Frühschoppen mit DJ Hell

Seltsam, diese Nervosität zuvor… Ich hatte lange keine Drogen genommen und  das letzte Mal war so „na ja“, dieses Mal machte sich also eine gewisse Aufregung breit. KANN ich das denn noch? Komme ich darauf KLAR? Mache ich mich zum VOLLHONK? Komische Überlegungen die man sich da  macht. Typisch: Viel zu kontrolliert. Es soll doch um ENTSPANNUNG gehen! Ja oh Herr, das ist der SINN der Sache.  Am Ende lagen ich/wir sehr, sehr endzerstört und damit super entspannt in der Ecke des MMA (Mixed Munich Arts) in München, ließen die Nacht geschehen – was hätten wir auch sonst machen sollen?

 

Mit alten, nicht einmal so besonders guten Bekannten von FRÜHER war ich unterwegs gewesen und am Ende war man dann doch – dazu hätte es gar keine Drogen gebraucht – als gute Freunde auseinander gegangen. Schön. Manchmal, wenn man glaubt das die Drogen besonders wichtig sind, braucht es sie gar nicht. Ich bin eigentlich und überhaupt schon länger kein großer Freund mehr von Ecstasy, denn zu groß ist dann am Ende immer die Ekstase und zu begierig das Hirn nach dem absoluten Abfeiern der Synapsen: Zuviel ist nicht genug. MehrMehrMehr.

Wir sahen dass es gut war, auch wenn wir schon gar nichts mehr erkennen konnten. Süß wie mir mein Freund die Kippe anzündete und sie mir dann fast schon in den Mund schob. Ich. Sah das Ende der Zigarette ohnehin nicht mehr. Selber Anzünden: Unmöglich.

Ja. Nein. Bei uns war alles gut. Wir lachten viel, freuten uns aneinander und waren glücklich. Und manche Dinge muss man zweimal sagen: Dazu hätte es diesen Absturz gar nicht gebraucht. Denn wenn man Menschen nicht mag und keinen Respekt voreinander hat, da helfen auch die besten Drogen nichts. Aber wenn man sich mag, freut man sich desto mehr aneinander. .

 

Die Musik war scheiße. Und wer das sagt und eigentlich gerne zu Techno weggeht UND auch noch XTC gefuttert hat, der fand die Musik wirklich scheiße. Wenn nicht einmal mehr die Drogen helfen. Viel zu früh sind wir leicht beschwipst aus der Registratur raus und die zwei Haltestellen ins MMA gefahren, wo wir mit unseren Online-Tickets beim Personal auf Verwunderung stießen; wie jetzt, die haben für heute Online-Tickets verkauft? Ist uns neu… Wir haben nicht einmal das Lesegerät da…

Aha.

 

Unten waren wir dann verwundert. Hä? Die große Halle hat zu und wir müssen im kleinen Club feiern? Das ist doch Betrug am Kunden! Wo stand denn das? Wieso wurde das nicht vorher ausgeschildert, ausgeschrieben oder zumindest ausgesprochen? Da wollte ich meinen neuen Freunden diese große Feierhalle zeigen, was blieb war diese kleine Bar – Frechheit. Nicht weil der „Club“ im MMA hässlich gewesen wäre, nein, sondern weil dort drüben, als 2 oder drei Stunden später die Bude voll war, überhaupt kein Platz zum Tanzen war – hätten wir es denn noch gekonnt. Warum hat man das nicht in den Halle gemacht, den Club dagegen zugelassen? Klar wäre die große, hohe Halle bei den  Besuchern nicht voll geworden, na und? Ich habe doch lieber Platz zum Tanzen als eine proppevolle Bude voller notgedrungener, ja, dazu erniedrigte Herumsteher, die WOLLEN, aber nicht können. Ich scheiße auf eure Verkaufsprinzip der vollen Location! Ich will lieber halb leere Läden, wo ich das machen kann wozu Techno einmal (Hoppla) ERDACHT wurde: DANCEdanceDANCE.

Wobei. Ja. Die Drogen so wunderbar stark waren, dass das ab einem gewissen Moment kaum mehr möglich schien. Schon gar nicht bei dem Sound. Viel zu durcheinander wurde da aufgelegt, kein Groove kam auf, keine Lust und schon gar nicht die Möglichkeit zwei Platten hintereinander  durch zu tanzen. Was folgte war der klassischen Triathlon der Nacht: Draußen Rauchen, unten Tanzen, hinten Sitzen. Immer wieder und wieder: Rauchen/Tanzen/Sitzen – repeat. Und: Kein Helmut, kein DJ Hell in Sicht.

Bald entspannen sich schon Erlöser-Phantasien in unseren Köpfen: „Wenn der Hell kommt wird alles besser! Der wird es schon richten! Der weiß ja wie es geht und was wir wollen!“ Er kam nur nicht. Nicht niemals. Nur sehr spät. Der Hell legt wohl nur noch auf, wenn es hell ist – sehr witzig ich weiß, haha.

Um 4 Uhr oder 4 Uhr 15 latschte der alte Mann an uns vorbei, zuckte kurz zusammen als ich ihn anblaffte: „Jetzt wird´s aber langsam mal Zeit!“ Und zog von dannen. So ab halb 5 ging es dann mit seinem Set los: Also bitte. Eine Veranstaltung „Eine Nacht mit DJ Hell“ zu nennen ist schon eine besondere Frechheit, wenn man die Decks erst dann entert, wo anderen Tags schon das „Morgenmagazin“ ausgestrahlt wird. Und. Welcher nüchterne Mensch will und kann bis halb 5 in der Früh warten, bis der DJ überhaupt mal ANFÄNGT! Was gar nicht so schlimm gewesen wäre, hätten die Jungs vorher die Chose nicht so dermaßen an die Wand gespielt: Das war mehr als ärgerlich.

Wie war er denn nun, der Morgenmagazins Helmut? Na ja. Ganz okay. Hat natürlich nichts neu erfunden, war aber ganz gut. Ich konnte da eh nicht mehr tanzen – Platz dazu war aber auch keiner mehr da.

Um halb 6 rum ging es dann raus. Wir redeten noch ein wenig der Nacht und den vergangenen Chancen hinterher, wie man es meistens macht. Ein kleines schade… Und ein großes HAT-SPAß-GEMACHT.

 

Tja. An uns alten Säcken hat und hätte es nicht gelegen. Gerne mal wieder zusammen. Nur nicht dort.

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