Fiktionen sind Lügen anhand von "Almost famous"- Der Film

An diesem Film sieht man, was an Hollywood-Filmen alles falsch läuft. Diese aufgeblasenen, falschen Mythen und Träume die dort plattgebügelt verwurstet werden, die einem aber am Ende das Gefühl geben, man habe einen guten und unterhaltsamen Film gesehen, der ECHTE Gefühl transportiert oder in einem wachruft – Bull Shit.

Der ganze Film ist eine heiter, lächerliche Traumblase voller infantiler Moral, die als ganz große Coming-Of-Age-Geschichte (der Junge, das Mädchen, die Band) inszeniert wird und genau die Hollywood-Plattitüden verkauft, die unser eigenes Leben dagegen blass und farblos zurücklassen, da wir diese Hyperrealität niemals erreichen können. Das geht nur auf der Leinwand.
Dieses Versöhnliche und niemals ganz Kaputte, die kleinen Lügen, die uns glauben machen sollen, dass das Leben so ist oder so zu sein hat. Aber es wird weder das wahre Business gezeigt, noch die wahre Drogenrealitäten. Es ist eine Onaniervorlage für Alt-Hypes und jene, die „gerne in dieser Zeit gelebt hätten“. Eine grausame Verklärung, aufgeblasen auf 2 Stunden, Pop-Corn kompatibel verpackt.

Und ihr meint vielleicht: Hey, das ist ne Komödie! Ein 15 jähriger Junge der als Autor für das „Rolling Stone“ eine aufstrebende Rockband auf Tour begleitet – das kann man doch nicht ernst nehmen! Das ist doch nur das Vehikel um eine Geschichte über das Erwachsenwerden, Liebe und Freundschaft zu erzählen…
Und ich meine darauf: Hey! Man kann viele Geschichten über das Erwachsenwerden, Liebe und Freundschaften erzählen, aber ich kenne niemanden, der so erwachsen geworden ist! Das ist nicht die Realität. Erwachsenwerden ist ganz anders. Es ist brutal, hart und sicherlich auch schön: Aber leichte Erkenntnisse und Geschenke gibt es dabei keine.
Es mag Menschen geben, die die Leben der Menschen in „Komödien“ und „Tragödien“ einteilen, oder in einen Mix daraus, doch in Wahrheit ist es doch eher so, dass wir uns von Komödien keine schalen Lebensweisheiten auftischen lassen sollten – denn sie lügen. Sie verklären nicht weniger als die Wahrheiten, weil sie die Menschen nicht überfordern wollen. Im Gegenteil. Und das ist das Format.
Ihr mögt sagen: Das ist Unterhaltung.
Ich sage: Mit so was hält man die Menschen gefangen: Unter-Haltung.
Solche Utopien (denn nichts mehr ist es) wie dieser gut gemeinte Film sind schlimmer als alles andere, weil sie dumme Träume schaffen, sie sogar konservieren. „Feel-Good-Filme“ sind das Schlimmste überhaupt. Weil sie von der Philosophie vom Unkomplizierten, von der leichten Erlösung handeln. Nicht einmal der Dreck ist dort wirklich schmutzig.
Niemand wird in die falsche Zeit geboren. Das liegt nur daran, weil wir uns die Vergangenheit schöner ausmalen oder erzählen lassen, als sie jemals war. Dieses ganze Glück, diese Fülle an Wahn – das gibt es heute auch noch. Nur wir brauchen einen Melancholischen Rahmen um es zu erkennen. Das was wir brauchen sind vorgefertigte Dialoge, die uns die Überzeugungen einhämmern. Ich glaube aber: Das Erwachsenwerden kann man nicht erzählt bekommen. Das ist etwas, was hinter der Seele abläuft. Man braucht Worte ohne Worte. Und mich kotzt diese Mystifizierung von Rock, Hippies, Drogen und Sex einfach an. Und wisst ihr warum? Weil ich selbst lange genug darauf hereingefallen bin.

Wir verdrängen es ganz gern: Fiktionen sind Lügen. Nicht mehr, meistens sogar noch viel weniger. Traut ihren Lügen nicht. Erst Recht nicht. Um euch von ihnen unterhalten zu lassen.

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Ein Gedanke zu “Fiktionen sind Lügen anhand von "Almost famous"- Der Film

  1. Die Wahrheit will keiner wissen,….
    die meisten leben in einem fiktiven Traum, oder Wahn.
    ….ich glaube, das muss auch so sein, sonst würde man es nicht aushalten.

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