Migräne-Man

Ich kenne so gut wie kein Musikstück in dem ein Saxophon vorkommt, in welchem es sich im Hintergrund hält oder nur zur Begleitung spielt. Das Saxophon drängt sich immer in den Vordergrund. Ein furchtbares Instrument.

Männer haben seltener Migräne als Frauen. Ich gehöre dazu. Seit gestern Abend. Mal wieder. Los ging´s mit dem berühmten Lichtblitz im Sichtfeld. Schmerzen im Stirnbereich. Dann die Lichtempfindlichkeit. Und heute ist der Mist immer noch nicht weg. Immerhin hilft die Tablette die ich gerade genommen habe. Die kommt aus der Ukraine. Und ist bei uns verboten. Weil, Barbiturate. Und andere, dings. Wenigstens kann ich jetzt fast die ganze Zeit auf meinen weißen Bildschirm im „Word“-Modus sehen, ohne dass mir schlecht wird. Fast…

Ich habe zu viel Stress. Was in Wahrheit bedeutet: Ich MACHE mir zu viel Stress. Denn Stress hat nur der, der sich Stress macht. Verdammtes Pflichtgefühl. Verdammte Arbeit. Verschissener Leistungsdrang.
Da erkennt man sich kaum wieder. Seit ich mit den Drogen aufgehört habe, habe ich das Gefühl, mir läuft die Zeit davon. Es gibt kein echtes Abschalten mehr. Schlaf ist ein sehr unsteter Gast geworden. Drogen nehme ich zwar schon länger nicht mehr, nur erkennt man im Rückspiegel, wie sehr sich der Körper darauf eingestellt hat, überladen und dann ausgeknipst zu werden. Dass war ja einmal mein Urlaub. Meine allwochenendliche Kur. Unsere Intelligenz. Es gibt dann doch wohl ein Richtig im Falschen, sagt der Taschenspiel-Betrüger und zwinkert.

Um beim Arbeitsamt (die so genannte „Agentur“) einen Beratungstermin zu bekommen, muss man sich online oder am Telefon „arbeitssuchend“ nennen. Ist mit Migräne jetzt auch nicht gerade zu empfehlen. Ich nenne so was eher: Migräne fördernd. Heute muss ich mir wohl Ruhe verordnen. Aber das ist ja genau das Problem mit der Krankheit: Das man Ruhe nicht mehr gewohnt ist. Die Arbeit hat mich dahingehend konditioniert, mich kaputt zu hetzen. Arbeit macht auch krank. So krank leider, dass man nicht einmal mehr das Programm auf der Arbeitsamt-Seite bedienen kann, ohne Tabletten in sich hinein zu schaufeln. Teufelskreislauf.

Es hilft nur wilder, leidenschaftlicher Sex. Oder andere Medizin. Beides aus dem Osten.

Sonst endet man noch so. Was irgendwie auch ein gutes Statement ist.

Humor ist wenn man trotzdem drüber lacht.

Früher nannte man so was „Spass-Gesellschaft“, heute sind wir schon so sehr dieselbe geworden, dass uns der Begriff dafür verlorenen gegangen ist, was dann noch eher zum Kotzen ist…

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