D-A-D in München der 6.12.2010, feat Eschenbach und Pussy Sissters

Eine viel Blahblah-Ausgabe…
Die Frage ist eigentlich, was ich bei D-A-D verloren hatte. Die waren zwar Vorband vom „W“ (der Stephan von den Onkelz 😉 ), jedoch nicht bei den drei Konzerten, die ich auf seiner letzten Tour besucht habe. Der fand (findet) sie aber so toll, dass er gleich ein paar Lieder seiner Vorband mit auf seine DVD gepresst hat, wie dieses hier zum Beispiel,

mein Lieblingslied von D-A-D (das Ding ist halt ein Brett, gerade live), dabei wusste ich aber bis gerade eben gar nicht, dass es auf der Scheibe verewigt wurde – ich habe die immer weg geklickt 😛 Ja, ich bin ein Trottel ;D

Also: Warum D-A-D? (Konzertteil folgt wie immer etwas später bei mir, heute viel später 😉 ). Wer meinen Blog verfolgt hat (Hey Leute 🙂 Na? Geht´s euch gud?), der weiß, dass ich mit 30 nicht mehr jede Woche in den Club, auf das Festival oder ins Konzert gehen wollte. Das scheidende Jahr war deswegen noch mal richtig schön „Gib ihm“. Dann wurde ich 30 – und es stand natürlich die Überlegung im Raum, wie es weitergeht. Gar nicht mehr ausgehen stand nicht auf meinem Zettel, doch bitte schön nicht mehr so wie bisher. Denn bisher habe ich mich immer viel mit dem Thema beschäftigt: „Wer spielt wo? Wann? Wer kommt mit? Wie wichtig ist mir das? Wie ist meine Wochenendauslastung?“ – und dann fing ich an zu organisieren und zu telefonieren und zu smsen und Email, Skype undundund….
Jetzt, gehe ich eher mit. Und ich interessiere mich mehr für die Menschen. Ich muss nicht mehr (ganz 😉 ) unbedingt den und den DJ hören, die oder die Band (außer Daft Punk und Justice) sondern ich lasse mich auf andere Sachen ein. Deswegen D-A-D. Deswegen auch (darauf freue ich mich besonders, für mich ein Culture Clash, dennoch immer ein Art von Wunsch, diese Musik „zu verstehen“) „die jungen Münchner Philharmoniker“ am Freitag in München und am Samstag „Fukkk Offf“ und Boris Dlugosch in Stuttgart im Rocker33 – da passt ja gar nichts zusammen; toll oder? 🙂
Auch menschlich waren die zwei letzten Tage in München sehr schön – wie heißt das Buch von Rainald Goetz im Verve Verlag? „Das Jahrzehnt der schönen Frauen“. Da hätte er ein paar Seiten freilassen müssen 🙂 Nicht nur schön, sondern auch sympathisch. Wo gibt es denn so was? Na hier. Im echt, echten Leben.
Wie jetzt?

Wochentags für mich nach München zu kommen, ist immer Stress. Ich springe aus der Arbeit in das Auto, jogge in und durch die Dusche, werfe mir noch schnell etwas zu Essen in das Gesicht, jage meinen Drehzahlmesser hoch und brettere schon zum Bahnhof – natürlich lauter unfähige Autofahrer auf der Straße unterwegs, so dass ich fluchen muss wie ein Droschkenkutscher (reloaded). Der Zug ist dann natürlich brechend voll (Pendler) und ich kann mich nur still und übermotiviert in eine Ecke verziehen, lesen und Jägermeister trinken. Davon leider etwas viel, häm, dieses Mal. Nicht dramatisch, aber über den Abend verteilt doch etwas zu viel (da hätte man sich doch mehr Zeit zum Essen gönnen soll – und ja Mami, ich weiß 😉 – mit Dreißig sollte man eigentlich wissen, dass man sich erst schön brav satt ist, und dann trinkt, Döskopf…).

Das Konzert stieg im Backstage. Ein alter Hut für mich, da war ich nun schon öfters (Monsters of House, Northern Lite, Superrave usw. usf). In der kleinen Halle. In der großen spielten die Jungs von Madsen, das wäre sicherlich auch cool gewesen, dennoch wollte ich auch mal die Mindfuck-Mädels kennen lernen, die man ja eigentlich schon seit JAHREN kennt (via Forum, Blog, und Facebook – für die Werbung sollte ich bald mal ein Gratis-T-Shirt bekommen, verlinke mir hier ja die Finger wund 😉 ) aber nie getroffen habe. In WIRKLICH halt. In ECHT. So theoretisch zum Anfassen.
Das waren dann nette 15 Minuten mit den Beiden :)) – es war schön so lange es dauerte ;D

Als ich ankam standen schon die Jungs von „Eschenbach“ auf der Bühne. Ich erkannte die gar nicht. Und wie ihr (vlt) dachte ich mir beim ersten Mal, als ich von der Combo hörte: „Who the fuck is Eschenbach?“ Und: „Who cares?“ Schulterzucken. Deswegen hielt ich die dann auch (nicht nur im ersten Moment, sondern die ganze Zeit über) für die „Pussy Sissters“. Da ging ich dann lieber mal Eine rauchen und trinken; kuckte wo die Mädels sind.

Ich fand dann „nur“ den „F“ aus dem Mindfuck-Forum. Dem wurde sein Bild aus dem Forum zum Verhängnis (was lernen wir daraus?) und ich glaube, dass ich ihm etwas auf die Nerven ging ;D Gut, ich bin auch geschlagene 13 Jahre älter als er, und ich konnte es nicht fassen, dass er „Conan der Barbar“ nicht kennt 😉 (ein Freund heute in der Arbeit: „Conan der Barber, hm, sagt mir was, aber ich weiß nicht, welche Musik die spielen :)) ). Doch im Endeffekt lag es wohl daran, dass ich diese ganze Szene nicht ernst nahm. Das ist etwas die Schattenseite dieser „Ich-mache-mal-was-Neues“-Sache: Es ist mir noch Scheißegaler als sonst, wie ich rüberkomme. Ich wollte nie Teil einer Szene sein (siehe Techno, immer wieder gern, aber oft so furchtbare Menschen, die da herumtorkeln), mich aber in ihr frei bewegen können.
Klar.
Irgendwann und irgendwie passt man sich auf eine gewisse Art an. Das ist eine Gewöhnungssache. Man nimmt gewisse… Sagen wir… Gesten an. Moralische wie tatsächliche. Ich denke nicht, dass man sich dem vollkommen entziehen kann. Deswegen springen in gewissen Szenen die Leute auch in der jeweiligen Verkleidung herum (hier, Leder- oder Jeansjacken mit Aufnähern usw.). Eine gewisse Angepasstness. Die halten sich dann für cool. Weil sie sich dazugehörig fühlen. Ganz egal in welcher Szene. In welcher Kultur. Das Paradoxe dabei ist aber, dass sie deswegen nicht cooler sind (Verkleidungen und ein Gestus machen dich nicht cool. Entweder bist du es, oder nicht), sondern von Anderen, die die Zeichen nicht deuten können, werden sie als das genaue Gegenteil betrachtet.
Wie gesagt: Auch ich kann mich gewisser Umgangsformen nicht erwehren, manche sind bestimmt schon in Haut und Blut übergegangen, so dass ich es schon gar nicht mehr merke, aber: Ich fühlte mich immer gern als das jeweilige Gegenteil. Ok, zu großes Wort. Ich sah und sehe das einfach immer sehr ironisch. Nehmt euch mal nicht so ernst – und wichtig.

Hier. Jetzt. Vorgestern. Passte ich da nicht hinein, aber dennoch vollkommen. Eine wunderbare Form der Dialektik. Ich hatte wirklich meinen Spaß. Wie immer wenn ich übermäßig gut gelaunt bin (was ja jetzt so oft auch nicht vorkommt) lernte ich die verschiedensten Leute kennen (aus der Erinnerung heraus viele kleine dicke Menschen – Männer und Frauen um die Vierzig 😉 ) und spielte (unbewusst) mit unseren Unterschieden (das mache ich gern wenn ich betrunken bin…), ohne aber das irgendwie ins Lächerliche zu ziehen – diese Rocker sind auch nicht schlechter oder besser als die Technotypen, die Nu Raver oder was weiß ich wer…
Es ist halt einfach anders. Auch wenn ich schon auf diversen Konzerten oder Rockfestivals war. Hier war schon arge Klientel des Altherrenrock vertreten. Immerhin sind D-A-D auch nicht mehr die Jüngsten.
Aber.
Ich komme mal wieder vollkommen vom Thema ab… Sorry.

„Eschenbach“ lernte ich dann noch mit (besser durch) F kennen, die hinten beim Tshirtverkauf herumlenzten, während die grottenschlechten Pussy Sissters vorne auf der Bühne ihr übles, naja, nennen wir es „Konzert“ gaben. Ich sagte dem Sänger von Eschenbach, dass ich nicht verstehen konnte, dass sie zuerst spielen mussten, da die „Pussys“ echt scheiße waren – was kein Arschgekrieche war. Denn die waren wirklich übel. Doch deswegen fand ich die Eschenbacher auch nicht viel bessser… Das habe ich ihm dann aber doch nicht mehr gesagt 😛 Mann will ja nicht unhöflich sein 😉

Dann war da kurz die Mindfuckmädelsszene, und schon standen F und ich und ein paar Andere (ausverkauft war die kleine Halle nicht) vor den Soundgewalten von D-A-D. Ich habe ja die besondere Gabe (das musste ich selbst erstmal lernen) jede Band wie blöde abfeiern zu können, wenn mir danach ist (siehe KoRn) Das klappte auch mit D-A-D. Die machten wirklich gute Laune, auch wenn nicht jeder aus dem Publikum sich über meine extrovertierte Art freute 😉 Aber hey, nach dem Konzert verabschiedeten wir uns Alle mit Umarmungen und Handschlägen. Aus der näheren Umgebung :)) Noch mal:
Kleine dicke Männer in Lederkluft mit Bier.
Irgendwie niedlich, auf ihre Art.
Ich sang. Wie so oft. Jedes Lied mit.
Ohne die Texte zu kennen.
Doch irgendwie. Erkannte ich die Musik.
Beim Zugabe-Schreien. War ich mit Einer der Lautesten.
Ein Plektron fing ich. Verschenkte es dann aber sofort in Richtung Mindfuck weiter (auch wenn die bestimmt schon genug davon haben 😉 ). Weil. Da. Ich Null emotionale Bindung zu dem Stück Kunststoff hatte.
Dinge bekommen erst einen Wert. Wenn wir ihn hineinlegen.

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„Sleeping my day away“ haben sie glaube ich auch gespielt, aber ich muss gestehen, dass ich zu meiner eigenen Verwunderung dann doch ziemlich betrunken war. So viel hatte ich nicht getrunken. Dennoch.
Das Konzert war nicht „der Wahnsinn“. Aber es war auch kein Schrott. Es war gut und nett, die alten verschwitzten Männer auf der Bühne routiniert, jedoch nicht gelangweilt. „Hard Rock“ so wie man ihn gerne einmal hört. Für mein Gefühl. Hätte das Konzert aber länger dauern können.
Noch ein kurzes Foto mit meinem neuen besten Freund, den ich vorher nicht kannte und nie wieder sehen würde, dann ging es von der Tanzfläche. Die Mädchen sagten kurz: „Warte, wir kommen wieder.“ Ich wartete eine gute Weile, dann wurde es mir zu blöd (war auch betrunken, zugegeben) und ging.
Zur Erklärung: Ich kann einiges, aber Warten gehört nicht zu meinen Stärken.

Ich erwachte mit dem schlimmsten Kater meiner Existenz, bereute aber gar nichts. Es hatte Spaß gemacht mit den alten Dänen auf der Bühne (D-A-D heißt übrigens „Disneyland-After-Dark ;D ) und den alten Deutschen unten drunten.
Ziemlich zerstört und angeschossen aß ich noch die größte Pizza meines Lebens (na ja, teilweise), aber über Blog-Freunde schreibe ich hier generell nicht. Auch wenn sie von sich sagen, dass sie „die Standardtiere essen“ :)) (Ich stelle mir das so geil als Tshirt vor: „Ich esse die Standardtiere“ – und darüber Jemand, der herzlich grinst).

So. Mann… Das war aber ganz schön viel Blahblah heute, sorry. Ich war dann wohl in Plauderlaune…

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41 Gedanken zu “D-A-D in München der 6.12.2010, feat Eschenbach und Pussy Sissters

  1. Pingback: Monster Philosophie | Strategien gegen Vernunft

  2. Die Mindfuck Mädels haben es auch nicht so genau mit dem Wort „gleich“… :-))
    Sorry, wenn du gewartet hast, das sollte keine Versetzung sein oder so…nur wir waren bestimmt wieder soooooo arg gestresst…arg… 🙂

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  3. Nicht am Telefon. Irgendwie kann ich mit dem Ding nicht so. Komisch, die Stimmen von anderen zu hören, ohne sie zu sehen. Ich fand das nervig?
    Nein. Auch auf wirkliche Unterhaltungen. 😉

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  4. Du erscheinst mir redseelig. Schönes Wort 🙂
    Aber nach der Aussage schätze ich dich wohl falsch ein. Obwohl. Etwas kenne ich dich ja. Hm. Da fandest du Gequassel ja auch nervig.
    Du stehst also nur auf Buchstabentalk?

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  5. Beobachte und kommentiere du nur wild.

    Können wir ja mal machen. Gurkenmaskenurlaub. Da sehen wir uns dann beim Reingehen und dann beim Hinausgehen. Oder? So läuft das doch? 😉

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  6. Aha. 😉
    Mein Kollege sagte heute zu mir „Ist gleich vorbei“, kam mir vor, wie beim Zahnarzt. ;D
    Keine Sorge, ich behalte dann meine Beobachtungen zu deinen Texten für mich.

    Ist doch egal. Wir bekommen ja dann nichts anderes mehr von dir zu lesen und gewöhnen uns um.
    Mit Gurken-Maske? Ich auch. Unbedingt.

    Bis dann.

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  7. Das sagt man halt so – rotwerd – mit dem noch.
    Ach, die typische Arztfrage wenn man ein längeres Leiden hat, dann wird man natürlich gefragt, ob es noch schlimmer wurde; dass ist dann so wie, den Finger in die Wunde legen.

    Meine Guten mag ja keiner :)) Vlt muss ich mich einfach mehr konzentrieren. Und bestimmt mehr lesen. Ich brauche ein Wellness-Wochenende in einer Therme.

    Gute Nacht.

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  8. Ja toll, jetzt kontrolliert die mich auch noch in meinem Elend… Und hä? SCHLIMMER geworden? ;D

    Ja schon. Aber ich denke oft, dass es gerade heute klappt… Dabei veröffentliche ich auch immer Alles, egal wie schlecht es ist – wobei das Deprimierenste immer ist, dass oft die Texte, die ich gar nicht leiden kann, dann besser ankommen, über die ich mich wie ein Kind freue.
    Verdrehte Welt.

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  9. Ist mir noch nicht aufgefallen, werde darauf mal achten. Worte sind toll und manchmal muss man sie so nehmen, wie sie kommen.

    So schlimm? Und du meinst, weniger wäre besser?

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  10. Ich mache beim Schreiben immer die gleichen Fehler, ähnlich Redewendungen, Wortwiederholungen, das fällt mir schon auf, ärgert mich, doch ich bin deswegen nicht konsequenter. Früher habe ich mehr mit den Sätzen gerungen.

    Schon, es ist ja für mich Ausgleich vom Arbeitsleben, dennoch ist es ein blödes Gefühl, wenn es immer beliebiger wird. Das macht mich – warum soll ich es nicht sagen? – manchmal echt unglücklich…

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  11. Finde ich nicht. Nur weil man oft die gleichen Wörter raushaut, heißt ja nicht, dass man dadurch besser schreibt. Das Quantität/Qualität-Ding.

    Ja, bloggen versaut schon etwas den Stil, finde ich. Ich schreibe dadurch unkonzentrierter.

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  12. Aber bei längeren Texten, braucht man viel mehr Wörter, das heißt, dass man einen großen Wortschatz braucht bzw. hat bzw. haben sollte. Mhm.
    Weniger bloggen?

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  13. Ich würde es oft gerne so kurz und knapp auf den Punkt bringen wie du. Doch verquatsche mich immer. Bloggen verleitet mich zum Plaudern. Das kommt durch das viele Bloggen bei mir. Früher konnte ich das besser.
    Hm… Also weniger bloggen.

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  14. Die Onkelz kenne ich natürlich, aber was wer Solo macht, keine Ahnung, ist eben nicht meine Musik.
    Ja D-A-D sind eben letztes Jahrhundert, muss man heute auch nicht mehr dauerhaft haben ;D

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  15. Das war ein Witz, oder? Von Stephan Weidner. Früher der Bassist der Onkelz und der Songwriter. Furchtbarster aller Künstlernamen: „Der W“. Da muss man schon Fan sein, um das auszuhalten 😉

    Es hat schon total Spaß gemacht – aber ich brauche es auch nicht noch mal 😛
    Als Vorband vlt. 😉
    Meine Migräne war am nächsten Tag Alkohol bedingt. Von wegen im Alter wird man klüger 😉

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  16. D-A-D im Vorprogramm von wem? :))
    Man ich liebe die Dänen, kenne sie aber noch aus Zeiten, in denen sie der Hauptakt waren. Hört sich nicht an, als hätten sie an drive verloren 😀
    Mein letztes D-A-D Konzert hatte ich übrigens ne tödliche Migräne, bleibt mir immer in Erinnerung ^.^

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