Crystal auf Toilette

Ich korrigiere immer noch am Text rum, warum also was Neues schreiben? Einfach mal nach bloggen: 

Draußen, neben den Toiletten ist niemand zu hören. Die ganze Zeit nicht während wir „das Ziehen“ vorbereiten. Kaum aber halte ich den Flyer so vor Alex´s Nase, dass der gut inhalieren kann, kommt vom Club draußen einer rein und pisst lautstark in ein Urinal. Dem Geräusch nach welches er dabei macht, hatte er schon Orgasmen, die sich weniger gut angefühlt haben. Kurz. Gucken Alex und ich uns an. Verharren in Reglosigkeit. Müssen fast lachen. Dann geht doch schon /endlich die Spülung und Alex zieht voll rein.

 

Ihm kommen sofort die Tränen. Worauf er mich erschüttert ansieht und sich die Nase zuhält.

„Trinken“, gibt er noch von sich, da er was nachspülen will um das ätzende Zeug zu verdünnen.

„Ja, hab nichts“, gebe ich hilflos zurück und warte darauf, ebenfalls so blöd voller Schmerzen gucken zu dürfen; der soll jetzt nur keine Mätzchen machen!

 

Es werden keine Mätzchen gemacht. Der Schmerz ist da, aber das ist okay. Es wird nur ein paar Minuten dauern, Minuten, in denen sich meine Biochemie verändert, mein Herz einen neuen, angenehmen Rhythmus finden wird. Manchmal wird man gefragt:

„Hast du keine Angst Drogen zu nehmen? Du weißt doch nicht was drin ist!“

Angst… Vielleicht. Wahrscheinlich… Würde ich eher von Respekt sprechen. Selbst wenn man Erfahrung hat, bleibt immer dieses Restrisiko. Ich bin ja kein Fixer. Aber irgendwann kann bei jedem der Moment kommen, wo der Körper nicht mehr kann – doch daran denkt natürlich keiner. Man denkt ja weniger, sondern fühlt, d.h. man freut sich auf gleich, weil man weiß wie es wird und auch wenn man kein erfahrenes Wissen hat, ist man weniger ängstlich, sondern eher aufgeregt; gleich passiert was, etwas, was mich (höchstwahrscheinlich) glücklicher sein lässt…

Größer als die Angst vor einer Vergiftung, ist die Sorge um die mangelnde Wirksamkeit. Denn vergiftet zu sein, nun ja, das kennt man meistens nur von anderen. Scheißzeug hat jeder schon mal gehabt, besonders am Anfang, wenn man noch keinen kennt, der… Über den Tisch gezogen wird man häufiger. Doch das ist irgendwie auch okay, egal wie ärgerlich es auch ist. Das gehört dazu. Zur Illegalität. (Und wer wird schon gleich an ein Krebsrisiko denken?)

Mir wurde auch schon oft schummrig. Herzrasen. Wackelige Beine. Weiche Knie. Kraftlosigkeit. Mein Herz das „Stolpert“. Und das andauernde Pissen, da der Körper hilflos versucht die Chemie auszuscheiden. Trotzdem macht man weiter, weil dass, was man sofort serviert bekommt, einfach viel toller ist als jeder schlechte Film, den man fahren kann. Die Kurzsichtigkeit des Daseins…

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3 Gedanken zu “Crystal auf Toilette

  1. gegenvernunft

    Ist unterschiedlich. Hängt davon ab was drin ist u wie kaputt die Nase eh schon ist.

    Aber aus dramaturgischen Gründen auf jeden Fall 😀

    Liken

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