Abenteuer-Urlaub in Israel?

Noch eine Woche Arbeit, dann beginnt unser Urlaub in Tel Aviv. Israel ist eine merkwürdige Entscheidung für einen Urlaub; nein, ist es nicht.

Seit ich mich erinnern kann hat mir das Fernsehen eingeredet, dass Israel das gefährlichste Land der Welt sei. Unzählige Minuten Nachrichten-Spots und Bilder von Tod, Mord und Trauer. Das seit Jahrzehnten umkämpfteste Gebiet der Welt, mit keinem Ende in Sicht. Wenigstens suggerieren das die Bilder. „Der Nachrichtensprecher macht ein ehrliches Gesicht.“ Und gleichermaßen – wie immer – ist das ganze Unsinn. Tel Aviv hat den sichersten Flughafen der Welt, ist Touristengebiet und die Stadt ist, auch wenn der Strand dort nicht gerade schön sein soll, ein erreichbares Sommerfeeling-Urlaubsziel. Auf Tel Aviv hatte ich wegen Guy Gerber Lust. Dem mehr oder weniger Weltbekannten DJ aus Tel Aviv. Ich folge ihm bei Facebook. Und die Bilder von dort, von den Partys, dem Meer und den fröhlichen Leuten interessierten mich.

Dort wird auch nicht seltener gestorben als irgendwo anders. Der Tod kommt und geht. Das ist aber überall so. Kein Grund um sich Sorgen zu machen. Ying/Yang-Philosophie. Wir lassen uns von dem bisschen Terror doch nicht unterkriegen! Und sterben muss man sowieso. Es geht doch darum, wie du gelebt hast, ihr Hasen.

Ich weiß, das ist pathetisch. Das liegt vermutlich auch daran, dass ich viel Ahnung vom guten Leben habe (keine Anführungszeichen) und so gut wie gar keine vom Tod. Dabei stimmt es doch auch: Man darf nicht nur in Angst leben. Angst vor dem Chef, der Zukunft, dem Ableben… Was weiß ich…

Letztes Jahr waren wir in Kiew. Auch das hatte einen gewissen Touch von Abenteuer-Tourismus. In ein Land zu reisen, in dem ein „eingefrorener“ Krieg ist. Wobei es einfach nur schöne Tage in der Ukraine waren. Kiew ist eine tolle Stadt, auf seine Art. Mit Tel Aviv wird es ebenso sein, nur, wir Kiew wohl um ein vielfaches billiger zu bereisen gewesen sein…

Wenn du einen Job machst, der dir nicht mehr viele geistige Freiheiten lässt (was man in meinem Blog  herauslesen kann, den Verfall der geistigen Möglichkeiten – da war ich selbt unter Drogen noch flexibler), sollte man woanders eine gewisse Form von Freiheit mit gleichzeitiger Gefahr suchen, auch, wenn dieses Abenteuer vor allem nur eines ist: Es ist Einbildung. Das Leben geschieht nur in unseren Köpfen. Also bilden wir uns mal kräftig ein, verrückt und Abenteuerlustig zu sein – was ich schon lange nicht mehr bin 😉

Die Arbeit ein Martyrium. Der Urlaub ein Abenteuer.

Ich will eine Ablenkung durch einen realen Kulturschock, keinen Müßiggang mit Massagen und anschließender Cocktail-Verkostung.

Nach Jerusalem werden wir wohl auch mal vorbei sehen. Das ist dann doch ein Unterscheid zu Tel Aviv. Mal sehen wie das so wird. Die Wiege der Religionen besuchen. Die Orte sehen, an denen mein Chef (Achtung Simpsons-Witz) Jemus gelebt haben soll.

Dabei bin ich kein erfahrener Tourist. Das Gewusel auf Arabisch anmutenden Märkten wird mich in den Wahnsinn treiben (selbstironisches Lachen hier). Auch Hitze finde ich furchtbar… Also ja, ich stelle mir das schon ziemlich geil vor dort drüben und drunten. In Israel. Wo nichts so ist wie ich es kenne und mag. Wo sonst kann man besser Urlaub von seiner eigenen Langeweile machen, von diesem Ich, das sich nur noch um seinen eigenen Lebenserhalt dreht, dass (Vorsicht Kant) nur noch seinem eigenem Bauche hörig ist?

Ihr wisst ja was Shia LeBeouf sagen würde

😉

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7 Gedanken zu “Abenteuer-Urlaub in Israel?

  1. Zu den fröhlichen Erbsen kommen aber auch MG-Mündungen direkt neben deinem Ohr, kleine schwarze vielleicht Walthers im Hosenbund u.ä. militanter Kleinkram, da jeder, der dort in der Armee war, das automatische Recht hat, eine Waffe mit sich rumzutragen und das Militär gern auch die Öffis nimmt und dann halt das MG nicht ablegt, wenns neben dir im Gang steht…
    So wars zumindest dereinst vor ach Gott vielen Jahren und insgesamt ist es eine total abgedrehte Volksmasse dort! Ihr müsst mal trampen, wenn das noch geht, das ist so — 😉 But: never leave your lugage unattended oder der Bahnhof wird mal eben sofort geräumt, da stehst als Touri ziemlich belämmert da, so routiniert flott geht das.

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  2. gegenvernunft

    Da muss man durch. Ich habe dann noch ne Woche Urlaub. Den gönne ich mir zum ausgiebigen Weißwurst und Schnitzel essen 😀 Und Bier natürlich 😉

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