Grenzen

Wir sahen uns diese Woche  die Daily-Soap GZSZ an, in welcher der böse Joe Gerner scheinbar ein Grundstück vergiften ließ, auf dem ein Aktionsbündnis ein Flüchtlingsheim errichten wollte; Gerner wollte das Grundstück für seine Firma und wendete eine Finte an. Aber natürlich sind die guten Aktivisten schon dabei die Lunte zu riechen.

 

Ich (Ironie an): „Bestimmt haben die bösen Flüchtlinge selbst das Gelände versucht, um Gerner eins auszuwischen.“

Bekannte/Freundin: „Erinnerst du dich noch als ich in der Gärtnerei gearbeitet habe?“

„Klaro.“
„Dort habe ich auch mit Flüchtlingen zusammengearbeitet. Aus Afrika. Wo will man denn auch Leute einsetzen, die die Sprache nichts sprechen und nichts können?“

„Auf dem Feld.“

„Das haben die sich vom Amt wohl auch gedacht. Deswegen schicken sie immer wieder welche zu meinem Chef.“

„Immer wieder?“

„Ja. Der muss sie die ganze Zeit wieder loswerden. Weil die nicht zur Arbeit kommen. Und wenn dann, wann sie wollen. Die kennen das nicht aufstehen zu müssen wenn es Zeit ist. Die sind es gewohnt aufzustehen wenn sie aufwachen. Genau (es fällt ihr wieder ein), aus Eritrea waren die.“

„Dann müssen die das gelernt bekommen.“

„Ja. Das stimmt schon. Wenn man aber auf Feldern arbeitet kann sich die Arbeit nicht um die Arbeiter drehen, die Pflanzen stehen im Mittelpunkt. Mein Chef konnte mit diesen Leuten nichts anfangen, denen seine Pflanzen egal waren und sich nicht um sie kümmerten. Deutschland ist von Natur her kein besonders fruchtbares Land.“
„Hm… Das ist ja echt scheiße.“
„Außerdem waren die, wenn sie denn kamen, faul. Die hatten keine Lust zu arbeiten. Und von mir ließen die sich sowieso nichts sagen…“

„Weil du eine Frau bist.“

„…Weil ich eine Frau bin ja. Weißt du wie sich das anfühlt wie Luft behandelt zu werden und wenn man dann – zwangsläufig – lauter wird, mit abschätzigem Blick angesehen zu werden als ob du nichts wert bist? Und dann geht der einfach und lässt dich die Arbeit machen?“

„Das ist natürlich hart… Aber Eritrea ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die sind einfach ungebildet. Und auf dem Feld arbeiten da sicherlich nur Frauen.“

„Das stimmt wahrscheinlich. Das hilft mir und meinem Chef nur sehr wenig. Er würde gerne mehr von denen nehmen. Die taugen aber nichts. Die Meisten verstehen nicht, dass wir hier nicht einfach so im Wohlstand leben, dass wir dafür hart arbeiten.“

„Aber es sind nicht Alle so.“

„Ne. Natürlich nicht.“

Pause. Irgendetwas bescheuertes, doch irgendwie Wichtiges geschieht in der falschen Welt von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ auf RTL, dann fügte sie noch hinzu:
„Ganz bestimmt nicht Alle. Aber die, die ich kennen gelernt habe.“

Erklärung:

Ich habe jetzt lange überlegt ob ich so einen Eintrag schreibe, da er eine gewisse Stimmung generiert. Aber. Die Geschichte wurde mir von ihr so erzählt und ich glaube ihr – was würde es bedeuten sie absichtlich zu verheimlichen?

Josephine Baker

Das wird dann wohl mein letztes T-Shirt in meiner Feminismus-Reihe werden (nach Sasha Grey und den Femen), die fabelhafte und einzigartige Josephine Baker

Einer der ersten und vielleicht unwahrscheinlichsten Pop-Stars überhaupt, die ich, im Gegensatz zu Thomas Meineke, in ihrer Wirkung und ihrer Pop-Historischen-Rolle sehr kritisch sehe (im Hinblick auf den durch sie forcierten Hedonismus der Gesellschaft, den ich nicht in jeder Form einfach nur mit „Freiheit“ gleichsetzen kann und will); über sie als Mensch ist aber jedes Urteil erhaben.

Was bleibt, ist Bewunderung über ihr Leben.