?
Mir geht dieser ganze Wir-sind-Männer-Verbrüderungsnonsen ziemlich auf den Sack.… Warum einem Kerl vertrauen, nur, weil er Kerl ist? Nur, weil er mit einem ein, zwei Bierchen trinkt?
Ich dachte, das Zeug wirkt schneller……

„“Und dann so Einer wie ich (er bleckt die Zähne), ein Afrikaner…!  Dass ist es doch genau, was sie wollen! Bei mir ist genau da alles groß, wo es groß sein soll!““
Ich gähne. Kucke auf das Handy. Dann nicke ich. „Mhm.“…
„„Diese Fotzen!“…“
Da sehe ich (endlich), wie sein Blick trüber wird und er Probleme bekommt, das Bier auf den Tresen zu stellen. Er denkt sich nichts dabei. Ich schon.
„“Weißt du, bei uns kannst du so nicht mit Frauen umgehen. Aber hier…! Die WOLLEN es doch so, weil ihr Leben so langweilig ist! Als ich hier ankam dachte ich auch, dass meine Kumpels die Frauen ausnutzen, doch wer nutzt da eigentlich WEN aus? Immerhin bekommen sie etwas Exotisches. Und wenn ihr deutschen Flachwichser etwas Exotisches wollt, dann geht ihr in´n Puff.““

Mein Blick trifft ihn von der Seite, und er tut mir wirklich leid. Dieses wandelnde Klischee.… Oder bin ich etwa neidisch auf seinen Erfolg bei Frauen? Ich weiß nicht…. Vielleicht lief in meiner Erziehung etwas falsch, und ich respektiere die Frauen zu sehr.… Hoppla!… Jetzt werde ich wohl langsam auch betrunken…
Und schon (endlich!) kippt Andre um.

Ein paar Stunden später sitze ich vor der Glotze und sehe mir das Fußballspiel an. Wir sind in einer Wohnung von Freunden – Freunden der Guerilla-Schneiderin – und Andre liegt da drüben. Ich selbst habe nie GHB genommen, obwohl ich mir in meinem Leben schon jeden möglichen Mist gegeben habe. Doch irgendwie hat mit dem Alter die Experimentierfreudigkeit aufgehört. Meine Abenteuer sollen berechenbar sein, was sagt das über meine Abenteuer aus?…. Doch wo ich mir den armen Andre da drüben ansehen habe ich das Gefühl, dass Abenteuer manchmal auch einfach böse Enden. Das hier ist nicht Hollywood. „Nein verdammt“, denke ich mir bei dem Anblick, „dass ist bestimmt nicht Hollywood.“ Angeekelt wende ich meinen Blick ab.
Was die Schneiderin sich da ausgedacht hat, ist zu krass für meinen Geschmack. Doch. Sie wollte ein Zeichen setzen. Und das macht jetzt ihre Digitalkamera. Ich kann verstehen, dass sie wütend ist. Und wie ich dabei zusehe, wie die zwei Typen den armen Andre beackern, kann ich nur festhalten, dass die Schneiderin wirklich wütend ist. Ich korrigiere: Wütend war. Jetzt. Hat sie ein genussvolles, diabolisches Lächeln im Gesicht.

Liquid Extasy, oder GHB, ist die Vergewaltigerdroge. Nimmst du zu viel, oder mit Alk, haut es dich um. Das haben schon einige Typen bei armen Frauen eingesetzt. Das ist wirklich das Letzte was es gibt. Die Armen wissen gar nicht was ihnen geschieht. Manchmal erfahren sie es nur im Nachhinein. Durch Krankheiten oder Schwangerschaften…. Vergewaltigung ist einfach nur zum Kotzen. Ob Kind, Frau oder (wie in diesem Fall) Mann, es ist einfach das Hinterletzte. Und das sie das auch noch filmt, wie die zwei Typen es dem Andre besorgen – besser: Es sich an Andre besorgen – ist der Gipfel. Sie geht zu weit, schon wieder.… Vielleicht hat Andre es auch gefilmt, wie er sie gefickt hat. Ich weiß es nicht. Schüttle nur den Kopf und sehe weiter mein Fußballspiel an.

In manchen Kulturen wird die Männlichkeit sehr hochgehalten. Wer da als Homosexuell gilt, ist ein Opfer. „Vogelfrei“, wie man früher sagte.
Das Liquid habe ich ihr besorgt, aber, und das sage ich jetzt: „Das war das einzige Mal, dass ich bei so etwas mitmache“, sie nickt nur und grinst.
Es soll ein Mahnmal sein. Eine Revanche. Für alle Frauen, die er erniedrigt hat.
„Mir wird schlecht“, meine ich, und gehe. Zu Koji. Vielleicht etwas Musik machen. Einfach
Normalität finden…… In was für einer Zeit leben wir eigentlich?

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Das Gegenteil von Sexismus ist Feminimus

„Dich haben sie schon voll erwischt mit ihren Feminismus-Scheiß, oder?“

Das Kokain tropfte ihm bei Sprechen aus dem Glatzkopf, bis sich kleine Bäche bildeten, die an ihm herabliefen und niedertropften. Ebenso wie vorhin in der Dunkelheit des Kinos.

Wir hatten uns am Kino-Dienstag den „Independence Day 2“ angesehen, einer der schlimmsten Filme die man sich als menschliches Wesen überhaupt geben kann, so Rand voll Dummheit angefüllt fühlte sich die maximale Blödheit an, die wir uns da im Provinzlichtspielhaus reinzogen.

Schon da maulte und krakelte der Hartz-4-Prolet ein paar Sitze neben uns in dem fast leeren Kino, über die Entwicklung der Gesellschaft ab. Lauthals. Als im neuen Trailer zum Star Wars Spin-Of wieder eine Frau die Hauptrolle spielt, was für den Typen gar nicht ginge. „In was für einer abgefuckte Welt leben wir überhaupt? Frauen können doch nichts!“ Sein debiles Gerede feuerte er aber in einer angenehmen Dosis ab, so dass man sich gut dazwischen erholen konnte, wohl auch sein von mir aus in etwa 6 Jahre alter Sohn, der nebendran die Welt von Papa Prolo erklärt bekam. Und ganz sicher nicht zum ersten Mal. Im Film war eine Frau Präsidentin, und von so „einer dummen Sau konnten ja nur so bescheuerte Entscheidungen getroffen werden“, und „was ein Blödsinn! Als könnten Frauen so Flugzeug fliegen!“ Komischerweise kommentierte der Möchtegern-Macho das schwule Pärchen im Film nur mit einem: „Der aus dem ersten Teil soll jetzt plötzlich SCHWUL sein? Na… Auch egal…“

Dabei war der Film wirklich, wirklich grausam schlecht. Sogar die Projektoren flimmerten nur ein extrem schlechtes dreidimensionales Bild an die Leinwand und wieder zurück auf unsere Brillen. Hier im Kino fühlte man sich mehr „Unter Haltung“, als unterhalten.

 

Im Auto auf dem Rückweg setzte mein stark schwitzender Freund nach: „Der Gegenteil von Feminismus ist doch Sexismus.“ Da musste ich dann wirklich lachen: „Wasn Blödsinn… Was wäre denn wenn Frauen sexistisch sind?“

Er fuhr einfach fort, wild mit dem ganzen Körper polternd, während ich am Fahren war: „Jetzt sag mir mal EINE Sache die Frauen BESSER machen als Männer! Nur EINE!“

„Also meiner Ansicht nach machen Männer die Dinge auch nur schneller, aber falsch. Frauen brauchen länger und bis dahin sind die Männer mit ihrem Murks auch schon fertig. Das relativiert sich.“

„Höhö.“

„Keine Ahnung wer Sachen besser macht. Macht überhaupt wer Sachen besser? Die Unis sind auf jeden Fall voll mit Frauen. Und das spricht doch Bände. Und warum nicht? Und weshalb sollte ich mir nicht Frauen ansehen, die die Welt retten? Ich meine. Ich habe mir 34 Jahre lang angesehen wie irgendwelche durchtrainierten Honks im Lendenschurz die Welt gerettet haben – und mit denen kann ich mich auch nicht mehr identifizieren seitdem ich 12 bin. Weshalb sollen jetzt nicht Frauen die Welt retten, solche, die keine Titten aber dafür Abitur haben könnten. Ich meine, wir werden ja nicht von vollbusigen Klischee Katzenbergers gerettet.“

„Da ist was dran. Aber der Film kommt sicherlich auch noch.“

„Welcher?“
„Dieser Katzenberger-Film.“

„Na und? Schlimmer als der Film gerade wäre der auch nicht… Ich finde intelligente Frauen sexy. Verdammt noch mal, ich finde sogar intelligente Typen sexy, wenn sie nicht den Klugscheißer geben. Fühlst DU dich etwa von Idioten angezogen?“

„Der Film war wirklich scheiße.“ Themenwechsel.

„Oh ja.“

„Der war wirklich der letzte Dreck. Ich war erst auf der Party von der ich dir erzählt habe. Promi-Party.“

„Ach ja, da wollte ich eh noch wissen was da herauskam.“

„Auf jeden Fall waren da Weiber. HAMMER-Weiber! Und ich bin da mit einer ins Gespräch gekommen. Und die: Super erfolgreich, unglaublich geil anzusehen und auch noch knapp größer als wir zwei.“

„Und wir sind ja nun wirklich eher die Spitze der Evolution.“

„Genau. Und wir haben dann da rumgequatscht und ich hab ihr erzählt, WARUM sie keinen Mann ab bekommt.“

„Die wollte das hören?“

„Brennend.

Und dabei ist es doch so offensichtlich. „Hör mal“, hab ich ihr gesagt, „Du siehst aus wie ein Model, verdienst mehr als die Kerle und bis noch einen Kopf größer als sie – was denkst du denn was die Kerle glauben, dass sie dir bieten können? Die haben ANGST vor DIR!“ Und da hat sie dann so geguckt. Ich glaube. Der hat noch nie jemand so die Wahrheit gesagt.“

„Aber du hast verdammt Recht Mann.“
„Klar habe ich Recht.“

„Aber muss ein Mann einer Frau immer was zu bieten haben?“

„Ja logisch! Mann!“

„Wieso? Frauen haben vielen Männer doch auch nicht viel zu bieten als gut auszusehen, und die Typen mit dem vielen Geld und den Gehirnmuskeln hängen mit denen rum.“

„Du meinst dass ein Mann sich prostituieren soll wie eine Frau?“

„Ich würde es jetzt nicht gleich PROSTITUIEREN nennen…“

„Mann, das ist doch sexistisch wenn ein Mann sich SO aufführen muss um ne Alte klar zu machen!“

„Ne mein Großer“, da muss ich lachen und klatsche ihm auf sein Knie, „Da ist Feminismus dann wirklich mal Sexismus. Wegen Gegenteil und so.“

Mediziner-Abschluss-Party

Uni ist halt doch wie Schule, wenigstens wenn es um die Abschlussfeiern geht. Eine heiter quirlige Energie allerorts, die fast schon pubertär anmutet, und das viele ihre Eltern mitgebracht haben, verstärkt den Eindruck noch; neben den Alten sehen die Jungen gleich noch viel jünger aus.

 

Es ist ein fettes „600 plus X“-Leute-Event, in einer festlich ausgeleuchteten Mensa, nur leider hilft das neue schummrige  Licht dem Essen selbst wenig… Wie man sich Mensa-Mahlzeiten halt so vorstellt. Doch der Sekt ist umsonst und die Getränke billig (was immerhin für mich von Vorteil war) und alle Studenten, die man jetzt zu den „Ehemaligen“ zählen kann, sind happy und gut drauf, „schön sich noch einmal zu sehen“, während sie sich selbst abfeiern. Das haben sie sich verdient. Dennoch sehen die grauen Mäuschen und Pseudo-Coolen-Typen in ihrem schicken Outfit ein wenig überstylt aus, ein harter Backflash zu all den inszenierten Abschlusspartys, die man aus US-Amerikanischen Filmchen kennt. Die Erkenntnis reift heran, dass man dem (so sagte man früher, heute würde es Scham hervorrufen) „großen Bruder“ doch ähnlicher ist als man dachte.  Trotz der teilweise sehr tief ausgeschnittenen Kleider und anderen Blickfängern (man denke an den Titel der Band von „ Joe Caputo“ in „Orange is the new black“) bleibt es eine mehr als biedere Veranstaltung, die niemals ihre angenehm infantile und dennoch akademische Würde verliert. Schließlich sind heute Mediziner am Start und keine High-School-Proleten. Hier ist die Verpackung nicht der Inhalt.

Es werden unzählige Fotos geschossen. In jeder möglichen Konstellation.

„Verdammt wir sind jetzt Ärzte!“ Nur das hier keiner VERDAMMT sagen oder herumschreien würde… Das wäre peinlich.

 

Die Reden sind teilweise trocken und peinlich – das macht aber nichts. Denn der Dekan reißt durch eine ernste Aussage seine bis dahin  so dermaßen furchtbar gewollt lustige  Rede ins Plus des Gedächtnisses, in dem er die versammelten jungen Ärzte daran erinnert, dass sie nun gleich den „Hippokratischen Eid“ ablegen werden. Diesem zufolge  verpflichten sie sich JEDEM Menschen zu helfen, ganz egal ob er Deutscher oder Flüchtling ist, schließlich ist es immer ein Mensch der vor einem steht. Immer ein Mensch der Hilfe braucht. Was das für ein Mensch ist, ist zweitrangig. Mensch ist Mensch. Und auch wenn der Herr Dekan mit dem Angela Merkel Zitat „Wir schaffen das!“ für meinen Geschmack dann doch ein wenig mit seiner Rede überpaced hat, fand ich den Gedankengang einfach nur richtig, wahr, klar und verständlich. Und auch mir, der ich hier nur Besucher und Zaungast war, gab diese in Wahrheit sehr simple Erkenntnis neuen Mut und Kraft.

So einfach ist das mit der Wahrheit.

Köln hin und eingewanderter Verbrecher her.

Mensch bleibt Mensch. Ganz egal ob er dir fremd ist oder du ihm. Und auch wenn der Fremde Verbrechen begeht und du ihn aus verständlichen Gründen hasst, so ist er nur ein einzelner Mensch, der weder mit seinen Taten, noch mit seinen Worten für alle sprechen darf oder kann. Das hat nichts mit „Gutmenschentum“ zu tun. Das ist simple Logik:

Ich bin nicht du. Ich bin wie du.

 

Natürlich kam einem diese ganze Problematik, die jeden in Deutschland seit Wochen umtreibt, auf diesem Akademiker-Treffen sehr weit entfernt vor.  Die „Anderen“ sind nicht hier. Können nicht bekehrt und belehrt werden. Für sie ist der Zugang zu dieser hohen, höchsten Form der Bildung verwehrt. Und gerade ihr Mangel an Bildung lässt sie Dinge tun, die sie in unserer Gesellschaft „unmöglich“ machen; das stimmt aber nicht. Aus dem „Unmöglichen“ muss hier ein „Zusammen“ gemacht werden. Sonst funktioniert das Miteinander nicht. Kann es denn funktionieren?

 

Da stand ich dann also mit der Kamera in der Hand und wartete darauf, dass meine Freundin auf die Bühne gerufen wurde; jeder Absolvent wurde einzelnen auf die Bühne gerufen und geehrt. Ihr Nachname kommt nur leider sehr spät im Alphabet, weswegen ich/wir sehr lange warten mussten. Viele Männer und junge Frauen kamen breitgrinsend auf die Bühne, „Wuuuhooo! Endlich Arzt!“ sagten ihr innere Sonnen, die über ihre Augen nach außen strahlten. Wirklich sehr viele neue Ärztinnen waren dabei, mehr als ihre männlichen Kollegen. Darunter sehr viele mit Migrationshintergrund. Da fragte ich mich: Für wie viele war es vor einigen Jahren  noch „unmöglich“  Arzt in Deutschland zu werden? Es war eine Aneinanderreihung von integrativen Erfolgsgeschichten. Und seit wie lange dürfen Frauen in Deutschland überhaupt Medizin studieren?

Was ich da sah, war eine einzige emanzipatorische Erfolgsgeschichte. Wer hätte das vor ein paar Jahrzehnten noch gedacht? Also…. Funktioniert es, oder?…

Ich weiß, das ist sehr patethisch. Es klingt ziemlich idealistisch. Fast schon verblendet…

Und doch entspricht es der Wahrheit.

 

Zum Schluss kam der peinlichste Auftritt der Abends: Die Finale musikalische Einlage der Professoren-Band, die furchtbar  gezwungen eingedeutschte Lieder zum Thema „Medizin“ zum Besten gaben. Wirklich ganz furchtbar. Die Schul-Klischees wurden vollkommen erfüllt. Aber was soll´s? Da gibt es Schlimmeres.

 

Es war der Abend meiner Freundin und ich freute mich sehr für sie. Ich war (und bin) stolz auf sie. Freute mich daran wie sie mit ihren Freundinnen feierte und lachte. Auch wenn ich mir teilweise schwer vorstellen konnte, dass diese aufgedonnerten Weiber einmal meine Ärztinnen seien könnten (da kam mein persönlicher Sexismus durch: Die waren teilweise viel zu hübsch! Die kann ich doch gar nicht ernst nehmen…).

 

Dann gingen wir nachhause. Einfach so. Und die Studienzeit war ein für allemal vorbei.

Josephine Baker

Das wird dann wohl mein letztes T-Shirt in meiner Feminismus-Reihe werden (nach Sasha Grey und den Femen), die fabelhafte und einzigartige Josephine Baker

Einer der ersten und vielleicht unwahrscheinlichsten Pop-Stars überhaupt, die ich, im Gegensatz zu Thomas Meineke, in ihrer Wirkung und ihrer Pop-Historischen-Rolle sehr kritisch sehe (im Hinblick auf den durch sie forcierten Hedonismus der Gesellschaft, den ich nicht in jeder Form einfach nur mit „Freiheit“ gleichsetzen kann und will); über sie als Mensch ist aber jedes Urteil erhaben.

Was bleibt, ist Bewunderung über ihr Leben.