15 Jahre Ed Banger – das Konzert

Da hat sich Label-Chef Busy P doch mal was besonders gegönnt. Mit den Hits von Justice, DJ Mehdi und allen die dazugehören 🙂

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Krebskranke und gelähmte Mütter

Er sperrte sein Auto mit seinem elektronischen Schlüssel ab und sah gleichzeitig, im Weggehen, eine Bewegung hinter einem Busch des Nachbargrundstücks. Frau Mauermeier war anwesend. Wie immer. Ähnlich einer Märchenfigur schien diese Frau hinter den  Büschen zu leben. Das war schon seit jeher so gewesen. Selbst als Paul noch ein Kind war. Wie eine Mischung aus Mensch und einem übergroßen Frosch stand diese Frau quasi immer in ihrem eigenen Garten und späte nach draußen. Vielleicht lebte sie in Wahrheit auch in ihrem Haus und stürzte nur nach draußen, wenn sich etwas auf der Straße tat. Die Überlieferungen zu diesem Umstand waren schon immer Lückenhaft gewesen. Selbst Pauls Schwester, die immerhin älter als er selbst war, konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen, schließlich hatte man die inzwischen alte Frau nie RENNEN sehen. Vor Ort auf Spähstation war die Frau Mauermeier dennoch immer. Wie ein Fluch. Oder wie eine sprechende Überwachungskamera. Und wie sie Paul jetzt ansprach dachte der nur verwundert, dass es solche Leute wirklich gab. Nicht nur im Fernsehen. Paul. Blieb höflich. Mit Höflichkeit kommt man am Weitesten. Auch wenn man damit unglaublich viel Lebenszeit vergeudet.

Die Mauermeier erzählte davon, dass sie Krebs hätte. Ihr Mann auch. Ob es nun der Gleiche sei blieb ungefragt. Was sagt man auch in solch einer Situation? Da war nur dieses schlechte Gewissen in Paul, da er diese arme neugierige Froschähnliche Frau nicht als das gesehen hatte, was sie vielleicht auch schon immer war: Todkrank.

Früher. Ja. Als Pauls Mutter noch lebte, da war es ihr besser gegangen. Die Mauermeier hatte seine Mutter ja ständig besucht. Weil die eine Heilige war. Die ihr Schicksal so unglaublich toll meisterte. Und noch für andere betete. Diese Heilige. Die hatte ihr geholfen, ihr Schicksal besser zu ertragen. Ganz oft war sie noch bei ihr gewesen… Was die Frau Mauermeier meinte nur nicht aussprach: „Paul, warum hast du deine Mutter so selten besucht?“ Während der nur dasteht und die Situation zum Kotzen fand. In diesem Moment fühlte sich seine Drogensucht als etwas vollkommen natürliches an. Was soll man auch zu einer Krebskranken sagen die einem etwas von einer Schwerstbehinderten, weil Gelähmten, erzählt, die Paul so gut wie nie besucht hatte? Weil sie für ihn nämlich keine Heilige war. Sondern die Mutter, die ihn geschlagen und verlassen hatte. Als sie ihn noch schlagen und verlassen konnte. Nein. Doch. Heilige sind nur für diejenigen heilig, die nicht mit ihnen verwandt sind oder zusammenleben. Für Paul war seine gelähmte Mutter in den letzten Jahren nur eine Art Stillleben gewesen, dass von Gott und Erlösung röchelte. Während so viel unausgesprochen blieb. Ebenso wie die Unfairness, von einer Totkranken das Recht abgesprochen zu bekommen, die eigene Mutter hassen zu dürfen. Da die doch eine Heilige war. Wieso sah Paul das nicht? Nun. Ein Grund könnte gewesen sein, dass Paul in seiner Haut steckte. Und Frau Mauermeier in der ihren. Herren Mauermeier hatte Paul immer gut leiden können. Ein netter Mann. Der selten viel sprach.

„Bilderbuch“ in Augsburg, es war der 7.4.2018

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Sind Bilderbuch eigentlich eine „coole Band“? Irgendwie ist das eine gute Frage. Sie nehmen sich halt nicht ernst in ihrer affektierten Ernsthaftigkeit. Nichts ist wichtig, alles ist ein Spaß. Alles was Spaß macht, ist irgendwie auch wichtig, so gesellschaftlich gesehen. Alles ein guter Schmäh, oder? Wie das Leben ein guter Witz ist. Auf eigene oder die Kosten anderer, wer weiß das schon? Spaß soll es machen. Dann schaun wir weiter.

So oder so fällt irgendwann in jedem Gespräch über die Burschen aus Österreich der alles wieder gut machende, größte wie kleinste gemeinsame Nenner auf den man sich einigen kann: Einfach „sympathisch“.

Sie spielten dann so 20 Minuten, ne Halbe Stunde vor Ende ihr bekanntestes Lied. „Maschin“. Wirklich super und toll. Das Publikum voll dabei. Und ich dachte mir so, dass man auch nicht schlecht selbstbewusst sein muss, um seinen Smasher so früh vor Konzertende zu geben. „Augsburg“ war voll am Start und die Band hätte zu diesem Zeitpunkt auf der Bühne eh fast machen können was sie wollte und die Leute hätten sie trotzdem gefeiert. Mein Bewusstsein haben sie nach „Maschin“ trotzdem verloren. Seit ich meinen Roman gekürzt habe, kommt mir alles zu lange vor. Kürzer. Kompakter. Schneller. Straight to the point. Bitte schön. Weniger Blahblah. Doch Konzertbesucher wollen das. Immer mehr und mehr von „ihrer Band“. Am geilsten gleich noch mal 2 Stunden hintendran hängen. Mehr fürs Geld. Wir sind ja in Schwaben. Und wie meine Freundin da mit unseren neuen Freundinnen aus Regenburg herumtanzte (mit der Mutter, die ihre entsetzte 17 Jährige Tochter zuhause zurückließ und ohne  sie zum Konzert fuhr, wo sie die ganze Zeit nur lachte: Ich bin total betrunken! Redet einfach nicht mehr mit mir wenn ich euch nerve! Haha!“), schien das auch nicht wenig Spaß zu machen. Ich mag die Bilderbuchler ja. Wahrscheinlich lag es an mir. Denn im Gegensatz zu dem Entertainer Maurice auf der Bühne muss ich nicht jeden Abend gut drauf sein. Ich stand da mit 37 Jännern auf meinem vielleicht 300sten (400sten?) Konzert und sehnte mich am falschen Ende der Raumes, viel zu nah an der Bühne und mega weit weg von der Bar, nach einem Jacky-Cola und einer Zigarette. Moscow Mule. Auf jeden Fall irgendwas gegen zu viel Nüchternheit. Frinks! Ja. Ich wollte heute mehr Trinken  als Konzert. Das Konzert mehr als Beiwerk zum guten Schluck. Hätte ich aber beim 300sten Konzert besser wissen sollen, dass das nicht funktioniert, wenn Bilderbuch am Start sind. Denn dann ausverkauft. Denn dann Laden brechend voll.

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War ein gutes Konzert. Alles gespielt was man hören will. Und später mit Moscow Mule und Kippe im Maul (gleichzeitig selbstverständlich) kam ich mir ein wenig doof war. Dass ich vorher so unentspannt war. Muss doch nicht alles gleichzeitig sein.

Beste Frage einer Freundin heute Morgen: „Und? Wie war es gestern auf der Lesung?“ Original genialer  Bilderbuch-Witz.

Ein Video habe ich auch gemacht:

Unterhaltungsfilme und Kunstfilme müssten unterschiedlich bewertet werden

Superhelden-Filme sind nicht „auch für Erwachsene“. Das sind Kinderfilme für Erwachsene. Sie haben einen starken Einfluss auf die Infantilisierung der Gesellschaft. Und ja. Ich lese mit 37 auch noch gerne Mangas. Und die sind manchmal kindischer als so ein nordischer Gott oder ein Kapitän Amerika. Der Unterschied ist nur, dass ich diese Bücher (oder Filme) mit einem lachenden Auge lese, während die Marvel- und DC-Trottel immer mit einer so lächerlichen Ernsthaftigkeit daher kommen. Seien wir ehrlich: Die Filme sind totaler Unterhaltungsschmarrn – dagegen ist nichts zu sagen. Ich habe früher auch gerne die Schwarzenegger und Stallone Klamotten angesehen. Die sind ebenso Müll wie Ironman- und X-Men-Abenteuer. Und haben damit ihre Daseinsberechtigung. Aber nehmt den Müll doch nicht so ernst.

Irgendwie und sowieso wäre ich für ein neues Bewertungssystem: Unterhaltungsschrott bekommt seine eigene Bewertungsskala. Und richtige Filme, vom Lars von Trier bis Godard, eine andere. Man kann doch nicht ernsthaft „Fast and furious“ dieselbe Punktzahl geben wie einem Film von Rainer Werner Fassbinder. Das ist grotesk. Ich bewerte doch Van Gogh auch nicht in der gleichen Skala wie Andy Warhol. Das ist verrückt. Mein Vorschlag: Anspruchsvolle in einem Punkte-System von 1 bis 10: Grün. Unterhaltungskram. 1 bis 10: Aber in blau.

So einfach wäre das.

Absolution – 25 – Die Mutter, die ich niemals hatte

Paul ist zurück im Dorfe der Ma-Fag. Genauso wie sich ein Schläfer nicht mehr an den Moment des Einschlafens erinnert, ist die Spur der Übergangs vom Sog der Drogen in den Traum bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Pauls Verstand steckt einfach wieder in seinem Phantasiewelt-Avatar. „Banyardi?“ Der Avatar sieht zu seiner Mutter hinüber und im gleichen Moment, als er seine Mutter als solche identifiziert, stürzt die Erinnerung eines ganzen Lebens auf Paul ein. Paul erinnert sich in allen Facetten daran, der Sohn von Maja zu sein. Dieses Erinnern ist kein Film der vor seinem inneren Auge abläuft, es ist mehr wie eine Ansammlung von Polaroids, die in seinem Verstand aufpoppen. Jedes dieser Polaroids steht sinnbildlich für eine Begebenheit zwischen seiner Mutter und ihm. Jedes dieser Bilder erzählt eine komplette, unabgeschlossene Geschichte, deren Wirkung bis in die Gegenwart andauert. Die fundamentalen Momente einer reifen Beziehung zwischen Mutter und Sohn. Und Paul ist sich darüber im Klaren, dass diese Erinnerungen erst verschwinden werden, wenn der, den seine Mutter „Banyardi“ genannt hat, gestorben sein würde. Sie würden selbst den Tod seiner Mutter  überdauern. Voller Liebe und dennoch voller Irritation sieht Paul/Banyardi zu seiner Mutter hinüber. Die Mutter, die Paul im echten Leben niemals gehabt hatte. Seine Emotionen und die damit verbundene Reaktion darauf sind so stark, so eindeutig, dass sich seine Augen ein wenig mit Tränen füllen. So unheimlich groß ist seine Liebe zu ihr. Zu seiner Mutter, die hier, in dieser Welt immer für ihn da gewesen ist. Nicht minder groß ist Pauls Schock, für eine Mutterfigur so viel Liebe empfinden zu können. Nicht viel, und er würde von seinen Gefühlen zermalmt werden. Paul hatte seine Mutter für ihre Abwesenheit immer gehasst – und jetzt: Das komplette Gegenteil.

„Ist alles in Ordnung mein Sohn?“ Paul/Banyardi muss seinen Blick abwenden, damit er nicht los heult wie ein Patient auf dem Stuhl eines Psychologen, da über diesen ein Schlüsselerlebnis herein gebrochen ist. Paul erträgt die Liebe im Blick seiner Mutter nicht. Er erträgt es nicht in dieser Frau all diese Gefühle zu sehen, die er an seiner Mutter ein Leben lang vermisst hat. Lautlos kommt sie herüber und nimmt ihren Sohn in den Arm. Paul. Ist wieder 5 Jahre alt. Und seine Mutter macht endlich dass, was sie ihr Leben lang nie getan hat. Paul ist wieder Fünf. Und seine Mutter tröstet ihn darüber hinweg, wie er vom Fahrrad gestürzt und gegen einen Betonpfeiler geprallt ist. Paul ist wieder Acht. Und seine Mutter nimmt ihn in den Arm und erklärt ihr, dass Haustiere nun einmal sterben müssen. Da Alles stirbt. Er ist wieder 12 Jahre alt und seine Mutter erklärt ihm dieses Mal voller Liebe und Anstand, warum sie fortgehen muss. Und er ist wieder 15 Jahre alt, und sie tröstet ihn bei einem ihrer seltenen Besuche darüber hinweg, von seiner ersten Liebe ignoriert worden zu sein. Das Alles bricht über Paul herein. Unzählige Momente, in denen er sich alleine und verlassen fühlte, nehmen liebevolle Gestalt an.  Wird Wirklichkeit – und Paul verzeiht in diesem bittersüßen Moment seiner Mutter all die Grausamkeit, die eine fremde Frau mit dem gleichen Namen ihm angetan hat… Paul ist Paul geworden. Und die Bedeutung der Drogen sinnlos. In diesem Augenblick, als in einer anderen Zeit, vielleicht sogar auf einem anderen Planeten, eine indigene Mutter ihren verwilderten Sohn in die Arme nahm…

„Du wirst darüber hinweg kommen, mein Sohn“, sagt Mutter. „Du bist stark. Du wirst über den Verlust von Paco hinwegkommen. Ich weiß. Was für gute Freunde ihr wart.“

Paco… Paco?… Den hatte Paul schon längst vergessen.

„Nur jetzt musst du stark sein. Du hast nun 5 Monde Zeit gehabt dich zu erholen. Heute müssen wir aufrecht auf die große Versammlung gehen.“

Absolution – 24 – Die Einbrecher

Ganz egal was auch passiert: Das Leben ist kein Film. Paul war wegen diesem unberechenbaren Ereignis nicht „schlagartig nüchtern“. Ganz im Gegenteil. Seine Versuche in diesen besonderen Bereich seiner Traumwelt einzudringen hatten ihn immer mehr und mehr Speed nehmen lassen, so dass er nur ziemlich prall im Sessel hing. Wie der berühmte Boxer in den Seilen. Seine Balkontüre war von einem Rollladen verschlossen, den er zwar bis ganz unten heruntergelassen hatte (um vor neugierigen Blicken aus höheren Wohnungen geschützt zu sein), den er aber nicht komplett geschlossen hatte. Die Lichtritzen des Rollladens waren noch immer geöffnet. Pauls lethargischer nach hinten verdrehter, praller Kopf konnte die Konturen einer Person erkennen, die versuchte zwischen den Ritzen hindurch zu sehen. Das war absurd. Paul befand sich im ersten Stock. Welcher Einbrecher bricht am helllichten Tag im ersten Stock in eine Wohnung an? Und welcher Trottel würde dabei so einen Krach veranstalten? Paul bewegte sich nicht. Er sah weiter auf den Schatten und stellte sich tot wie ein Tier. Das Video in seinem PC war auf „Pause“ gestellt. Wer zu Hölle? War das sein Nachbar?

Sein Nachbar von unten war ein komischer Kerl. Paul konnte die ganze Nacht die Musik anhaben. Er konnte die ganze Nacht schwatzende Leute durch sein Treppenhaus gehen lassen. Er konnte auch tagelang zu lange seine Mülltonne auf der Straße stehen lassen. Alles kein Problem. Das Einzige was Paul für diesen Kerl nicht tun durfte war, sein Auto zu nahe an den Audi des Nachbarn stellen. Die Beiden hatten Stellplätze nebeneinander. Aber trotzdem musste Paul sein Auto mindestens (mindestens!) 30 Zentimeter weiter rechts von der Trennlinie abstellen, sonst gab es Ärger mit dem Nachbarn. Da spielte es auch keine Rolle dass Paul immer sehr vorsichtig aus seinem Auto ausstieg. Oder dass der Nachbar niemals Beifahrer hatte. Nein. Es ging dem Typen einfach nur darum, dass Paul seinem Auto fern blieb. Und Paul tat es. Denn wenn er es nicht tat. Wenn er etwa 15 Zentimeter näher oder gar AUF der Trennlinie parkte, stand mit absoluter Sicherheit ein 50 Jähriger mit Bierbauch und Cappy vor seiner Türe, der – egal um welche Uhrzeit – Paul aus seiner Wohnung klingelte, ihn schließlich dazu drängte, sein Auto „um zu parken“, also es 15 Zentimeter weiter nach rechts zu stellen. Wenn sich Paul somit einen Irren vorstellen könnte, der nachmittags auf seinen Balkon klettern würde, konnte er sich nur seinen Nachbarn vorstellen. Diesen Psychopathen. Der nichts im Leben zu haben schien, außer diesem blöden Auto. Diesen scheiß Audi. Den er auch noch die ganze Zeit mit angeschalteten Nebelleuchten fuhr. So. Als wäre er etwas Besseres. Und Paul war deutsch genug gewesen um nachzusehen, ob man die im NORMALFALL überhaupt anhaben darf, die Nebelleuchten: Es ist nicht erlaubt.

Es pochte noch einmal an der Türe. Der Rolllanden schwang plastisch umher. Nein. Das war nicht sein Nachbar. Paul. Bewegte sich noch immer nicht. Saß still wie eine Eidechse. Er traute sich nicht einmal zu blinzeln. Denn er hatte den zweiten Kerl bemerkt, der versuchte durch das Wohnzimmer-Fenster hinein zu ihm hinein zu sehen. Was zur… War das Wirklichkeit? Geschah das gerade hier tatsächlich? Oder?… War das wieder so eine abgefahrene Phantasie?…

„Hey!“ rief der, der gegen den Rollladen pochte. „Ich kann sie sehen! Kommen sie mal her!“

Drei Dinge fielen Paul schlagartig ein. Erstens: Die wenigsten Einbrecher siezen ihre Opfer. Zweitens hatte ein Gerüst an seiner Hauswand gelehnt, als er von der Arbeit zurück kam. Über dieses waren die Einbrecher auf seine Etage gelangt. Ziemlich clever… Und drittens: Waren das gar keine Einbrecher. „Ich kann sie sehen! Sie sitzen da! Und sind… Kommen sie einfach mal her!“ Denn drittens erinnerte sich Paul daran, dass er vor ein paar Tagen ein Flugblatt in seinem Briefkasten hatte, in dem die Anwohner wegen den Malerarbeiten dazu aufgerufen waren, die Balkone zu räumen. Paul hatte seinen Balkon leer geräumt. Er hatte nur vergessen das Thermometer seines Vormieters aus der Wand zu schreiben.

„Können sie das hier wegmachen? Können wir das wegwerfen?“

Paul stellte sich weiter tot. An der Türe hatten sie nicht geklingelt. Jetzt hieß es zu warten wer früher aufgibt. Die. Oder er. Und egal ob sein Herz bis zu seinem Hals schlug. Ganz gleich ob er total durch war und die Kontrolle über diese Situation verloren hatte. So hatte er doch Zeit. Er würde ganz sicherlich nicht nackt aufstehen, seine Drogen wegräumen, den Porno weg-xen und dann zu den Handwerkern hinaus gehen. Einfach tot stellen. Und dieses peinliche Worst-Case-Szenario überstehen. Wie hätte er auch damit rechnen können, dass diese Typen an einem Freitagnachmittag zu Streichen beginnen würden?

„Vielleicht arbeitet der?“ meinte die zweite, viel jüngere Stimme. Anscheinend der Lehrling.

„Arbeiten. Sehr witzig.“

Die Beiden standen an seinem Balkon und starrten durch die Ritzen auf Paul mit seinem schlappen, heraushängenden Schwanz. Der wiederrum sie anstarrte.

Irgendwann gaben sie auf. Sie lösten sich von dem Balkon und arbeiteten weiter. Paul drehte sich um. Machte den Ton leiser. Nahm wieder seinen Penis in die Hand. Und machte mit seiner Arbeit weiter.

Paul ist zurück im Dorfe der Ma-Fag