Juicy Beats Festival im Dortmunder Westfalenpark – Rückblick 2017

Was sind die Dortmunder nur für Proleten? Auf der Hinfahrt im RE hatte ich ehrlich das Gefühl, dass die Proletisierung des Abendlandes im Ruhrgebiet vor ihrer Vollendung steht. So eine Aussage ist vor allem eines: Ziemlich unfair. Besonders wenn man wie ich ein Fan des BVBs ist und es (fast) die gleichen Leute sind, die den Verein mit ihrer Verve nach vorne peitschen. Wie hätte es der Herr denn nun gerne? Es war aber auch wirklich furchtbar mit diesen ganzen Jugendlichen und ihren Mischgetränken nach Dortmund rein zu fahren. Lauter dicke Frauen mit Blumen in den Haaren. Und die üblichen Dortmunder Discopumper. Nicht dass ich was gegen beleibtere Frauen und ihre Assis hätte. Nur so komprimiert in einem engen Raum. Mit Boxen an und volle Röhre Chart-Musik: Anstrengend.

Auf dem Festival selbst gab es nur an der Hauptbühne eine große Proletendichte. Dort. Wo der moderne Hip-Hop graust. Ja ja. Ich bin ein alter Mann. Doch das ändert nichts daran, dass die Herren von RAF Camora keinen Flow haben. Das konnte man sich ja gar nicht anhören. Obwohl ich mit deutsch oder anderssprachigem Hip-Hop nichts anfangen kann, war ich schon auf einigen Hip-Hop-Konzerten. Und deswegen mute ich mir auch das Urteil zu, dass die Jungs zwar nicht rappen können, die Menge aber ganz gut bespaßt haben.

Wir waren eh nur wegen Bilderbuch da. Die kamen da gleich am Anschluss. Zwar wollte ich auch Sinkane hören, leider sagten die ein paar Wochen vorher alle Auftritte in Europa ab, ohne einen Grund zu nennen. Also musste Bilderbuch es richten. Und sie waren ziemlich gut. Die Combo hat eh ihren ganz eigenen Stil, so irgendwo zwischen Pop, Hip-Hop und Disco, der zur Zeit ziemlich einzigartig ist. Nicht zu vergessen diesen besonderen Charme den die Österreicher nicht nur auf Platte versprühen, sondern auch bei ihren Live-Auftritten. Eine Stunde Bilderbuch hat Spaß gemacht – gleich Karten für die nächste Club-Tour gekauft. Sie spielten alle ihre Hits. Wir schmoften und tanzten da so herum. Auf dem Hügel. Abseits der Meute. Lachten. Stießen an. „Frinks!“ Maurice ist einfach ein super Frontmann. Und diese Gitarre dazu: Weltklasse.

Das „Juicy Beats“ wird im Westfalenpark in Dortmund abgehalten. Ich war da auch schon mal so, absolut geniale Location. Mit fast schon unzähligen Bühnen auf den tausenden Quadratmetern. Dutzenden Fressbuden und Bars. Ein absolutes Big-Event. Wenn nur. Leider leider leider. Das typischste aller Festival-Probleme nicht gewesen wäre: Zu wenig Toiletten. Als Mann konnte man natürlich an jeden Busch gehen. Als Frau hatte man da richtig ein Problem. Eine halbe Stunde (!) für einen Toiletten-Besuch anstehen geht halt leider gar nicht. Und ich habe und hatte noch nie ein Problem wenn die Damen auch die Männer-Häuserl benutzen. Nur wenn die besoffen Tussis einem bei der Gelegenheit auf den pissenden Schwanz starren und sich dann mit ihren Freundinnen darüber unterhalten, ist das einfach nur – siehe oben – absolut asozial.

Ansonsten war es ein schöner Festival-Tag. Auf der Second-Stage spielten die Mights Oaks ihren Indie-Kram. Ich ging dann aber doch lieber zum Kitt-Ball-Floor. Da legte nämlich Dirty Doering auf. Und dass sehr gut. Der Kater-Mukke-Betreiber haute ein sehr tanzbares, kickendes Set raus. Schön mit House so zwischen drin. Nicht zu hart. Aber auch nicht zu egal. Das hat mir seit langer Zeit wieder Spaß beim Tanzen bereitet. Und dort in der Nähe gab es auch Jägermeister. Sehr schön.

Wir blieben nicht allzu lange auf dem Festival (es war der letzte Urlaubstag) und so hörten wir uns auf der Second Stage noch „Alle Farben“ an. Als altes Techno-Urgestein hatte ich gleich gar keine Probleme mit seinem „Electro“-Set (wenn man es denn so nennen will. Oder Deep House… Das war einfach nur House). Kommerziell. Okay. Aber doch nicht mit zu viel Törööö oder sich aneinander reihenden Drops. Hat mich an den Sound von Low Spirit aus den Nuller Jahren erinnert. Mir doch egal wie viel Milliarden Klicks der mit seinem Radiogedudel der „Alle Farben“ auf Youtube hat. Uns. Hat es Spaß gemacht. Ganz ohne Kulturkampf.

Uns entging dann noch Lari Luke a.k.a. Larissa Rieß. Die hätte ich mir gerne auf dem Silent-Floor angehört. So mit Kopfhörern. Das wäre sicherlich lustig gewesen, wenn der alte Herr nicht schon viel zu platt gewesen wäre.

War eine okayne Party mit wirklich viel zu vielen überall verstreuten Bühnen. Mit zu viel Proleten auf und an der Hauptbühne. Aber was soll es? War ein guter Tag. Heja BVB.

Und ich fand es lustig dass es nur Schwarze waren die dort mit Rucksack Bier verkauften. Da wurden endlich mal neue Klischees geboren. Nette Jungs.

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Borussia Dortmund gegen Paderborn – krank im Stadion

Ich würde gerne davon erzählen wie maßlos viel Spaß so ein 7 zu 1 Sieg sich im Stadion anfühlt, nur war ich leider erkältet und deswegen fast schon genervt bei jedem der 7 Tore aufstehen und jubeln zu müssen.

Es war bei mir wirklich vorhersehbar das ich nach all dem Arbeitsstress im Urlaub krank werden würde – besonders wenn man 5 Stunden in nem ICE verbringen muss, in dem jeder und jedem die Nase läuft.

Also wieder ab ins Bett, „orange is the new black“ und Kram über gestern gucken 😉

Wobei. Das Gegentor ja wirklich einzigartig furchtbar war 😀 Da konnte man echt vom Glauben abfallen 😉

In den Signal Iduna Park werde ich natürlich auch in Zukunft noch gerne gehen, um diese ganz besondere Atmosphäre zu spüren, auch wenn im DFB-Pokal nicht ganz so der Busch brennt wie in der Liga; GEIL war es trotzdem