Die Kinder der anderen

In ihrem Traum, traf sie alle Kinder, die sie nicht besonders schätzte. Da war der besserwisserische Justin der Mauermeiers. Der störrige Niklas der Zotts. Die vorlaute Lara der Hondrichs. Auch wenn sie, die selbst Mutter war, Kinder insgesamt mochte, empfand sie es schwer die Kinder von anderen wirklich zu akzeptieren. Sie hatte nie etwas gegen sie, nur mochte sie die halt nicht so besonders… Ein wenig doof waren die Alle… Ihre Kinder dagegen, die liebte sie abgöttisch. So sehr, wie eine Mutter ihre Kinder nur lieben konnte. Und in diesem Traum, da war das irgendwie… Ein Problem. Der Justin, der Niklas und die Lara, sahen sie flehend, doch auch strafend an.

Was hast du uns angetan?

Sie erwachte, nass geschwitzt. Mit diesem komischen Gefühl, dass es falsch sei, ihre Kinder so sehr zu lieben, wie sie es gar nicht anders konnte.  Denn so groß, stark und rein ihre Gefühle zu ihren Kleinen auch war, waren sie ebenso zersetzend all anderen Kindern gegenüber, die weder von ihren Eltern und schon gar nicht von ihr  geliebt wurden. Die Liebe zu ihren Kindern war der Grund, warum es Bosheit auf der Welt gibt… Das war die Essenz des Traumes.

Wenn ein Kind sieht, wie andere Kinder im gleichen Alter mehr umsorgt und geliebt werden, werden sie neidisch und krank. Diese Krankheit setzt sich in ihrem Unterbewusstsein fest. Sie wird Teil ihrer DNA. Den Kindern wird durch die Beobachtung, ihr eigener Mangel an liebevoller Umsorgung verständlich, vielleicht nicht rational, nur von ihrem Herzen her, und werden dadurch zu zynischen, schlechten Menschen, die laut sind und grob. Wahrscheinlich auch ungebildet. Da ist ja auch niemand, der sie unterstützt. Diese Mangelerscheinung an Liebe hat sie so werden lassen wie sie sind, all die Verbrecher, kleinen Gauner, Pegidisten und was sonst noch; das hatte sie gerade so, nach dem Aufwachen, in ihrem Herzen gefühlt. Und wenn sie selbst ihre Kinder nicht so offensichtlich vorbehaltlos und in aller Öffentlichkeit verehren oder unterstützen würde, würde die anderen Kinder, die diese Glück nicht genießen können, sich besser entwickeln, denn ansonsten könnten sie gar nicht verstehen, dass ihnen etwas abgeht… Die vorbehaltlose Liebe zu ihren eigenen Kindern, stahl anderen ihre Zukunft… Zuviel Liebe, kann etwas Böses sein… Wäre die Welt denn keine bessere, wenn wir alle Kinder gleich lieben würden?…

 

Was für ein merkwürdiger Traum. Was für merkwürdige Gedanken. Sie schüttelte den Kopf darüber. Was für ein Wahnsinn! Wie konnte ihre Liebe schlecht sein? Sie würde doch ALLES für ihre Kinder tun!… Eine Verrücktheit war dieser Traum, den sie schnell wieder vergessen müsste und es ohnehin würde… Was kann eine Mutter schon dafür, wenn die Kinder von anderen Müttern nicht geliebt werden? Das konnte sie nichts angehen. Nicht sie war es, die schlecht zu ihren Kindern war, das waren doch eindeutig die anderen. Die Rollen zwischen GUT und BÖSE sind doch eindeutig verteilt.

Aber. Sind sie das nicht immer?

Beißende Hunde beißen

Sowohl meine Freundin als auch ich wurden diesen Sommer von Hunden gebissen. Von verschiedenen Hunden, an verschiedenen Tagen. Wir waren spazieren, hatten sie nicht provoziert, nein, wir hatten sie ignoriert was für so ein Aufmerksamkeitsgeiles Viech heute voll Provokation genug ist.

Die Bisswunden waren weder groß noch schlimm, der Schmerz dennoch unreal real und stetig. Es fühlt sich so an, würde dich eine große Wäscheklammer packen. Die Verwunderung darüber einfach so gebissen werden zu können, ist schlimmer. Noch schlimmer. Aber. Ist der Umgang der Hundehalter mit der Situation.

Ich fordere. Dass jeder Hund. Der einen Menschen beißt. Sofort vom Halter, der sich so gerne „Herr“ nennen lässt, geschlagen, getreten oder in einer sonstigen Form gemaßregelt wird. Kommt er dieser brutalen Gewalt gegen den Hund nicht nach. Tritt Anhang B in Kraft und das Tier muss bei der dafür zuständigen Behörde abgegeben und unter Qualen und Schmerzen vergast werden.

Dabei spielt es keine Rolle, wie und ob der Hund es schon VORHER einmal getan hat. Und es ist auch egal, wie sehr ihr diesen Hund liebt und was er euch bedeutet; eure Liebe interessiert mich nicht. Denn sie ist kein Maß und Ersatz für den Schmerz, den der Gebissene wiederfährt. Für die Unsicherheit, wenn das nächste Mal ein Hund auf dich zu rennt.

Ein Hund ist ein Tier. Das ist mir vollkommen klar. Und Tiere sind keine Menschen. Sie funktionieren nicht nach unserer Vernunft, sie haben ihre eigene. Und ich weiß man könnte das jetzt mit der großen oder kleinen Hundepsychologie kommen und erklären, WESHALB der bissige Hund bissig war, ja, ich weiß auch, dass das Vieh im Prinzip nichts für seine mangelhafte oder schlechte Erziehung kann, dennoch ist es mir vollkommen egal wer die Schuld trägt: Entweder wird das Viech sofort bestraft oder anschließend getötet, wie es sich gehört.

Hättet ihr das Tier geliebt wie ihr immer behauptet – Mehr als einen Menschen! Mein bester Freund! – hättet ihr es auch erziehen müssen. Die Strafe bekommt das Vieh, die Schuld ist für euch.

Auch wenn die Tollwut bei uns als ausgestorben gilt, kann ein Hundebiss tödlich sein. Stichwort: Tetanus.

Auge um Auge. Zahn um Zahn.

Jeder Angriff muss zu Ende gedacht werden.

Die Halter waren beide Male „total verwundert“ und konnten es gar nicht fassen, „das hat er noch NIE gemacht!“ Unternahmen aber: Gar nichts.

Der Eine bei mir nahm nach der Biss-Attacke nicht einmal seinen Köter an die Leine, obwohl ich das von ihm verlangte.

Und wir wissen ja auch, wie die Geschichte ZUHAUSE für die „Herren“ endet. Da muss man gar nicht dabei sein:

Man erzählt dem Lebenspartner das der Hund mit dem ach so schnuckeligen Namen jemanden gebissen hat, worauf die Verwunderung noch einmal kurz multipliziert wird. Dann wird der Vorfall vergessen. Der Hund bekommt sein Fressen. Und man tut so als wäre nie etwas geschehen.

Der Mensch ist ein Ignorant und der Hund sein ausführendes Organ.

Nachtrag:

Ich habe gestern auch den halben Abend mit nem Hund gespielt, so ist es nicht. Bin kein kategorischer Hundehasser 😉

Man kann wohl sagen ich bin so gut wie nichts kategorisch