KRANKkrankKRANK

Ich bin schon wieder krank und zwar nicht so cool krank wie in: „Seht mal da drüben, dieser voll kranke Irre! Boah! Was geht denn mit dem an?!!!“ Nein. Langweilig krank. Magendarm. Schon wieder.

Die letzten Monate war ich alle paar Wochen krank und langsam nervt es.

Wahrscheinlich versucht mir mein Geist via dem Körper etwas mitzuteilen, so von der Art her: Junge, änder deinen Lebenswandel, deine Ernährung. Oder lös mal deinen Stress. Dann läuft es auch wieder mit dem Nordwind.

Was weiß ich schon?

Kranksein, also dieses Dämmrige, Angestrengte wenn man gerade so wach ist, hat auch eine schöne Komponente. Man denkt anders nach über die Welt und kommt auf Schlüsse, Rückschlüsse, die einen sonst nie in den Sinn gekommen wären. Man erahnt neue Verbindungen, Geheimnisse, Rätsel und fürchtet und liebt darüber neue Feinde und Freunde.

Die Krankheit an sich ist eine Garantie auf einen freien, unbeeinflussten Geist, der leider (und natürlich, eh klar) bei realer und gesunder Betrachtung wenig Sinn macht. Das ist schön. Und abstrakt.

Vorhin, wie gestern, hörte ich die jungen Arabischen Menschen bei meinem Nachbarn ein und ausgehen; ich sah sie gestern sogar, als ich meine besudelte Wäsche zur Waschmaschine brachte, und komisch: Sonst bekommt der doch nie Besuch, der 40 Jahre ältere Mann mit Hörschaden. Später gingen sie im Streit auseinander. Und ich lag da so mit der Bettdecke bis zum Hals und fragte mich, was die zwei Mädchen und der Junge beim Alten wollten. Bis meine Träume mir die Geschichte zu Ende erzählten.

Heute Morgen vor dem Spiegel, als ich mich für die Arbeit fertig machte, was ich natürlich gar nicht dürfte, in einem Lebensmittelbetrieb, mich aber mein Freund und Geselle quasi anflehte ich solle doch BITTEBITTE kommen, sah ich in meine kranken gespiegelten Stecknadel-Augen und dachte mir den Satz: „Ich kam mir noch nie so wichtig und gebraucht vor.“

Dann ging ich los.

Von Genesungswünschen bitte ich abzusehen.

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